stellt Austausch von Leuchtmitteln gegen LED eine Modernisierung nach §22 WEG dar?

Dieses Thema im Forum "WEG - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von Dr.Seltsam, 09.08.2015.

  1. #1 Dr.Seltsam, 09.08.2015
    Dr.Seltsam

    Dr.Seltsam Benutzer

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    Auf der nächsten Eigentümerversammlung wollen wir über den Einsatz von LED-Leuchtmitteln abstimmen. Dies betrifft

    a) E27-'Birnen' in den Treppenhausleuchten
    Hier verwendet der Hausmeister bislang noch normale Glühbirnen, die er gebunkert hat oder aus fragwürdigen Quellen beschafft. Offizieller Nachfolger wäre eine Halogenbirne für ca. 1,80 pro Stück. Eine LED-'Birne' kostet 6 bis 8 Euro, verbraucht aber kaum weniger Strom.
    Wir konnten durch einen testweisen Austausch aller Birnen in einem Hauseingang gegen LED nachvollziehen, dass die Stromkostenersparnis bereits im ersten Jahr die Anschaffungskosten amortisiert. Deshalb favorisiere ich als Beirat den sofortigen Komplettaustausch aller Birnen in allen Häusern.

    b) LED-Röhren statt Leuchtstoffröhren in der Tiefgarage.
    Abgesehen davon, dass eine 22W LED-Röhre weniger als die Hälfte verbraucht als die 58W Leuchtstoffröhren, hat die LED auch den Vorteil, dass sie schaltfester ist. Aufgrund konventioneller Vorschaltgeräte und hoher Taktfrequenz mit kurzen Brenndauern müssen manche Leuchtstoffröhren derzeit wöchentlich ersetzt werden. Eine probeweise verbaute LED-Röhre hält seit einem Jahr. Hier spräche also eigentlich alles für einen sofortigen Komplett-Tausch. Da die Preise noch sinken werden, wäre ich aber dafür, zunächst nur eine handvoll Dauerleuchten zu ersetzen und die geschalteten Röhren immer dann gegen LED auszutauschen, wenn eine Leuchtstoffröhre ausfällt. Im Moment muss man etwa 20,- für eine Röhre rechnen, während eine Leuchtstoffröhre für 3-5 Euro zu kriegen ist.

    c) LED als Ersatz für 80W-HQL-Leuchtmittel in Außenlaternen
    Seit April ist der Verkauf von HQL-(Quecksilberdampf)-Leuchtmitteln verboten. Vergleichbare LED-Leuchtmittel um 25W sind noch recht teuer (um 60 Euro), aber alternativlos.

    Es stellt sich jetzt Frage, wann eine Modernisierung im Sinne des § 22 (2) WEG vorliegt, die eine Mehrheit von 3/4 der stimmberechtigten (also nicht nur der anwesenden!) Eigentümer erfordert -was in der Praxis schwer zu erzielen ist- und wann es es sich um eine modernisierende Instandsetzung nach § 22 (3) in Verbindung mit § 21 Abs. 3 und 4 handelt. Letztere können Wohnungseigentümer durch Stimmenmehrheit beschließen.

    Muss man wirklich warten, bis die alten Leuchtmittel kaputt gehen, bis man sie austauschen kann, ohne eine 3/4-Mehrheit zu haben? Wie seht Ihr das?
     
  2. AdMan

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  3. Duncan

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    vom verhaspler mal abgesehen, da amortisiert sich gar nichts. Der Allgemeinstromverbrauch für die Beleuchtung wird über die Nebenkosten abgerechnet, wird also zumeist von den Mietern getragen, und fertig. Die Erzielbarkeit einer höheren Kaltmiete durch Absenkung der Nebenkosten lässt sich frühestens bei Neuvermietung realisieren, wobei der Allgemeinstromanteil da eher verschwindend gering ist. Daher mein Vorgehen: wenn kaputt wird bei guten Mietern durch LED ersetzt sonst durch Restbestände an Glühlampen (- Diebstahl), irgendwann ist man denn mal rum.
    gleiches Spiel wie oben.
    bei Alternativlos fallen mir immer Dutzende Alternativen ein. Sonstiges Vorgehen wie oben.
    Die rechtliche Frage hat sich in meinen Augen aus technischen und wirtschaftlichen Gründen erledigt.
    Oder welche Gründe bestehen unbedingt die Instandhaltungsrücklage zu plündern bzw. eine Sonderumlage zu provozieren?
    Wenn es dir um Umweltschutz geht findest ganz sicher bessere Baustellen.
     
  4. #3 alibaba, 09.08.2015
    alibaba

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    schon durch austausch des Stromkabel lässt sich der Energieverbrauch senken :160:

    auch ein austausch des Stromversorgers ,trägt Früchte ,wobei ich auf solche gefährlichen BonusVergütungen generell verzichten würde :160:

    und keine LockVorKassenAnGebote :D

    Gruss
    alibaba :D
    PS:
    auch das Nutzungsverhalten von BewegungsMelder ,welcher die drei Punkte auf der Armbinde nicht erkennt , und dadurch das Licht.....:D
    " MohnBrötchenZeitung " die Wahrheit liegt meisst zwischen den Krümmel :D
     
  5. #4 Pharao, 09.08.2015
    Zuletzt bearbeitet: 09.08.2015
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    Hi,

    naja, eine 40 Watt Glühlampe bekommt man aber immer noch ab 0,20€ + ggf. Portokosten (und ja, 40 Watt reichen bei mir im Treppenhaus völlig aus - weil es hier ja schon Diskussionen gab, das dies zu dunkel wäre). Bei dem unschlagbaren Anschaffungspreis, darf die Glühlampe m.E. dann auch gerne etwas mehr Strom verbrauchen. Das einzige was ich bei den LED Lampen jetzt nicht sagen kann, wie die auf ständiges an/aus reagieren, denn die meisten Leuchtmittel mögen das ja mal so garnicht. Aber gerade das lässt sich im Treppenhaus wohl nur schwer vermeiden und wenn das Leuchtmittel dann nicht lang genug "lebt", dann ist auch fraglich in wie weit sich ein teurerer Anschaffungspreis wirklich sich lohnt. Die tatsächliche Ersparnis tritt ja erst ein, nach dem alle Unkosten (zB.:Anschaffungspreis) sich auch "eingespielt" haben.

    Ich sehe das so, solang es mein uralt Kühlschrank noch tut, sehe ich es nicht ein mir einen neuen zu kaufen, nur weil auf dem neuen dann A++ drauf steht.

    Wenn ihr also umbedingt wechseln wollt und wir hier ja sicherlich auch nicht von nur 1-2 Lampen reden, dann würde ich das also eher nach und nach auswechseln. Ich mein, 10 LED Birnen sind nicht viel, kosten aber gleich mal 80€. Nur noch mal zum Vergleich, 10 Glühbirnen gäbe es schon ab 2€ + ggf. Portokosten.
     
  6. #5 Martens, 10.08.2015
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    die technische Seite wurde ja schon beleuchtet :D

    Wenn man die konventionellen Leuchtmittel ersetzt, ohne daß sie zwingend defekt sind, handelt es sich um eine Modernisierung.
    Wenn man die konventionellen Leuchtmittel gegen z.B. LED ersetzt, wenn sie defekt sind, handelt es sich um eine modernisierende Instandsetzung.

    Glückwunsch den Eigentümern, die sich in der Versammlung mit keinem größeren Problem auseinandersetzen müssen, als dem eventuellen Austausch von Glühfadenlampen gegen LED.

    Christian Martens
     
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  7. Lulu

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    Reines Birnen Wechseln würde ich nicht umbedingt als Modernisierung sehen, ich habe bei uns die Birnen einfach bei der Steuer als Ausgaben abgetan...
     
  8. #7 Martens, 11.08.2015
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    äh, es geht nicht um Deine individuelle Sichtweise, es geht um die juristische Einordnung eines Vorganges in einer WEG und die dafür notwendigen Mehrheiten, bitte die Titelzeile des threads lesen.

    Wenn ich die technische Installation X durch eine höherwertige weil energiesparende Installation Y ersetze, dann ist das genau das, was das Gesetz mit Modernisierung meint.
    Findet der Austausch statt, wenn X ohnehin defekt ist, handelt es sich um eine modernisierende Instandsetzung.

    Christian Martens
     
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  9. #8 DerFremdeLED, 23.08.2015
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    IKEA kostet eine LED E27 Birne 2,98€

    Wir haben unseren Stromverbrauch halbiert!
     
  10. Andres

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    Ja, aber 400 lm ist eher nicht das richtige Kaliber für die Treppenhausbeleuchtung.
     
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