Übergabe mit oder ohne Protokoll?

Dieses Thema im Forum "Übergabe Ein- oder Auszug" wurde erstellt von Berliner42, 03.07.2012.

  1. #1 Berliner42, 03.07.2012
    Berliner42

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    Ich erwähnte schon in einem anderen Thread, dass ich zur Übergabe der Wohnung noch weitere Fragen habe.

    Ende des Monats wird die Übergabe stattfinden und mein Anwalt hat mir geraten diese ohne Protokoll zu erledigen, damit ich im Nachhinein für unentdeckte Mängel besser Schadensersatz fordern kann.

    Die Situation:

    Problem Schimmel:
    Hintergrund ist ein massives Schimmelproblem, was diese Mieter haben.
    Zur Sachlage: Nur in der Wohnung dieser Mieter ist Schimmel, sonst ist keine weitere Etage von Schimmel betroffen. Das Schimmelproblem kam auch erst dieses Jahr in der eiskalten Zeit. D.h. es gab die übrigen Jahre keinen Schimmelvorfall, zumindest wurde mir keiner gemeldet. Zeitgleich hat sich die finanzielle Situation dieser Mieter rapide verschlechtert, es wurde gespart und mir gegenüber erklärt, dass 16 Grad im Schlafzimmer genug seien und ich hätte Ihnen sowieso nichts zu sagen.
    Man bedenke, das Haus ist aus den 60ern und die Außentemperatur betrug wochenlang mindestens -15 Grad. Der Schimmel befand/befindet sich dann noch an den typischen Stellen; Ecken Außenwände und Fensterlaibung.

    Darüberhinaus bewohnten diese Mieter vorher eine andere Wohnung im selben Haus, die danach ebenso Schimmelstellen aufwies. Nachdem nun letztere Wohnung von anderen Bewohner bewohnt wird, gibt es dort keinen Schimmel mehr.

    Mein Vorschlag einen Gutachter zu bestellen wurde mit Drohungen beantwortet.

    Problem Vandalismmus:
    Nachdem ich diesen Mietern gegenüber die Kündigung ausgesprochen habe, die sie erstaunlicherweise auch akzeptierten, wurden sie zunehmend aggressiv, zumindest dem Haus gegenüber. Türen, Fenster und Rolläden werden mit vollster Wucht zugeschlagen und auf dem Boden herumgesprungen (ich wohne unten drunter), teils stundenlang. Die Vibrationen, die dabei entstanden reichten zumindest aus, dass meine Lampen wackelten und dabei ein Glas vom Tisch gehüpft ist!

    Nun ist es vollkommen ungewiss, welche eventuellen Schäden dabei an Türen, Fenstern, Zargen oder sogar der Bausubstanz entstanden sind.



    Um eventuelle Schadensersatzforderungen durchzusetzen soll ich nun, wie oben schon geschrieben, kein Protokoll anfertigen.

    Nun liest man aber immer wieder, dass wenn bei der Übergabe offensichtliche Schäden nicht schriftlich fixiert werden, man diese auch nicht mehr anführen kann.

    Ich weiß daher nicht, was ich tun soll. Protokoll nur mit meinen Zeugen führen, ausführliche Bilddokumentation... gar kein Protokoll oder doch ein Protokoll?

    In welchem Fall kann ich denn nun für sämtliche eventuelle Schäden Schadensersatz fordern?
    Ich habe schon vor, ein Schimmelgutachten durchführen zu lassen, gegebenefalls auch die komplette Bausubstanz überprüfen lassen, ob das Mauerwerk noch vollkommen intakt ist.

    Danke für Ratschläge!
    P.S. ich werde wohl nie mehr vermieten
     
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  3. #2 Pharao, 03.07.2012
    Zuletzt bearbeitet: 03.07.2012
    Pharao

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    Hi,

    solange du dem Mieter nicht bescheinigst, das "die Wohnung außer ein paar kleine Mängel in Ordnung wäre", sehe ich keine Probleme warum du auf ein Protokoll verzichten solltest.

    Bescheinigst du dem Mieter zB das "außer den paar keinen Mängel die Wohnung ansonsten in Ordnung ist", dann sehen einige Gerichte das als Verzichtserklärung deinerseits an, falls später doch noch andere Mängel auftauchen.

    Natürlich kannst du erstmal nur sichbare Mängel festhalten in einem Abnahmeprotokoll. Ich empfehle die Fotokamera mitzunehmen und evtl einen Zeugen, falls du deinem Mieter nicht so ganz traust ;)

    Naja, oft hört es sich eine Etage weiter unten etwas schlimmer an, als in der eigentlichen Wohnung wo der Krach entsteht. Gerade bei Altbauten sind die Decken auch nicht so massiv, sodass man zB hupfende Kinder schon mal mit dem Einmarsch der Russen gleichsetzen kann .....

    Ändert aber nichts daran, das du hier natürlich dir genau die Türen, Türrahmen, Schaniere, ect angucken solltest, wenn du deinem Mieter hier sowas zutraust, das sie einen Anfall von Zerstörungswut verspürten.

    Ich persönlich würde ein Protokoll anlegen mit den sichtbaren Schäden. Nur auf keinen Fall dem Mieter bestätigen, das der Rest der Wohnung in Ordung ist.

    Na, dann schreib das doch einfach in`s Protokoll rein. Ich mein, keiner kann von dir als Laie verlangen, das du alle Schäden sofort entdeckst die eben nicht sichbar auf den ersten Blick sind.
     
  4. #3 Papabär, 03.07.2012
    Papabär

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    Hallo Berliner42,
    hat Dein Anwalt Dir auch gesagt, wie Du ohne protokollierte Zählerstände die Betriebskosten rechtssicher abrechnen kannst?


    Genau so würde ich es auch machen ... was heißt "würde" - genauso mache ich das! Kein Richter verlangt, daß Du bei Übergabe jeden Stromkreislauf überprüfst. Du musst nur darauf achten, dass Du die Mängel spätestens 6 Monate nach Abnahme geltend gemacht (... und die Ex-Mieter zuvor noch nachweislich und unter Fristsetzung zur Beseitigung der Mängel aufgefordert) haben musst.

    In der Praxis fällt trödeln daher aus ... die 6 Monate sind - zumindest bei mir - immer viel zu schnell um.
     
  5. #4 Berliner42, 04.07.2012
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    Ich denke ich werde das so machen. Sichtbare Schäden protokollieren, aber bis auf Weiteres nichts anderes bestätigen.

    Ich hoffe ja inständig, dass meine Befürchtungen umsonst sind. Wäre mir persönlich auch wesentlich lieber.

    Zählerstände werden natürlich protokolliert. Das muss ja sein und ist auch in meinem Interesse.

    Danke erst mal für den guten Tipp!
     
  6. Berny

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    Dem Rat des RA würde ich keinesfalls folgen, denn die sechsmonatige Frist bezieht sich ja nur auf versteckte Mängel.
     
  7. Pharao

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    Hi,

    mich wundert es aber schon gewaltig, warum ein RA sowas einem anrät. Vielleicht sollte der Fragesteller sich das nochmal genauer von seinem RA erklären lassen oder ggf einen anderen dazu ziehen (zweite Meinung) ?
     
  8. Berny

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    Wenn die Angelegenheit dann gescheitert ist, wird der Anwalt der Rechte seinem Patienten sagen, dass das Gericht leider deren Argumenten nicht gefolgt ist...:unsicher026: - und ihm das ja auch sehr leid tut...:rauch007: aber man könne ja auch in die nächste Instanz gehen...:smile030:
     
  9. #8 Papabär, 04.07.2012
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    Ähm ... nöö! Die sechsmonatige Verjährungsfrist bezieht sich auf alle Mängel.
     
  10. Berny

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