Tragende Wände und Schornsteine

Diskutiere Tragende Wände und Schornsteine im Bautechnik Forum im Bereich Technische Abteilung; Dass ein Mieter tragende Wände nicht verändern darf ist klar. Was ist mit Schornsteinen? Soweit ich weiss, sind sie mitunter auch tragende...

susi

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Dass ein Mieter tragende Wände nicht verändern darf ist klar. Was ist mit Schornsteinen? Soweit ich weiss, sind sie mitunter auch tragende Elemente und deshalb tabu, richtig? Gilt das auch, wenn sie nicht mehr benutzt werden? Muss man auch verbieten Nägel in tragende Wände / Schornsteine zu schlagen?
 

Ferdl

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Muss man auch verbieten Nägel in tragende Wände / Schornsteine zu schlagen?
Im Wohnraummietrecht darfst das nicht verbieten, im Gewerbe geht fast alles.
Unabhängig von tragender Wand oder nicht jede bauliche Veränderung bedarf einer Vertraglichen Regelung, so würde ich das vereinbaren.
 

ehrenwertes Haus

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Muss man auch verbieten Nägel in tragende Wände / Schornsteine zu schlagen?
Nägel sind im Normalfall keine bauliche Veränderung, nur Befestigungsmaterial für irgendwas.
Das können Wände, egal ob tragend oder nicht, normalerweise ab. Wenn es wegen Nägeln in Wänden zu Schäden kommt, dann eher bei nicht tragenden Wänden in Altbauten.


Geht es dir wirklich um die allgemeine Frage oder soll etwas konkretes an den Kamin genagelt werden?
Ist der Kamin wirklich dauerhaft stillgelegt oder möchtest du dir eine Wiederverwendung offen halten?

Sowas wird dein Mieter eher nicht einbauen wollen. Das könnte dann wirklich im Bereich von Sachbeschädigung liegen Gigantischer Nagel aus Styropor und GFK
 

Kirque

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Befestigungen in Schornsteinen kann man wegen der Gefahr entstehender Undichtigkeiten verbieten -jedenfalls tue ich das. Ich habe schon einmal gesehen, wie die Tapete in Folge eines dadurch entstandenen Risses gebrannt hatte, aber auch in die Räume eindringendes Abgas ist gefährlich. Mich würde nicht wundern, wenn es dafür auch eine Vorschrift gibt.
 

susi

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Geht es dir wirklich um die allgemeine Frage oder soll etwas konkretes an den Kamin genagelt werden?
Ist der Kamin wirklich dauerhaft stillgelegt oder möchtest du dir eine Wiederverwendung offen halten?

Es ist nur eine grundsätzliche Frage, die ich mir bei jeder Vermietung stelle und dann doch wieder vergesse. Es geht um ein 70 Jahre altes Haus mit absurd vielen Schornsteinen, die Zentralheizung nutzt nur noch einen. Und nein, es geht nicht um eine konkrete Wiederinbetriebnahme, da würde/müsste ich mich an den Schornsteinfeger wenden.

Befestigungen in Schornsteinen kann man wegen der Gefahr entstehender Undichtigkeiten verbieten -jedenfalls tue ich das. Ich habe schon einmal gesehen, wie die Tapete in Folge eines dadurch entstandenen Risses gebrannt hatte, aber auch in die Räume eindringendes Abgas ist gefährlich. Mich würde nicht wundern, wenn es dafür auch eine Vorschrift gibt.

Hier geht es um stillgelegte Schornsteine, Undichtigkeiten sind deshalb wohl nicht das Problem, ich sorge mich eher um die Statik. bei den tragenden Wänden kenne ich die Dicke, bei Schornsteinen nicht.

Es könnte natürlich sein, dass das mit dem sensiblen Schornsteinen Horrorgeschichten sind, deshalb die Nachfrage hier im Technik-Bereich.
 
Goldhamster

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Hallo @susi

ich glaub, ich kann dir helfen.
Der Vorposter hat natürlich wieder nur technischen Unfug und am Thema vorbei gepostet. Macht er ja nun öfters.

Alte Schornsteine sind konstruktiv im Jahr der Erstellung nur dafür ausgelegt ihr Eigengewicht zu tragen. Das Auflagern von Decken oder Dächern ist auf Schornsteinmauern schon immer verboten bzw. unerwünscht gewesen. Brandschutz - Trennung vom Holz vom Schornsteinzug.

Aber dadurch, dass sie natürlich ihr Eigengewicht über viele Etagen abtragen, sind sie natürlich in gewisser Weise tragend.

Eine Veränderung der Schornsteinwände im EG kann z. B. natürlich den Einsturz des Schornsteines in den Geschossen darüber bedeuten. Auch wenn die Schornsteinwand im Verbund mit den sonstigen tragenden und aussteifenden Wänden gemauert wurde.

Goldi - Hamsti - Mauerwerk
 

ehrenwertes Haus

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Befestigungen in Schornsteinen kann man wegen der Gefahr entstehender Undichtigkeiten verbieten -jedenfalls tue ich das.
Den Mieter will ich sehen, der in einen Schornstein krabbelt, um darin was zu befestigen...
Wenn Mieter irgendwas an die Wände tackern, doch eher im für sie frei zugänglichen Bereich, sprich den Wänden in ihrer Wohnung, also der Außenseite von Kaminwänden.

Wenn Befestigungen in Schornsteinen nicht zulässig wären, wie können dann alte Schornsteine saniert und für moderne Heizungen umgerüstet werden? Die dafür erforderlichen neu einzuziehenden Abgasrohre schweben nicht an Siemens Lufthaken.

Mieter dürfen ihre Wände mit mehr als einem einsamen Nagel (oder Schraube, samt Dübel) bearbeiten, um ihre Möbel und Wanddekorationen zu befestigen, Schornsteinwände bilden da keine Ausnahme.
 

ehrenwertes Haus

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Eine Veränderung der Schornsteinwände im EG
Laufen die typischen Befestigungen für Möbel und Deko nach deinem Verständnis bereits unter einer solchen Veränderung, mit realistischer Gefahr für die gesamte Statik des Schlots?
 
Goldhamster

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Hi ewh,

meist sind gemauerte Schornsteinwände doch mind. 11,5cm stark und somit kannste gut dübeln oder nageln.

Beim Einfräsen von Leitungen - da fängt der Spaß an!



Den Mieter will ich sehen, der in einen Schornstein krabbelt, um darin was zu befestigen...
Da kannste mal sehen, was das für ein fachlicher Bolzen ist. Ob der das liest, was er so schreibt?


Immer alles durchliest
DER HAMSTER
 

Kirque

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Da kannste mal sehen, was das für ein fachlicher Bolzen ist. Ob der das liest, was er so schreibt?
Daran kann man vor allem die soziale Kompetenz des Kommentators erkennen, der bewusst falsch versteht, um sich über einen Anderen zu erheben und diesen versuchen zu erniedrigen. Wer sowas nötig hat...
Im übrigen widersprechen die "Kritiker" dem, was ich mit eigenen Augen gesehen habe. Aber theoretisiert nur, wenn es Euch Spaß macht, mit Euren eigenen Vorstellungen weiter. Sind ja nicht meine Häuser...
 

ehrenwertes Haus

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Im übrigen widersprechen die "Kritiker" dem, was ich mit eigenen Augen gesehen habe.
Nein, niemand hat angezweifelt was du gesehen hast. Du verwechselst aber Ursache und Wirkung.

EIne "gesunde" gemauerte Wand bringt kein "normaler" Nagel oder Dübel zum Einsturz oder ist alleinige Ursache für Rissbildung. Wenn sowas wirklich von einem Nagel passiert, ist das eigentliche Problem nicht ein Nagel mehr oder weniger im Mauerwerk, dann ist die Mauer auch ohne extra Nagel schon schrottig. Der Nagel macht das Grundproblem dann nur noch (besser) sichtbar.

Du hast die Infos der TE nicht berücksichtigt. Kann passieren, dass man was überliest. Deine Antwort geht dadurch aber an der Frage der TE vorbei.
Was ist mit Schornsteinen? Soweit ich weiss, sind sie mitunter auch tragende Elemente und deshalb tabu, richtig? Gilt das auch, wenn sie nicht mehr benutzt werden?
Ich habe schon einmal gesehen, wie die Tapete in Folge eines dadurch entstandenen Risses gebrannt hatte, aber auch in die Räume eindringendes Abgas ist gefährlich.
Welche Feuer- und Abgasgefahr geht von nicht genutzten Schornsteinen aus?
 
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Welche Feuer- und Abgasgefahr geht von nicht genutzten Schornsteinen aus?

Ich denke mal, er hat nicht verstanden, was ein stillgelegter Schornstein ist.

Das ist leider heute so. Es gibt genug Vermieter denen Bau- und Gebäudetechnik so vertraut sind wie einem Schaf ein Uhrwerk.


Fröhlich über seine Baustelle tribbelt
DER HAMSTER
 

Kirque

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EIne "gesunde" gemauerte Wand bringt kein "normaler" Nagel oder Dübel zum Einsturz oder ist alleinige Ursache für Rissbildung.

Woher will ich wissen, welche Befestigungselemente ein unbedarfter Mieter verwendet? Vielleicht wählt er ja einen groben Mauerhaken oder was weiß ich.

Welche Feuer- und Abgasgefahr geht von nicht genutzten Schornsteinen aus?

Ich verlasse mich ungern auf die Kenntnisse und Fähigkeiten der Mieter, dies zu unterscheiden.
 

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@ Kirque, lass gut sein besser.

Du kannst deinen Mietern in deinen Verträgen vorschreiben was du möchtest. Du darfst auch verbieten wild zu Gestikulieren oder mit dem Kopf gegen eine Wand zu rennen (in der Wohnung, die Wand könnte einen Schaden nehmen). Du darfst gerne selbst richterliche Meinungen zu solchen Tipps persönlich abholen.
Als Empfehlung taugen deine Ratschläge in diesem Thema nicht, denn sie entsprechen nicht aktueller Rechtsprechung.

Ausflüchte, mit denen du versuchst, deine Antworten zu rechtfertigen, bringen die TE nicht weiter. Sie werden dadurch nicht passender zu der geschilderten Situiation der TE.

Ich verlasse mich ungern auf die Kenntnisse und Fähigkeiten der Mieter, dies zu unterscheiden.
Einige Vermieter sind damit auch überfordert, wenn man nach den gegeben Antworten urteilt.
 
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Hallo @Kirque

es macht nichts, wenn du nicht so gut bescheid weißt.
Andere fragen schließlich auch hier im Forum.

Es winkt dir zu ein gutgelaunter
HAMSTER
 

Ferdl

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Alte Schornsteine sind konstruktiv im Jahr der Erstellung nur dafür ausgelegt ihr Eigengewicht zu tragen.
Der Meinung war ich auch mal und musste mich eines besseren Belehren lassen.
Also wenn man ... sich die Konstruktion ansieht, dann sind die Kamine sehr massiv gebaut . Von der Seite (Hausoberrand) kommen dicke tragende Balken von beiden Seiten und stützen sich auf dem Kamin ab. Sie gehen nicht vorbei sondern liegen auf, da ist im Kamin auch ein Einschnitt.
Das war ein Betriebsgebäude der DB mit Wohnung im OG.
 

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Der Meinung war ich auch mal und musste mich eines besseren Belehren lassen.

Das war ein Betriebsgebäude der DB mit Wohnung im OG.
Bei der von dir zitierten Userin würde ich mich nicht auf "ihre Schilderungen entsprechen den Tatsachen" verlassen.
Liest man den gesamten Fred, fallen etliche Unstimmigkeiten in ihren Aussagen/Behauptungen auf.


Zum Schmunzeln:

Ich habe in einer Immo einen stillgelegten dachstuhltragenden Kamin. Dachte ich, nach den Bauplänen. Das Dingens hat mich lange nicht interessiert.
Irgendwann haben wir dann doch mal die leicht überdimmensionale Revisionsklappe aus der Kaiserzeit geöffnet. Und siehe da, der vermutete tote Kamin, war ein Kohlenaufzug. Ganz oben hing noch eine Umlenkrolle, ganz unten lag noch die Schütte, in den Wohnungen hatte man nur das "Kohlenloch" verschlossen.

Ich habe keine Ahnung, ob das wirklich mal ein Schornstein war oder die Planänderung noch zur Bauzeit erfolgte.
 

susi

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Ohje, ich wollte keinen Zwietracht sähen sondern nur eine (technische) Frage klären.

Und das hat geklappt: gesundes Mauerwerk und Schornsteinen stürzen nicht ein, wenn man sie nagelt. Und "richtige" Baumassnahmen erfordern eh die Erlaubnis der Vermieterin. Also besteht kein Regelungsbedarf.

Danke an alle Beteiligten. 👍
 
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