Steuerlast vs. Mieteinnahmen

Dieses Thema im Forum "MV - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von MietDau, 16.08.2009.

  1. #1 MietDau, 16.08.2009
    MietDau

    MietDau Neuer Benutzer

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    Hallo!

    Unsere Familie wohnt in einer 120m² großen Doppelhaushälfte. Mehrere Zimmer sind unbenutzt und diese würden wir gerne vermieten. Einen Bekannter aus dem
    Freundeskreis haben wir sogar schon, allerdings sind uns einerseits die Möglichkeiten der Vermietung nicht ganz klar, und andererseits könnten evtl.
    die zusätzlichen Steuern die Mieteinnahmen aufressen.


    Ein paar Fakten vorweg:
    Jeweils ein Zimmer in der 1. Etage sowie in der 2. Etage unter dem Dach
    sind frei, ein drittes Zimmer das momentan zwar als kleines Wohnzimmer eingerichtet ist, wird nur als Durchgang zu einem Schlafzimmer benutzt.

    Eigentümer des Hauses ist mein Großvater, er bezieht einmal eine gesetzliche Rente in Höhe von ca. 1300€ netto und noch einmal eine Betriebsrente von ca. 40€ netto. Weitere Einkünfte sind mir bisher nicht bekannt. Seitdem er in Rente ist, hat er vom Finanzamt keine Post bezüglich Steuererklärung mehr bekommen.

    Das Haus ist Baujahr 1933, hat vor ca. 10 Jahren neue Wärmeschutzglasfenster
    und vor ca. 2 Jahren eine neue Brennwertheizanlage inkusive Modernisierung der Abgaseinrichtung bekommen.


    Nun zu meinen zwei Fragen:

    1. Kann man nicht zusammenhängende Räume (die aber natürlich abschließbar sind) als einen Wohnraum vermieten? Und wie sähe es z.B. mit dem Raum aus, der bisher nur als Durchgang zu einem anderen Raum dient, aus? Kann man ihn
    zur Nutzung zu betimmten Zeiten auch irgendwie im Mietvertrag und somit auch
    in den Quadratmetern veranschlagen? Oder wird dies über eine zusätzliche Pauschale in die Nebenkosten eingerechnet?

    2. Da bisher (scheinbar) keine Steuererklärung abgegeben werden musste, würde mich interessieren ob es eine brauchbare Software oder einen Onlinerechner gibt, in dem man die Steuerbelastung ausrechnen kann, um zu sehen ob sich das Vermieten überhaupt lohnt oder ob dadurch mehr Kosten entstehen. Für mich klingt dies erstmal so, als bräuchte man als Vermieter, auch für solch kleine
    Mietverhältnisse von ca. 25m² einen Steuerberater der
    wiederum Geld kostet. Oder irre ich da? Kann man erstmal
    bevor man überhaupt etwas bezahlt, ein Informationsgespräch führen, in dem man beraten wird ob
    sich der AUfwand überhaupt lohnt?

    Wir würden uns sehr über Hilfe freuen!

    Herzliche Grüße, euer MietDau :)
     
  2. AdMan

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  3. #2 Thomas76, 16.08.2009
    Thomas76

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    Also soweit ich weiß, kann man eigentlich alles als Wohnraum vermieten, wenn man einen Mieter dafür findet (natürlich solange die Substanz nicht baufällig, schimmelig, etc. ist).Solange sich Vermieter und Mieter über die Sache einig sind, ist das auch kein Problem, und man kann alles mögliche schriftlich vereinbaren.Nur wie es mit dem rechtlichen Bestand des ganzen aussehen würde, wenn es doch mal knallt weiß ich nicht.

    Wie oben schon geschrieben, solange sich Mieter&Vermieter über das ganze einig sind, geht alles.Nur mit der rechtlichen Gültigkeit ist das so eine Sache.

    Soll denn sowohl der Durchgangsraum als auch der Raum dahinter vermietet werden ? Wenn das so wäre, sollte das kein Problem sein, sind dann halt zwei Räume, die normal vermietet werden.Quadratmeter mußt du übrigens ohnehin nicht mit im Mietvertrag angeben, außer später bei einem Teil der Nebenkostenabrechnung.

    Wenn du allerdings nur das Durchgangszimmer vermieten möchtest (also mit den anderen einzelnen Räumen zusammen), wird es evtl. schwierig, dafür einen Interessenten zu finden.Allerdings hast du ja geschrieben, das ihr bereits einen Bekannten, der Interesse hat, habt.Sprech doch einfach mal mit dem durch, wie du dir das ganze vorstellst und was du dafür haben willst, und dann wird man ja sehen, was der dazu sagt.Wenn ihr euch einig werdet, gießt das ganze in Schriftform und hofft, das die "gute Stimmung" beim mieten/vermieten bleibt.Nur, wie gesagt, wenn's wirklich mal auf eine rechtliche Auseinandersetzung hinausläufen sollte, kann ich nicht genau sagen, was von dem vereinbarten Bestand hat und was nicht.
     
  4. #3 lostcontrol, 16.08.2009
    lostcontrol

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    für mich hört sich das eigentlich ziemlich nach WG an, und so würde ich es auch handhaben, d.h. einfach einen untermietvertrag mit dem bekannten machen (ist kündigungstechnisch auch einfacher, falls es mal knallen sollte). ich würde dann auch zu 'ner warmmiete (d.h. betriebskostenpauschale) tendieren.

    für den großvater macht's ja keinen unterschied - er bekommt weiterhin dieselbe miete für die doppelhaushälfte wie gehabt.

    und ihr müsst das ja nicht versteuern, ihr habt ja keine einnahmen sondern reicht das ja weiter...
     
  5. #4 MietDau, 16.08.2009
    MietDau

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    Eben nicht. Ich wohne sozusagen Mietfrei im Haus, daher es werden nur die
    entsprechenden Sachen wie Grundsteuer, Versicherungen und so vom Großvater bezahlt. Auf die Idee eines Untermietvertrags bin ich auch schon gekommen,
    aber da war ich mir noch unsicherer. :/
     
  6. #5 lostcontrol, 17.08.2009
    lostcontrol

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    also, versteh ich das richtig:

    du zahlst keine kaltmiete,
    die betriebskosten zahlst du auch nicht sondern opi,
    opi kommt von seinen 1340,- euro monatlich für sämtliche instandhaltungskosten, reparaturen und modernisierungen auf,
    und du willst jetzt an einen bekannten untervermieten und diese einnahmen behalten.

    irgendwie find ich das ganz schön schofel.
    opi kommt da ganz schön schlecht weg find ich. zumal er instandhaltung & co. dann noch nicht mal absetzen kann.
    du könntest ja wenigstens die mieteinnahmen dem opi zukommen lassen!

    warum willst du in dieser situation überhaupt untervermieten?
    wohl nicht, weil dir die miete zu hoch ist...
     
  7. RMHV

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    Inhalt jedes Mietvertrags ist die Überlassung einer Sache zur Nutzung durch den Mieter gegen Zahlung der vereinbarten Miete. Im Grundsatz sind die "Möglichkeiten der Vermietung" - was ach immer damit nun tatsächlich gemeint sein könnte - unbeschränkt. Man kann restlos alles vermieten.


    Wie bitte sollte das wohl funktionieren?

    Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung hat nicht der Eigentümer der Sache zu versteuer, sondern ausschließlich der Vermieter. Das wird zwar viele mal wieder überfordern, ist aber trotzdem wichtig. Es wäre also zunächst zu klären, wer irgendetwas vermieten will.

    Mein Auto ist rot... Was fangen wir nun mit den beiden Aussagen an? Nichts... beide sind völlig überflüssig.

    Es gibt einen einfachen Grundsatz, der auch keineswegs auf irgendwelche Mietverhältnisse beschränkt ist: Vertragsfreiheit.

    Eines vorweg: es ist kein Irrtum, dass Steuerberater überlicherweise eine Vergütung für ihre Tätigkeit verlangen. Ein Informationsgespräch wird sicher kostenlos zu führen sein. Der Inhalt dieses Gesprächs wird sich allerdings auf den Umfang der Tätigkeit des Steuerberaters beschränken. Das Ergebnis der Arbeit wird es nur gegen Bezahlung geben.

    Für die Vermietung eines einzelnen Zimmers braucht man auch nicht unbedingt einen Steuerberater. Hirn einschalten und zum denken benutzen wird in aller Regel ausreichen. Nimmt man dann auch noch das entsprechende Formular zur Hand - unter www.elster.de online auszufüllen - ergibt sich bei dem hier in Rede stehenden Umfang alles mehr oder weniger von selbst. Für die unklaren Fachbegriffe gibt es Erläuterungen.
     
  8. #7 Thomas76, 17.08.2009
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    Ganz einfach : Wenn der Großvater der Vermieter ist, bis jetzt keine Steuern auf seine Rente zahlt, aber nun durch die Mieteinnahmen insgesamt so hohe Einkünfte hat, das er Steuerpflichtig würde.Und wenn unter der ganzen Rechnung dann 5 EUR o.ä. Gewinn übrig blieben, würde ich mir das mit dem Vermieten auch noch mal überlegen.

    Keine Ahnung, was da tatsächlich rechnerisch bei heraus kommt, aber so ist der durchaus nachvollziehbare Gedankengang, den der Threadersteller meinte.

    Nachdem nun ja gerade am Beispiel des Mietrechtes der Gesetzgeber ständig in diese sogenannte Vertragsfreiheit eingreift, halte ich es für durchaus legitim nachzufragen, ob bei einer besonderen Sachlage auch besondere Rechtslagen zu berücksichtigen sind.Schon bei der Vermietung von "regulären" Wohnungen gibt es ja gefühlt ca. 100.000 gesetzliche Bestimmungen zu beachten, mit dem Schlagwort "Vertragsfreiheit" ist es also lange nicht getan.Das erweckt nämlich beim Laien evtl. den Eindruck, man könnte in einen Mietvertrag schreiben, was man wolle und wenn's dann beide Parteien unterschreiben ist das Rechtsgültig.Ich brauche wohl hier im Forum niemanden drauf hinzuweisen, wie weit man in der Praxis davon entfernt ist.
     
  9. #8 lostcontrol, 17.08.2009
    lostcontrol

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    also wenn ich's recht verstanden habe, will mietdau diese miete ja selbst einstreichen und nicht dem grossvater überweisen (was ich wie gesagt schäbig finden würde, falls das wirklich so ist).
    und dass der großvater bisher keine steuern auf seine rente bezahlt hat glaube ich nicht, denn mietdau schrieb ja deutlich 1300€ NETTO.

    mietdau kann in dieser konstellation ohnehin nur untervermieten, da ja der grossvater der eigentümer/vermieter ist (wenn er auch bisher keine miete von mietdau verlangt hat, nicht mal die betriebskosten).
    d.h. die einnahmen aus VV müsste mietdau versteuern und nicht der grossvater.
    aber so hoch wird der betrag wirklich nicht sein, und dafür braucht man keinen steuerberater, da es ja ohnhin nichts gibt, was man davon absetzen könnte (vielleicht mal abgesehen von den werbungskosten), da der grossvater ja diese ganzen lasten übernommen hat. die einkünfte aus untervermietung wären also reingewinn, der zu versteuern ist (je nach höhe halt).
     
  10. RMHV

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    Das ist kein nachvollziehbarer Gedankengang, das ist bestenfalls die verbreitet Panik bei völliger Ahnungslosigkeit.
    Ohne jetzt auf die allerletzten Details einzugehen zeigt schon eine oberflächliche Betrachtung des Steuertarifs, dass es keinen Grund zu dieser Panik gibt.
    Unterstellt, das bisherige Einkommen erreicht genau den Grundfreibetrag von 7834 € fallen für den nächsten Euro genau 14 ct. Einkommensteuer an. Das bisherige Einkommen bleibt also steuerfrei und der zusätzlich verdiente Euro wird mit 14% besteuert.
    Für ein Gesamteinkommen von 13140 € fällt eine tarifliche Einkommensteuer an von 1007 €. Zieht man vom Gesamteinkommen den Grundfreibetrag ab, bleibt ein Einkommen von 5306 € und jeder zusätzliche Euro wird mit 19% Einkommensteuer belastet.
    Das bisherige Einkommen bleibt auch hier wieder steuerfrei. Das ganze könnte man beliebig weiterführen.
    Die letzte Stufe beginnt bei einem zu versteuernden Einkommen von 250401 € und einem Steuerbetrag von 97104 €. Das sind auf das Gesamteinkommen 38,8% bzw. zieht man den Grundfreibetrag wieder ab von 40% auf das "zusätzliche Einkommen.
    Nun mag sich die Steuerbelastung bei weiter steigendem Einkommen dem Wert von 45% immer weiter annähern. Erreicht wird dieser Wert niemals.






    Man kann tatsächlich in einen Mietvertrag schreiben was man wollte und das ist, von wenigen im Gesetz geregelten Ausnahmen abgesehen, dann auch gültig. Die Praxis ist nur deswegen weit davon entfernt, weil niemand selbst schreibt - ich sollte besser sagen aushandelt - sondern vorgedruckte Formulare verwendet, die dann dem AGB-Recht unterliegen.
    Selbstverständlich ist es mit einem Schlagwort nicht getan. Wäre es das, bräuchte man vielleicht keine Anwälte und auch keine Gerichte. Es fängt aber mit dem übergeordneten Prinzip an.
     
  11. #10 lostcontrol, 17.08.2009
    lostcontrol

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    RMHV - das einkommen des grossvaters ist doch schon netto:

    aber das tut im endeffekt ohnehin nichts zur sache, wenn die miete nicht an den grossvater geht sondern an die enkel, die ja ohnhin nur untervermieten können.
     
  12. #11 Thomas76, 17.08.2009
    Thomas76

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    Das ist aber, gerade im deutschen Steuerrecht, welches ja das umfangreichste der Welt sein soll bei weitem keine Schande.Und wenn jemand nicht Ahnungslos wäre, würde er hier ja nicht fragen, oder ?

    Halte ich für ein Gerücht.Oder wir haben unterschiedliche Ansichten darüber, wie "wenig" wenig ist.
    Es gibt ja gerade für die ganzen entscheidenden Punkte eines Wohnraummietvertrages div. gesetzliche Regelungen, die man zu beachten hat.

    Das versteh ich nicht so ganz.Warum sollen die Bedingungen in einem vorformulierten Mietvertrag anders ausgelegt werden, als wenn ich den gleichen Inhalt selbst formulieren würde ? Denn in der Regel würde ja niemand in einen selbsterstellten Mietvertrag großartig etwas anderes schreiben als das, was auch in vernünftigen Musterverträgen steht.

    Was ja immer noch nicht so ganz klar ist, da sich der Betroffene dazu nur recht schwammig geäußert hat, und du alles weitere bisher eher vermutet hast.
     
  13. #12 Michael_62, 17.08.2009
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    Es ist ja nett, wenn du dich um den Fragesteller sorgst. Aber wer sich nicht um Steuerrecht und seine ureigensten Belange kümmert, dem gejhört es nicht besser. Wer glaubt, Steuerberater arbeiten in deinem Sinne, dem ist auch nicht zu helfen.
    Wenn jemand konkrete Fragen stellt, und nicht seine Lebensgeschichte erzählt erhält er von RMHV sehr fachlich formulierte, nachvollziebare Antworten. Wenn die jemanden nicht gefallen, dann ist das sein Problem.

    Thomas, falls 76 dein Baujahr sein sollte, sei dir deine Jugend zugute gehalten.

    Wenn du öfter vor Gericht gewesen bist, wirst du feststellen, dass du wirklich alles vereinbaren kannst, sogar Sittenwidriges.
    Vor Gericht wird dies dann gegebenfalls abgeändert.
    Deswegen sind Salvatorische Klauseln in Verträgen so wichtig.

    Wenn dir der Unterschied zwischen Einzelvertragsrecht und AGB Recht nicht klar ist, dann wird dir der Unterschied zwischen einer einzelvertraglichen Absprache zur fristenkongruenten Endrenovierung und einer Formularklausel nix sagen. Ersteres ist im Allgemeinen uneingeschränkt gültig, zweites meist ungültig, obwohl in selber Formulierung.


    Diese ganzen Dinge sind Lehrgeld.
     
  14. #13 Thomas76, 17.08.2009
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    Das tut er ja, er fragt hier nach, und das auch bevor er mit dem ganzen anfängt.Daher kann man ihm seine Ahnungslosigkeit meiner Meinung nach schlecht vorwerfen.

    Also meine Steuerberater haben bisher immer in meinem Sinne gehandelt (soweit ich das beurteilen kann), dafür habe ich sie ja auch engagiert.

    Jugend ist gut ;)

    Wenn du das so meinst, ist das richtig.Ich war aber schon einen Schritt weiter, denn interessant ist ja nicht, was man alles vereinbaren kann (das ist wirklich fast alles), sondern was davon letzlich vor Gericht bestand hat.Das ist doch das interessante bei der Vertragsgestaltung.

    Denn wenn ich mit einem Vertrag tatsächlich mal vor Gericht lande und mir der Richter, salop formuliert, den halben Vertrag als ungültig deklariert, nützt es mir nichts das ich vorher erst mal alles reinschreiben konnte.

    Mir ist vor allem nicht klar, wie der Unterschied zustande kommt.Ein vorgedruckter Vertrag hat rechtlich eine andere Wirkung, als wenn ich einen Vertrag mit genau dem gleichen Inhalt selber (ab)schreibe ?
     
  15. #14 lostcontrol, 17.08.2009
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    ich glaub es ist gemeint: der unterschied liegt im VERHANDELN.
    das betrifft vorwiegend die individuellen bzw. sonstigen vereinbarungen - die müssen mit dem mieter verhandelt werden, sonst sind sie ungültig.
     
  16. #15 Thomas76, 17.08.2009
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    Das ist ja dann aber etwas unlogisch.Es ging ja bei mir und RMHV um Vertragsfreiheit im Mietrecht, das betrifft ja selbstverständlich zuallererst die grundsätzlichen Sachen in einem Mietvertrag und nicht die weiteren Zusatzvereinbarungen.Und erstere kann ich eben nicht so völlig frei vereinbaren, zumindest nicht wenn sie auch vor Gericht bestand haben sollen.
     
  17. #16 Michael_62, 17.08.2009
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    Klar aber die Steuerfragen gehören in den Steuerabschnitt des Forums.

    Mein Steuerberater hat mir schon viele Dinge empfohlen, bei denen man nur den Kopf schütteln kann. Ich will jetzt nicht ins Detail gehen. aber gerade die kleinen Sozietäten, welche mit Baugesellschaften und Rechtsanwälten in einem Gebäude benachbart sind, sind mit Vorsicht zu geniessen.

    Jaaaa. Die Erfahrung und das Geld von heute und nochmal 20. Das wärs.!!

    Setze dich mal mit der salvatorischen Klausel auseinander. Ein nützliches Vieh, insbesondere wenn es einzelvertraglich vereinbart wird!
    Du darfst aber auch die Statistik nicht vergessen. Wenn du mit 200 Mietern ungültige Klauseln abschliesst, und 5 klagen, dann hast du 195 welche anstandslos gezahlt haben.
    Vor Gericht gehen die wenigsten. Setz dich mal mit den Gebühren und der Streitwertberechnung auseinanfer BRAGO und GebV nur mal so zum Googeln.

    Klar, das ist so. Warum? Wenn wir beide einen Vertrag mit 70 Seiten Anlagen verhandeln und uns sicher sein wollen, dass wir nie bei A bezahlen wollen, dann schreiben wir handschriftlich vor die Unterschrift Anhang gilt, ausser bei A, da wird nicht bezahlt.
    Dann geht die einzelvertragliche Klausel vor.
    Einzelvertragliche Klauseln werden besprochen. Deswegen haben sie eine andere Rechtsgültigkeit als Formularklauseln.
     
  18. #17 Thomas76, 17.08.2009
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    Das mag sein,ist aber ja ein ganz anders Problem.

    Das sind aber zwei Baustellen.Das die meisten Mieter zutreffender Weise das akzeptieren, was im Vertrag steht, ist eine Sache.Das man sich aber um bestimmte Formulierungen bemühen muß, damit das ganze wirklich rechtlich bestand hat, ist eine andere.
    Wenn wir darauf bauen&hoffen, das der Mieter schon immer schön das schlucken wird, was im Vertrag steht, bräuchten wir geschätzte 95% der Diskussionen in diesem Forum gar nicht führen.Wir schrieben einfach unsere Verträge und gut.

    Aber wie hier immer wieder zu lesen ist, sind in der Praxis die Mieter ja nicht immer so fügsam, und genau deswegen ist der rechtliche Bestand dessen, was man in den Vertrag nimmt so wichtig.


    Ja, aber da geht es doch um die Anhänge, nicht um den eigentlichen Vertrag.Bei dem Vertrag ist egal, ob er vorgefertigt oder selbst erstellt wurde.Aber die wirklich wichtigen Dinge stehen ja leider im Vertrag, nicht in den Anhängen.Anders wäre es vieleicht, wenn der Vertrag theoretisch nur aus Anlagen bestehen würde, wenn soetwas überhaupt möglich ist.

    Daher kann ich in der Praxis die wirklich grundsätzlichen Dinge im Mietvertragsbereich auch nicht durch eigene Formulierungen beeinflussen.Ich kann auch nicht mit einem entsprechen umformulierten Anhang das ganze Mietrecht zu meinen Gunsten umbiegen.Ein paar Beispiele :

    - ich kann nicht durch entsprechende Formulierungen im Anhang mehr als drei Monatsmieten Kaution kassieren

    - ich kann nicht durch entsprechende Formulierungen im Anhang die Berechnung der Nebenkosten so durchführen, wie es mir gefällt

    - ich kann nicht durch entsprechende Formulierungen im Anhang Mieterhöhungen so durchführen, wie es mir gefällt

    - ich kann nicht durch entsprechende Formulierungen im Anhang den ganzen Kündigungsbereich so umschreiben, wie ich es gerne hätte

    u.s.w., das kann ich für alle wesentlichen Dinge eines Wohnraummietvertrages so fortsetzen.
    Wo bleibt da also noch die große Vertragsfreiheit, von der hier mal die Rede war ?
     
  19. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Sorry, aber diese Vorstellung ist einfach nur albern...

    Formularverträge unterliegen den §§ 305 ff BGB, dem sog. AGB-Recht. Es gibt also Regeln über den zulässigen Inhalt von Formularverträgen, auch allgemeine Geschäftsbedingungen genannt.

    § 305 BGB (1) Allgemeine Geschäftsbedingungen sind alle für eine Vielzahl von Verträgen vorformulierten Vertragsbedingungen, die eine Vertragspartei (Verwender) der anderen Vertragspartei bei Abschluss eines Vertrags stellt. Gleichgültig ist, ob die Bestimmungen einen äußerlich gesonderten Bestandteil des Vertrags bilden oder in die Vertragsurkunde selbst aufgenommen werden, welchen Umfang sie haben, in welcher Schriftart sie verfasst sind und welche Form der Vertrag hat. Allgemeine Geschäftsbedingungen liegen nicht vor, soweit die Vertragsbedingungen zwischen den Vertragsparteien im Einzelnen ausgehandelt sind.

    Der entscheidende Unterschied zwischen Formular- und Individualvereinbarung ergibt sich aus Satz 3 des vorstehenden Absatzes. Einzeln ausgehandelte Vereinbarungen sind keine allgemeinen Geschäftsbedingungen und unterliegen damit auch nicht den Regeln für allgemeine GEschäftsbedingungen. Es gilt damit der Grundsatz der Vertragsfreiheit für Individualvereinbarungen. Die Grenzen der Vertragsfreiheit sind die Sittenwidrigkeit und explizite gesetzliche Verbote.


    Wenn die Zusammenhänge verstanden wurden müsste inzwischen aufgefallen sein, dass das unsinnig ist.

    Betrachten wir die Beispiele im Einzelnen...
    Das ist eines der bereits erwähnten gesetzlichen Verbote.

    Im Anhang nicht und auch nicht durch eine entsprechende Formulierung. Durch eine Individualvereinbarung aber schon.
    Nun müsste man zunächst einmal klarstellen, was damit überhaupt gemeint ist. Mieterhöhung als gesetzlicher Anspruch unterliegt den gesetzlichen Regeln. Mieterhöhung als - freiwillige - Vereinbarung unterliegt keinen Regel. Erwähnen sollte ich vielleicht noch, dass Vereinbarung grundsätzlich und immer eine zweiseitige Angelegenheit ist. Vertrag wäre ein anderer Ausdruck für Vereinbarung.

    Wieder ein gesetzliches Verbot und nicht die Frage von Anhang oder Haupttext.

    Du hast nun 3 gesetzliche Verbote aufgezählt und eine Fahrkarte geschossen. Damit sind aber bei weitem nicht alle Bereiche eines Mietvertrags überhaupt angesprochen. Mir fällt da z.B. der immer wieder streitige Bereich der Schönheitsreparaturen ein. Für diesen Bereich gibt es außer dem gesetzliche Leitbild (Vermieter hat Instandsetzungskosten zu tragen) keinerlei explizite Regelungen. Damit sind in diesem Bereich Individualvereinbarungen nur durch die Sittenwidrigkeit begrenzt.
     
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