Sonderversammlungen bis zum jüngsten Gericht

Dieses Thema im Forum "WEG - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von halunke, 11.10.2016.

  1. #1 halunke, 11.10.2016
    halunke

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    Tag allerseits,

    es geht um eine Hausgeldabrechnung aus dem Jahre 2014. Einiges habe ich schon in diesem Thread geschildert:
    http://www.vermieter-forum.com/threads/falsche-abrechnung-des-vorverwalters-abgelehnt-und-nu.19836/

    Auf dem Tisch liegt eine Abrechnung aus dem Jahre 2014, gefertigt durch den Verwalter X, der die WEG bis zum 31.12.2014 betreute und eine Abrechnung des Verwalters Y, der die Verwaltung zum 01.01.2015 übernommen hat.

    Wie aus dem obigen Thread ersichtlich, wurde die Abrechnung X durch den neuen Mehrheitseigentümer Z abgelehnt. Eigentümer Z (kein Beschluss der WEG) beauftragte Verwalter Y mit der Neuerrstellung der Abrechnung 2014.

    In der der nun angekündigten außerordentlichen Versammlung, soll folgender Beschluss ergehen:

    Beschlussfassung über die Gesamtabrechnung 2014 und die darauf basierenden Einzelabrechnungen 2014, erstellt durch Verwalter Y, auf Grundlage der Buchungsunterlagen des Verwalters X.

    Neben dem Umstand das Eigentümer Z lt. der Abrechnung keine Verwaltungskosten zahlen soll, gibt es mehrere Punkte die strittig wären u.a. das die Abrechnung von Y 700 Euro kosten soll. (Gesamtdifferenz zur Abrechnung von Eigentümer X sind ca. 200 €). Eigentümer Z zeigt sich jedoch nicht kompromissbereit sondern vertritt den Standpunkt, er würde solange außerordentliche Versammlungen beantragen, bis das gewünschte Ergebnis (Beschlussfassung "seiner" Abrechnung) erzielt wird. WEG besteht aus 5 Eigentümern, Z hat, gemeinsam mit seiner Schwester 51 %. Die außerordentliche Versammlung kostet 175 € netto. Es ist die dritte :)

    Nun die Frage: Wie ist damit umzugehen, dass Eigentümer Z die privat in Auftrag gegebene Abrechnung durch ständige ao Versammlungen durchboxen will. Muss der Verwalter jedem Ansinnen einer ao Versammlung, auch mit gleichem Inhalt, folgen?

    Vorab besten Dank



     
  2. AdMan

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  3. #2 Fremdling, 11.10.2016
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    Wenn eine WEG eine gültige Hausgeldabrechnung haben will, muss diese aufgestellt und darüber beschlossen sein. Für die Kostentragung und die Verwaltungskosten gibt es i.d.R. eine Basis, wo jeder nachsehen kann. Gefällt die Abrechnung nicht, gibt es das Anfechtungsrecht und der Akteur kann seinen Einspruch sachlich begründen. Zuvor ist eine konstruktive Lösungssuche im Gespräch nie verkehrt. - Verstehe gerade nicht, was so schwer fällt, wenn die Mehrheit mit Ja stimmen dürfte. Dann gilt die Abrechnung und die Minderheit muss sich entscheiden, ob sie anficht oder nicht.
     
  4. #3 halunke, 11.10.2016
    halunke

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    Erstmal danke für die Antwort. Angenommen die Abrechnung wird nicht beschlossen. Hat Z die Möglichkeit solange ao Versammlungen über dieselbe Abrechnung einberufen zu lassen bis der beschluss in seinem sinne ergeht? Nach dem Motto: erst wenn ihr mit ja stimmt müsst ihr nicht mehr zu den ao Versammlungen.
     
  5. #4 Fremdling, 11.10.2016
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    Warum dann die Annahme? Bruder und Schwester haben allein schon die Mehrheit. Sind sich schon die beiden uneins?
     
  6. #5 halunke, 11.10.2016
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    Denke nicht aber lt. Teilungserklärung wird mit 2/3 Mehrheit entschieden. Tschuldigung, dieses nicht ganz unwichtige Detail hatte ich vergessen zu erwähnen :)
     
  7. #6 Fremdling, 11.10.2016
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    Wäre ich vor einer derartigen Situation, versuchte ich beharrlich eine sachliche Auseinandersetzung. Handelt es sich beim Widerstand der "Nein-Stimmer" um einen gefühlten Nachteil oder ist das auszuschließen? Echte Falschbuchungen oder objektive Fehler lassen sich im Gespräch klären. Falls nicht, bemühte ich die Mathematik: Wie groß ist der durch den/die Fehler hervorgerufene Nachteil für die "Nein-Stimmer" in Euro? (Mein flüchtiger Eindruck ist, dass die anteilige Summe niemanden von Euch umhaut.) Wie hoch sind die angefallenen Kosten bisher und wieviel soll das Abenteuer noch kosten? Danach gilt es abzuwägen.

    Mal einen Exkurs in die Seele einer WEG? Was es in Eurem Fall ist, weiß ich nicht, jedoch geht es mitunter ums Kräftemessen. Beim Gleichstand (Abrechnungsvorteil vs. Versammlungskosten) bemühen nicht wenige dennoch die Gerichte und es wird oft für Klein-Sch*** richtig teuer und das WEG-Klima kannste knicken. Fragt Euch selbst: Wie seid Ihr in die Situation reingekommen? Was wollte Ihr jetzt konkret? Für die Frage "Darf der das?" (unlimitierte Versammlunsanzahl) bin ich leider nicht Jurist genug und habe dazu keinerlei konkrete Erfahrungen. M.E. hört sich das allerdings abstrus an. Was sagt die neue Verwaltung dazu? - Viel Glück!
     
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  8. #7 halunke, 12.10.2016
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    Leider geht es nicht nur ums Prinzip. Die Sache läuft ja schon ne Weile und einige Punkte sind durchaus verschmerzbar, einige aber auch nicht. Mal ein Bespiel: Eigentümer Z hat 2014 die Wohnungen (51%) erworben. Die Abrechnungsspitze dieser Wohnungen ist eine Nachzahlung von ein paar Tausend Euro (Hohe Kosten, geringe Vorauszahlungen, ärgerlich). Die neue Abrechnung trennt nun zwischen Voreigentümer und Eigentümer Z, wobei Z ein paar Tausender ausgezahlt bekommt und der Voreigentümer die paar Tausender mehr berappen muss. Die Abrechung ignoriert die Entscheidung des BGH, wonach der Erweber für die Abrechnungsspitze haftet.

    Bei Beschluss über die Abrechnung sehe ich nun die Gefahr, dass der Voreigentümer (zu Recht, glaube nicht mal das der zur Versammlung geladen worden ist. Der wird sich über die Abrechnung im Briefkasten wundern :)) die Nachzahlung verweigert. Eigentümer Z aber dennoch sein ziemlich hingerechnetes Guthaben erstattet bekommt. K.A. ob dies dann rechtlich haltbar wäre. Ist ja immerhin irgendwie beschlossen worden.

    Von der Verwaltung ist die Abrechnung erstellt worden. Sagt zwar selbst die ist falsch, weil nicht alle Unterlagen aus 2014 vorliegen, aber ist das beste was idie Verwaltung halt hinbekommt. Ansonsten steht diese auf dem Standpunkt, dass 25% der Eigentümer eine ao Versammlung fordern können und die Verwaltung diesem nachkommen muss. Steht ja im WEG. Nur leider nicht wie oft.
     
  9. #8 Fremdling, 12.10.2016
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    Du hast mein Mitgefühl. Erkenne, Eure Situation ist herrlich verfahren und ganz offensichtlich sehr komplex mit "interessanten" Beteiligten. Da wird Dir m.E. kein Forum wirklich helfen können. Also: Entweder in der Gemeinschaft eine einvernehmliche "Lernfall-Lösung" finden/tolerieren oder Unterlagen packen, Fachanwalt des Vertrauens aufsuchen und sowohl Sachlage klären als auch rechtskonforme Strategie anpeilen. Wenn Du Glück hast, findet Ihr unter juristischer Moderation einen für alle gangbaren Weg für derartig exotische Fälle. Geld kostet es allemal, entweder als Folge der faktisch falschen Abrechnung oder der Folge eines Rechtsstreits.
    Bin raus. Viel Glück! :023sonst:
     
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  10. #9 halunke, 12.10.2016
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    Den Vorschlag mit juristischer Moderation finde ich gut. Ich hoffe die findet Anklang. Besten Dank Fremdling :148:

    Dennoch würde es mich nun in der Theorie interessieren, ob man mit Dauer AO-Versammlungen seine WEG in den Wahnsinn treiben kann. Mann stelle sich den Film "täglich grüßt das Murmeltier" vor. Bill Muray muss jeden Murmeltiertag auf eine AO-Versammlung mit den gleichen TOPs:unsicher001::smile015:. Evtl. hatte ja jemand schon ne WEG mit derartig genialen Einfällen.
     
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