Stromkostennachforderung

Dieses Thema im Forum "Betriebs- und Heizkostenvorauszahlung" wurde erstellt von Exvermieter, 15.03.2012.

  1. #1 Exvermieter, 15.03.2012
    Exvermieter

    Exvermieter Gast

    Hallo in die Runde,

    ich hole einmal ganz weit aus: Mein Partner hat zum 1.1.2011 sein Mehrfamilienhaus verkauft, bis dahin waren bereits alle Vormieter ausgezogen. Die Stromkosten wurden von allen Mietparteien selbst bezahlt, d. h. Anmeldung und Abmeldung erfolgte über die Mieter. Nun ist offensichtlich in einem Zeitraum von 8 Jahren für einen Stromrechner überhaupt keine Abrechnung erfolgt, dies ist dem Stromanbieter jedoch auch nicht aufgefallen. Die Stromkosten, die in diesem Zeitraum angefallen sind, bewegen sich in fünfstelliger Höhe.

    Meine Frage: Kann der Stromanbieter den Gesamtbetrag wirklich nachfordern? Das hätte doch schon viel früher auffallen müssen, wie konnte so lange Strom ohne Bezahlung geliefert werden. Ist der ehemalige Hauseigentümer für diese Kosten wirklich haftbar, obwohl er die Wohnung nicht selbst bewohnt hat. Kann man die ehemaligen Mieter belangen? Es gibt keine schriftlichen Aufzeichnungen über die Zählerstände bei Ein- und Auszug.

    Danke schon einmal für Eure Hilfe.

    Lieben Gruß
    Steffi
     
  2. AdMan

    Schau mal hier in diesem Ratgeber. Dort findet man viele Antworten!

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2 Pharao, 15.03.2012
    Zuletzt bearbeitet: 15.03.2012
    Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    24.01.2012
    Beiträge:
    7.861
    Zustimmungen:
    508
    Hi Exvermieter,

    ich eigentliche Frage dürfte hier eher sein, wann greifen die Verjährungsfristen ?

    Ich meine, nach 8 Jahre kann der Stromanbieter seine Rechnung auch nicht mehr 1 zu 1 weiterleiten und du kannst diese auch nicht weiter an die damaligen Mieter weiterreichen, da üblich nach 3 Jahren eine Verjährung eintritt (§195 BGB). Danach greift der §214 BGB wo es heißt: "Nach Eintritt der Verjährung ist der Schuldner berechtigt, die Leistung zu verweigern"

    D.H. meines Erachtens kann der Stromanbieter max für die letzten 3 Jahre hier was fordern, aber nicht für die 8 Jahre.
     
  4. #3 Ex-Vermieter, 15.03.2012
    Ex-Vermieter

    Ex-Vermieter Gast

    Danke :-)

    Vielen Dank für diese Information, sie ist sehr hilfreich! Das heißt im Klartext - da wir heute diese Mitteilung bekommen haben - dass maximal Forderungen für den Zeitraum 1.1.2009 bis heute gestellt werden können (wobei der Zeitraum vom 1.1.2011 bis heute ja bereits zu Lasten des neuen Eigentümers geht und auch mit Endzählerständen belegt ist) - Klartext, es können rein rechtlich nur 2 Jahre von uns (oder den damaligen Mietern) nachgefordert werden, korrekt?

    Viele Grüße
    Steffi
     
  5. Andy42

    Andy42 Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    26.11.2009
    Beiträge:
    28
    Zustimmungen:
    0
    Auf wem war der Stromzähler angemeldet? Auf den Vermieter oder auf dem
    Mieter. Es ist so wenn es der Mieter war, muss auch der Mieter die Kosten
    Zahlen. Aber bei einer ordentlichen Abmeldung seitens des Mieters kann der Mieter
    nicht zu Zahlung heran gezogen werden. Was auch auffällt ist das die Grundgebühr des Zählers
    jedes Jahr anfällt und spätesten nach einem Jahr hätte sich der Stromanbieter melden müssen.
    Bei einer Totalen Stilllegung des Zähler wir in der Regel der Zähler ausgebaut oder aber verplombt.

    Andy
     
  6. #5 Ex-Vermieter, 15.03.2012
    Ex-Vermieter

    Ex-Vermieter Gast

    So wie es aussieht, gibt es für die Zähler für den genannten Zeitraum keinen Vertrag. Diesen hätte der damalige Mieter abschließen müssen, hat dies aber wohl nicht getan. Der Vermieter (mein Lebensgefährte) hat keinen Nachweis über den Abschluss eines Vertrags gefordert (... daher denke ich, dass es schwierig wird, den Mieter zu belangen?). Der Stromanbieter hat aus welchen Gründen auch immer über den gesamten Zeitraum Strom geliefert (lt. telefonischer Vorabauskunft etwa 70 kW/h) und keine Rechnungen gestellt. Dies ist aber jetzt erst aufgefallen. Wir warten noch auf die schriftliche Bestätigung des Vorgangs nach abschließender Klärung durch den Stromanbieter, das o. g. wurde uns heute sehr überraschend telefonisch mitgeteilt. Wie gesagt, das Haus wurde schon am 1.1.2011 verkauft ...
     
  7. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    24.01.2012
    Beiträge:
    7.861
    Zustimmungen:
    508
    Hi,

    das heißt im Klartext ==> Hier hab garkeinen Brief erhalten, wenn das nicht per Einschreiben kam :91:

    Ich würde an eurer Stelle damit mal zu einem Anwalt gehen und mich da genau beraten lassen. Ich mein, kein Vertrag ==> dann sehe ich mich auch nicht gewungen da irgendwas zu bezahlen.
     
  8. Heizer

    Heizer Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    14.10.2006
    Beiträge:
    2.396
    Zustimmungen:
    0
    Das ist so nicht ganz richtig.

    Die Verjährungsfrist beginnt erst mit Ablauf des Jahres in dem die Forderung erhoben wird. Sprich also Ende 2012. Das EVU hat also bis Ende 2015 Zeit die Forderung geltend zu machen.

    Es steht nirgends geschrieben, dass eine Stromtarifabrechnung nicht über einen 8 Jahreszeitraum gehen darf. Außer es wurde vertraglich eine jährliche Abrechnung wirksam vereinbart.

    Allerdings denke ich, dass es bei einem Rechtsstreit auf einen Vergleich hinauslaufen würde.

    So oder so ist aber in jedem Falle der Eigentümer haftbar, da es sich auch um seine Anlage handelt. Ob er dort gewohnt hat oder nicht ist unerheblich.
     
  9. #8 Pharao, 15.03.2012
    Zuletzt bearbeitet: 15.03.2012
    Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    24.01.2012
    Beiträge:
    7.861
    Zustimmungen:
    508
    Hmm ?

    Aber es muss doch noch was geben, das man nicht bis zum "Sankt Nimmerleinstag" noch einem was in Rechnung stellen kann. Ich dachte genau dazu wäre die Verjährung zutreffend.
     
  10. Andy42

    Andy42 Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    26.11.2009
    Beiträge:
    28
    Zustimmungen:
    0
    Nun 70KW ist nun doch nicht die Welt 0,22*70KW= 15,4€
     
  11. #10 Ex-Vermieter, 16.03.2012
    Ex-Vermieter

    Ex-Vermieter Gast

    Sorry, 70.000 kW/h sollte es heißen ... das sind immerhin so um die 15.000 Euro, also eine Menge Geld :-/

    Ja, wir denken inzwischen auch, dass wir uns anwaltlich beraten lassen sollten. Es gibt zwar jede Menge Referenzurteile im Netz, bei denen die Verjährungsfrist wohl gegriffen hat - aber der Beitrag von Heitzer macht uns doch ein wenig nervös. Ganz ehrlich gesagt, so viel Geld auf einen Schlag haben wir auch nicht mal so eben verfügbar, für uns war die Angelegenheit nun wirklich abgeschlossen und dann nach so langer Zeit so eine Nachricht!

    Euch schon einmal ganz lieben Dank für die Anmerkungen und Infos!

    LG
    Steffi
     
  12. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    24.01.2012
    Beiträge:
    7.861
    Zustimmungen:
    508
    Hi,

    also bei dem Betrag solltet ihr euch auf jeden Fall anwaltlich Beraten lassen !

    Der Beitrag von Heitzer irritiert mich auch ganz schön. Aber eigentlich würde das ja keinen Sinn machen, wenn eine Verjährung erst das laufen anfängt, wenn man eine Rechnung bekommt.

    Im §199 BGB heißt es dazu auch:
    Der Anspruch ist vor 8 Jahren entstanden. Und das es der Firma erst nach 8 Jahren auffällt, das hier noch Rechnungen offen sind, das halte ich für grobe Fahrlässig. Sorry, aber normale Zeiträume wären monatliche Abschläge bzw jahrliche Endabrechnungen.
     
  13. Heizer

    Heizer Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    14.10.2006
    Beiträge:
    2.396
    Zustimmungen:
    0
    Ja und genau das ist der Punkt. Der Eigentümer hat hier nämlich eine Mitwirkungspflicht. Das macht aber fast niemand. Dennoch kann das zum Bummerang werden.

    Dem Versorger Fahrlässigkeit nachzuweisen ist nahezu unmöglich.

    Dennoch enden solche Geschichten meist mit einem Vergleich.

    Hatte ich damals, als ich noch direkt für die Stadtwerke gearbeitet habe, einige Male durch. Und da ging es u.a. auch in einem Fall bei einer Brauerei um einen Schaden von ca. 200.000€ für Gas. Letztendlich hatte man sich außergerichtlich auf Schadensteilung geeinigt.
     
  14. #13 Papabär, 23.03.2012
    Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    16.12.2010
    Beiträge:
    5.717
    Zustimmungen:
    425
    Ort:
    Berlin
    Hm ... wann entsteht ein Anspruch? Mit Leistungserbringung - oder mit Rechnungslegung?
    eine Antwort auf diese Frage habe ich gerade im www. gesucht ... und bin dabei auf eine recht umfassende Antwort gestoßen, die m.E. genau auf Steffi´s Problematik zu passen scheint. Drück mich!
     
  15. Heizer

    Heizer Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    14.10.2006
    Beiträge:
    2.396
    Zustimmungen:
    0
    Mein Reden.

    Der Anspruch entsteht erst mit Rechnungsstellung. Und auch hier beginnt erst die Frist zu laufen.
     
  16. #15 Ex-Vermieter, 27.03.2012
    Ex-Vermieter

    Ex-Vermieter Gast

    Kurze Rückmeldung

    Hallo in die Runde,

    vielen Dank noch einmal für die zahlreichen Rückmeldungen - leider haben wir das angekündigte Schreiben vom Stromversorger noch nicht erhalten und konnten daher noch nicht aktiv werden.

    Ich melde mich aber auf jeden Fall, sobald es etwas Neues gibt.

    Viele Grüße
    Steffi
     
  17. #16 Ex-Vermieter, 27.03.2012
    Ex-Vermieter

    Ex-Vermieter Gast

    Zwischenstand

    Hallo in die Runde,

    vielen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen - super, wie viel Hilfe man hier bekommt (obwohl ich natürlich auf rosiger Aussichten gehofft habe, seufz)!!!

    Leider gibt es noch nichts Neues, das Schreiben vom Stromversorger ist noch nicht bei uns eingetroffen. Ich melde mich aber, sobald ich Näheres weiß.

    Viele Grüße
    Steffi
     
  18. #17 Pfälzerin, 08.01.2013
    Pfälzerin

    Pfälzerin Gast

    Resultat?

    Hallo Steffi,

    ich bin beim Suchen auf Euren Chat gestossen und wollte wissen, wie der Ärger mit
    dem Stromversorger ausgegangen ist. Bei mir steht gerade genau dasselbe an,
    mein (mittlerweile verstorbener) Mieter hatte auch sechs Jahre keinen Strom bezahlt.
    Habt Ihr Euch anwaltlich beraten lassen?

    Beste Grüße, Barbara
     
  19. #18 Ex-Vermieter, 28.08.2013
    Ex-Vermieter

    Ex-Vermieter Gast

    Noch immer keine Neuigkeiten

    Ich wollte mich nur kurz zurückmelden mit der Info, dass es noch kein abschließendes Ergebnis gibt - der Fall liegt jetzt beim Anwalt, nachdem der Versorger Rechnungen geschickt hat, die selbst für den fachlich spezialisierten Anwalt nicht nachvollziehbar waren.

    Seit April gibt es auf das Anwaltsschreiben keine Reaktion seitens des Versorgers. Wir üben uns also in Geduld ...

    Lieben Gruß
    Steffi
     
  20. Pitty

    Pitty Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    30.12.2012
    Beiträge:
    3.277
    Zustimmungen:
    319
    Ich hoffe, dass Ihr damit durchkommt. Warten heißt bestimmt was gutes. :21:
     
  21. #20 Exvermieter, 21.02.2014
    Exvermieter

    Exvermieter Gast

    Wir warten ...

    ... übrigens immer noch!

    Liebe Grüße
    Steffi
     
Thema: Stromkostennachforderung
Besucher kamen mit folgenden Suchen
  1. strom nicht angemeldet verjährung

    ,
  2. wie lange kann eine stromrechnung nachgefordert werden

    ,
  3. verjährung stromrechnung

    ,
  4. keine stromrechnung verjährung,
  5. verjährungsfristen stromrechnung,
  6. verjährung stromlieferung,
  7. verjährungsfristen bei stromlieferung,
  8. verjährungsfristen stromkosten,
  9. stromrechnung nach 5 jahren,
  10. verjährung stromkosten,
  11. verjährungsfristen strom,
  12. stromrechnung verjährungsfrist,
  13. stromrechnung verjährungsbeginn,
  14. stromrechnung nach 3 jahren,
  15. verjährung forderungen strom,
  16. verjährungsfristen stromversorger,
  17. verjährungsfrist stromrechnung,
  18. verjährungsfrist stromabrechnung,
  19. verjährungsfristen forderungen stromrechnung,
  20. verjährung stromabrechnung,
  21. stromabrechnung verjährung,
  22. strom verjährung,
  23. verjährungsfristen stromabrechnung,
  24. stromrechnung verjährung,
  25. verjährungsfrist stromkosten