Stromzähler

Dieses Thema im Forum "Modernisierung und Sanierung" wurde erstellt von Liebig, 19.06.2009.

  1. Liebig

    Liebig Neuer Benutzer

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    Hallo,
    wir haben ein Haus gekauft (Bj 1962), in dem sich die Stromzählerkästen im Treppenhaus befinden. Alle anderen sind vorhanden. Teilweise sind es alte Zähler, teilweise sind es neue mit Digitalanzeige. Einer der Zähler war ausgebaut. Um diesen wieder einzubauen, verlangt das EVU, dass wir den Einbau durch einen Elektro-Meisterbetrieb veranlassen.
    Jetzt war ich mit einem Meister vor Ort. Der sagt, dass der Einbau eines Zählers nicht mehr genehmigungsfähig wäre, weil es jetzt andere Anforderung an die Ausstattung von Zählerkästen gibt. Die vorhandenen Kästen sind aus Metall, das wäre nicht mehr zulässig. Ausserdem müssten noch zusätzliche Komponenten in dem Kasten montiert werden, dadurch müsste dieser jetzt größer sein als der Alte.
    Auf die Frage, warum in den anderen Kästen teilweise neue Zähler montiert sind, sagt er, bei direktem Auswechseln des Zählers alt gegen neu gäbe es eine Art Bestandsschutz. Dieser gilt aber nicht, wenn ein Zähler einmal nur ausgebaut sei und der neue Zähler erst später eingebaut wird.
    Ich konnte gerade noch verhindern, dass er mir eine komplette Erneuerung der Elektroanlage verkauft. Aber auf den Austausch des Zählerkastens besteht er.
    Frage: Lohnt es sich, noch eine zweite Meinung einzuholen oder entspricht die Argumentation den Tatsachen. Mir kommt es jedenfalls reichlich komisch vor.
    Falls es zur Sache beiträgt: Standort der Immobilie ist NRW.
     
  2. AdMan

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  3. #2 lostcontrol, 19.06.2009
    lostcontrol

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    nein, das stimmt schon so.
    wenn du heute an der elektrik irgendwas machst, ist der elektriker verpflichtet dies nach dem aktuellen stand auszuführen. drum mag ja kaum ein vermieter da drangehen, die maßnahmen werden immer ruckzuck enorm teuer, wenn es sich um älteren bestand handelt.

    aber aus mieterperspektive würde ich dir empfehlen das machen zu lassen - schlaue mieter schauen sich durchaus auch gerne mal die zählerkästen an, und wenn dann noch alte keramik-sicherungen drin sind oder überhaupt irgendwelches chaos, dann stehst du schlecht da...

    ist das ein reiner zählerkasten oder sind da auch die wohnungs-sicherungen drin?
    falls da auch die sicherungen drin sind, würde ich mir überlegen die in die wohnungen verlegen zu lassen...
     
  4. Capo

    Capo Erfahrener Benutzer

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    Nicht nur Elektrik, auch bei den anderen Gewerken gibt es nur den Bestandsschutz.

    In deinem Fall wäre das wie folgt:
    Alle Zähler sind vorhanden, jedoch ist einer gesperrt. um den Strom wieder strömen zu lassen, muss der vorhandene Zähler nur angeschlossen werden. alles andere bleibt bestehen.

    Weil aber ein neuer Zähler rein muss, müssen die aktuellen Regeln der Technik beachtet werden. Also alles, das den neuen Zähler betrifft, muss angepasst werden.

    alltäglicheres Problem: auf die bestehende Elektro-Inst soll ein E-Herd geklemmt werden: Die Verteilerdose entspricht schon lange nicht mehr den aktuellen Anforderungen. ÄNDERN! Die Leitungen sind auch nicht mehr aktuell -> ÄNDERN ! Die Absicherung eines E-Herdes verlangt XX Ampere - nicht vorhanden. Wird eingerichtet. Sicherungskasten genügt nicht mehr den aktuellen Regeln -> ÄNDERN! (FI-Schalter einbauen etc).

    Mit anderen Worten: durch die kleine Maßnahme eines E-Herdanschlusses hat man schnell 15.000€ an der Backe, weil die komplette Inst geändert werden muss.

    Jetzt weiß jeder, warum Vermieter nur ungern etwas ändern oder neu einbauen ;)
     
  5. #4 lostcontrol, 19.06.2009
    lostcontrol

    lostcontrol Erfahrener Benutzer

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    jepp, kann ich aus eigener leidvoller erfahrung nur bestätigen!
    mittlerweile sind wir so weit, dass wir bei general-sanierung bzw. -modernisierung von wohnungen (was bei uns eigentlich selten vorkommt, wir vermieten ja eigentlich immer unrenoviert, aber ab und an muss so 'ne wohnung dann halt doch mal "richtig" modernisiert werden) grundsätzlich den strom vom elektriker durchchecken lassen. bedeutet leider jedes mal 'ne giga-rechnung, aber nichts ist ärgerlich wenn du grad frisch tapeziert und gestrichen hast und es stellt sich dann beim kücheneinbau raus, dass die komplette elektrik ausgetauscht werden muss.
    aber mittlerweile sind wir so gut wie "durch" damit, es ist also land in sicht.

    unsere mieter freuen sich jedenfalls immer, wenn man ihnen ein dokument vorlegt, das bestätigt dass die elektrik auf dem aktuellen stand ist. gehört dann natürlich auch wieder zu den vorteilen einer wohnung mit denen man punkten kann.
     
  6. #5 Selbstnutzer, 20.06.2009
    Selbstnutzer

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    Moin,

    es gibt für alte Elektrik keinen Bestandsschutz!
    Und weil es diesen nicht gibt, muss bei Änderungen der Installation eben immer die aktuelle Normenlage als zu erreichender Standard angesehen werden.
    Es gibt für Altanlagen, die der Norm zum Errichtungszeitpunkt entsprechen, lediglich keine Anpassungspflicht.

    Genau aus diesem Unterschied heraus ist es so, dass man eine Altanlage zwar jederzeit reparieren lassen kann, aber eben nicht erweitern.

    Der Austausch einzelner Betriebsmittel ist dabei immer zulässig.

    Ein neuer Herd ist also immer möglich und kostet auch nicht viel, wenn doch höhere Kosten entstehen, dann weil die Anlage so hätte noch betrieben werden dürfen bzw. weil der neue Herd für den vorhandenen Anschluss schlicht zu groß (von der Leistung ist).
    Das bedeutet ein neuer Herd ist nur in einfachst Installation unmöglich, die mal auf einen Dreiplatten-Herd mit Verriegelung einer Platte und dem Backofen gegeneinander.
    Ab 230V und 25A Absicherung kann bei vorschriftmäßiger Leitung jeder gängige E-Herd betrieben werden, natürlich keine 6 Plattenherde und auch meistens keine Indusktionskochfelder mit Booster-Kochstellen.

    Für den Stromzählereinbau ist entscheidend warum bzw. unter welchen Umständen der alte Zähler ausgebaut wurde.
    Wurde der Zähler wegen einer Anschlusssperre ausgebaut, dann ist es ohne Änderungen möglich, dort wieder einen Zähler setzen zu lassen (vorausgesetzt die Anlage hat einen betriebssicheren Zustand.
    Wurde der Zähler allerdings vollständig abgemeldet, dann hat sich durch die Demontage des Zählers die vorherige (zB) 6 Zähleranlage in eine 5 Zähleranlage gewandelt, es wurde praktisch einer Änderung des Netzanschlussvertrages (der mal bei Ersterstellung des Hausanschlusses unterschrieben wurde) zugestimmt.

    Wenn jetzt wieder ein Zähler dorthin soll, dann muss die bestehden Anlage wieder auf 6 Zähler erweitert werden, das bedeutet eine neue Änderung des Netzanschlussvertrages und damit das Einhalten der aktuellen Normen.

    Daher sollte die Entfernung eines Zählers nie leichtfertig durchgeführt werden, lieber zu einem Versorger wchseln der nur sehr geringe Grundgebühren nimmt, die geringe Grundgebühr ist allemal billiger als die Anpassung der gesamten Zähleranlage wenn man doch nochmal einen Zähler mehr braucht.

    Gruß
     
  7. Liebig

    Liebig Neuer Benutzer

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    Hallo,
    vielen Dank erstmal für die zahlreichen und guten Beiträge. Heute ist das Angebot des Elektrikers reingekommen. Soll mal grob `n Tausi kosten. Habe aber noch Kontakt zu einem anderen Fachmann aufgenommen. Der hat direkt Kontakt zum EVU geknüpft und wir werden am Dienstag einen Vorort-Termin mit ihm und einem Mann vom EVU machen. Er sagt, mit etwas Glück reicht es, eine bestimmte Komponente vor den Zähler zu schalten und das war´s.
    Bin mal gespannt. Melde mich dann wieder.




    Leider darf ich hier keinen weiteren Beitrag anhängen. (Warum eigentlich nicht?)
    Deshalb hier meine Fortsetzung des Themas:

    Na, geht doch! Habe mich heute mit einem anderen und erheblich fitteren Elektromeister getroffen. Der hat gleich einen Vertreter des EVU mitgebracht. In einem sachgerechten Gespräch konnten wir eine Lösung finden, die den Erhalt der bestehenden Zählerkästen ermöglicht. Finde es sehr erfreulich, dass man durchaus noch Leute finden kann, die in der Lage sind, pragmatische und sinnvolle Ansätze herauszuarbeiten und die nicht gleich mit der Vorschriftenkeule draufhauen, ohne Alternativen vorzuschlagen. Und das hier in Deutschland. Gibt es etwa doch noch Hoffnung?
    Also, mein Fazit: Es lohnt sich immer wieder, mehrere Ansichten und Angebote einzuholen.

    Nochmal danke für die Beiträge. Vielleicht hat ja noch jemand Lust, eigene Erfahrungen dranzuhängen.

    Beste Grüße!!
     
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