Steuermodernisierungsgesetz und elektronische Abgabe

Diskutiere Steuermodernisierungsgesetz und elektronische Abgabe im Steuer - Vermietung und Verpachtung Forum im Bereich Finanzen; Hallo allerseits, Ich stolper über das Steuermodernisierungsgesetz. Ich (Vermieter) bin Papiertiger, d.h. meine Steuererklärung habe ich bisher...

  1. #1 Melanie123, 06.08.2018
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    Hallo allerseits,

    Ich stolper über das Steuermodernisierungsgesetz.

    Ich (Vermieter) bin Papiertiger, d.h. meine Steuererklärung habe ich bisher (nach ein paar Jahren Steuerberater) mit dem Programm Taxman gemacht und ausgedruckt beim Finanzamt abgegeben, jeweils Excel-Tabellen, teils kurzen Erklärungen und natürlich mit den Belegen. Alles selbsterklärend, keine Rückfragen, ganz so wie ich es mag.

    Da ich ohnehin nicht mehr um die elektronische Abgabe herum komme, mich also umgewöhnen muss, stelle ich mir die Frage, was am Sinnvollsten für mich ist:

    -Weiterhin mit dem Programm, das ca. 50€ kostet und ich mich auch da hereinarbeiten müsste, ob und wenn ja wie ich Excel-Tabellen oder Anmerkungen einfügen und das Ganze ans Finanzamt übermitteln kann oder
    -Elster-Online oder
    -Elster-Formular

    Für mich ist weder das Fachliche noch das Betriebswirtschaftliche, sondern einzig das Technische das große Problem. Komfortabel Excel-Tabellen einzufügen würde mich echt glücklich machen.

    Was ist da die beste Alternative?

    Liebe Grüße,

    Melanie
     
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  3. #2 immobiliensammler, 06.08.2018
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    Also ich arbeite seit Anfang an mit Elster-Formular, wobei Du da - soweit ich weiß - natürlich keine Tabellen einbinden kannst. Ich habe meine Objekt-Dateien in Excel so gestrickt, dass ich auf einem separaten Blatt alle steuerlich relevanten Daten (aufaddiert gemäß den entsprechenden Zeilen und auch so sortiert) bekomme. Diese übertrage ich dann händisch in Excel-Formular.

    Belege, zusätzliche Erläuterungen etc. schicke ich überhaupt nicht mit, wenn ich @taxpert richtig verstanden habe ist das dem Finanzamt so wohl auch am liebsten. Wirklich ganz selten (so alle 2 bis 3 Jahre, vor allem wenn höhere Erhaltungsaufwendungen angegeben werden) kommt es zu Nachfragen mit der Bitte um Erläuterung.
     
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  4. #3 Melanie123, 06.08.2018
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    Die kurzen Erklärungen habe ich von meiner damaligen Steuerberaterin übernommen. Ergab sich dadurch, dass die zuvor selbstgenutzte Wohnung zwar vermietet war, die Mieterin jedoch nicht zahlte, was sich ja in der Absetzbarkeit der Betriebskosten auswirkt.

    Aktuell wäre es der Umstand, dass ich 2017 ca. 10mal so häufig bei der Immo war, was ich ohne weitere Erklärung als ziemlich inkonsitent empfinden würde.
    Entmüllung und Handwerker geht auch anders. Hier ist es der bestialische Gestank (Ozongerät schaltet sich nach 2 Stunden aus) sowie der Fakt, dass die Wohnung keine Fenster, sondern nur (obwohl 1. Etage) leicht zugängliche Terrassentüren hat, also ein extremes Sicherheitsrisiko, sie über Nacht offen stehen zu lassen.
    Ich erkläre sowas lieber kurz vorher, anstatt nachher mit Papierkram beschäftigt zu sein.
    Oder bin ich da übervorsichtig? Wie würde es das Finanzamt bewerten?
     
  5. #4 taxpert, 06.08.2018
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    Bin zwar nicht so ganz auf dem Laufenden, was (noch) möglich ist, daher ein vielleicht veralteter Überblick!

    1. Papiererklärung führt zu Verzögerungen!
    Die ausschließlich in Papier vorliegenden Erklärungen werden z.B. in Bayern nach Wunsiedel geschickt und dort eingescannt. Der Bearbeiter prüft nur noch elektronisch!

    2. Bei der komprimierten Erklärung liegen die Daten in elektronischer Form vor, die Papierversion wird eigentlich nur wegen der Unterschrift benötigt!

    3. Am liebsten ist der Finanzverwaltung die elektronische, authentifizierte Steuererklärung ganz ohne Papier!

    Die Prüfung erfolgt praktisch ausschließlich elektronisch. Sprich der Computer entscheidet nach dem RMS (Risikomanagementsystem) was der Bearbeiter sich tatsächlich anschauen soll. Dabei werden natürlich auch Plausi-Vergleiche mit dem/den Vorjahre(en) sowohl als absoluter Betrag als auch als prozentualer Betrag gemacht. Kommt ein entsprechender Prüfhinweis, entscheidet der Bearbeiter, ob und wie er/sie den Hinweis abarbeitet. Das kann von Abhaken bis zur Anregung einer Außenprüfung reichen (ja, auch bei V+V!)!

    Grundsätzlich brauchen keine Unterlagen mehr eingereicht werden, sie müssen aber vorgehalten werden! Wenn man sich sicher ist, dass zur Bearbeitung der Erklärung Unterlagen angefordert werden (z.B. weil man statt den durchschnittlichen 500 Euro Instandhaltungsaufwand wegen umfangreicher Renovierung diesmal 30.000 Euro Instandhaltungsaufwand hat), kann man diese natürlich auch bereits im Vorgriff an das FA senden. Ob das bei den Fahrtkosten wirklich bereits notwendig ist, wage ich zu bezweifeln!

    taxpert
     
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  6. #5 Melanie123, 07.08.2018
    Melanie123

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    Schon mal ganz herzlichen Dank Euch beiden. Eure Erklärungen finde ich sehr hilfreich. Ich vermute gerade, mir in den letzten Jahren deutlich mehr Arbeit gemacht zu haben, als wirklich nötig war. Noch ein paar Fragen:

    -Kann Elster-Formular die ganzen Vorjahresdaten insb. V+V integrieren? Dann wäre das zusammen mit sinnvollen Excel-Tabellen mein Favorit.
    -Da ich mein Steuerprogramm ohnehin schon Ende letzten Jahres gekauft habe, stelle ich mir gerade die Frage, ob Elster-Formular evt. auch diese übernehmen würde. Wisst Ihr das? Das spräche dafür, dieses Jahr noch das Programm zu nehmen und nächstes Jahr zu wechseln.
    -Oder sogar noch anders: Wenn meine (NRW) Papier-Erklärung letztes Jahr ohnehin gescannt worden ist, kann Elster-Formular evt. sogar diese Daten integrieren? Dann würde ich vermutlich eher jetzt schon wechseln.

    Wenn ich es richtig verstanden habe (?), will das FA ohnehin nur die Summe aus z.B. Sonstige Werbungskosten, d.h. die Plausibilitätsprüfung würde gar nicht das 10-Fache der Fahrtkosten erkennen. Und die sonstigen Werbekosten insgesamt dürften sich nicht signifikant vom Vorjahr unterscheiden, da dort andere Kosten zu Buche geschlagen sind, die dieses Jahr nicht oder weniger angefallen sind.

    @taxpert : Ich habe noch eine andere Frage, wo es nett wäre, wenn Du mir da kurz hilfst. Mutmaßlich läuft bei einem geerbten Objekt die AfA (nach 40 Jahren) demnächst aus, ich habe jedoch keine belastbaren Infos gefunden, wann das sein könnte. Ich habe nur den Einheitswert und ein Häkchen bei „lt. ges. Ertl.“. Sollte oder müsste oder könnte ich da irgendwo (örtliches FA?) nachfragen, wann die AfA ausläuft, damit ich nichts Falsches angebe (Verdacht auf Steuerhinterziehung?) oder stimmt die sehr lapidare Aussage (Steuerberatungshotline), dass das FA sich schon melden wird, wenn die AfA abgelaufen ist, und ich nichts weiter tun muss? Was macht da Deiner Meinung nach Sinn?

    Liebe Grüße,
    Melanie
     
  7. #6 immobiliensammler, 07.08.2018
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    Ja kann es, nennt sich Datenübernahme aus Vorjahr. Das einzige Problem das ich hatte - keine Ahnung ob das jetzt abgestellt wurde - ist, dass bei Verteilung Erhaltungsaufwand auf mehrere Jahre der erste Wert nicht verschwindet. Als Beispiel:

    10.000 € auf 5 Jahre verteilt, im Jahr 2011 trage ich 2.000 ein. 2012 schlägt mir Elster-Online dann 2.000 im Feld für das Jahr 2011 vor, stimmt. 2013 schlägt mir Elster-Online dann 2.000 im Feld für das Jahr 2011 vor, stimmt auch. genauso in den Folgejahren. Im Jahr 2016 müsste dieser Wert dann verschwunden sein, da es ja kein Feld für das Jahr 2011 gibt, die 2.000 erscheinen aber dann im Jahr 2012, bei mir ist dass passiert wenn im Jahr 2012 kein Eintrag zu übernehmen ist. Ich habe dann einen Hinweis des FA erhalten, dass hier das Volumen bereits verbraucht ist, was natürlich stimmt. Habe dann auf den Fehler in Elster hingewiesen, wurde nicht weiter kommentiert.

    Die anderen Punkte wie Übernahme aus anderen Programmen oder den Daten des Finanzamtes werden wohl eher nicht funktionieren.
     
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  8. #7 Melanie123, 07.08.2018
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    Super, ich danke Dir ganz herzlich.
    Dann steige ich um auf Elster-Formular und werde wohl dieses Jahr mein Taxman-Programm parallel laufen lassen, um da für mich sinnvolle Excel-Tabellen zu erstellen. Ich warte ohnehin noch (wie jedes Jahr) auf Daten des Verwalters der selbstgenutzten ETW.
     
  9. sara

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    die Afa ist doch über 50 Jahre abzuschreiben.
    Bei meiner degr. Abschreibung wurde dann beim Steuerbescheid die veränderte Afa vorgenommen.
    Ich hatte auch die falsche angegeben, weil ich nicht den genauen Zeitpunkt der Änderung wusste.

    Also spätestens beim Bescheid siehst du wenn nichts mehr abschreibbar ist. Also ob man da Steuerhinterziehung dir unterstellt, beim Eintrag Afa wie letztes Jahr, kann ich mir nicht vorstellen.
     
  10. #9 immobiliensammler, 07.08.2018
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    außer wenn das Gebäude vor dem 01.01.1925 bezugsfertig wurde, dann liegt der Afa-Satz bei 2,5 % also Afa-Dauer 40 Jahre.
     
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  11. sara

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    Oh, Danke für die Korrektur der Afa für so alte Gebäude, immobiliensammler.
     
  12. #11 Melanie123, 07.08.2018
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    Yep, Afa-technisch ein lustiges Haus. Nichts genaues weiss man nicht.
    Als ich es erbte war ich minderjährig, meine Mutter erzählte mir, es werde zu 2,5% abgeschrieben, aber ich finde nichts Schriftliches darüber.
    Baujahr ca. 1900, aber nach dem Krieg zweiseitig neu angebaut. Als mein Vater es ca. 1979 kaufte (es gibt 2 Notarverträge mit 3 Monaten Abstand, weil wohl einer der Verkäufer nicht geschäftsfähig war und erst eine Vollmacht besorgt werden musste) hat er innerhalb von 2 Jahren noch mal angebaut. Spätestens da würde ich eigentlich auf überwiegend nach 1925 abstellen.Aber wie das damals gehandhabt wurde, und wie damals die Vorschriften dazu waren... Ich habe nicht die leiseste Ahnung.
     
  13. Berny

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    Wären das nicht absetzbare Werbungskosten?
     
  14. #13 taxpert, 09.08.2018
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    Es wird sehr stark darauf ankommen, in welchem Format das Programm die Daten ablegt. Letztendlich hat jedes Steuerprogramm eine Schnittstelle zu Elster, aber die meisten Programme werden die Daten in einem eigenem Format abspeichern, so dass ein einlesen in Elster wahrscheinlich nicht funktioniert.

    Es wird NIE, NIE, NIE ein Programm geben, dass interne Daten aus der Finanzverwaltung abrufen darf!

    Können, ja, Sollen/müssen, nein!

    Sie wird lapidar gestrichen und mit einem Satz in den Erläuterungen zum Bescheid erwähnt. Es wird allein deswegen mit Sicherheit auch nicht vor Erlass eines Bescheides Kontakt aufgenommen, kein §91 AO. Siehe auch @immobiliensammler ! Und definitiv kein Verdacht auf Steuerhinterziehung!!!!

    Grundsätzlich kommt es auf die tatsächlichen Umstände an und es wäre daher müßig diese jetzt noch ermitteln zu wollen! Deshalb einfach Füße stillhalten und abwarten, wann das FA die AfA nicht mehr als Wk zulässt. Grundsätzlich hätte das FA 1979 eine AfA-Tabelle angelegt, die bei Erbschaft an den Bezirk des Erben weitergegeben wird und dort auch weitergeführt wird. Diese alten Papiervarianten sollten in den letzten Jahren in die FND's (festsetzungsnahe Daten) elektronisch nachgespeichert worden sein, so dass auch hier eine automatische Plausi-Prüfung durch den Rechner erfolgt.

    Nur der Vollständigkeit halber: ...oder man sich im §7 Abs.4 Satz 2 EStG.

    taxpert
     
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  15. #14 Melanie123, 16.08.2018
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    Danke an Euch beide, gerade aus den Antworten von @taxpert nehme ich für mich sehr viel (vor allem Sicherheit) mit.

    Deshalb noch eine Frage, wo ich wirklich auf Nummer sicher gehen will:

    Ich überlege, ein vor 8 Jahren (also innerhalb der Spekulationsfrist) von meiner Mutter gekauftes Haus an Selbige zurück zu verkaufen. Selbst wenn der „steuerliche Gewinn“ nur aus Afa bestünde, wäre das rein wirtschaftlich zum jetzigen Zeitpunkt keine sonderlich gute Idee. Allerdings habe ich einen ausreichenden Verlustvortrag nach § 10d Abs. 4 EStG (damals Verluste aus Aktien).

    Kommt der auf jeden Fall zur Anwendung? Könnte der verfallen (sein)? Könnte das FA irgendetwas iSe. Gestaltungsmissbrauches (nahe Angehörige, unter ortsüblicher Miete…) entgegenhalten?

    Hintergrund ist, dass ich meinen Eltern (=Mutter und Stiefvater) auch nach meiner Volljährigkeit in finanziellen Dingen vertraut habe. Das hat sich als Fehler erwiesen, den ich bis auf dieses Objekt korrigiert habe. Es spielen also durchaus auch emotionale Aspekte in meine Überlegungen mit herein.

    Zusatzfrage: Wie wäre die rechtliche Situation, wenn in der Steuererklärung das Einkommen höher angegeben würde, als es real ist? Dies auch in der Absicht, eine vom FA unterstellte Liebhaberei auszuhebeln? Strafrechtlich relevant, weil Falschaussage? Oder was sonst?
     
  16. #15 taxpert, 17.08.2018
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    Grundsätzlich ja!


    Das kommt natürlich darauf an, was tatsächlich gemacht wird!

    Hier "wittere" ich keinen Gestaltungsmisssbrauch, sondern etwas anderes! Es gibt kaum Immos, die in den letzten acht Jahren KEINE Wertsteigerung erfahren haben! Wenn hier also der damalige Kauf schlicht "rückabgewickelt" werden soll, also der damalige Kaufpreis zurückerstattet wird, liegt ein teilentgeltliches Geschäft mit den entsprechenden Rechtsfolgen vor. Ein kleines Beispiel, natürlich vereinfacht dargestellt.

    Immo wurde vor 8 Jahren für 100.000 von Eltern gekauft, AfA seither 10.000, jetziger Zeitwert 125.000. Die Immo soll für 100.000 an die Eltern zurück verkauft werden!

    Der Verkauf erfolgt unter dem Zeitwert an nahestehende Personen. Er wird daher in einen entgeltlichen Teil (100.000 = 80%) und einen unentgeltlichen Teil (25.000 = 20%) aufgeteilt.

    Der entgeltliche Teil unterliegt der ESt nach §23 EStG. Gewinn: 100.000 minus 80.000 (80% des ehemaligen Kaufpreises) plus 8.000 (80% der AfA) = 28.000.

    Der unentgeltliche Teil unterliegt der ErbSt! Und die Freibeträge bei Schenkung Kind-Eltern sind deutlich niedriger als die Freibeträge bei Schenkung Eltern-Kind!


    Werden in der Steuererklärung 2017 vorsätzlich höhere Einkünfte erklärt, um eine Änderung zu Ungunsten für die Vorjahre zu erreichen, so erfüllt das den Straftatbestand der Steuerhinterziehung! Als kleines, fieses Gimmick obendrauf kann die zu hoch festgesetzte Steuer 2017 nachträglich nicht geändert werden, da keine Änderungsvorschrift der AO greift! FINGER WEG!

    taxpert
     
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  17. #16 Melanie123, 20.08.2018
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    Danke Taxpert für Deine Einschätzung und Beispielrechnung.

    Ich möchte dieses Haus einfach nur loswerden, wobei bei mir die emotionalen Gründe noch wichtiger als die wirtschaftlichen sind. Meine Eltern haben es (von ihnen selbstbewohntes EFH) mir in einer Nacht-und Nebelaktion zum 42-fachen der Nettokaltmiete verkauft. Spätestens seit den Reaktionen auf meine Mieterhöhung letztes Jahr habe ich auch keine Zweifel mehr daran, dass ein günstiges Wohnen auf meine Kosten beabsichtigt war.

    Kurz: Niemand, der klaren Verstandes ist, würde dieses Haus mit diesem Mietvertrag zu einem auch nur einigermaßen realen (selbst nicht zum damaligen) Preis kaufen. Kapitalanleger sowieso nicht, Eigennutzer stolpern über die Schwierigkeiten einer Eigenbedarfskündigung sowie die Kündigungsfrist. Wie sich Besichtigungen (sowieso nur über Makler) gestalten sollten, ist mir völlig unklar, da meine Eltern ja kein Interesse an einer Änderung des Status Quo haben. Taugt also maximal als Druckmittel, damit meine Eltern selbst dieses Haus zurückkaufen. Als ich vor ein paar Jahren die Möglichkeit angesprochen hatte, kam neben passiv-aggressiven Übergriffen die Aussage, wenn überhaupt, dann nur, wenn ich die Kosten dafür tragen würde. Also unrealistisch, dass sie mehr als den ursprünglichen Preis zahlen würden. Sofern sie überhaupt einem Rückkauf zustimmen würden, wozu ich sie ja nicht zwingen kann.

    Mein Plan war, ihnen das Haus zum damaligen Preis + Steigerung des VPI anzubieten und aber auch einen anderen, zB. den damaligen Preis zu akzeptieren und das Ganze mit dem jetzigen Zinsniveau schmackhaft zu machen. Mir geht es um Schadensbegrenzung, vor allem in emotionaler Hinsicht, weil mich jeder Kontakt mit meinen Eltern Kraft und Energie kostet.

    Wenn ich Deine Beispielrechnung übertrage, dann komme ich mit meinem Verlustvortrag gerade eben noch so hin. Hmmm… ließe sich der Verlustvortrag noch für Währungsgeschäfte verwenden? Die Schenkungssteuer ist natürlich eine ganz bittere Kröte, gerade weil ich nicht die Intention habe, etwas zu verschenken. Spräche das dafür, bis Jan 2021 (Ablauf der Spekulationsfrist) zu warten und es meinen Eltern zu überlassen, diese in der EStE anzugeben oder eben nicht? Hätte ich damit das Problem wirksam verlagert?

    Soviel zu meiner Perspektive. Mich würde die des FA interessieren, deshalb fragte ich nach einer evt. Unterstellung eines Gestaltungsmissbrauches, denn wenn ich Gefahr laufen würde, dass mein Verlustvortrag nicht anerkannt werden würde, dann würde ich tatsächlich noch die 2,5 Jahre warten.

    Die Immo war vollfinanziert, jedoch war die Absicherung (Grundbucheintrag) der Darlehen auf das Objekt sowie eine selbstbewohnte ETW verteilt. Mit Schuldzinsen von ca. 4,25% hat das Objekt aber immer rote Zahlen geschrieben. Durch Ablösung der Kredite Anfang 2018 bin ich also dieses Jahr erstmalig im positiven Bereich. Das sieht natürlich von außen (FA) betrachtet, etwas merkwürdig aus, wenn ich ausgerechnet dieses Jahr das Haus verkaufen will. Ebenfalls zu meinen Ungunsten spräche, dass das Darlehen meiner Eltern auf die Immo trotzdem weiter lief (worauf ich erst durch die Löschungserklärung aufmerksam wurde). Die Miete war und ist unter der ortsüblichen, jedoch, sofern man Wohnungspreise zugrunde legt, nicht im kritischen Bereich von 66%. Einen Mietspiegel für solche Objekte gibt es nicht, ein Gutachter könnte jedoch zu einem deutlich anderen Ergebnis kommen. Es spricht also ziemlich viel dafür, dass dieser Vertrag nur unter sehr nahestehenden Angehörigen zustande kommen konnte, nicht zuletzt meine Perspektive, dass ich von meinen Eltern „über den Tisch gezogen“ wurde, wie es bei Fremden niemals möglich gewesen wäre.

    Also könnte/würde das FA da bei jetzigem Verkauf einen Gestaltungsmissbrauch annehmen und welche Auswirkungen hätte das für mich? Die bisher einzige Mieterhöhung (auch 20%) war letztes Jahr Juli, die nächste kommt in 2 Jahren. Spricht zumindest für eine zunehmende Gewinnerzielungsabsicht. Lustigerweise würde(meine Perspektive) ja eine wirkliche Gewinnerzielungsabsicht darin liegen, meinen damaligen Fehler zu korrigieren, indem ich das Haus verkaufe und in ein anderes Objekt investiere.

    Das ist also die ganze, ziemlich verworrene Geschichte, wo ich auch für jeden Lösungsansatz, vor allem natürlich die mutmaßliches Sicht des FA dankbar bin.
     
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