Steuer: Hausgeld vs. Nebenkosten

Diskutiere Steuer: Hausgeld vs. Nebenkosten im Steuer - Vermietung und Verpachtung Forum im Bereich Finanzen; Hallo, ich habe eine vermietete Eigentumswohnung, welche ich verwalten lasse. Ich habe in der Vergangenheit meine Steuererklärung immer...

  1. #1 Citrus91, 10.07.2019
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    Hallo,
    ich habe eine vermietete Eigentumswohnung, welche ich verwalten lasse. Ich habe in der Vergangenheit meine Steuererklärung immer mit(=durch) einen "Steuerfreund" gemacht. Seit zwei Jahren mache ich sie nun allein. Dazu habe ich mir im Vorfeld vom Finanzamt die von mir eingereichten Unterlagen zu schicken lassen und mir die Zahlen angeschaut und nachvollzogen. Soweit so, so gut.

    Nun meckert aber das Finanzamt in den letzten zwei Jahren bei meiner selbst erstellten Steuererklärung immer rum und streicht mir etwas. Ich überlege jetzt in Widerspruch zugehen, aber ich vermute gleichzeitig, dass das Finanzamt vielleicht sogar recht hat. Vielleicht könnt ihr mir helfen.

    Mein "Steuerfreund" hat folgendes gemacht:
    Bei den Einnahmen in der Anlage V hat er die reinen (Kalt-)Mieteinnahmen aufgezählt: ca: 5000€
    zusätzlich hat er im gleichen Kapitel die umlagefähigen Kosten angegeben: ca. 2000€ (=vom Mieter gezahlte Nebenkosten). Dies macht für die Schlussrechnung auf der Einnahmenseite ca. 7000€.

    Interessant wird es auf der Ausgabenseite. Neben den üblichen Werbungskosten (Abschreibung, Zinsen, Fahrkosten, Anwalt, Verwalter,..) hat er das "Hausgeld" mit ca. 3000€ und die bereits oben erwähnten Nebenkosten als Betriebskosten mit ca. 2000€ aufgeführt. Nur die zwei Posten machen auf der Ausgabenseite ca. 5000€.

    Damals ging das so immer durch. Heutzutage bemängelt das Finanzamt immer dass die Nebenkosten im Hausgeld bereits enthalten sind und deswegen nicht abgezogen werden können. Damit ergibt sich dann auf der Ausgabenseite nur noch ca. 3000€, das "Steuerergebnis" sieht also "schlechter" aus.

    Was ist nun richtig?
     
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  3. #2 immobiliensammler, 10.07.2019
    immobiliensammler

    immobiliensammler Erfahrener Benutzer

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    Dann hast Du (dank Mithilfe Deines Freundes) in der Vergangenheit Steuerhinterziehung begangen. Da dies noch nicht verjährt ist empfehle ich dringend einen Fachanwalt für Steuerrecht bzw. Strafrecht hinzuziehen, was hier zu tun ist.

    Generell ist es so: Im gezahlten Hausgeld sind ja die umlagefähigen Nebenkosten enthalten, insofern wurde dies doppelt angesetzt. Ebenfalls ist im Hausgeld regelmäßig die Zuführung zur Instandhaltungsrücklage enthalten, dieser Posten stellt aber keine Werbungskosten dar, ist also abzuziehen.

    Oft vergessen wird dann noch, zusätzlich die Grundsteuer als Werbungskosten anzugeben, die wird dann auch gerne nicht auf den Mieter umgelegt!
     
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    Dem kann ich mich nur anschließen. Der objektive Tatbestand der Steuerhinterziehung ist klar erfüllt und wenn man mangelnden Vorsatz als Verteidigungsstrategie bemühen möchte, dann wird das ein heißer Ritt. Dass der "Steuer-Freund" ein inkompetenter Depp ist, begründet jedenfalls keinen Tatbestandsirrtum. Und selbst wenn eine derartige Verteidigung irgendwie gelingen sollte: Dann bleibt halt trotzdem noch die leichtfertige Steuerverkürzung.

    Vielleicht möchte man sich am Ende des Jahres einmal mit einem schönen Glas Rotwein (oder anderem Getränk nach persönlichem Geschmack) hinsetzen und in Ruhe durchrechnen, was der professionelle Rat in dieser Angelegenheit am Ende gekostet hat. Das kann man dann der Ersparnis durch den "Steuer-Freund" gegenüberstellen. Die guten Vorsätze für das neue Jahr sind dann auch schnell gefasst: Weniger Geiz, vor allem an der falschen Stelle. Es hat schon Gründe, warum nicht nur hier im Forum regelmäßig geraten wird, wenigstens im ersten Jahr die Steuererklärung vom Steuerberater machen zu lassen.
     
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