Statistisches Bundesamt - Wohnungsbestand in Deutschland

Diskutiere Statistisches Bundesamt - Wohnungsbestand in Deutschland im Mietvertrag über Wohnraum Forum im Bereich Mieter- und Vermieterforum; In einem anderen Thema erwähnte ich nebensächlich, dass ich vor einigen Tagen folgende Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes zur Kenntnis nahm...

  1. #1 Sweeney, 04.08.2017
    Sweeney

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    In einem anderen Thema erwähnte ich nebensächlich, dass ich vor einigen Tagen folgende Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes zur Kenntnis nahm und mit Erstaunen feststellte, wie gering der Anteil kleiner Wohnungen am gesamten Wohnungsbestand in Deutschland ist. Ebenfalls bemerkenswert ist der relative Anteil großer Wohnungen am Gesamtbestand.

    Da ich das andere Thema nicht zumüllen möchte, öffne ich hier einen separaten Thread, um die Ergebnisse zu diskutieren.

    [​IMG]


    Ich kann mir die vorbenannten Ergebnisse bestenfalls ansatzweise erklären. Ich würde mir an dieser Stelle Interpretationsversuche wünschen, sowie auch möglicherweise Angaben zur Methodik des Statistischen Bundesamts. Ich konnte leider bislang keine weiterführenden Informationen des Statischen Bundesamts finden, hoffe jedoch dass vier Augen (oder 100) mehr sehen als zwei.

    Quellen:
    1. https://www.destatis.de/DE/ZahlenFa...menKonsumLebensbedingungen/Wohnen/Wohnen.html
    2. https://www.destatis.de/DE/ZahlenFa...ingungen/Wohnen/Tabellen/Wohnungsbestand.html
     
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  3. Duncan

    Duncan
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    Also mich erstaunen diese Werte auch. Sie deckt sich nicht mit meiner Wahrnehmung. Und auch nicht mit meinem Bestand, wobei der ganz sicher nicht repräsentativ ist. In der Nachfrage dominiert bei mir ganz klar die 3-Raum-Wohnung, das käme noch hin. Viele der 4-5 Raum-Wohnungen die ich bisher gesehen habe waren aber auch im Bestand größerer, oft staatlicher, Wohnungsgesellschaften, bevorzugte Vermietung an Sozialschwache mit vielen Kindern. Waren diese in der Datenerhebung, wegen einfacher Verfügbarkeit überrepräsentiert?
    Ich bin dann also anerkannter Nischenanbieter, mit derzeitiger Vollvermietung und einem Stapel Anfragen...
     
  4. Bovary

    Bovary Erfahrener Benutzer

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    Ich mag solche Statistiken nicht, solche die keine Angaben zur Datenbasis enthalten und so.

    Man muss also mutmaßen. Es ist m.E. keineswegs sicher, dass sich die Statistik zu den Wohnungsgrößen nur auf die klassische Mietwohnung bezieht. Eventuell muss die Statistik zu den Wohnungsgrößen im Zusammenhang mit folgender Statistik gesehen werden:

    Bildschirmfoto 2017-08-04 um 18.09.44.png

    Prinzipiell erfüllt nämlich so ein bonfortionöses Eigenheim auch das Kriterium "Wohnung".

    "Wohnungen" mit mehr als 7 Zimmern kenne ich nur noch aus großbürgerlichen Gründerzeitbauten, wo neben den Wohnräumen für die Familie auch noch der "Küchentrakt" und die Mansarden für das Dienstpersonal vorhanden waren.

    Aktuell und in der jüngeren Vergangenheit werden bei uns wieder vermehrt Wohnungen ab 150qm aufwärts mit allem Pi und Po gebaut. Ein solches Prestigeobjekt sogar von der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft...(für mich eine Schande, aber gut.) Ich kann jedoch nicht erkennen, dass der Markt für "Stilvoll Wohnen" in dem Maße vorhanden ist, wie in diesem Segment Bauaktivitäten vorhanden scheinen.
     
  5. #4 Immofan, 04.08.2017
    Immofan

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  6. Bovary

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    Danke, für diese Erkenntnis.
    Was natürlich die Aussagekraft dieser Statistik ins Unermessliche, um nicht zu sagen Absurde, steigert.
    Ich hätte nicht übel Lust, mal anzufragen, warum, in wessen Auftrag und zu welchem Zweck diese Statistik erhoben wurde?
     
  7. Andres

    Andres
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    Ich sehe darin kein Problem. Im Glossar findet man die Information, dass Wohngebäude zu mehr als der Hälfte zu Wohnzwecken genutzt werden und Nichtwohngebäude überwiegend (aber nicht ausschließlich) zu anderen Zwecken.

    Die Daten sind, wie auch dem Beitrag von Sweeney zu entnehmen ist, auf Basis des Zensus von 2011 ermittelt. Dort ist der gleiche Effekt zu sehen. Hier findet sich eine Übersicht der Merkmale und ihrer Definitionen, um Räume geht es auf Seite 22. Das weicht erheblich von dem ab, wie Wohnungen meist inseriert werden. 1ZKB ist auf jeden Fall schon eine Wohnung mit 2 Räumen. Auch die früheren halben Zimmer (6 bis 10 m²) zählen nach dieser Definition voll.

    Nach etwas Bedenkzeit muss ich sagen, dass mich das Ergebnis auf Basis dieser Definition nicht wirklich überrascht:
    • Wohnungen mit einem Raum nach dieser Definition dürften tatsächlich selten sein. Eine 1ZKB mit Zugang zu einem Dachboden über 6 m² könnte schon in der Kategorie 3 Räume liegen.
    • Die großen Wohnungen dürften erheblich von freistehenden EFH und ZFH geprägt sein. Unter 5 Räumen baut man so etwas kaum.
    • Dann kommt noch dazu, dass die Statistik den Bestand abbilden soll, nicht die Nutzung, Leerstand zählt also mit. Ich würde stark annehmen, dass ein erheblicher Teil des Leerstands im ländlichen Raum eher in den oberen drei Kategorien stattfindet.
     
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  8. #7 Sweeney, 05.08.2017
    Sweeney

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    Danke für die Mühe, @Andres. Genau diese Informationen habe ich gesucht und bislang nicht finden können.

    Definition: Zahl der Räume
    Die Zahl der Räume umfasst alle Wohn, Ess- und Schlafzimmer und andere separate Räume (z. B. bewohnbare Keller- und Bodenräume) von mindestens 6 m² Größe sowie abgeschlossene Küchen, unabhängig von deren Größe. Bad, Toilette, Flur und Wirtschaftsräume werden grundsätzlich nicht mitgezählt. Ein Wohnzimmer mit einer Essecke, Schlafnische oder Kochnische ist als ein Raum zu zählen. Dementsprechend bestehen Wohnungen, in denen es keine bauliche Trennung der einzelnen Wohnbereiche gibt (z. B. so genannte "Loftwohnungen"), aus nur einem Raum.

    Allerdings. Die Klassifizierung einer abgeschlossenen Küche als Raum dürfte dabei für die größte Verschiebung verantwortlich sein. Im Ergebnis dürfte der Großteil der Wohnungen - im Vergleich zur üblichen Bestimmung der Zimmeranzahl - mit einem Raum zu viel in der Statistik gelistet sein. Unter Berücksichtigung dieses Umstands, decken sich die Zahlen auch mit meiner Einschätzung.
    Dafür müsste der Dachboden zumindest das Merkmal "bewohnbar" aufweisen. Wohnungen mit einem Raum wären nach dieser Definition typicherweise 1-Zimmerwohnungen mit Kochnische.
     
  9. Bovary

    Bovary Erfahrener Benutzer

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    @Andres: Danke fürs präzise Aufdröseln.
     
  10. #9 anitari, 05.08.2017
    anitari

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    Traue keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast, kann ich dazu nur sagen.:005sonst:
    Ich vermute die Statistik hat ein "Ossi" erstellt. Denn hier, östlich der Elbe, wurden und werden heute noch überwiegend die Wohnungen X-Raum-Wohnung genannt, obwohl damit lediglich die Anzahl der Zimmer gemeint war. Wenn ich im Inserat z. B. 1ZKB schreibe werde ich oft gefragt was das heißen soll.
     
  11. Duncan

    Duncan
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    wobei 1ZKB auch in den Anzeigen von DDR-Zeitungen zu finden war, auch wenn sich der "freie Wohnungsmarkt" auf Tausch beschränkte.
    Da Zimmer, Stuben usw. in den Normen usw. von Kaiserreich, WR und 3. Reich üblich waren, wurde in der TGL auf Räume abgestellt. War hier oft auch realistischer am wahren Bestand zudem wurde damit die Sprache der Bourgeoisie im Rahmen des Klassenkampfes im Sinnes der Umsetzung der Ziele der Arbeiterklasse und des Sozialismus sowie des Marxismus-Leninismus getilgt...

    Puh, aber so hat man immer gut Seiten voll bekommen...
     
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