Techems Verbrauchskosten HKV

Dieses Thema im Forum "Abrechnungs-/Umlagmaßstab" wurde erstellt von herbos, 29.11.2015.

  1. herbos

    herbos Neuer Benutzer

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    Hallo, ich hoffe mir kann jemand weiterhelfen. Es geht um die Heizkostenabrechnung von der Firma Techem. Bei der Verteilung der Kosten für die Heizung sind die werte anders als die hkv Gesamteinheiten.
    z.B. die menge der Gesamteinheiten ist 23.089,000 und der Verbrauch HKV in der Techems Formel ist 25.695,59 kWh, ich verstehe nicht wie Techem auf die 25.695,59 kWh gekommen ist. Gibt es hier einen experten der mir das erklären kann, seit Jahren versuche ich das herauszufinden und denke immer es handelt sich um einen Fehler, der Vermieter kann mir das auch nicht erklären, er weiß es selber nicht.

    Ein Beispiel ist auch dabei.

    Besten Dank im Voraus.

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  2. AdMan

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  3. Andres

    Andres
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    Ich bekomme dein Bild nicht groß, daher für den Moment allgemein. Wenn du einen korrekten Link einstellen kannst, ergänze ich die Erklärung gerne noch um die passenden Werte aus der Abrechnung. Ich darf schon vorwarnen: Eine Seite Abrechnung reicht wahrscheinlich nicht.

    Nicht verwirren lassen, weil die Gesamteinheiten und der Verbrauch in kWh in der gleichen Größenordnung liegen. Das ist eher zufällig - es handelt sich um grundverschiedene Werte.

    Der Ablauf sieht so aus:
    • Aus deiner Schilderung schließe ich, dass es sich um eine verbundene Anlage für WW und Heizung handelt. Also ermittelt man zunächst einmal die Gesamtkosten für die ganze Anlage (einfach alles addieren, was so angefallen ist - hauptsächlich den Brennstoff).
    • Diesen Wert gilt es nun auf Heizung und WW zu verteilen. Diese Positionen müssen separat abgerechnet werden.
    • Dazu muss man erst die gesamte Energie kennen, die der Heizung zugeführt wurde. Das ermittelt man über den Brennstoffverbrauch. Entweder verwendet man einen festen Umrechnungsfaktor in Abhängigkeit vom Energieträger oder der (vor allem Gas-)Versorger war so nett, das schon auf der Rechnung auszuweisen. Das Ergebnis trägt die Einheit kWh.
    • Als nächstes braucht man den Anteil der Energie, die ins WW geflossen ist. Dazu gibt es einen zentralen Wärmemengenzähler, an dem man das fertige Endergebnis in kWh direkt ablesen kann. Der Rest (als Differenz kWh gesamt - kWh WMZ, gibt also wieder kWh) ging in die Heizung. (Ja, das ist technisch nicht ganz richtig, aber so will es der Gesetzgeber.)
    • Nach dem Verhältnis kWh WW zu kWh Heizwärme werden nun die Gesamtkosten aufgeteilt und anschließend weiter verteilt. Das WW lasse ich für den Moment unter den Tisch fallen - du kannst fragen, wenn es noch unklar ist.
    • Von den Kosten für die Heizwärme wird nun ein Anteil (30-50 %, in Einzelfällen auch weniger) nach beheizter Wohnfläche verteilt. Diesen Modus solltest du von den übrigen Betriebskosten kennen.
    • Der Rest wird nach den abgelesenen Einheiten der Heizkostenverteiler aufgeteilt. Das funktioniert genauso anteilig (d.h. Kosten * deine Einheiten : Gesamteinheiten) wie bei der Fläche, nur eben mit Ableseeinheiten statt mit m².

    Um es noch einmal ganz deutlich zu sagen: Es gibt keinen direkten Umrechnungsfaktor von Einheiten am HKV auf kWh. Natürlich könnte man so etwas errechnen, nur wäre damit (insbesondere im Vergleich verschiedener Abrechnungsjahr) kaum eine greifbare Aussage verbunden.
     
    anitari gefällt das.
  4. #3 Fremdling, 29.11.2015
    Fremdling

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    Falls Andres nicht bereits für Dich hinreichend geantwortet hat: Lade doch mal Deine Abrechnung (neutralisiert) hier im Forum hoch, statt sie zu verlinken, was sie -zumindest für mich- nicht lesbar macht.
     
  5. Berny

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    Die einzelnen HKV-Werte dienen in erster Linie zur verhältnisgemässen Aufteilung der Heizkosten auf die einzelnen Wohnungen.
     
  6. herbos

    herbos Neuer Benutzer

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    Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Es handelt sich um ein Vierfamilienhaus, alle Wohnung sind mit HKV ausgestattet außer EG da gibt es auch eine Fußbodenheizung. Ich habe jetzt die Abrechnung hochgeladen ich hoffe es klappt diesmal.

    Ich verstehe eigentlich alles außer die Formel V2= Verbrauch HKV ich habe keine Ahnung woher die zahlen kommen und das ist sehr, sehr nervig. Andres, werde mir deine Punkte noch einmal durchlesen.

    Danke
    Cheers
     

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  7. #6 Pharao, 30.11.2015
    Zuletzt bearbeitet: 30.11.2015
    Pharao

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    Hi Herbos,

    also als erstes mal, der untere Teil von Seite 2 hat mit der Abrechnung an sich nichts zu tun. Das dient m.E. eher nur der reinen Übersicht ohne größere Bedeutung - also wir zB machen diesen auch garnicht. Wie genau die auf diesen Wert gekommen sind (also diese 25.6395,59 kW/h), das kann ich dir leider jetzt hier auch nicht sagen (vielleicht ist es einfach schon zu spät dazu, um solche Rechnungen zu starten) :(

    Was mich als erstes gewundert hat ist, das zB auf Seite 1 (unten) bei den einzelnen Messwerten von den Heizkörpern in deiner Wohnung kein Umrechnungsfaktor angegeben ist. Das würde m.E. nämlich bedeuten, das alle Heizkörper im Haus baugleich sind (oder das das Messgerät am Heizkörper schon umgerechnet hat. Beide Varianten kenne ich so nicht).

    Was mich auch noch gewundert hat ist auf Seite 1 oben bei den Heizkosten, das von den 60% (also diese sind ja ok) bzw. von diesen 1786,15€ dieser Wert nochmals unterteilt wird in 86,30% und 13,70%. Letzterer Wert geht in die Rechnung für die Heizkosten bei dir mit 0€ ein. Wie kann das sein, wenn das doch durch einen Wärmezähler (4080 kW/h) auf Seite 2 unten, du doch angeblich verbraucht hast? Also nicht falsch verstehen, als Mieter würde ich mich da nicht beschweren, kommt dir ja zu gunsten.

    Ansonsten macht diese Abrechnung (meiner Meinung nach) an sich einen guten Eindruck (bis auf diese Unklarheiten mit dem Faktor, diese Kosten mit 0€ und diese Informationen Verbrauch in kW/h).
     
  8. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Das mag daran liegen, dass es bestimmte HKVs von Techem geben soll, in die der Faktor direkt einprogrammiert ist (hatte ich mal irgendwo gelesen).
     
  9. Andres

    Andres
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    Ah, die Praxis ist noch ein kleines bisschen komplizierter, denn in diesem Fall gibt es einen besonderen Kniff. Ich zitiere mich mal eben selbst und zeige dir, wo du die einzelnen Schritte in der Abrechnung findest:

    Das passiert auf Seite 2 im oberen Teil bis zum unterstrichenen Zwischenergebnis.


    Das ist der Rest von Seite 2.


    Wie das genau erfolgt ist, müsste man auf der Gasrechnung kontrollieren. Das Ergebnis sind jedenfalls die oben links auf Seite 2 genannten 46.536 kWh, die auch unten bei den Erläuterungen im oberen Teil auftauchen. Das ist der Brennwert des gelieferten Gases.


    Gemeinheit: Diesen WMZ scheint es bei euch nicht zu geben. Hier könnte die Abrechnung evtl. fehlerhaft sein, denn das verwendete Verfahren über die Wohnfläche (die Formel hinter Q bei den Erläuterungen) ist nur zulässig, wenn der Einsatz eines WMZ unwirtschaftlich oder technisch unmöglich bzw. eine Kombination von beidem ist. Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, darf das Schätzverfahren nicht zur Anwendung kommen.

    Für die Rechnung macht das aber keinen großen Unterschied. Ob Q nun abgelesen oder errechnet wird - am Ende steht der Anteil der Energie, die ins WW geflossen ist.


    WW ist also 9.318,32 kWh von insgesamt 46.536,00 kWh. Das sind die unter W genannten 20,02 %. Die restlichen 79,98 % bzw. 37.217,68 kWh sind also die Heizwärme - aber doch nicht so ganz. Oben habe ich einen kleinen technischen Fehler erwähnt: Natürlich gehen nicht die vollen 79,98 % in die Wärmeversorgung. Vom Brennwert des gesamten Gases geht noch der Wirkungsgrad der Heizanlage ab, außerdem bestimmte (nicht alle) Leitungsverluste. Unter normalen Umständen wäre das zu vernachlässigen bzw. scheint so gewollt zu sein, aber hier gibt es die Besonderheit, dass es noch einen WMZ für Teile des Heizkreislaufs gibt. Das wird wahrscheinlich eine Wohnung mit Fußbodenheizung sein, ggf. einfach mal beim Vermieter nachfragen. Um diesen WMZ in der Heizung korrekt einbeziehen zu können, darf man aber über den Wirkungsgrad der Heizung nicht weiter hinwegsehen.

    Hier ist er mit 80 % angenommen. Ob das stimmt, hängt von der Heizung ab. Für eine konventionelle Gasheizung ist das ein unspektakulärer Wert im Mittelfeld, für einen Brennwertkessel wäre es ein desolat schlechter Wert. Von den 37.217,68 kWh, die nicht WW waren, bleiben so also noch 29.775,59 kWh. Hier scheint irgendwie kreativ gerundet worden zu sein, aber wegen einer kWh hin oder her ...

    Aus dem "echten" Verbrauch an Heizwärme (das untere G) wird nun der Teil abgezogen, der vom Heizungs-WMZ erfasst wurde, das sind 4.080 kWh (V1). Übrig bleiben deine V2 von 25.695,59 kWh.


    Die tatsächliche Zuordnung von Energie auf Kosten findet dann im mittleren Teil von Seite 2 statt. Das sollte weitgehend selbsterklärend sein.


    Das passiert oben auf Seite 1. Bei dir sind es 40 %.


    Das funktioniert bei dir ein kleines bisschen anders. Die verbleibenden 60 % werden zunächst weiter aufgeteilt in den Teil des Rohrsystems, der vom WMZ abgedeckt ist, und den Rest, bei dem die Erfassung über die HKV an den Heizkörpern erfolgt. Die Prozentsätze ergeben sich aus dem Verhältnis von V1 und V2.

    Beachte bitte auch, dass du an den 13,70 % der verbrauchsabhängig abgerechneten Heizkosten, die über den WMZ liefen, nicht beteiligt bist.


    Das ganze wäre bedeutend leichter, wenn die Klappspaten bei der techem (und anderen großen Versorgern) die Abrechnung so gliedern würden, wie man denkt und rechnet:
    • Ursache: Es sind Kosten angefallen, die dem Mieter übergeholfen werden sollen. Das ist der Ausgangspunkt und steht deshalb ... logisch, genau in der Mitte.
    • Plan: Ein guter Plan ist eine feine Sache. Daher ist das clevere Schema ... logisch, mit dem absoluten Minimum an kryptischen Informationen und einer uneindeutigen Bezeichnung (es gibt zwei G, die aber für verschiedene Werte stehen - andere Buchstaben waren wohl nicht mehr aufzutreiben) klein am Ende untergebracht.
    • Rechnung: Das ist dann nur noch Handwerk und ein umfangreiches Zahlenwerk. Solche Banalitäten setzt man daher ... logisch, genau an den Anfang, damit man sie sofort sieht und ohne Kenntnis der Abrechnungsmodalitäten nicht verstehen kann.
     
  10. herbos

    herbos Neuer Benutzer

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    Vielen Dank Andres für so eine tolle Erklärung. Jetzt kann ich endlich die ganze Abrechnung 100% verstehen. Ich bedanke mich auch bei euch: Fremdlicng, Pharao, Berny.

    Ein tolles Gefühl etwas neues gelernt zu haben :) Danke!

    Herbos
     
Thema: Techems Verbrauchskosten HKV
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