Sondereigentum von der WEG trennen?

Dieses Thema im Forum "WEG - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von hacki, 23.06.2015.

  1. #1 hacki, 23.06.2015
    Zuletzt bearbeitet: 24.06.2015
    hacki

    hacki Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    18.05.2014
    Beiträge:
    24
    Zustimmungen:
    0
    :hut031:Hallo zusammen :smile014:

    meine Eltern besitzen ein freistehendes Einfamilienhaus welches über eine WEG mit mehreren Mehrfamilienhäusern verbunden ist. Das Grundstück, Müll und Wasser/Abwasser ist über die WEG geregelt.

    Da ich am überlegen bin das Haus zu erwerben mache ich mir Gedanken darüber pb es möglich ist das Haus vom Gemeinschaftseigentum zu trennen so das wir aus der WEG raus kommen und quasie unseren Grundstücksanteil abtrennen können. :148:

    Mein Vater hat mir erzählt das es zu kompliziert werden würde, da alle Eigentümer inkl. deren Banken zustimmen müssten und das quasie aussichtslos wäre da es auch mit einigen Eigentümern nicht das beste Verhältnis besteht.:4: und Banken eh keine Veränderungen mögen. (Vielleicht kann ich ja unwillige Eigentümer irgendwie überzeugen? :hut031:

    Kann mir jemand einen Ratschlag geben was man tun könnte bzw. ob das tatsächlich so kompliziert ist?

    Aus Sicht der anderen WEG Eigentümer und evtl. Banken, entsteht Ihnen hierdurch ein Nachteil oder könnte ich mit einem kleinen finanziellen Anreiz nachhelfen?:hut031:
     
  2. AdMan

    Schau mal hier in diesem Ratgeber. Dort findet man viele Antworten!

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2 Tobias F, 23.06.2015
    Tobias F

    Tobias F Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    04.04.2010
    Beiträge:
    1.573
    Zustimmungen:
    90
    Siehe WEG:
    § 11 Unauflöslichkeit der Gemeinschaft
    (1) Kein Wohnungseigentümer kann die Aufhebung der Gemeinschaft verlangen. Dies gilt auch für eine
    Aufhebung aus wichtigem Grund. Eine abweichende Vereinbarung ist nur für den Fall zulässig, dass das
    Gebäude ganz oder teilweise zerstört wird und eine Verpflichtung zum Wiederaufbau nicht besteht.
     
  4. hacki

    hacki Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    18.05.2014
    Beiträge:
    24
    Zustimmungen:
    0
    Vielen Dank für die schnelle Antwort Tobias F!

    Jedoch will ich das ja nicht verlangen und es geht auch nicht um das Gebäude.
    Es geht ja eher darum, das Grundstück der WEG zu teilen.:smile027:
     
  5. #4 Martens, 24.06.2015
    Martens

    Martens
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    05.04.2006
    Beiträge:
    2.909
    Zustimmungen:
    157
    Ort:
    Berlin
    Wenn man Sondereigentum in einer WEG hat, dann kommt man da schlecht raus.

    Sofern sich jedoch alle Eigentümer einig sind und auch die Kosten tragen wollen (Erschließungskosten für jedes einzelne zu bildende Grundstück zum Bleistift), kann man natürlich vieles möglich machen.

    Christian Martens
     
  6. Duncan

    Duncan
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    19.01.2014
    Beiträge:
    4.373
    Zustimmungen:
    1.412
    Ort:
    Mark Brandenburg
    Kenne ich eigentlich nur in der Situation, dass alle Eigentümer = der Eigentümer heißt, so wie Demokratie bei Lord Vetinari der Art „Ein Bürger – eine Stimme“. Er ist der Bürger, und er hat die Stimme.
     
  7. #6 Martens, 25.06.2015
    Martens

    Martens
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    05.04.2006
    Beiträge:
    2.909
    Zustimmungen:
    157
    Ort:
    Berlin
    ich wollte ja auch nur auf die theoretische Möglichkeit hinweisen... :)

    Christian Martens
     
  8. #7 Fremdling, 25.06.2015
    Fremdling

    Fremdling Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    14.08.2012
    Beiträge:
    663
    Zustimmungen:
    135
    Ja, es dürfte reichlich kompliziert werden! Könnte auch einige Nerven und Euronen kosten. Da gibt es Baurechte, die bei der Klärung einer möglichen Aufparzellierung zu beachten sind. Wenn die Versorgung des Hauses mit Infrastruktur (Strom, Wasser, Heizung, ...) nicht bereits autonom ist, müsst Ihr das auseinander dröseln. Eine Einigung zur Instandhaltungsrückstellung muss her. Die Verwaltung muss die Veränderungen mit allen Vertragspartnern der Gemeinschaft klären. Ihr müsstet die öffentlichen Leistungen anpassen (Müllabfuhr, Anliegerkosten, Grundsteuer, etc.) Die verbleibende Gemeinschaft müsste alle Basisunterlagen (Teilungserklärung, Aufteilungsplan, etc.) ändern. Diese Änderungen müssen mit Hilfe von Notarverträgen auch im Grundbuch vollzogen werden. Ein neues Grundbuch für das Haus muss her. Bei eventuellen Kreditabsicherungen müssen die Banken mitspielen. Nicht zu vergessen die Änderung des Verwaltervertrages. Aber das alles macht keinen Sinn, falls auch nur ein Eigentümer der Wohnungen nicht mitspielt. Und davon kannst Du ausgehen, solange Du nicht erklären kannst, welche handfesten Vorteile für die Wohnungseigentümer rausspringen.
    Die Aussicht auf Erfolg könnte steigen, wenn Du die Eigentümer von allen mit der Umstellung verbundenen Kosten freihälst und vorrechnen kannst, dass die einzelnen Hausgeldabrechnungen durch Dein Ausscheiden günstiger ausfallen, weil das Haus mit relativ hohen Verbräuchen bisher unterproportional an deren Kosten beteiligt war. Klingt aber alles utopisch.

    Wenn Du es tatsächlich ernst meinst, fragst Du vielleicht mal bei einem Fachjuristen für Bau- und Architektenrecht, Immobilienrecht sowie Wohnungseigentumsrecht nach, wie der die praktische Umsetzung sieht? Auch Dein Vater scheint den Durchblick zu haben. Er könnte Dir mal erklären, wie eine WEG tickt und welche Änderung das Ausscheiden des Hauses im einzelnen nach sich zieht.
     
    hacki gefällt das.
  9. hacki

    hacki Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    18.05.2014
    Beiträge:
    24
    Zustimmungen:
    0
    Danke Danke :)

    ich glaub ich kann mir das weitere Nachforschen ersparen, Die physischen Voraussetzungen sind zwar soweit gegeben das alles autark laufen kann, aber der Aufwand auch der finanzielle wird zu groß sein.
    Diese Stuation drückt in meinen Augen halt sehr auf den Wert des Hauses. Wer kauft schon ein freistehendes EFH mit Gemeinschaftsgrundstück...

    Wenn ich bedenke, 18 Teilungserklärungen ändern, Grundbuchänderung, Anwalt und dann noch sowas wie eine 20-30k Spende an die WEG und wer weis was man dann noch für einzelabsprachen treffen muss... Vorallem das Thema Grundschulden der anderen Eigentümer macht mir sorgen denn wie sollte man die Banken davon überzeugen...

    Wenn ich dafür insgesamt über 50k zahlen muss dann kann ichs auch gleich lassen.:sauer019:

    Aber danke für die Hilfe ich wollte nur mal die Meinung von Vollprofis hören. Ich habe langsam eine Vorstellung davon auf welchen Aufwand ich mich einstellen kann.:1:

    Danke für die Hilfe
     
  10. #9 Martens, 25.06.2015
    Martens

    Martens
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    05.04.2006
    Beiträge:
    2.909
    Zustimmungen:
    157
    Ort:
    Berlin
    vermutlich ;)

    Die naheliegende Antwort verkneife ich mir mal.
    Aber: soetwas gibt es häufig, da eben die Kosten der Erstellung solcher Häuser deutlich geringer sind, als bei Einzeleigentum, von daher dürfte auch ein Markt für solche Häuser bestehen.
    Man kann übrigens durchaus die Vorteile einer WEG betonen, um diverse Dinge muß sich der Einzeleigentümer nicht selbst kümmern und für größere Instandsetzungen spart man evtl. gemeinsam an.

    Christian Martens
     
  11. Duncan

    Duncan
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    19.01.2014
    Beiträge:
    4.373
    Zustimmungen:
    1.412
    Ort:
    Mark Brandenburg
    oft gut zu sehen an älteren Hauseigentümern, die nicht mehr in der Lage sind die Belange der Immobilie entsprechend wahrzunehmen. Auch etwas schluderhafte Charaktere werden damit in eine gewisse Mindestordnung gezwungen, was den Häusern eher gut tut.

    Wie es zu solchen Gestaltungen kommt kenne ich allerdings eher umgekehrt, da hat man Villa/Gutshof ober ähnliches und die angrenzenden Ländereien/Gärten/Park wurden mit Wohnblöcken vollgestellt....
     
  12. hacki

    hacki Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    18.05.2014
    Beiträge:
    24
    Zustimmungen:
    0
    Ach das Thema lässt mir einfach keine Ruhe, ich bin in dem Haus aufgewachsen. :shame
    Ich habe mir am Wochenende einmal die Teilungserklärung in Ruhe angeschaut, nach der Teilungserklärung wird unser EFH genau wie eine Wohnung als Sondereigentum geführt. Es gibt keinerlei Sonderregelungen auch nicht für die Reparatur oder Modernisierungen usw. :eek:doof
    Lediglich auf dem Beschluss einer Eigentümerversammlung wurde beschlossen, dass die Kosten für Instandsetzungen/Modernisierungen etc. für die MFH und dem EFH getrennt laufen.
    Ist das überhaupt rechtens wenn es in der Teilungserklärung anders steht? Dort werden die Wohneinheiten nämlich nicht getrennt.
    Dieser in meinen Augen wichtige Beschluss liegt meinem Vater aber nicht mehr vor, das ist ca. 30 Jahre her, so etwas muss doch sicher einstimmig beschlossen sein oder?:gehtnicht
    Ein EFH hat ja die Eigenarten, dass viel mehr Kosten für Gebäudeinstandsetzung und Modernisierung anfallen als beim MFH.

    Ich weiß der Fall ist kompliziert, ich versuche Argumente zu finden für eine Teilung, mein Vater hat übrigens von 1980 schon eine Genehmigung der Stadt für die Abtrennung von der WEG erhalten dort wurde schon eine Skizze erstellt mit den zukünftigen Grenzen.:engel
    Er hat sich aber nicht weiter darum gekümmert, als er erfahren hat das nicht nur alle Eigentümer sondern auch deren Geldgeber zustimmen müssen. Ich sehe aber für beide Seiten eine Risikoverminderung und eine Wertsteigerung. :x

    Falls jemand noch einen Tipp hat oder gute Argumente oder Tipps wie man an die entsprechenden Leute in der Bank ran kommt um den Fall in Ruhe darzulegen ist herzlich willkommen seinen Senf dazu zu geben.

    Ich werde weiter berichten, denn ich werde es wohl kaufen.
     
  13. #12 Martens, 03.08.2015
    Martens

    Martens
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    05.04.2006
    Beiträge:
    2.909
    Zustimmungen:
    157
    Ort:
    Berlin
    Der Verteilungsmaßstab für Instandhaltungen läßt sich nur im Einzelfall abweichend festlegen, dies auch erst seit 2007. Mehrheitsbeschlüsse über grundsätzliche Kostentragung bei Instandhaltungen, die von der TE abweichen, sind nichtig. Wenn man das wirklich ändern wollte, geht das zukunftssicher nur über eine Vereinbarung, die dann in den Grundbüchern vermerkt wird.

    Die Überlegung, das Sondereigentum XY hätte ja besonders hohe Instandsetzungskosten oder würde von einer Instandsetzung mehr profitieren als ein anderes Sondereigentum sind häufig anzutreffen aber unnütz, da ohne Relevanz.

    Christian Martens
     
  14. #13 alibaba, 03.08.2015
    alibaba

    alibaba Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    11.12.2014
    Beiträge:
    1.188
    Zustimmungen:
    146
    Ort:
    Berlin
    @ hacki

    kauf einfach alles und splite dann auf und verkaufst was du nicht willst/brauchst :160:

    Gruss
    alibaba :D
     
Thema: Sondereigentum von der WEG trennen?
Besucher kamen mit folgenden Suchen
  1. mit sondereigentum aus WEG raus

    ,
  2. Skizze Balkone sondereigentum/gemeinschaftseigentum

Die Seite wird geladen...

Sondereigentum von der WEG trennen? - Ähnliche Themen

  1. Gemeinschaftseigentum verursacht Schaden am Sondereigentum

    Gemeinschaftseigentum verursacht Schaden am Sondereigentum: Guten Abend, wie verhält es sich in einer Eigentümergemeinschaft wenn eine undichte Balkontür bei Sturm Wasser durchlässt und dieses dann zb den...
  2. Gemeinschaftseigentum? Sondereigentum?

    Gemeinschaftseigentum? Sondereigentum?: Hallo an alle Forumsmitglieder! Ich würde gerne wissen, um was es sich bei folgendem Objekt handelt: - Anbau ans Haus, separater Eingang, derzeit...
  3. Balkon/Dachterrasse: Wie weit geht Sondereigentum?

    Balkon/Dachterrasse: Wie weit geht Sondereigentum?: Ein Balkon bzw. eine Dachterrasse ist in der Regel Gemeinschaftseigentum. Lediglich der Aufbau (z. B. Plattenbelag) und die Innenseiten gehören...
  4. Abgrenzung Instandhaltung / Instandsetzung

    Abgrenzung Instandhaltung / Instandsetzung: Ein herzliches Hallo in die Runde! Ohne momentan näher auf den Hintergrund der Fragestellung eingehen zu wollen (dazu später sicherlich mehr)...