Sozialer Abstieg - Mieter zahlen nicht mehr, ziehen aber auch nicht aus

Dieses Thema im Forum "Zahlungsmoral der Mieter/Vermieter" wurde erstellt von Díago, 16.04.2008.

  1. Díago

    Díago Neuer Benutzer

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    Hallo,

    ich muss mich zum einen mal dringend auskotzen, zum anderen hoffe ich, hier ein bißchen Hilfe und Rat zu finden. Wenn ich die Geschichten hier lese, stelle ich fest, dass viele genauso viel Frust haben wie ich.

    Zu mir. Ich habe vor gut sechs Jahren ein Zweifamilienhaus erworben. Die damaligen Eigentümer hatten das Haus gebaut und sich bei der Finanzierung ziemlich verkalkuliert, so dass sie den Kredit nicht mehr bezahlen konnten, als der Mann arbeitslos wurde. Das Haus stand kurz vor der Zwangsversteigerung. Über Bekannte hatte ich davon erfahren und habe das Haus dann zu einem recht günstigen Preis (aber weit über ZV-Niveau) gekauft.

    Den ehemaligen Eigentümern habe ich einen Mietvertrag angeboten, den sie dankend angenommen haben. Ich habe die Finanzierung so ausgerichtet, daß ich dank der Mieteinnahmen eine relative hohe Abtragung machen konnte. Ich selbst bin dann in die zweite Wohnung eingezogen. Die ehemaligen Eigentümer haben eine Reihe von Aufgaben (z.B. die Gartenpflege, Winterdienst usw.) übernommen. Auch einige Kosten, die ich eigentlich hätte tragen müssen, z.B. die Grundabgaben, haben sie der Einfachheit halber weiter bezahlt, und ich habe dafür die Miete etwas niedriger angesetzt.

    Das ganze ging auch ziemlich lange gut. Allerdings verlor auch die Frau im vorletzten Jahr ihre Arbeit, weil sie ein Alkoholproblem hat. Und damit ging der soziale Abstieg los. Sie hat sich um nichts gekümmert, und da sie vorher die Finanzen geregelt hat, war das Geld bald alle. Die Mietzahlungen blieben aus, und auch das persönliche Verhältnis wurde zusehends schlechter. Man hat mir diverse Ausreden aufgetischt und Versprechungen gemacht, und irgendwann habe ich beschlossen, aus meiner Wohnung auszuziehen und diese fremd zu vermieten. Allerdings gestaltete sich das schwieriger als gedacht, da die früheren Eigentümer (und vor allem sie durch ihre Krankheit) potenzielle Mieter abschreckten. Und die beiden sperren sich natürlich, aus ihrer Wohnung auszuziehen.

    Die Kündigung des Mietvertrages hat nichts gebracht, und anscheinend lassen sie es auf eine Räumungsklage ankommen. Auch jedes vernünftige Gespräch hat nichts gebracht. Mittlerweile habe ich außerdem erfahren, daß die Grundabgaben, die sie eigentlich übernommen hatten, seit Mai letzten Jahres nicht mehr bezahlt wurden, und auch für Strom, Gas und Wasser ist kein Geld mehr geflossen. Für die Grundabgaben läuft mittlerweile auch ein Mahnverfahren gegen mich. Da die ehemalige Eigentümerin die Briefe von der Stadt aber abgefangen und vor mir versteckt hat, habe ich erst jetzt davon erfahren und muss kurzfristig 1.700 Euro nachzahlen.

    Langsam wird mein finanzieller Spielraum echt knapp, weil die Mieteinnahmen ausbleiben, die andere Wohnung leersteht und der Kredit ja weiterläuft. Außerdem - und das belastet mich irgendwie fast noch mehr - fühle ich mich total verarscht. Ich hatte damals gedacht, ich würde den beiden einen großen Gefallen tun und sie würden mich dafür unterstützen, aber jetzt kommt von deren Seite null Interesse, was meine Situation angeht.

    Ich weiß leider nicht, welche Möglichkeiten ich noch habe. Ein langwieriges Gerichtsverfahren kann ich mir eigentlich nicht leisten. Zwischenzeitlich haben Verwandte der Frau auch ein Betreuungsverfahren für sie angeleiert, aber ob das erfolgreich sein wird und wann da was passiert, weiß keiner.

    Hat einer von euch einen guten Tipp? Ich wäre sehr dankbar.
    Liebe Grüße
    Díago
     
  2. AdMan

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  3. Capo

    Capo Erfahrener Benutzer

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    Das ist ernst gemeint und keineswegs sarkastisch.
    Das ist ganz normal. Entweder klagst du die raus oder du wirst nie Miete bekommen. Natürlich ist auch ein Verkauf möglich. Vielleicht machst da noch Gewinn.

    Die Ausrede "das dauert zu lang" ist unter Vermeitern üblich, aber mal ehrlich: Wie lange willst du noch einen Kredit bezahlen und keine Miete bekommen? Das dauert auch lange (die durchschnittliche Lebenszeit eines Menschen in D ist doch 76 Jahre...) Was wird also länger dauern? Entweder sind deine Rücklagen aufgebraucht und die Zv steht an oder die Räumungsklage ist durch...

    Das ist der Rat, den ich geben kann.
     
  4. #3 Vermieterheini1, 17.04.2008
    Vermieterheini1

    Vermieterheini1 Erfahrener Benutzer

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    Hallo Díago,

    irgendwie verstehe ich dich nicht.
    Du kaufst ein Haus von einem der sich finanziell übernomen hat.
    Obwohl du wusstest, dass der Verkäufer unfähig ist mit Geld umzugehen, lässt du den sich als Mieter bei dir einnisten!
    Seit letztem Jahr blieben die Mietzahlungen aus.
    Nach dem was du geschrieben hast, hast du wegen der fehlenden Mietzahlungen (Mehrzahl!) absolut nichts zielgerichtetes unternommen.
    Und jetzt - nachdem dein Mieter aus monatelanger Erfahrung weis, dass du eine Vermieternullpe bist, die sich alles widerspruchslos (im Sinne von NULL Effektivität)gefallen lässt, da wunderst du dich, dass der Mieter auf dein Kündigungsschreiben nicht reagiert?

    Was erwartest du denn für Wunder-Tipps für einen Vermieter der seit mehreren Monaten absolut nix (zielführendes und effektives) gemacht hat?

    Was soll es denn schon für eine andere Lösung als langwieriges und (für den Vermieter) kostspieliges Herausklagen, Zwangsräumung, usw. geben,
    während dessen der Vermieter den Mieter auf seine Kosten durchfüttern darf und diesem ein schönes sorgenfreies Leben spendieren muss?

    So wie der Vermieter bisher agiert hat, habe ich meine Zweifel, ob der jemals eine erfolgreiche Räumungsklage und Zwangsräumung hinkriegt.
    Schon mal was von "Berliner Räumung" gehört und was da alles dazugehört?

    So knallhart ist das Leben bzw. das Vermieterdasein in Deutschland.
    Ich habe das nicht so gemacht und ich finde das nicht richtig!
     
  5. kummer

    kummer Erfahrener Benutzer

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    Was bezieht er über dich? Strom? Wasser? Gas?

    1. Fristlose Kündigung aussprechen und per Einschreiben/Einwurf verschicken, alternativ 2 Zeugen zum Briefkasten mitnehmen und Kündigung unter 6 Augen einwerfen. Gleichzeitig Hinweis auf Einstellung der Versorgungsleistungen.

    2. Strom, etc. kappen. Alles wofür du in Vorleistung eintrittst. Ja das geht, ist (quasi) legitim. Unsicher bin ich mir mit der Mülltonne.

    http://www.rafranke.de/ausfrieren.htm

    Landgericht Berlin, Urteil vom 28.11.2006 - 65 S 220/06

    ''Nach Beendigung des Mietverhältnisses und bei erheblichen Zahlungsrückständen ist der Vermieter nicht verpflichtet, den Mieter weiter unentgeltlich mit Wasser zu versorgen.''


    ''Ausführlich dazu Herrlein, NZM 2006, 527, der zutreffend darauf abstellt, ob ein zur Kündigung berechtigender Zahlungsverzug vorliegt. Die Versorgungssperre ist deshalb auch schon vor Zugang der Kündigung zulässig.''

    Aus der Zusammenfassung des Kommentars:
    ....Entgegen der bisher h.A. ist ein Vermieter von Räumen - gleich, ob Gewerbe- oder Wohnraum - berechtigt, den säumigen Mieter dadurch unter Druck zu setzen, dass er die Versorgung des Mietobjekts mit Wasser, Strom oder Wärme einstellt. Es bestehen nur drei Voraussetzungen, die kumulativ vorliegen müssen:
    1. Der Mieter muss die Versorgungsleistungen direkt vom Vermieter beziehen.
    2. Der Zahlungsverzug muss den Vermieter zur fristlosen Kündigung berechtigen, d.h. der Mieter muss an zwei aufeinanderfolgenden Terminen mit mehr als einer vollen Monatsmiete oder über einen längeren Zeitraum mit zwei vollen Monatsmieten zahlungsrückständig sein.
    3. Der Vermieter muss die bevorstehende Versorgungssperre vorher ankündigen und dem Mieter so letztmalig Gelegenheit geben, seine Mietschulden zu begleichen......

    Quelle:
    http://www.123mietrecht.de/Mieter-zahlt-keine-Miete-und-zieht-auch-nicht-aus__f110482.html

    Das ist keine Rechtsberatung, nur meine augenscheinige Meinung!
     
  6. #5 Vermieterheini1, 24.04.2008
    Vermieterheini1

    Vermieterheini1 Erfahrener Benutzer

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    Einschreiben/Einwurf
    <= Beweist vielleicht, dass ein leerer Briefumschlag zugestellt wurde.

    Die einzig richtige Zustellung bei Problemfällen ist
    die Zustellung per gerichtstauglichen Boten (Mehrzahl!) OHNE Briefumschlag
    oder
    per Gerichtsvollzieher.
     
  7. kummer

    kummer Erfahrener Benutzer

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    Imo reicht die Einzahl, wenn diese per Boten direkt zugestellt wird. Dieser muß das "Problem" aber auch direkt antreffen und das Dokument persönlich zustellen.
    Ansonsten halt die "offene" Variante, per Boten in den Kasten schmeissen lassen. Wer seine Post nicht regelmäßig abholt bzw. nicht aufmacht ist noch lange nicht frei raus.
     
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