Träne im Auge bei Mieterauszug...

Dieses Thema im Forum "Was nicht passt - der Small-Talk" wurde erstellt von Duncan, 18.08.2014.

  1. Duncan

    Duncan
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    19.01.2014
    Beiträge:
    4.371
    Zustimmungen:
    1.410
    Ort:
    Mark Brandenburg
    Wer schon länger privat oder professionell vermietet wird den wenigsten Mietern hinterher trauern, die Fälle wo man sich über einen Auszug freut werden eher überwiegen. Aktuell treibt mich eine Mieterin um da tut es mir richtig Leid diese als solche zu verlieren.
    Eine alleinerziehende Mutter mit Teenager, sehr taff hat mit Fleiß und Ehrgeiz sich weit mehr aufgebaut als man bei ihrem Elternhaus hätte erwarten können. Das Ganze mit einem "Halbtagsjob" von ~40Wo.h und zusätzlich einen 400€-Job an der Supermarktkasse. Nun hat sie das Schicksal ereilt. Krebs. Eine ganz fiese Form übers Lymphsystem im ganzen Körper verteilt und Organe angreifend. Das Ganze Spiel mit Anfang 40, binnen 2 Monaten über 25kg abgenommen. Und die war schon vorher schlank. Kaum mehr als Haut und Knochen übrig. Nun hat sich durch diese Erkrankung natürlich ihr Einkommen stark gemindert, auf rund die Hälfte. Sie sprach mich an sie will zu ihren Eltern ins Haus wieder mit einziehen, auch Aufgrund besserer Betreuung für sie und den Teenager. Das ich ihr in soweit entgegenkomme auf feste Kündigungsfristen usw. zu verzichten und sie per Aufhebungsvertrag auch vorher zum Monatswechsel aus dem Mietvertrag entlasse ist für mich selbstverständlich, zumal sie mir vorher nie irgendwelchen Ärger gemacht hat. Miete immer vor dem 5. auf dem Konto, wenn berechtigte Mängel waren unverzügliche Information und Mitteilung mit DANKE, wenn Handwerker die behoben hat, keine Nachbarbeschwerden, nix. Eigentlich nen Traummieter.

    Was macht man da? Blümchen, Sekt und Daumendrücken?
    Erst mal gepflegt sprachlos sein?


    PS: ich bin eher für etwas brutales Auftreten berüchtigt, denn für Sentimentalitäten bekannt.
     
  2. AdMan

    Schau mal hier in diesem Ratgeber. Dort findet man viele Antworten!

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2 Modernfamily, 18.08.2014
    Modernfamily

    Modernfamily Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    28.01.2014
    Beiträge:
    109
    Zustimmungen:
    0
    Vielleicht wirklich einfach

    die Hände schütteln, ihr Alles erdenklich gute wünschen, die Kaution gleich mitbringen und ihr sagen sie kann jederzeit wieder bei dir einziehen wenn was frei ist/wird und sie möchte...

    So würde ich es machen...
     
  4. Nero

    Nero Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    13.06.2014
    Beiträge:
    2.618
    Zustimmungen:
    135
    So wie du es machst/vorhast: Mitlleid haben und aktiv Anteil nehmen.

    Deiner persönlichen Note und deinen Möglichkeiten entsprechend.

    Aufrichtigkeit/Ehrlichkeit werden immer verstanden - egal in welcher Form sie daherkommen.
     
  5. #4 Papabär, 18.08.2014
    Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    16.12.2010
    Beiträge:
    5.711
    Zustimmungen:
    423
    Ort:
    Berlin
    Ich weiß nicht ob das - Angesichts des Krankheitbildes - eventuell als Zynismus aufgefasst werden könnte.



    Etwas besseres als
    fällt mir auch nichts ein.
    Ein Patentrezept gibt´s da wohl nicht.
     
  6. #5 Aktionär, 19.08.2014
    Aktionär

    Aktionär Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    06.06.2013
    Beiträge:
    1.218
    Zustimmungen:
    104
    Ort:
    NRW
    Der Gedanke kam mir auch, aber das Angebot lässt sich doch auch für den Teenager machen. Irgendwann wird sie oder er ja auch mal auf eigenen Beinen stehen.
     
  7. #6 Sweeney, 19.08.2014
    Sweeney

    Sweeney Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    29.07.2014
    Beiträge:
    200
    Zustimmungen:
    105
    Meine Empfehlung:
    - nicht verstellen
    - kurz und knapp. Ein einfaches "Danke" ist oft mehr als ein langer Roman.

    Krebskranke Menschen bekommen ständig Mitleid von den Mitmenschen und werden somit ständig an die tragische Krankheit erinnert - hilfreich ist dies nicht.

    Nach deinen Ausführungen gehe ich davon aus, dass die Mieterin mittlerweile so geschwächt ist, dass Auseinandersetzungen mit Versicherungen etc. kaum mehr möglich sind. Sie benötigt sehr wahrscheinlich Hilfe, die sie schätzungsweise sich weder sich selbst noch gegenüber anderen eingestehen würde.

    Wenn du dich wirklich für sie einsetzen möchtest, prüfe ihre Optionen durch Eigenrecherche. Ich bin leider nicht mit Thema vertraut und kann somit nicht beurteilen, ob ein krebskranker Mensch wirklich die Wohnung aufgeben muss oder ob dies ein typischer Fall von "Versicherungswiderstand" ist - wer nicht für sein Recht kämpft wird leer ausgehen. Tragischerweise scheint ihr selbst die Kraft dafür zu fehlen. Ob du bereit bist deine Energie und Zeit in diesem Umfang einzusetzen, entscheidest du selbst. Alternativ s.o.
     
  8. Duncan

    Duncan
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    19.01.2014
    Beiträge:
    4.371
    Zustimmungen:
    1.410
    Ort:
    Mark Brandenburg
    @Sweeny: wenn sich dein Einkommen halbiert und deine Ausgaben explodieren (Medikamentenzuzahlungen, Dienstleitungen die du früher selbst machen konntest, zusätzliche Fahrkosten (Taxi zur Chemo z.B.), ...) geh es mal für dich und deine Mieter los wie lange sie sich die Miete noch leisten können. Da wird es für viele knapp. Krankengeld gibts ja auch nur für den Hauptjob. Für den 400€-Job hast nen feuchten Händedruck.
    Wenn da kein Partner da ist, der viel mit auffangen kann wirds knapp.


    @all: Danke für eure Meinungen. Ich denke der erste Gedanke war da schon nicht verkehrt. Bleibt sonst nur hoffen und Daumen drücken.
     
  9. #8 Akkarin, 19.08.2014
    Akkarin

    Akkarin Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    04.11.2013
    Beiträge:
    1.325
    Zustimmungen:
    581
    Ort:
    Frankfurt
    Du kannst ihr in die Augen sehen und Ihr zum Abschied ehrlich alles erdenkliche Gute auf dieser Welt wünschen. Mehr kannst du erstmal nicht tun.

    Aber so weit ich deinen Ausführungen entnehme, könntest du freiwillig noch folgende Dinge tun ( nur anregungen) :

    - Für die Dauer der Krankheit befristet, einer reduzierte Miete zustimmen, die sie noch bezahlen kann und dich nicht in den Ruin treibt, dann können die beiden wenigsten in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. (Das muss aber für dich ansatzweise tragbar sein, die Wohlfahrt bist du auch nicht)

    - Wenn die Diagnose und die Hoffnung so aussichtslos sind, wie es sich im ersten Moment anhört + das gute Verhältnis das du beschreibst würde ich um Kontaktdaten der Eltern bitten, damit der Kontakt nicht völlig abreißt und du den Termin der Beerdigung wahrnehmen kannst, damit du ihn schlicht und einfach kennst.

    - Wenn es so is, isses so . Du kannst dann für die Mieterin nichts mehr tun, ausser bei der Beerdingung Blumen auf ihr Grab zu legen.

    - Wenn du trotzdem was tun willst, und es zufällig beruflich kannst, tu was für den teeny, indem du ihm einen ausbildungs- praktiumsplatz etc verhilfst. Natürlich nur, wenn dass realistisch möglich ist. Ansonsten bleibt leider nur der der Kranz im Blumenladen.

    Bestell der Mutter unbekannte Grüße und wie man in Hessen sagt, das lebbe geht weiter *schnief
     
  10. #9 Blauaeugig, 20.08.2014
    Blauaeugig

    Blauaeugig Benutzer

    Dabei seit:
    24.02.2014
    Beiträge:
    86
    Zustimmungen:
    0
    Wow, was für eine Situation!
    Vielleicht solltest Du genau das, was Du hier im Eingangspost geschrieben hast, der Mieterin in einem Brief (handgeschrieben) schreiben und ihr mit dem schönsten Blumenstrauß der sich finden läßt übergeben?

    Wenn es finanziell machbar ist, würde ich ihr bei der Miete entgegen kommen. Wer weiß, was für ein Ärger mit dem nächsten Mieter ins Haus kommt?

    Auf jeden Fall wünsche ich der Dame und ihrem Teenager unbekannterweise alles Gute. Möge Gott sie gut behüten.

    Viele, auch traurige Grüße,
    Blauaeugig
     
  11. #10 weisswo, 22.08.2014
    weisswo

    weisswo Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    22.08.2014
    Beiträge:
    4
    Zustimmungen:
    0
    Das stimmt!
     
  12. #11 Petra_44, 22.08.2014
    Petra_44

    Petra_44 Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    05.09.2010
    Beiträge:
    134
    Zustimmungen:
    2
    Ich würde ihr nicht anbieten, zu einer reduzierten Miete wohnen zu bleiben. Warum nicht?
    1. Sie WILL zu ihren Eltern ziehen, hast du selbst geschrieben, und ist angesichts dieser Krankheit auch verständlich.
    2. Vermutlich werden diese Eltern auch irgendwann das Sorgerecht für den Teenager übernehmen müssen. Da ist es besser, wenn der schon bei den Großeltern wohnt und nicht erst dann dort einziehen muss

    Sekt und Blumen braucht kein Mensch. Sekt ist doch was, wenn man etwas zu Feiern hat. Auch Blumen fände ich deplaziert.

    Vielleicht wäre ein Buch etwas. Irgendeinen spannenden Bestseller, in dem sie beim nächsten Arztbesuch im Wartezimmer oder während der Infusion schmökern kann?
     
  13. Pitty

    Pitty Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    30.12.2012
    Beiträge:
    3.246
    Zustimmungen:
    314
    Das hört sich wirklich dramatisch an.

    Ich würde ihr sagen, dass die Krankenkassen für sämtliche Kosten wie Transport mit Taxi oder Pflegedienst zur Chemotherapie aufkommen. Das muss sie nicht zahlen. Da sollte man ganz hart sich durchsetzen. Dann würde ich ihr vielleicht einen Apothekengutschein oder Geld in einer Genesungskarte geben. Medikamente Kosten Geld.

    Leider treffen solche Schicksalsschläge oft die guten Menschen.
     
  14. Nero

    Nero Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    13.06.2014
    Beiträge:
    2.618
    Zustimmungen:
    135
    @pitty

    Nee, das finde ich jetzt gar nicht gut.

    Wäre ich selbst betroffen, würden mich solche Belange noch nicht einmal annähernd interessieren.

    Ich wollte nur noch weg - zu meinen Eltern - und zusehen, wie "ich mich für mich" von der Welt und den Nächsten verabschiede.

    Falls es , Gott sei Dank, von nicht Betroffenen noch ein paar nette, aufrichtige Gesten geben sollte, würde es mir eine kitzekleine Freude machen - mehr aber auch nicht!

    Oder sollen wir tauschen?l
     
Thema:

Träne im Auge bei Mieterauszug...

Die Seite wird geladen...

Träne im Auge bei Mieterauszug... - Ähnliche Themen

  1. Übergang Nutzen u. Lasten unmittelbar nach Problem-Mieterauszug

    Übergang Nutzen u. Lasten unmittelbar nach Problem-Mieterauszug: Folgender Fall: Kaufvertrag über eine vermietete WE wurde Ende Februar 2016 unterschrieben. Mieter kündigt kurz danach zu Ende Mai. Mieter hat...
  2. Stimmrechte im Auge behalten in der Versammlung?

    Stimmrechte im Auge behalten in der Versammlung?: Mich würde mal interessieren, wie man als Miteigentümer am besten das Abstimmungsergebnis festhalten kann. In einer größeren WEG mit 50...
  3. Mietminderung und Mieterauszug wg. Schimmel - fristlose Kündigung?

    Mietminderung und Mieterauszug wg. Schimmel - fristlose Kündigung?: Hallo zusammen, wir haben mit unserem Mieter folgendes "Problem": Durch schriftliche Mitteilung am vergangen Wochenende hat er uns...
  4. Können Wohn.Eigentümer ihre EkSt-Erklärung praktisch frühestens Aug/Sep machen?

    Können Wohn.Eigentümer ihre EkSt-Erklärung praktisch frühestens Aug/Sep machen?: Sorry für die Anfänger Frage: Ich (und auch Bekannte) habe die Erfahrung gemacht das die Hausverwaltungen bei meinen beiden vermieteten...
  5. Mieterauszug: Streit ob Schaden oder normale Abnutzung

    Mieterauszug: Streit ob Schaden oder normale Abnutzung: wie ist die Rechtslage bei folgendem Fall: Der Mieter zieht nach ca. 3 1/2 Jahren aus. Die Wohnung ist hochwertig u. neuwertig. Bei Übergabe...