Umlage von Stromverbrauch aus Leitungsverlusten ja oder nein?

Dieses Thema im Forum "Mietvertrag über Wohnraum" wurde erstellt von Fragende325, 05.02.2016.

  1. #1 Fragende325, 05.02.2016
    Fragende325

    Fragende325 Neuer Benutzer

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    Hallo,
    kennt jemand die rechtiche Lage?: Auf einen Hauptzähler läufen mehrere Unterzähler. Die Summe dieser Unterzähler weicht vom Hauptzähler ab, d.h. auf dem Leitungsweg vom Hauptzähler zu den Unterzähler gibt es Leitungsverluste. Bislang wurde den Mietern immer nur der tatsächlich gemessene Verbrauch gemäß Unterzähler in Rechnung gestellt. Der Vermieter hat den Rest getragen. Dies soll aber zukünftig geändert werden. Ist es rechtlich zulässig, die Differenz der Leitungsverluste auf die Mieter umzulegen?
    a) pauschal aufgeteilt anhand der Anzahl der Mietparteien
    b) anteilig aufgeteilt nach der Höhe des Verbrauchs an den Unterzählern.

    Es gibt einige Beiträge dazu aus dem Bereich der "Gartenkolonien", aber wie verhält es sich bei Wohnmietverhältnissen?
    Danke für fachkundige Hilfe.
     
  2. AdMan

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  3. Duncan

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    Die Diagnose teile ich nicht. Der größte Teil der Abweichungen wird sich aus dem Messfehler der Zähler und deren Eigenverbrauch an Energie ergeben.
    Die Leitungsverluste kannst du reduzieren, z.B. durch Vergrößerung der Leitungsquerschnitte. Ich sehe hier im normalen Wohnungsbau wenig Veranlassung da etwas auf die Mieter umlegen zu wollen, zumal die üblichen sich daraus ergebenen Summen auch selten weltbewegend sein sollten. Ein einziger (Rechts-)Streit mit einem Mieter dürfte die Einnahmeerwartung für Jahrzehnte fressen...
     
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  4. #3 ImmerPositiv, 05.02.2016
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    Hallo,

    So hoch dürfte der Betrag (Differenz) ja nicht sein und ich würde diese als VM weiter tragen.Für mich zählt der Hauptzähler und die Zwischenzähler der Whg und den Verbrauch der auf jeden ZW Zähler steht berechne ich dem entsprechenden Mieter.

    Was soll ich mich da rum streiten mit den Mietern ....das würde vermutlich auch Gericht bedeuten, ggfls noch Anwalt, Gutachter usw...d.h. auch viiiel Geld dafür bezahlen , ich denke das würde den Rahmen stark sprengen finanziell .... und diese evtl Differenz selbst zahlen dürfte dagegen Peanuts sein und deutlich Nervenschonender :-)

    LG
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  5. #4 ImmerPositiv, 05.02.2016
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    Ach ja, haben sich Techniker vom Stromversorger die Zähler mal angeschaut und geprüft bzw auch die Leitungen?

    Könnte man auch noch in Erwägung ziehen.

    Ansonsten würde ich vorgenommen wie vorab geschrieben

    LG
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  6. Andres

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    Im Haarspaltermodus nein, faktisch ist die Antwort irgendwo knapp neben b).

    Der Schlüssel zum Erfolg ist, sich von der Vorstellung zu verabschieden, dass du die kWh, die über den Hauptzähler reinkommen, an die Mieter irgendwie "durchreichst". Nach dieser denkweise wäre es natürlich seltsam, wenn auf deiner Rechnung vom Versorger 25 ct/kWh stehen und auf der Betriebskostenabrechnung plötzlich 26 ct/kWh. So ist es aber nicht. Wie gewöhnlich bei Betriebskosten ist das Konzept: Es gibt "das Ganze" (alle Kosten, die dir für den Strom entstehen) und es gibt einen Umlageschlüssel, hier das Verhältnis der Verbräuche, der die einzelnen Anteile festlegt.

    Es gibt also gar keine Unterscheidung zwischen dem erfassten Verbrauch und den Verlusten zwischen den Zählern - das ist alles eine Position.
     
  7. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Bei dem hier in Rede stehenden Sachverhalt scheint es um den Wohnungsstrom zu gehen. Die Kosten fuer den Strombezug des Vermieters wären damit keine umlagefaehigen Betriebskosten. Das bedeutet wiederum, dass der Vermieter mit jedem Mieter einen "Liefervertrag" Abschlüssen müsste, in den dann auch der Strompreis zu regeln wäre.
     
  8. sara

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    ích bin auch der Meinung wie Andres.

    Die gesamten Kosten werden nach den Verbräuchen der Zwischenzähler aufgeteilt. Diese umfassen ja den Stromverbrauch im Haus.
    Die verrechneten kwh des Versorgers interessieren dabei nicht nur der bezahlte Betrag.
     
  9. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Vielleicht hilft es, wenn man mal gedanklich den Hauptzähler ignoriert und die Einheit der nachgeschalteten Zähler in "Eier" oder "Eimer" oder eine andere abstrakte Einheit ändert ...

    Es gibt dann einmal pro Jahr eine Rechnung von 123 Euro. Das sind die Kosten, die in dem Jahr entstanden sind - egal was auf dem Hauptzähler steht oder stand.

    Die 123 Euro müssen nun an die 3 Wohnungen (mit je einem Zähler) verteilt werden - und zwar im Verhältnis der 3 Verbräuche. Wer viele "Eier" (oder "Einheiten") auf dem Zähler stehen hat, zahlt viel von den 123€ - und umgekehrt.

    (123€ / (Summe der gezählten Einheiten aller Wohnungszähler)) * (gezählte Einheiten Zähler Wohnung A) ergibt X €, und das ist der Teil von den 123 €, die Wohnung A bezahlen muss.
    Gleiches gilt für B und C: Für jede Wohnung wird das X ausgerechnet.

    A, B und C zahlen so in Summe genau die entstandenen Kosten, nämlich 123 €. Das ist die Summe der 3 X-Werte.

    Und niemand muss sich Gedanken um den Preis pro kWh oder pro Liter oder pro m³ machen. Das ganze ist m.E. die einzig praktikable und richtige Lösung, und bietet kaum Streitpotential.
     
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  10. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Ob nun Strom- oder Wasserzähler, ist im Prinzip ja kein Unterschied.
    In meinem MFH bekommt jeder WZ den gleichen Korrekturfaktor, sodass insgesamt exakt der vom EVU berechnete Verbrauch 'rauskommt.
    Beispiel: Vom EVU berechnet 198m³, Summe der Einzelzähler 180m³. Korrekturfaktor also 1,1. Ich wüsste nicht, welcher (vernünftige) Abnehmer etwas dagegen haben sollte. Alle WZ bei mir sind noch innerhalb der Eichfrist.
    Das war der Tipp vom Praktiker, nur warte ich auf Gegenmeinungen...:010sonst:
     
  11. dots

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    Von mir aus kannste da lange warten :ätsch
    Ich bin da voll bei dir und habe keine Gegenmeinung.
    Dein Vorgehen deckt sich ja auch mit meinem aus #8.

    Einzig der Begriff "Korrekturfaktor" könnte manchen Mieter vielleicht aufschrecken lassen, daher erwähne ich den Begriff gar nicht erst.
     
  12. Andres

    Andres
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    Ich sehe keinen Grund, warum Wohnungsstrom nicht zu den "sonstigen Betriebskosten" gehören sollte. Eine geeignete vertragliche Vereinbarung vorausgesetzt, halte ich die Kosten damit für umlagefähig.


    Keine Gegenmeinung. Ich finde die Berechnung nur unnötig kompliziert, auch wenn sie zum gleichen Ergebnis führt, bei dem ich ankomme.
     
  13. #12 ImmerPositiv, 05.02.2016
    ImmerPositiv

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    Da bin ich ganz bei Dir Andres, bei uns wird das auch in 4 Wohnungen so gehandhabt und wir haben das vor vielen Jahren von den Vorbesitzern so übernommen.

    Es ist in den betroffenen MV auch so vereinbart und wird entsprechend auch mit der BK abgerechnet ohne Probleme !

    Selbst ein RA hat die BK Abrechnung wo auch der Wohnungsstrom mit abgerechnet wurde nicht !! beanstandet

    LG
    immerPositiv
     
  14. Berny

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    Ähem..., Rechtsanwälte...:041sonst:
    Und, @Andres, Excel macht das bei mir (inzwischen) automatisch, litergenau.:005sonst:
     
  15. #14 ImmerPositiv, 05.02.2016
    ImmerPositiv

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    Yes Berny:003sonst:...ein RA vor vielen Jahren wo ein damalige mitgekaufter Mieter meinte er hätte Anspruch auf seine Kaution die er aber nicht von uns bekam da er die letzten 2 Monate keine Miete mehr gezahlt hatte ;-)

    Wie das manchmal so ist wollen manche dann trotzdem noch was finden was sie Dir anhängen können wenn sie mit ihren *Anspruchversuchen* nicht durchkommen ....tja ....Kassallaaa :001sonst:

    LG :137:
     
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