Sonderkündigungsrecht nach § 489 BGB

Dieses Thema im Forum "Baufinanzierung" wurde erstellt von Jens Towara, 02.01.2016.

  1. #1 Jens Towara, 02.01.2016
    Jens Towara

    Jens Towara Neuer Benutzer

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    Hallo,


    mal angenommen jemand (selbständiger Einzelunternehmer) hat eine Wohnung von 10 Jahren gekauft und finanzieren lassen. Das Darlehen hat eine Laufzeit von 15 Jahre. Nun gibt es ein Sonderkündigungsrecht gemäß §489 BGB nach 10 Jahren. Da die Zinsen des alten Kredits bei gut 4,4 % und die des euen 10 jährigen Kredits nur ca. 1,7% betragen, wäre es wohl sinnvoll den alten Kredit zu kündigen und einen Neuen abzuschließen.

    Die Frage wäre, wie das vom Zeitablauf passieren soll. Man braucht ja die 100% Sicherheit, dass man nach der Kündigung auch die Anschlussfinanzierung bekommt. Heißt das, man benötigt erst einmal eine 100% Zusage des anderen Kreditinstitut um bei der alten Bank kündigen zu können?

    Die zweite Frage ist vielleicht etwas heikel. Die Wohnung wurde gewerblich genutzt (als Büro und kleines Lager für für einen Einzelunternehmer, den Kreditnehmer). Das wurde der Bank damals aber so nicht gesagt. Ich gehe mal davon aus, dass dies ein Vergehen ist. Wenn man jetzt das Darlehen kündigt, forschen die nochmal nach wie die Wohnung genutzt wurde? Oder wenn man bei der neuen Bank angibt, dass die Wohnung gewerblich genutzt wird, tauscht sich die neue Bank mit der Alten aus, so dass es herrauskommen könnte? Wie sähe die Strafe im Worst-Case aus?

    Grüße
     
  2. AdMan

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  3. #2 immobiliensammler, 02.01.2016
    immobiliensammler

    immobiliensammler Erfahrener Benutzer

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    Auch hallo,

    ich würde zwingend zuerst die Anschlussfinanzierung klar machen und dann erst das Kündigungsrecht geltend machen.

    Ob es sinnvoll ist verrät Dir Dein Taschenrechner - Zinsersparnis vs. Kosten des Grundbuchamtes und Notar, sofern sich die neue Bank nicht mit einer privatschriftlichen Abtretung der Grundschuld zufrieden gibt.

    Wegen der vertragswidrigen gewerblichen Nutzung: Was soll Dir passieren, die alte Bank könnte - wenn sie es denn erfährt - den Kredit kündigen (wenn das der Kreditvertrag hergibt), aber das hast Du dann ja selbst gemacht. Im Übrigen ist und bleibt es eine Wohnung (Wohn- und nicht Sondereigentum) und nur darum geht es der Bank in der Regel. Wenn Du an eine Dame vom horizontalen Gewerbe vermietet hättest dann wäre es doch auch weiter eine Wohnung, obwohl es dann ja deren Arbeitsstätte wäre

    Stefan
     
  4. Andres

    Andres
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    Ist doch das gleiche Thema wie beim Kauf: Finanzierungszusage.


    Nein, man benötigt keine Finanzierungszusage, um das Kündigungsrecht ausüben zu können. Der Bank darf es völlig egal sein, woher du das Geld bekommst. Schließlich könntest du den Kredit ja z.B. auch bar ablösen.

    Die Problematik, die du im Kopf hast, betrifft nur dich: Du musst zusehen, dass du bei Fälligkeit des gekündigten Darlehens die Restschuld zur Verfügung stellen kannst. Für deinen eigenen ruhigen Nachtschlaf holst du dir dazu vor Kündigung eine Finanzierungszusage der neuen Bank ein - oder eben nicht, wenn du auch so gut schläfst.


    Möglich, aber hauptsächlich ist es eine Ordnungswidrigkeit. Dazu kommt ggf. eine Vertragsverletzung.


    Ich habe noch nie erlebt, dass Fragen in diese Richtung gestellt wurden.


    SIcher nicht systematisch, aber da sich die beiden evtl. darüber kurzschließen müssen, wie die Sicherheiten übergeben werden, könnte das schon auffallen.


    Zehn Jahre Gefängnis. (Ja, diese Antwort ist schwachsinnig, aber du hast gefragt.)
     
Thema: Sonderkündigungsrecht nach § 489 BGB
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