Streit mit Mieter über Betriebskostenabrechnung

Dieses Thema im Forum "Betriebs- und Heizkostenvorauszahlung" wurde erstellt von Weberli, 17.04.2016.

  1. #1 Weberli, 17.04.2016
    Weberli

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    Hallo zusammen,

    ich habe ein Problem mit einem Mieter der Ende Januar ausgezogen ist. Er wohnte nur ein Jahr in meinem Mehrfamilienhaus. Ich fordere von ihm für das Jahr knapp 500 Euro als Nachzahlung.

    Ich dachte eigentlich das dies ein sehr leichter Fall ist und das Geld schnell überwiesen wird. Es war doch ein sehr angenehmer Mieter und man hatte keine Probleme bzw. ließen sich diese Regeln oder es kam irgendwann nichts mehr.

    Zumindest ist die Antwort von ihm das wir a. in unserem Mietvertrag keine Vorauszahlung sondern eine Pauschale vereinbart haben. Dies begründet er damit das im Vertrag das Feld für die Betriebskostenvorauszahlung mit Bezug auf die Betriebskostenverordnung leer und gestrichen ist und stattdessen von mir handschriftlich "Nebenkosten Summe X" in den Vertrag geschrieben wurde.

    Ich meinte dies allerdings trotzdem als Vorauszahlung.

    b. Sagt er wenn ich es als Vorauszahlung gemeint hätte, hätte ich ihn wissentlich getäuscht. Dies Begründet er damit das in der Abrechnung bis auf das Wasser, nur verbrauchsunabhängige Kosten aufgeführt sind und er Heizung, Warmwasser separat bezahlt hat.

    Dies stimmt soweit auch, ich hatte wohl nur leider keinen Überblick welche Kosten tatsächlich entstehen und habe daher die Nebenkosten gering angesetzt da ich beim Neueinzug von ihm die Kaltmiete schon um 10 Prozent erhöht habe. Sonst wäre die Wohnung wohl zu teuer geworden.

    C. Sagt er Wasser und Abwasser würde er generell nicht den vollen Betrag bezahlen da es einen Wasseraustritt über längere Zeit in seiner Wohnung gab von dem ich wissen würde. Und was mit seiner geforderten Mietrückzahlung und geltend gemachten Arbeitsleistung wäre. Er ist ja ausgezogen und zahlte im Januar noch die volle Miete, leider musste ich ihm einen Tag danach mitteilen das er aufgrund des Wasseraustritt die Toilette nicht mehr nutzen kann. Worauf er von mir eine Rückzahlung forderte,plus eine Rückzahlung für Dezember als ihm das Wasser in das Badezimmer und den Flur lief und zusätzlich wollte er noch Arbeitsleistung ersetzt haben für das Wegwischen des Wassers mehrfach am Tag, die Reinigung nach dem Firmen vor Ort waren usw. Insgesamt waren es glaube ich über 1000 Euro. Ich gebe zu ich habe auf das Schreiben nicht reagiert. Fand es auch völlig überzogen.
    Zumindest ist dieses Thema nach der Abrechnung wieder auf den Tisch.

    Ich denke mal ohne Anwalt werde ich wohl kein Cent sehen, also muss ich es wohl durchziehen.

    Generell interessieren mich eure Meinungen, wie ihr die Sachlage seht und beurteilen würdet. Für mich ist klar das ich mein Geld möchte und dem nicht seine Betriebskosten bezahle.

    Beste Grüße
    Weber
     
  2. AdMan

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  3. #2 anitari, 17.04.2016
    anitari

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    Kurze Antwort:

    Was Du gemeint hast ist egal, entscheidend ist was im Vertrag steht.

    Vermutlich auch mit Anwalt nicht.

    Rat, verbuche die 500 € unter Lehrgeld und achte künftig besser darauf was im Mietvertrag steht bzw. angekreuzt ist/wird.
     
  4. Andres

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    Was interessieren dich dann noch unsere Meinungen?


    Steht sonst irgendetwas zu den Betriebskosten im Vertrag? Andernfalls hat der Mieter ganz einfach Recht: Hier ist eine Pauschale vereinbart. Da der Mieter wohl Heizkosten separat bezahlt, dürfte das auch zulässig sein. Dass du B meinst, wenn du A schreibst, ist nicht das Problem des Mieters.


    Das könnte man tatsächlich prüfen. Im Kern geht es dabei um die Frage, ob du die Vorauszahlungen schuldhaft zu niedrig angesetzt hast oder es einfach nicht besser wusstest bzw. dich unverschuldet geirrt hast.
    Die erste Hälfte klingt nach "nicht besser gewusst", die zweite Hälfte klingt nach Betrug. Da darf man sich nicht wundern, wenn der Mieter solche Gedanken äußert.


    Und auch damit hat der Mieter Recht. Betriebskosten sind nur solche Kosten, die durch den "durch den bestimmungsmäßigen Gebrauch des Gebäudes [...] entstehen" (§ 1 BetrKV), wozu Rohrbrüche und andere Defekte nicht zählen. Die Kosten für das dadurch verlorene Wasser zahlst du, ggf. ist Ersatz durch eine bestehende Gebäudeversicherung möglich, falls Leitungswasserschäden abgedeckt sind.


    Die Minderung ist zulässig, aber nicht um die volle Miete. Ist die einzige Toilette einer Wohnung unbenutzbar, werden oft Minderungsquoten von 50-80 % zugesprochen. Dass der Mieter im Januar dort nicht mehr gewohnt hat, ist dafür unerheblich. Anspruch auf Mietminderung besteht auch, wenn sich der Mieter nicht in der Wohnung aufhält.


    Mängelanzeige ist erfolgt? Hat der Mieter die Minderung der Dezembermiete davor schon einmal erklärt? Ansonsten dürfte hier wohl eine unzulässige rückwirkende Minderung vorliegen - das ist der erste Erfolg für dich.


    Ob die Höhe überzogen war, wäre zu prüfen. Grundsätzlich muss der Mieter aber die Kosten der Beseitigung von Wasserschäden (zumindest sofern er sie nicht selbst verursacht hat) nicht tragen. Das ist wieder einmal ein Job für den Vermieter oder dessen Versicherung.

    Nicht auf solche Schreiben zu reagieren, kann auch mächtig schief gehen. Der Vermieter kommt hier gerne mal in Verzug mit der Mängelbeseitigung, was den Mieter zur Selbstvornahme gegen Kostenersatz berechtigt. Das ist eigentlich noch relativ glücklich für dich ausgegangen.


    Du dürftest eine Kaution haben, knapp 500 € sollten davon abgedeckt sein. Wenn du also wild entschlossen bist, deine Forderungen durchzusetzen, ist für den Moment nichts weiter zu tun als die Nachzahlung mit der Kaution zu verrechnen und auf die Klage des Mieters zu warten. Dass ich das für eine schlechte Idee halte, sollte aus den letzten Zeilen aber ausreichend deutlich geworden sein.
     
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  5. #4 Weberli, 17.04.2016
    Zuletzt bearbeitet: 17.04.2016
    Weberli

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    Ich wollte ihn nicht bewusst täuschen, allerdings wollte ich ihn als Mieter. Er musste aus seiner Wohnung raus, war von meiner total begeistert und hatte einen guten Hintergrund. Alleinstehender Beamter der hier gearbeitet hat und dazu noch ohne Tiere. Und offen gesagt hielt ich ihn für ein bißchen naiv.

    Er kam durch die Vormieter auf die Wohnung, die zahlten 550 Euro kalt. Und ich dachte mir bei der Begeisterung geht da vielleicht etwas mehr, also verlangte ich 600 Euro kalt. Ich merkte das dies wohl auch die absolute Schmerzgrenze war. Darauf sagte ich ihm das wir die Nebenkosten für die Wohnung senken da er seinen Vertrag für die Heizung und das Warmwasser sowieso mit einem Versorger abschließen muss und ja auch alleine dort wohnt. Also machte ich den Vertrag fertig und schrieb deshalb in den Vertrag "Nebenkosten" und ließ das Feld für die Betriebskosten ( Betriebkosten gemäß §2 .... von H&G) welches vorgefertigt war leer. Nannte also Kaltmiete, Nebenkosten und Gesamtmiete. Ich dachte es wäre egal weil ich selbst wenn es eine Nachzahlung gibt ich das Geld sowieso von ihm erhalte, egal welches Feld ausgefüllt ist und ob es jetzt als Betriebskosten oder NK bezeichnet wird. Nun sieht er es eben so das es als Pauschale zu verstehen ist und wenn ich keine Ahnung von meinem Haus habe in Bezug auf die Kosten wäre das mein Problem. Seine Zahlung deckt tatsächlich nur 55 Prozent der tatsächlichen Nebenkosten. Im Vertrag selbst von H&G steht natürlich der Auszug aus dem §2 auf der nächsten Seite.


    Zu dem Punkt mit dem Mietmangel. Als der Mangel auftrat wusste er von diesem erst nichts. Die Mieterin unter ihm rief mich an das sich Schimmel an ihrer Decke bildet. Ich schaute mir dies am gleichen Tag noch an und am nächsten Tag verständigte ich die Versicherung. Das war Ende November 15.

    Nach dem ein Gutachter und eine Sanierungsfirma bei meinem oberen Mieter war um den Schaden zu lokalisieren gab es noch keinen Wasseraustritt in seine Wohnung. Der Riss im verputzen Spülkasten und einem Rohr wurde dann wohl aber immer größer so das Wasser in seine Wohnung ausgetreten ist. Dies teilte er mir fernmündlich mit.

    Da der Schaden nicht ohne weiteres behoben werden konnte und sich die Sanierungsfirma der Versicherung auch gut Zeit ließ durfte mein Mieter ab dem 30.12.15 seine Toilette nicht mehr nutzen und das Wasser wurde abgeklemmt.

    Am 31.12.15 erhielt ich dann persönlich das Schreiben das für den Dezember 15 Prozent Mietmunderung geltend gemacht werden aufgrund des Wasseraustritt in seinem Badezimmer, ab dem 30.12.15 satte 80 Prozent aufgrund der Toilette, hier stützt er sich auf ein Gerichtsurteil. Und zu guter Letzt verlangte er für seine Arbeiten 10 Euro pro Stunde. Was insgesamt mit allem über 1000 Euro ergab.

    Da ich wusste das er im Januar ausziehen wird und die Schadensbehebung in Gang ist reagierte ich nicht und zahlte auch keine Miete zurück. Ich sagte ihm das ich sein Schreiben an meine Versicherung weiterleiten würde und die sich bei ihm melden würden. In der Situation gab er sich damit erstmal zufrieden. Sagte er habe nur Theater in der Wohnung, ständig Handwerker und Dreck zu Hause, plant seinen Umzug und braucht nicht nebenbei noch einen Rechtsstreit.

    Die Kaution von 1200 Euro hat er in bar bei der Übergabe von mir zurück erhalten.
     
  6. Pharao

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    Hi,

    merke dir, auch wenn was auf den ersten Blick evtl. nicht zutrifft im MV, durchstreichen ist die schlechteste Lösung. Desweiteren muss man immer gut aufpassen, wenn man selber was in den MV hinzufügt, denn a) ist nicht alles gültig, nur weil`s im MV steht und b) wie du bei dir auch gut siehst, du meintest was anderes und hast es sehr unglücklich hingeschrieben.

    Wie man das genau zu Bewerten hat, dazu solltest du lieber einen Fachanwalt fragen. Ich bin dazu etwas geteilter Meinung. Auf den ersten Blick würde ich hier auch vermuten, das du eine Pauschale vereinbart hast. Allerdings können wir hier nur dein geschriebenes Bewerten und gelegentlich kommt es schon auf das "Gesamtbild" drauf an.

    "Das ansonsten die Wohnung zu teuer geworden wäre" das klingt aber schon etwas danach, das du absichtlich die monatlichen Nebenkostenvorauszahlung hier zu niedrig angesetzt hast. Wenn es deswegen zu hohen Nachzahlungen beim neu eingezogenen Mieter kommt, also ich meine das es dazu auch schon Urteile zu Gunsten des Mieters gibt.

    500€ Nachzahlung, obwohl da noch nicht mal die Heizung dabei ist (und das ist i.d.R. der größte Posten, der zudem auch noch sehr abhängig vom Mieter oder dem Wetter, etc seinen kann), also da versteh ich durchaus den Mieter, das der sich hier etwas Betrogen fühlt.

    Das hier ein Mietminderungsgrund vorliegt, das dürfte höchstens in der Höhe strittig sein. Allerdings Rückwirkend was geltend zu machen, das könnte m.E. für den Mieter schwer werden durchzusetzen. Aber dies betrifft ja nur die Rückzahlung vom Dezember, weil das andere scheind der Mieter ja "angemeldet" zu haben oder?

    Tot stellen bewirkt gelegentlich genau das Gegenteil was man damit erreichen will bzw. weg ignorieren ist keine Lösung. Ich mein, du musst bei einem Antwortbrief nicht auf jeden Punkt ins Detail eingehen oder ein Roman schreiben, aber garnicht zu reagieren ist natürlich auch nicht die feine englische Art.


     
  7. #6 Pharao, 17.04.2016
    Zuletzt bearbeitet: 17.04.2016
    Pharao

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    Hi,

    und was haben die Vormieter an Nebenkosten bezahlt bzw. wieviele Personen waren das? Ich mein, gerade wenn die Heizung nicht dabei ist, lässt sich das m.E. doch schon gut vorab abschätzen, denn die anderen Posten verändern sich i.d.R. nicht so stark. Ich mein, bis auf das Wasser kann ja nicht mehr soviel nach tatsächlichem Verbrauch abgerechnet werden, sodass der Rest entweder nach Personen, nach Wohneinheit oder nach m2 abzurechnen wäre.

    Das du die Grundmiete auf Kosten der Nebenkostenvorauszahlung erhöht hast, das spricht m.E. durchaus dafür, das du hier mit einer Nachzahlung vom Mieter rechnen musste und sich deswegen hier der Mieter m.E. schon getäuscht fühlen darf von dir.

    Leer stehen lassen ist aber was anders als durchstreichen. Ich mein, oben stand was von Zitat " ...Feld für die Betriebskostenvorauszahlung mit Bezug auf die Betriebskostenverordnung leer und gestrichen ist und stattdessen von mir handschriftlich ...".

    Besser wäre hier aber das Wort "monatliche Nebenkostenvorauszahlung", denn das ist dann eindeutig. Aber wie oben schon geschrieben, wie man das genau bewerten muss, das kann dir ein Fachanwalt besser sagen.

    Wie wäre es hier, wenn du dem Mieter ein Angebot unterbreitest, das für euch beide irgendwie akzeptabel ist :? Ich mein, du hast sicherlich auch keine große Lust auf einen Rechtsstreit mit ungewissen Ausgang bzw. wo deine Karten evtl. nicht so gut sind. Das wäre m.E. einfach die einfachste Lösung um dieses Problem aus der Welt zu schaffen. Wenn der Mieter sich darauf einlässt, dann das aber schriftlich festhalten inkl. Unterschrift von allen Vertragsparteien.

    Das war natürlich auch nicht so ein kluger Zug von dir, denn wie du ja jetzt siehst, musst du deinem Geld hinterher laufen. Desweitern, wie hast du das Geld angelegt, denn Zinsen (auch wenn zu Zeit eher mickrig) gehören m.E. auch dem Mieter und hast du dir dem Empfang wenigstens quittieren lassen?



     
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  8. Andres

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    Ich finde es toll, dass du die Sache offen und ehrlich schilderst, wie du sie siehst. Wenn das hier alle so machen würden ... :top

    Ich habe hier ein paar Sätze von dir zusammengesucht. Lies das nochmal in Ruhe durch (gerne auch mit dem nicht zitierten Rest) und dann folgendes:

    "§ 263 Betrug
    (1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
    [...]"

    Du hast den Mieter über die Miethöhe bewusst in die Irre geführt, denn dir war klar, dass der Mieter an seiner finanziellen Schmerzgrenze kratzt. Bei einem regulären Ausweis der zu erwartenden Kosten, hätte der Mieter die Wohnung deiner eigenen Einschätzung nach eher nicht angemietet. Das ist Betrug. Zu deinem Glück sind einige Tatbestandsmerkmale nicht so einfach zu beweisen, sodass es letztendlich nur um zivilrechtliche Fragen gehen wird.


    Auf Ratespiele habe ich keine Lust. Was steht genau im Vertrag bzgl. der Betriebskosten? Den § 2 BetrKV musst du nicht zitieren, aber da wird ja wohl kaum einfach so und ohne jeglichen Zusammenhang auf der nächsten Seite die Aufstellung der Betriebskostenpositionen folgen.


    Ok, hierbei handelt es sich um eine rückwirkende Minderung, die grundsätzlich unzulässig ist. Es gibt von diesem Grundsatz Ausnahmen, z.B. wenn der Mieter von der Schadensbeseitigung ernsthaft ausgehen durfte, nachdem du mit der Beseitigung des Schadens bereits begonnen hast und die Maßnahmen dann einfach abgebrochen wurden. Für den Moment würde ich davon aber nicht ausgehen.


    Wie oben schon erwähnt, dürfte sich diese Quote im zulässigen Rahmen bewegen.


    Schadensersatz für die eigene Arbeitsleistung ist nur möglich, wenn der Leistung ein Marktwert gegenüber steht. Wenn der Mieter also nicht zufällig Nebenberuflich Putzmann ist, gibt es dafür keinen Ersatz. Er hätte allerdings die Reinigungsarbeiten von einem Externen ausführen lassen und dafür den Ersatz der Kosten fordern können. Daher würde ich mich bei solchen Forderungen nicht zu sehr anstellen - letztendlich kommt dieses Vorgehen billiger.

    Allgemein verstehe ich nicht, warum du bei diesen Forderungen so einen Aufriss machst: Es scheint sich um einen versicherten Schaden zu handeln. Die Minderungen sind sehr wahrscheinlich von der Versicherung abgedeckt. Die Wünsche des Mieters kosten dich also keinen Cent.


    Dann hättest du dir einigen organisatorischen Aufwand sparen können, indem du von Anfang an keine Kaution verlangt hättest. Vor allem dient die Kaution zur Deckung von Ansprüchen, die nach Ende des Mietverhältnisses ent- oder zumindest bestehen. Die Rückzahlung der Kaution bei Rückgabe der Mietsache verhindert das wirksam.

    Das Vorgehen ändert sich damit auf: Für deine Forderungen kannst du zunächst einen gerichtlichen Mahnbescheid beantragen. Da der Mieter aber nicht völlig ahnungslos zu sein scheint, kann man auch gleich zur Klage auf Zahlung schreiten. Der Mieter wird wohl das gleiche tun, wenn er seine Minderung durchsetzen will.
     
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  9. Berny

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    Ich weiss garnicht, was Du eigentlich willst: Hast die Nettomiete erhöht, dafür weniger BK erhalten. Gleicht sich doch annähernd aus, oder...?
     
  10. #9 Weberli, 17.04.2016
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    Ich hätte wirklich nicht gedacht das mein Mieter wirklich so gute Karten hat und das hier so gesehen wird.

    Die Vormieter lebten zu zweit in der Wohnung und haben jährlich 360 Euro mehr an Nebenkosten gezahlt, die mussten allerdings auch 113 Euro nachzahlen.

    Natürlich gleicht die erhöhte Miete die Nebenkosten aus, ich möchte allerdings Geld verdienen durch die Vermietung.

    Meine Versicherung zahlt es nicht, Grund hierfür ich habe die mit Schimmel betroffene Wohnung selber saniert und da sich die sanierungsfirma zu viel Zeit gelassen hat bin ich auch im Badezimmer oben drüber selber tätig geworden.

    Ich habe hier alles gelesen und meinem Mieter das Angebot gemacht auf 50 % der Nebenkosten zu verzichten und ihm auch gesagt das die Versicherung es nicht zahlt und er deswegen von der Versicherung nichts gehört hat.

    Die Antwort:

    "Du schickst mir eine völlig überzogene Abrechnung die dir nicht mal zusteht und bist so großzügig mir 50 Prozent zu erlassen? Nochmal, wir haben eine Pauschale vereinbart. Mit der Zahlung dieser Pauschale sind die Kosten abgegolten. Aber ich möchte dazu noch etwas sagen, selbst wenn du einen Richter findest der dir deine Vorauszahlungstheorie abkauft, was glaubst du wielange ich brauche um deine Abrechnung auf 50 Prozent zu kürzen ohne dein Angebot jetzt?

    Die ist das Papier nicht wert auf dem sie gedruckt ist. Die gezahlte Pauschale wäre kostendeckend wenn man seiner Phantasie nicht so viel Freiraum gibt.

    Beispiel, 10 Euro im Monat für die Satellitenschüssel? Wo holst du die bitte her?

    Und dazu sage ich dir noch etwas, die Satellitenschüssel wird normalerweise mit dem Allgemeinstrom betrieben nicht wahr? Wie kommt es dann das ich 1 Jahr lang die Schüssel auf meinem Strom hatte? Vertraglich haben wir nichts darüber vereinbart und gewusst habe ich es auch nicht. Das war Zufall, nämlich als ich ausgezogen bin und meine Sicherungen bzw. den FI rausgenommen habe, plötzlich standen ganz aufgelöste Nachbarn vor mir, sie können kein TV mehr schauen.

    Unwissentlich wurde für die Allgemeinheit mein Strom verwendet. Sind wir wieder im Bereich des Betrugs.

    Bitte erklär mir noch was, beim Einzug hattest du keine Ahnung wie groß die Wohnung ist. Wir haben vertraglich auch keine Größe vereinbart. Als ich auszog schriebst du in deine Anzeige das sie 65 Quadratmeter groß ist und in der Abrechnung ist sie dann plötzlich fast 80? Wie geht denn so was? Die Wohnung ist im Leben keine 80 Quadratmeter groß. Das war vielleicht früher mal die Nutzfläche des Dachbodens aber garantiert nicht die Wohnfläche. Immer dieses ich weiß nicht, wenn es um Geld geht weißt du dann plötzlich sehr gut.

    Es erhärtet sich immer mehr das du mich abzocken willst.

    Übrigens sage ich dir das es mich nicht interessiert was deine Versicherung macht. Wir Beide haben den Vertrag und ich erwarte das mir endlich das Geld zugeht. Ich habe dafür gesorgt das dein Haus nicht absäuft und konnte 4 Wochen nicht mal aufs Klo und dafür ernte ich Undank und eine unverschämte Abrechnung und jetzt so ein unverschämtes Angebot.

    Nichts für Ungut. Von mir aus schick mir Mahnungen, verklag mich oder was auch immer, damit machst du dich lächerlich, nicht ich. Ich will nur das was mir zusteht und was das ist kannst du meinem vier seitigen Schreiben vom 31.12 entnehmen. Sieht vor Gericht bestimmt auch gut aus das du darauf bis heute nicht reagiert hast. 100 Prozent Miete dafür das man 8 Wochen Theater hat, 4 Wochen nicht mal ein Wochenende wegfahren kann weil man ansonsten in der Wohnung schwimmen könnte und dann 4 Wochen nicht mal normal auf Klo kann. Über deinen Silikon Pfusch an der Toilette rede ich erst gar nicht."
     
  11. #10 immobiliensammler, 17.04.2016
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    Meine bescheidene Meinung:

    Der Mieter hat mit dem was er schreibt völlig Recht!
     
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  12. #11 anitari, 17.04.2016
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    Das wird im E-Fall auch ein Richter so sehen.

    Noch mal, verbuch es unter Lehrgeld und achte künftig darauf was im Mietvertrag steht bzw. was Du dort ankreuzt/ausfüllst.

    Und noch ein Tip für die Zukunft, mit Mietern nicht zu persönlich/freundschaftlich werden.
     
  13. Nanne

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    Ein interessanter Beitrag.

    Sehe ich genau so.
     
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  14. #13 Weberli, 17.04.2016
    Weberli

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    Ja zu persönlich sollte es wohl nicht werden. Aber man ist ja sonst sehr gut klar gekommen.

    Ich habe noch folgendes an ihn gemailt.

    "Bitte realistisch bleiben!Kein mir bekannter Vermieter vereinbart eine Pauschale.Selbst der BGH räumt ein das man als Vermieter nicht verpflichtet ist "realistische" Vorauszahlungen zu verlangen.Keiner kennt den Verbrauch des Mieters vorher.Daher überweise mir bitte 50 % der Forderung also 245,50 und die Sache ist vom Tisch.Haben wir beide durch das Missverständnis einen Teil getragen."

    Die Antwort.

    "Es ist unglaublich, man hat das Gefühl mit einer Wand zu reden. Kein Wort dazu warum ich 120 Euro im Jahr für die Satellitenschüssel zahlen sollte, kein Wort zu dem Thema des Stroms und mal wieder kein Wort zu meiner Forderung.

    Ich kenne sogar das Urteil des BGH, ist auch absolut richtig das Urteil. Nur wir reden hier von Kosten die man durchaus kennt oder kennen sollte. Die Mieter vorher haben mehr gezahlt als ich und das reichte schon nicht aus. Also erkenne ich hier ganz klar Vorsatz.

    Spielt auch alles keine Rolle, es ist noch immer eine Pauschale vereinbart gewesen. Wie willst du dich da raus reden? Selbst bei der Wohnungsübergabe beim Auszug kam kein Wort zu einer Abrechnung. Du hast nach Schäden geschaut und mir meine Kaution zurückgezahlt. Haben wir den Wasserzähler zusammen abgelesen? Hast du mich nach meiner neuen Adresse gefragt? NEIN.

    Du hast mich Wochen später angerufen das du um die Sache mit der Versicherung zu regeln meine neue Adresse brauchst. Zwei Tage nach deinem Anruf habe ich eine Abrechnung im Briefkasten und höre heute das die Versicherung nicht zahlt. Also war es auch noch gelogen.

    Hör auf mir irgendeinen Müll zu erzählen. Du wärst gut beraten gewesen die Sache mit mir zu klären. Morgen früh sorge ich für einen Termin beim Anwalt, mir reicht es jetzt endgültig, sollen es andere Instanzen klären, mit dir ist das ja nicht möglich. Bekommst den Hals wohl nicht voll."


    Dann warte ich mal ab was da kommt von seinem Anwalt.
     
  15. #14 anitari, 17.04.2016
    anitari

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    Das Gefühl habe ich grad auch.
    Hast Du aber unklugerweise. Im Klartext blöderweise.

    Ich bin dann mal raus hier. Weberli ist mir zu bl... bzw. zu begriffsstutzig ...
     
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  16. Duncan

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    Das geht den meisten hier so, einige müssen sogar.

    Dazu ist es hilfreich, wenn man große Kostenfallen vermeidet, hier sind Rechtsberatungskosten sowie Prozesskosten ganz schnell ein erheblicher Posten.
    Eine Voraussetzung dafür ist, dass man die Grundzüge des Mietrechts mal gehört hat. Das scheint an dir vollkommen vorbeigegangen zu sein.
    Bisher ist die Argumentation deines Mieters in sich schlüssig und mit dem geltenden Recht zu vereinbaren, deine hingegen nicht!
    Ich sehe weniger Ansprüche deinerseits gegenüber deinem Mieter als vielmehr, dass dein Mieter noch gültige Ansprüche gegen dich hat. An deiner Stelle wäre ein Vermeiden eines Rechtsstreites um nahezu jeden Preis nicht die schlechteste Strategie, wenn du vor dem falschen Amtsrichter so argumentierst wird dir nicht nur das Urteil nicht gefallen...
    Könnte ein roter Aktendeckel mit deinem Namen drauf bei rumkommen.
     
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  17. #16 immobiliensammler, 17.04.2016
    immobiliensammler

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    Und wenn wir schon beim Versagen des Vermieters sind: Du hast 1.200 Euro Kaution bekommen und zahlst 1.200 Euro Kaution zurück - sind denn keine Zinsen angefallen? Etwa weil die Kaution icht angelegt wurde - oh, oh, der Staatsanwalt kommt näher!
     
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  18. #17 sara, 17.04.2016
    Zuletzt bearbeitet: 17.04.2016
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    das frage ich mich allerdings auch!
    Denn für die Satellitenschüssel gibt es keine laufenden Kosten.
    Dass der Strom für die Anlage, auch noch an dieser Wohnung angeschlossen ist... :16:

    diesen Rat von Duncan kann ich bei dem was du geschildert hast auch nur geben.
    Aber das ist wohl nun zu spät, wenn bald das Anwalt-Schreiben des Mieters vorliegt....
     
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  19. Berny

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    Hauptsache, er hält uns weiterhin auf dem Laufenden - muss da gerade an den König A. denken...:013sonst:
     
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  20. #19 Weberli, 17.04.2016
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    So habe ich das bisher alles noch nie gesehen.Ich habe das alles immer nach dem Grundsatz "wo kein Kläger, da kein Richter" gehandhabt.Wollte die Abwicklung möglichst unkompliziert halten,deshalb auch die Rückzahlung bei Auszug.Hatte bisher auch noch niemand ein Problem mit.

    Die 120 Euro im Jahr sind die Benutzungsgebühren die ich in Rechnung stelle für die Anlage.Ich habe mir die Wohnung damals selber ausgebaut und auch die Sat-Anlage installiert.Als ich ausgezogen bin um die Wohnung zu vermieten habe ich an den Strom ehrlicherweise gar nicht gedacht.
     
    Syker gefällt das.
  21. #20 Tobias F, 17.04.2016
    Tobias F

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    GEEEIIIIILLLLL - so lange die anderen mitspielen ;-)


    120.- EUR Benutzungsgebühr je Wohnung?
     
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Streit mit Mieter über Betriebskostenabrechnung

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