Sterbefall

Dieses Thema im Forum "Betriebs- und Heizkostenvorauszahlung" wurde erstellt von Vermieter_Noob, 09.05.2013.

  1. #1 Vermieter_Noob, 09.05.2013
    Vermieter_Noob

    Vermieter_Noob Benutzer

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    Hallo ihr Lieben,
    nach langer Zeit wieder eine Frage:

    Wie sieht es mit den Betriebskosten und der Miete bei einem Sterbefall aus?

    Zum Einen die Betriebskosten:
    Ich habe eine Angehörige, die sofort die Nebenkostenabrechnung von ihrem verstorbenen Elternteil sehen möchte. Bei allem Respekt des Vorfalls der Frau gegenüber, aber ich habe im Moment keine Zeit. Wenn ich mich recht entsinne, dann habe ich auch ein Jahr Zeit, d.h. als Vermieter habe ich auch das Recht, dass ich bis Ende des Jahres Zeit habe?

    Weiterhin, wie sieht das mit der Miete und der Kündigungsfrist aus? Zum Einen dachte ich, dass es selbstverständlich wäre, dass die 3 monatige Kündigungsfrist erlischt, denn wer solle die 3 Monate noch zahlen, wenn die Person stirbt. ;)
    Aber das würde z.B. die Rentenkasse übernehmen, d.h. die drei Monate Kündigungsfrist zu erlassen wäre ein echtes entgegenkommen.

    Und schließlich die Miete selbst: Natürlich wohnt die Person nicht mehr in der Wohnung, aber bis die Angehörigen die Wohnung ausgeräumt haben, kann ich sie auch nicht weitervermieten. Also bei allem Respekt, aber warum sollte ich dann die Miete des aktuellen Monats zurückzahlen?

    Ein Sterbefall ist ein trauriges Ereignis, aber das kann doch kein Argument dafür sein, dass Verpflichtungen erlischen oder der Vermieter zum Wohltäter werden muss.

    Cheers,
    -- Vermieter_Noob
     
  2. AdMan

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  3. GJH27

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    Hallo!

    In diesem Fall geht der Mietvertrag auf den / die Erben über, einschließlich der Pflicht zur Mietzahlung. Ausnahme: der Erbe schlägt das Erbe aus.

    Aber bei Tod des Mieters hat auch der Vermieter ein Sonderkündigungsrecht gegenüber dem / den Erben! Link dazu: § 580 BGB Außerordentliche Kündigung bei Tod des Mieters

    Und die Abrechnung wird natürlich erst zum Ende des Abrechnungszeitraums erstellt, bis dahin kannst Du auch, wenn eine Nachzahlung zu erwarten ist, einen Teil der Kaution einbehalten. Wobei eine vorschnelle Kautionsrückzahlung ja sowieso (eventuelle versteckte Mängel) nicht ratsam ist.
     
  4. #3 Vermieter_Noob, 09.05.2013
    Vermieter_Noob

    Vermieter_Noob Benutzer

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    Danke für die schnelle Antwort! :)

    Also das heißt ganz konkret: Wenn ich im April von dem Sterbefall erfahre, dann habe ich einen Monat Zeit das Mietverhältnis aufzulösen. D.h. ich gebe den Angehörigen salopp formuliert einen Monat Zeit zum Ausräumen der Wohnung, löse das Mietverhältnis im Mai auf und ab dem 1.6. müssen sie keine Miete mehr zahlen.
    Unabhängig davon ob sie das Erbe antreten oder nicht.

    Und der Abrechnungszeitraum für das Jahr 2012 ist salopp formuliert das Jahr 2013?

    Cheers,
    -- Vermieter_Noob
     
  5. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

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    Hallo VM_Noob


    Du hast sogar 12 Monate nach Ende des Abr.Zeitraums Zeit.
    Bei einem Abr.Zeitraum vom 01.01. bis 31.12. hättest du somit Zeit bis zum 31.12.2014.


    Der MV erlischt nicht automatisch und muss gekündigt werden.
    Hierfür gibt es eine Art "Sonderkündigungsrecht",
    welches i.d.R nur einen evtl. Kündigungsverzicht bzw. Zeit-MV betrifft.

    Die Kündigungsfrist wird davon nicht berührt,
    und beträgt auf M-Seite 3 Monate.


    Die Miete inkl. BK-Vorauszahlung ist bis zum Ablauf der Kündigungsfrist zu Zahlen.


    VG Syker
     
  6. #5 GJH27, 09.05.2013
    Zuletzt bearbeitet: 09.05.2013
    GJH27

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    Gerne! Ist ne blöde Situation, bei der man auch bös auf die Nase fallen kann...

    Nein. Du hast einen Monat Zeit, das Mietverhältnis mit der gesetzlichen Frist, also zum Ablauf des übernächsten Monats* zu kündigen. Wenn Du also zB am 18.04. von dem Todesfall erfährst und umgehend kündigst, dann zum 30.06., wenn Du erst am 17.05. kündigst, dann wohl erst zum 31.07., so versteh ich den Gesetzestext.

    Erbausschlagung ist für den Vermieter ne blöde Sache, denn der Ausschlagende war dann (auch rückwirkend) nie Erbe! Also dem Vermieter zu nichts verpflichtet.

    Tip: wer anfängt, die Wohnung auszuräumen, hat durch "konkludentes Handeln" das Erbe genau dadurch angenommen und kann somit nicht mehr ausschlagen...

    Salopp formuliert: ja!



    Nachtrag: * am besten mit nem Anwalt reden, wie das in diesem Fall mit den verlängerten Kündigungsfristen für den Vermieter je nach Mietdauer ist.
     
  7. kathi

    kathi Gesperrt

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    Die gesetzliche Frist wäre aber doch "bis zum dritten Werktag zum Ablauf des übernächsten Monats"
     
  8. GJH27

    GJH27 Erfahrener Benutzer

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    Ja, schon - diese Interpretation war eben mein Versuch dem Text von § 580 BGB Sinn zu verleihen:

    "Stirbt der Mieter, so ist sowohl der Erbe als auch der Vermieter berechtigt, das Mietverhältnis innerhalb eines Monats, nachdem sie vom Tod des Mieters Kenntnis erlangt haben, außerordentlich mit der gesetzlichen Frist zu kündigen." (Quelle: mein obiger Link)

    Ansonsten hätte der Erbe ja überhaupt keinen Vorteil gegenüber der normalen Kündigung, der einzige Unterschied wäre, dass ausnahmsweise auch mal der Vermieter kündigen kann...

    Ratlose Grüße

    -G-
     
  9. kathi

    kathi Gesperrt

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    Naja aber gesetzliche Frist sind nunmal 3 Monate. Vorteile gäbe es für die Erben, wenn es ein Mietvertrag mit Kündigungsausschluss wäre.
     
  10. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    "D.h. ich gebe den Angehörigen salopp formuliert einen Monat Zeit zum Ausräumen der Wohnung, löse das Mietverhältnis im Mai auf und ab dem 1.6. müssen sie keine Miete mehr zahlen."
    - Das ist - nicht nur salopp formuliert - falsch.

    "Und der Abrechnungszeitraum für das Jahr 2012 ist salopp formuliert das Jahr 2013?"
    - Nein.
    - Recht und Gesetz kennen bei uns keine saloppen Regelungen.

    - Unsaloppe Grüsse!
     
Thema: Sterbefall
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