Steuern absetzen

Diskutiere Steuern absetzen im Steuer - Vermietung und Verpachtung Forum im Bereich Finanzen; Hallo zusammen, ich bin neu hier im Forum und auch erst seit kurzem Vermieter. Ich habe mittlerweile gelesen, dass ich als Vermieter "kleine...

  1. #1 mitch55, 09.01.2019
    mitch55

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    Hallo zusammen,
    ich bin neu hier im Forum und auch erst seit kurzem Vermieter. Ich habe mittlerweile gelesen, dass ich als Vermieter "kleine Gegenstände" für Mietwohnungen bis Netto 800€ komplett im gleichen Jahr steuerlich absetzen kann.
    Dazu habe ich allerdings noch weitere Fragen.
    1. Was gilt als Gegenstand? Bsp. ein Bett oder Matratze, wenn die Wohnung teilmöbliert vermietet wird?
    2. Kann man jedes Jahr nur einen Gegenstand bis 800€ absetzen oder dürfen es bspw. auch fünf Gegenstände für jeweils 700€ sein?
    3. Gegenstände über 800€ - also bspw. 950€ werden komplett über wie viel Jahre? abgeschrieben oder wird dann nur der Teil über 800€ abgeschrieben?

    Vielen Dank im Voraus. Ich erhoffe mir hier durchs Forum noch einiges dazuzulernen :)
     
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  3. GSR600

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    Hallo,
    das sind Fragen die Dir ein Steuerberater beantworten kann, hier ist keine Steuerberatun zulässig.
     
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  4. #3 taxpert, 09.01.2019
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    Bis zu diesem Termin kann man sich aber schon mal wegen Frage 1. und 2. mit §6 Abs. EStG und R6.13 EStR bzw. H6.13 EStH und wegen Frage 3. mit §7 Abs.1 EStG und R7.4 Abs.3 EStR bzw. H7.4 EStH beschäftigen (gelten über §9 Abs.1 Nr.7 EStG auch für Überschusseinkünfte!)!

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  5. Andres

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    Allgemeine Hinweise zur Rechtslage können wir schon geben:

    Auch in Anführung ist das nur eine äußerst ungenaue Beschreibung, für das, was man korrekt "geringwertiges Wirtschaftsgut" nennt. Zunächst muss eine Sache abnutzbar, beweglich und selbständig nutzbar sein, um als Wirtschaftsgut zu gelten. Das gilt - auch wenn man es vielleicht nicht vermutet hätte - z.B. für eine Einbauküche und natürlich auch für ein Bett. Grundsätzlich müssen solche Wirtschaftsgüter über den Zeitraum ihrer gewöhnlichen Nutzung abgeschrieben werden. Dafür gibt es offizielle und (sehr lange) inoffizielle Tabellen, außerdem natürlich einen Berg von Urteilen zu Einzelfällen. Um beim Beispiel der Küche zu bleiben: Eine Küche ist im Regelfall über 10 Jahre abzuschreiben, also jedes Jahr 10 %. Die Küche wird laut einer aktuellen Entscheidung des BFH dabei als einheitliches Wirtschaftsgut betrachtet, d.h. die einzelnen Geräte, Schränke etc. werden nicht getrennt abgeschrieben, BFH IX R 14/15.

    Beim Bett kann man sich natürlich die gleiche Frage stellen: Ist die Matratze ein selbständiges Wirtschaftsgut? Nur auf dem Gestell kann man schlecht schlafen. Andererseits kann man die Matratze auch ohne Gestell nutzen ... - ich weiß nicht, wie das am Ende zu beurteilen ist. Auch beim Nutzungszeitraum kann ich weder Urteile noch offizielle Aufstellungen finden. Der DEHOGA findet z.B. 10 Jahre angemessen (interessanterweise nur für das Bettgestell), während die Evangelische Kirche im Rheinland 15 Jahre ansetzt.

    Als "geringwertig" gilt ein Wirtschaftsgut, das (ab 2018) netto höchstens 800 € kostet. Für ein solches Wirtschaftsgut darf man sich das ganze Theater sparen und direkt im Jahr der Anschaffung die kompletten Anschaffungskosten ansetzen. Man darf aber auch unter dieser Grenze freiwillig abschreiben. Das kann vorteilhaft sein (Progression), aber wenn man im Abschreibungsverzeichnis jeden einzelnen Bleistift aufführt ... - merkst du selber.

    Wenn man nicht gerade eine Wohnung möbliert, hat man es als Vermieter meist gar nicht mit selbständigen Wirtschaftsgütern zu tun. Der Ersatz einer Zimmertüre oder eine Lichtschalters fällt also prinzipiell nicht in diese Kategorie. Stattdessen handelt es sich hierbei meist um Erhaltungsaufwand (nach eigener Wahl über 1 bis 5 Jahre zu verteilen) oder in bestimmten Fällen um Anschafftungs- und Herstellungskosten, die zusammen mit dem Gebäude abgeschrieben werden müssen.


    Die Grenze gilt für jedes selbständige Wirtschaftsgut neu.


    Nein, solche Gegenstände werden (zumindest für die Steuer) komplett abgeschrieben, nicht nur bis der Restwert unter 800 € liegt.
     
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  6. #5 taxpert, 09.01.2019
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    Du meinst wahrscheinlich die amtlichen AfA-Tabellen! Etwas anderes ist übrigens auch der DEHOGA-link nicht (amtliche AfA-Tabelle Nr.92 "Gastgewerbe"! Insgesamt gibt es 101 amtliche AfA-Tabellen, 100 branchenspezifische und eine für allgemein verwendbare Wirtschaftsgüter.

    Das Problem ist, dass diese Tabelle ausschließlich für Wirtschaftsgüter, die zu einem Betriebsvermögen gehören anzuwenden sind. Bei Verwendung im Privatbereich z.B. im Rahmen der privaten Vermögensverwaltung durch V+V besteht kein Anspruch auf Anwendung dieser Werte, da sie "nur" einer privaten und keiner "gewerblichen" (Ab-)Nutzung unterliegen. Als Beispiel für die Auswirkung möge ein PKW dienen:

    Nutzungsdauer lt. amtlicher AfA-Tabelle Nr. 90 "Personen- und Güterbeförderung": 5 Jahre
    Nutzungsdauer lt. amtlicher AfA-Tabelle Nr.0 "allgemein verwendbare Wirtschaftsgüter": 6 Jahre
    Nutzungsdauer lt. BFH bei privaten PKW: 8 Jahre (für das entschiedene Jahr betrug die ND laut Tabelle 0 auch noch 5 Jahre!)

    Die Tabell nach KF-VO betrifft ausschließlich das kirchliche Haushaltsrecht und hat keinerlei Bindungswirkung im Steuerrecht, kann aber natürlich -wie auch die amtlichen AfA-Tabellen- als Anhaltspunkt genommen werden! Von daher sind die 15 Jahre jedoch realistischer als die 10 Jahre, da eben keine hotelmäßige Abnutzung vorliegt. Grundsätzlich ist über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abzuschreiben. Jeder mag sich selber überlegen, wie alt das letzte (Ehe-)Bett war als man ein neues angeschafft hat!

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  7. Andres

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    @taxpert, Danke für die Ergänzungen!

    Jetzt könnte man natürlich überlegen, ob ein Bett durch eine Nutzung wie im Hotel (mit typisch hohem Leerstand) oder in einer Wohnung (mit angestrebter Vollbelegung) stärker genutzt wird.

    Auch das ist ein guter Punkt: Hochwertige Massivholzmöbel erreichen Lebensdauern von einigen hundert Jahren.


    Bei einem Bett knapp über der Grenze zum geringwertigen Wirtschaftsgut muss man daraus ja keine Wissenschaft machen. Bei teureren Anschaffungen mag sich der Versuch, eine kürzere Abschreibungsdauer anzusetzen, aber durchaus lohnen - Spielraum ist ja erkennbar vorhanden.
     
  8. taxpert

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    Da die kürzere ND eine steuermindernde Tatsache ist, für die der Stpfl. die Nachweislast trägt, empfiehlt es sich in solchen Fällen den Mieter im Mietvertrag zu verpflichten ein -in Anlehnung an ein Fahrtenbuch- Bettbenutzungsbuch zu führen, um die tatsächlich höhere Frequentierung des Bettes gerichtsfest nachweisen zu können! :28:

    Scherz beiseite! Jede angenommene ND ist nur eine Schätzung! Auch von der amtlichen AfA-Tabelle kann -sowohl nach oben als auch nach unten- abgewichen werden, wenn ein entsprechender Sachverhalt glaubhaft gemacht werden kann!

    Da man grundsätzlich immer nur die AHK abschreiben kann, führt das Ganze grundsätzlich nur zu einer Verschiebung der steuerlichen Belastung. Deshalb ist das FA hier meistens auch eher gechillt! Natürlich kann es durch den progressiven Steuertarif zu Unterschieden in der tatsächlichen Steuer über mehrere Jahre gesehen kommen, aber um das vorhersehen zu können, müsste man eine funktionierende Glaskugel haben, denn neben dem Steuertarif spielen hier natürlich auch immer die tatsächlichen persönlichen Umstände mit rein!

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