Streit um Mietsache: Teppich vs. Laminat

Dieses Thema im Forum "MV - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von irene_dresden, 09.05.2006.

  1. #1 irene_dresden, 09.05.2006
    irene_dresden

    irene_dresden Gast

    Einen schönen guten Abend allerseits,

    ich habe ein Problem mit meinem Vermieter (was sonst...). Und zwar folgendes: Ich bewohne seit anfang März ein Zimmer in einer 3er WG. Meine Vormieterin habe ich vor dem Einzug nie gesehen - es fand also keine Zimmerübergabe statt. Unabhängig vom Zustand des Zimmers (der mir damals nicht bewusst war), wollte ich vor meinem EInzug Laminat in mein Zimmer legen. Nach Rücksprache mit meinem Vermieter durfte ich das tun, sollte aber darauf achten, dass keine Kante zum Flur hin entsteht. Also bin ich vor Einzug hin und mich traf der Schock: Der Teppich (Mietsache!) sah aus wie sau: große Flecken und Abnutzungserscheinungen (Druckstellen von den Möbeln). Der Teppich hat schon gute 8 Jahre auf dem Buckel. Wir haben Fotos gemacht und das Laminat verlegt. Daraufhin bin ich zum Vermieter und hab ihm die Tatsachen geschildert (und die Fotos gezeigt). Ich wollte das Laminat bezahlt haben, weil mittlerweile war's ja keine "Schönheitsreparatur" mehr, sondern ein MUSS. Insgesamt waren es 124 EURO (Quittungen vorhanden). Der Vermieter meinte dann, er würde aufgrund des "Verfallsdatums" vom Teppich die Hälfte tragen, die andere Hälfte müsse meine Vormieterin tragen, aufgrund der Beschädigung (die Flecken). Er wollte das mit ihr klären.

    Nach einem Monat habe ich ihn nun wieder angerufen, um zu erfahren, was der Stand der Dinge ist. Er meinte nur knapp, dass sich meine Vormieterin nicht damit einverstanden erklärt habe, sie habe ihm Argumente genannt, die er nicht nachvollziehen könne (er ist Rechtsanwalt!). Damit war er mit mir fertig, meinte noch, dass er weiterhin seine Hälfte zahlen würde, die andere müsse ich selbst tragen.

    Nun fühle ich mich total verarscht und denke, er hat kein Recht, und müsste eigentlich für die gesamten Kosten aufkommen - Muss er? Hab ich da irgendwelche Ansprüche? Er meinte auch, man könne das von der Vormieterin nicht einklagen, diesen Prozess würden wir nicht gewinnen.

    Ach, und er hat mir zum Vorwurf gemacht, dass ich ihr die Kaution bereits ausgezahlt hätte (341 Euro). Das hab ich gemacht, NACHDEM ich eingezogen war, aber BEVOR ich zum Vermieter bin. Und nun meint er, hätte er aufgrund dessen nichts mehr in der Hand --> aber die Kaution darf er doch wegen sowas eh nicht einbehalten, oder?? Vor allem, weil die Kaution gar nicht mehr über ihn geht, sondern wir das von Mieter zu Mieter selbst machen müssen...

    Es wäre wirklich toll, wenn sich jemand finden würde, der sich entweder ein bissl mit der Thematik auskennt oder mir nen Tipp gibt, wo ich evtl. Informationen diesbezüglich her bekomme, um mir ein wenig Rückendeckung zu beschaffen, bevor ich in die Offensive gehe. Weil auf mir sitzen lassen tu ich das nicht!

    Vielen Dank schon im Voraus

    Irene
     
  2. AdMan

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  3. Capo

    Capo Erfahrener Benutzer

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    Du baust ein Laminat ein und willst das jetzt bezahlt haben? Der Vermieter handelt richtig und: Ja, wahrscheinlich würde er den Prozess verlieren, weil das normale Wohnspuren sind. Das hat der Mieter und Vermieter zu akzeptieren. Wenn du dagegen vor gehen willst, wird das nur mit einem Anwalt gehen.
     
  4. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Wofür suchst Du denn Rückendeckung? Für die Verbreitung des Wahnsinns? :lol

    Wenn ich mal versuche, die Sachverhaltsdarstellung durch Spekulationen zu vervollständigen, gibt es in einem bestehenden Mietverhältnis einen Wechsel der beteiligten Personen auf Mieterseite. Eine Person scheidet als Mieter aus, eine andere Person tritt als Mieter in das Mietverhältnis ein. Damit ist offensichtlich, dass Rechte und Pflichten aus dem bestehenden Mietverhältnis von der ausscheidenden Person auf die neu eintretende Person übergehen. Ein Anspruch des Mieters gegen den Vermieter auf Beseitigung normaler Gebrauchsspuren gibt es nicht. Wenn sich die angebliche Abnutzung dann auch noch auf Druckstellen beschränkt, scheint sich der angebliche Weltuntergang doch auf ein eher untergeordnetes Ereignis zu reduzieren. Rein speklutativ würde ich hier zunächst von der weit verbreiteten asymmetrischen Mieterbewertung ausgehen. Man könnte auch als Selbstverständlichkeit ansehen, dass es keinen Anspruch des Mieters auf Beseitigung irgendwelcher vom Mieter verursachter Schäden durch den Vermieter gibt.
    Es ist übrigens auch völlig unerheblich, ob Abnutzung oder Schäden durch den ausscheidenden oder den neu eintretenden Mieter verursacht wurden.

    Falls ich die tatsächlichen Verhältnisse mit meinen Spekulationen auch nur annähernd zutreffend einschätze, wird es keinen Mangel der Mietsache und damit auch keine Instandsetzungpflicht des Vermieters geben. Das Vermieterangebot zur Übernahme der Hälfte irgendwelcher Kosten dürfte damit schon ein Entgegenkommen ohne jegliche rechtliche Verpflichtung gewesen sein.
     
Thema: Streit um Mietsache: Teppich vs. Laminat
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