Steuer Werbungskosten Material als Direktabzug oder Teilabzug?

Diskutiere Steuer Werbungskosten Material als Direktabzug oder Teilabzug? im Steuer - Vermietung und Verpachtung Forum im Bereich Finanzen; Hallo zusammen, ein Vormieter einer ETW war starker Raucher, somit sollen die Steckdosen und Schalter evtl. nächstes / übernächstes Jahr...

NRW-ler

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Hallo zusammen,

ein Vormieter einer ETW war starker Raucher, somit sollen die Steckdosen und Schalter evtl. nächstes / übernächstes Jahr ausgetauscht werden. Beim letzten Besuch im Baumarkt, habe ich eine große Anzahl Schalter / Steckdosen etc. als "Restepaket" zum Schnäppchenpreis erstanden. Allerdings könnte man mit der Menge noch weitere Wohnungen ausstatten. Ich würde aber die übrig gebliebenen Schalter / Steckdosen als Reserve weglegen. Der Gesamtpreis lag unter 700 Euro.
Kann der gesamte Betrag als Werbungskosten abgesetzt werden? oder erst in dem Jahr wenn das Material eingebaut wird? kann nur ein Teil abgesetzt werden, da nicht alle verbaut werden? könnte das Finanzamt die abgesetzte Menge des Materials in Frage stellen und als zu hoch / viel einschätzen, da ca. 200 Steckdosen und 200 Schalter gekauft wurden?

Grüße
NRW-ler
 
immodream

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Hallo NRW-ler,
ich kaufe oft Material auf Vorrat ein.
Glaubst du, beim Finanzamt hat Jemand Zeit und die Sachkunde zu überprüfen, wieviel Steckdosen zu einer Wohnung gehören.
Wenn ich an die Ausrüstung aus den fünfziger Jahren denke , war in jedem Raum eine Steckdose. Und nach der Sanierung der Elektroinstallation sind es bestimmt mindestens 10-15 Steckdosen/ Raum.
Oder glaubst du , wenn du für eine 50 m² große Wohnung 100 m² Fliesen kaufst, weil du irgendwann deine zweite ETW auch neu Fliesen willst, wird das Jemand nachrechnen.
Wenn du natürlich nur eine 50 m² ETW Wohnung besitzt und 1000 m² Fliesen kaufst, könnte vielleicht Einer nachfragen und vermuten, dass du dein nur selbstgenutztes Einfamilienhaus damit fliesen willst.
Selbst dann würde ich behaupten, das ich noch 10 ETW kaufen möchte und die 1000 m² im Sonderangebot auf Vorrat gekauft habe.
Grüße
Immodream

PS: ich habe in einem Jahr kistenweise Schalter und Steckdosen gekauft, weil es diese Serie nicht mehr gibt und ich diese Serie in mindestens 15 Wohnungen eingebaut habe und bei defekten Steckdosenabdeckungen oder verqualmten Abdeckungen seit Jahren aus diesem Bestand austauschen kann.
 

NRW-ler

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Hallo Immodream,

alles was mit Vermietung und Steuern zu tun hat, ist für mich neues Territorium. Ich möchte mir ein gewisses Grundwissen aneignen, damit ich beim evtl. nächsten Steuerberater Besuch nicht ganz untergehe.
Ich stehe noch ziemlich am Anfang.

Also ist es im Prinzip egal,wieviel Material ich auf Vorrat kaufe und wann ich es einbaue. Selbst wenn es nur der Vorratsbeschaffung dient? Ich bin nicht verpflichtet, ggf. einen Nachweis darüber zu bringen, wann das Material eingebaut wurde. Es zählt das Kaufdatum.




Glaubst du, beim Finanzamt hat Jemand Zeit und die Sachkunde zu überprüfen, wieviel Steckdosen zu einer Wohnung gehören.
Ich weiss nicht auf welche Ideen da jemand kommt. Bürokratie in allen Ehren, kann aber oft sehr verrückt und realitätsfern sein. Hätte mir vorstellen können, dass dort ein eifriger Finanzbeamter sitzt, der vielleicht Erbsen (Schalter/ Steckdosen) zählt.

Grüße
NRW-ler
 
dots

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Glaubst du, beim Finanzamt hat Jemand Zeit und die Sachkunde zu überprüfen, wieviel Steckdosen zu einer Wohnung gehören.
Auch wenn ich nicht gefragt war: Doch, glaube ich. Also ersteres: Zeit. Sachkunde nicht.
Ich habe es am eigenen Leibe erfahren müssen.
Im Zweiparteienhaus sollte das OG vermietet und das EG selbst bewohnt werden. Auf dem (zum OG gehörigen!!!) Balkon wurde der Boden mit (auf der Rechnung so bezeichneten) "Terassendielen" ausgelegt.

Ich durfte mir am Telefon von dem Finanzamtsmitarbeiter anhören, dass "die Terassendielen ja wohl nicht auf dem Balkon, sondern auf der Terrasse verbaut wurden, und man jederzeit vorbeikommen und das nachprüfen könne".

Am Ende ist's dann doch durchgegangen - ohne Nachprüfung.
 
dots

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Also ist es im Prinzip egal,wieviel Material ich auf Vorrat kaufe und wann ich es einbaue. Selbst wenn es nur der Voratsbeschaffung dient? Ich bin nicht verpflichtet ggf. einen Nachweis darüber zu bringen, wann das Material eingebaut wurde. Es zählt das Kaufdatum.
Ich DENKE, dass es reicht, wenn die ganze Geschichte in sich stimmig/plausibel/realistisch ist.

Wenn du dir wegen einer vermieteten Wohnung 2 Paletten Steckdosen auf Lager legst, sieht selbst ein Blinder, dass da (vermutlich) was nicht stimmt.

Wenn du (so wie immodream) viele (ja, relativ) Wohnungen vermietest, und mehrere Kartons Schalter auf Vorrat anschaffst, wirkt das dann doch schon halbwegs plausibel.
 

Ferdl

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Ich durfte mir am Telefon von dem Finanzamtsmitarbeiter anhören
In der Realität ist es wohl so, dass jeder FA-mitarbeiter sein eigenes Steckenpferd pflegt.
Solch ähnlichen Fall habe ich auch erlebt, als der gute dann doch mal in Rente ging, hat er seinen Schreibtisch aufgeräumt und mir für 16 Jahre neue Steuerbescheinigungen, nun ohne Vorläufigkeitsvermerk als endgültige Bescheide zugeschickt. (fehlende Gewinnerzielungsabsicht im Gewerbebetrieb)

Ich vermute, dass selbst wenn da jemand ernsthaft einen Blick drauf werfen würde, kaum jemand vermutet dass du die 1,75€ Steckdosen für privat verwenden möchtest.
Bei vergoldeten Echtholzblenden könnte das anders aussehen.
 
immodream

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Hallo,
mein Sohn hat in seinem Bekanntenkreis zahlreiche Mitarbeiter des Finanzamtes.
Und die sagen ihm immer wieder, das was in der Steuererklärung angegeben wird, muß einfach plausibel sein und dann fragt auch keiner nach.
Ich habe in den letzten 42 Jahren zig Sachbearbeiter gehabt.
Irgendwann kam Keiner auf die Idee, das ich womöglich Material, das ich für die Mehrfamilienhäuser gekauft habe, in meinem Einfamilienhaus verbaut habe.
Ich habe ihn dann eingeladen sich mein Einfamilienhaus und die Mietwohnungen anzuschauen .
Er würde dann feststellen, das in meinem Einfamilienhaus die in den achtziger Jahren übliche braun /beige Farbgebung zu sehen wäre und in den Mietwohnungen schon 20 x 25 cm weiße Wandfliesen. Und er doch wohl nicht glaube das ich in den 2000 Jahren braun /beige Fliesen getarnt als Einkauf für die Mehrfamilienhäuser gekauft hätte.
Habe ihn dann irgendwie überzeugt.
Und das ich mit meiner umfangreichen Profiwerkzeugausrüstung auch in meinem Einfamilienhaus arbeite, wollte dann Keiner mehr mit mir diskutieren .
Selbst mein neu gekauften Anhänger, mit dem ich Baumaterial und Bauschutt befördere , wurde anerkannt.
Wer natürlich eine 40 m² ETW hat für die er 250 € Bruttomiete bekommt und dem Finanzamt versucht zu erklären, das er sich dafür einen Geländewagen und einen 3,5 T Kippanhänger vom Feinsten gekauft habe, den würde ich als Finanzbeamter auch auslachen .
Grüße
Immodream

PS: Immer daran denken. Finanzbeamte /innen usw. sind auch nur Menschen , die man als Steuerzahler manchmal überzeugen muß . Und da hat so jeder Steuerzahler andere schauspielerische Qualitäten .
 
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