Strafverfahren gegen HV wegen Veruntreung

Dieses Thema im Forum "WEG-Verwaltung" wurde erstellt von WolkeBB, 07.01.2013.

  1. #1 WolkeBB, 07.01.2013
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    Hallo, bin Eigentümerin in einer 27-Parteien-Anlage und Mitglied des Beirats und habe erfahren, dass gegen unsere HV ein Strafverfahren wegen Veruntreung von einer anderen WEG beantragt wurde. Nähere Informationen hab ich noch nicht. Ein laufendes Verfahren ist zwar noch keine Verurteilung, aber ich möchte natürlich die WEG-Gelder für den schlimmsten Fall einer drohenden Insolvenz schützen. Wie soll ich am besten vorgehen?
    Wir wollen heute zunächst einmal unangemeldet die Bankkonten einsehen. Worauf müssen wir achten, damit unsere Gelder z.B. nicht in die Konkursmasse fallen?
    Sollten wir einen Buchhalter/Sachverständigen mit einer Buchprüfung beauftragen? Ich denke, eine einfache Belegprüfung durch den Beirat ist möglicherweise nicht ausreichend?
    Sollen wir zum jetzigen Zeitpunkt die übrigen Eigentümer informieren bzw eine ausserordentliche Versammlung einberufen?
    Ich hab wohl darum gebeten, dass der Beirat der Betroffenen WEG mit mir Kontakt aufnimmt, um nähere Informationen zu erhalten. Aber ob er es tut? Soll ich solange abwarten?
    Muss mir die Verwaltung auf Nachfrage, über das laufende Strafverfahren Auskunft erteilen?
    Am wichtigsten ist mir Zeit zu gewinnen, unsere Gelder bei der Bank abzusichern, um dann weiter prüfen zu können.
    Vielen Dank.
     
  2. AdMan

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  3. #2 Fremdling, 07.01.2013
    Zuletzt bearbeitet: 07.01.2013
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    Hallo WolkeBB,

    ups, sorry aber ein Sch...-Thema für Euch. Zunächst mal Vorsicht mit dem Vorgang "... habe erfahren, ..."! Damit würde ich gegenüber der Verwaltung ganz sachte umgehen und Eure anderen Eigentümer keinesfalls durch übereilte Infos alarmieren oder gar eine Sonderversammlung anberaumen. Aber grundsätzlich immer gut und für Beiräte schon aufgrund von Haftungsfragen zwingend nötig ist auch ein Check der Bankkonten durch Einsicht in die Kontoauszüge z.B. im Rahmen der Belegprüfungen.

    Wichtig dürfte zunächst sein, dass einerseits sichergestellt ist, dass Eure Konten als "offene Fremdgeldkonten" eingerichtet wurden, so dass für jeden klar ist, dass die Gelder Euch zustehen und im eventuellen Falle der Insolvenz des Verwalters keinesfalls in dessen Vermögen eingehen.

    Selbst bei "Treuhandkonten" müssten Eure WEG-Gelder nicht unbedingt in die Insolvenzmasse fallen. Hierzu führte eine lokale Sparkasse jüngst aus, dass sie das über eine "Sondervereinbarung" zu den Konten geregelt hat, worin sogar ihr eigenes Aufrechnungsrecht gegen sonstige Verbindlichkeiten des Verwalters nicht greift.

    Den Beirat der das Strafverfahren beantragenden WEG würde ich aktiv ansprechen und nicht auf dessen Rückmeldung warten. Nur so kannst Du mehr Klarheit bekommen, was da überhaupt läuft und was Ihr zielführend machen könnt. Die Verwaltung muss Euch m.E. keinerlei Auskunft zum anhängigen Verfahren geben.

    Ich unterstelle mal anhand Deiner Frage, dass Ihr Verfügungen von den Bankkonten der WEG nicht von der Mitwirkung von Eigentümern (z.B. Beirat) abhängig gemacht habt. Das sollte dann im Falle des Misstrauens nachgeholt werden. Einerseits spricht etwas dafür, die (Leitung der) Bank versuchsweise auf eine "pragmatische" Verfügungssperre anzusprechen, andererseits könnte das aber auch "Rufschädigung" ggü. der Verwaltung bedeuten. Darüber solltet Ihr abhängig von der Dringlichkeit und den erfahrenen hardfacts noch mal im Beirat ganz in Ruhe nachdenken.

    Vorsichtshalber: Das war keine Rechtsberatung und in Eurem Falle würde ich selbst einen Juristen hinzuziehen, falls es um viel Geld (z.B. bei hohen Rücklagen) geht.

    Sorry, besser kann ich es nicht. - Hoffentlich gelingt es Euch, auch ohne Anmeldung die Kontoauszüge zu sichten und von ganzem Herzen wünsche ich Euch, dass Eure Gelder alle noch am rechten Fleck sind und dort auch dauerhaft bleiben.

    Fast vergessen: http://www.wohnen-im-eigentum.de/eigentumswohnung/verwalter/treuhandkonto.html
     
  4. #3 Martens, 07.01.2013
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    moin,

    es gilt die Unschuldsvermutung - auch bei Verwaltern.

    Ich würde Eigentümern, die unangemeldet Einsicht in die Belege nehmen wollen, höflich aber sehr bestimmt einen Termin in 14 Tagen anbieten.

    Kontoinhaber sollte die WEG sein, wie inzwischen bei Neuanlage wohl nur noch möglich.
    Fremdgeldkonten - von denen wir auch noch diverse haben - tragen als Kontoinhaber den Verwalter, sind aber bei der Bank als Fremdgeld gekennzeichnet, so daß sie von einer evtl. Pfändung in das Vermögen des Verwalters nicht betroffen sind.

    Ihr solltet erst einmal ein offenes Gespräch mit Eurem Verwalter führen und ihm mitteilen, was Euch zu Ohren gekommen ist und welche Bedenken und ggfs. Befürchtungen ihr jetzt habt.
    Dann seine Reaktion abwarten.
    Dann weitere Schritte planen.

    warum und wozu?

    sicherlich nicht.

    Christian Martens

    p.s.
    mein posting hat sich mit dem von Fremdling überschnitten
     
  5. #4 Tobias F, 07.01.2013
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    Woher auch immer Du WAS erfahren hast, zum einen ist dies u.U. "hörensagen" und muss nicht der Wahrheit entsprechen. Zum anderen, wie Du selbst schon richtig schreibst, ist ein Verfahren noch lange keine Verteilung.
    Was mich aber am meißten wundert ist, wie Du darauf kommst hier von einer eventuellen Insolvenz und Konkursmasse zu sprechen. Denn diesen Zusammenhang sehe ich nicht zwingend.



    Unangemeldet würdet ihr bei mir sicherlich keine Prüfung durchführen können, denn jeder Verwalter hat ja noch etwas anderes zu tun als da zu sitzen und zu warten das jemand ohne Terminabsprache zur Belegprüfung kommt.
    Ob ihr diese selbst duchführen könnt hängt davon ab wie gut ihr lesen und rechnen könnt. Normalerweise sollte es doch kein Problem sein die Bankauszüge/Salden mit den vorhandenen Belegen abzugleichen, oder?


    Damit wäre ich ganz vorsichtig. Denn wenn sich im Nachhinein herausstellt das hier nichts war, er nicht schuldig ist, könnte dies leicht als üble Nachrede und Geschäftsschädigung ausgelegt werden.


    Wieso sollte er dies müssen?
     
  6. #5 Fremdling, 07.01.2013
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  7. #6 Tobias F, 07.01.2013
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    Ich denke wir reden von verschiedenen Dingen.
    Gelder der WEG, die der Verwalter "verwaltet", können nicht in die Konkursmasse eingehen da es Fremdgelder sind die treuhänderisch verwaltet werden, und sind somit bei einer möglichen Insolvenz auch nicht gefährdet.
    Ob ein Verwalter sich an diesen möglicherweise bereichert (diese veruntreut) ist eine ganz andere Frage.
     
  8. #7 Fremdling, 07.01.2013
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    Korrekt, wir reden von verschiedenen Dingen. Meine Antwort bezog sich allein auf Deine Sätze: "Was mich aber am meißten wundert ist, wie Du darauf kommst hier von einer eventuellen Insolvenz und Konkursmasse zu sprechen. Denn diesen Zusammenhang sehe ich nicht zwingend." Und so habe ich halt dargestellt, wie WolkeBB im Zusammenhang mit ihrer Thematik -wenn auch nicht zwingend- "darauf kommen" konnte. - Mangels Mehrwert für WolkeBB ab #4 endet hier nun auch mein Beitrag.
     
  9. #8 Tobias F, 07.01.2013
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    Mit diesem Satz wollte ich nur klarstellen, dass die Gelder der WEG nicht in die Konkursmasse einfließen, und auch bei einer Insolvenz nicht gefährdet sind (von möglichen Veruntreuungen, die aber immer geschehen können, abgesehen), da ein Verwalter diese Gelder von seinem Vermögen getrennt zu halten hat.
     
  10. #9 WolkeBB, 07.01.2013
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    Erstmal vielen Dank für die Hinweise und eure Diskussionsbeiträge. Mir ist klar, dass das ein sehr sensibles Thema ist, sonst hätte ich auch nicht gefragt.
    Solange ich keine konkreten Verdachtsmomente habe, möchte ich weder Rufschädigung betreiben noch die Verwaltung verurteilen. Als Beiratsmitglied sehe ich mich aber in der Verantwortungdie WEG vor möglichen Schäden zu schützen bzw zu informieren.
    Ein Strafverfahren ist definitiv anhängig, nur die näheren Umstände nicht bekannt. Wenn jedoch schon ein Verfahren läuft, kann man doch nicht eine erhöhte Gefahr für die anderen WEGs einfach vernachlässigen.
    Auch wenn ich Verständnis habe, dass die Verwaltung noch ihr normales Tagesgeschäft zu erledigen hat: Wo liegt der Sinn einer Kontenprüfung in zB zwei Wochen, wenn ein solcher Verdacht im Raume steht?
     
  11. #10 Martens, 07.01.2013
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    Der "Sinn" liegt für den Verwalter darin, allzu forschen Eigentümern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Darüber hinaus ist es grob unhöflich, einfach irgendwo aufzuschlagen, vielleicht noch der komplette Beirat samt Wirtschaftsprüfer und vielleicht auch Anwalt - und sofort Einsicht in die Unterlagen zu verlangen. Allein dieses Vorgehen würde mich persönlich dazu bewegen, einen Termin anzubieten, der frühestens in 14 Tagen stattfinden könnte.

    Der Beirat sollte zu allererst die Situation klären, also HEUTE ein Gespräch mit dem Verwalter über dieses Thema vereinbaren, das sicherlich noch diese Woche stattfinden sollte und könnte.

    Dann ist weiter zu entscheiden.

    Christian Martens
     
  12. #11 KeinVerwalter, 02.02.2013
    KeinVerwalter

    KeinVerwalter Gast

    Veruntreuender Verwalter

    Hauptaufgabe der Eigentümer (und erst recht des Beirates) ist die Sicherung des Vermögens und von Beweisen (Kontoumstellung auf Fremdgeldkonto; Prüfung; dabei Kopie aller wichtigen Unterlagen), bereits wenn kleinste Hinweise auf kriminelle Machenschaften vorhanden sind.
    Es gehört zum normalen Berufsrisiko von Verwaltern, wenn sie diese Handlungen rufschädigend sind. Also: Nicht aus Angst vor eventueller Rufschädigung des Verwalters die Hauptaufgabe vernachlässigen.
     
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