Umlageschlüssel abweichend vom Vertrag

Dieses Thema im Forum "Abrechnungs-/Umlagmaßstab" wurde erstellt von Unregistriert, 27.07.2011.

  1. #1 Unregistriert, 27.07.2011
    Unregistriert

    Unregistriert Gast

    Hallo zusammen,

    ich hab da mal eine Frage: Und zwar steht in meinem Mietvertrag, dass die Betriebskosten, die nicht nach Verbrauch abgerechnet werden (können) nach Wohnfläche berechnet werden sollen.
    Jetzt habe ich meine Vermieterin im Hausflur getroffen und sie teilte mir mit, dass sie jetzt demnächst die Nebenkostenabrechnung fertig macht. Es wäre dann unsere erste hier.

    Da es keinerlei Verbrauchserfassung gibt, will sie nun nach Personen abbrechnen.
    Das Haus ist ein Zweifamilienhaus. Sie wohnt alleine, wir zu zweit. Bei Abbrechnung nach Personen wäre unser Anteil also deutlich größer. Das habe ich ihr auch gesagt, aber sie meint nun, dass sie nicht nach qm abbrechnen kann, weil ihr die genauen qm-Zahlen nicht vorliegen.

    Ausserdem - so ihr Argument - ist sie nicht an die Betriebs- und Heizkostenvereinbarung gebunden, da Zweifamilienhaus und kann daher abrechnen wie sie will.

    Ich bin der Meinung das kann sie nicht, denn erstmal gilt ja wohl das, was im Vertrag steht.
    Aber kann ich auf eine Abbrechnung nach qm bestehen, auch wenn sie garnicht weiß wie groß die Wohnungen sind?

    Danke schonmal für die Beantwortung
     
  2. AdMan

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  3. #2 Unregistriert, 27.07.2011
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    Unregistriert Gast

    "Ausserdem - so ihr Argument - ist sie nicht an die Betriebs- und Heizkostenvereinbarung gebunden, da Zweifamilienhaus und kann daher abrechnen wie sie will.

    Ich bin der Meinung das kann sie nicht, denn erstmal gilt ja wohl das, was im Vertrag steht.
    Aber kann ich auf eine Abbrechnung nach qm bestehen, auch wenn sie garnicht weiß wie groß die Wohnungen sind?"


    du hast völlig recht.
    zwar gibt es für zweifamilienhäuser, in denen der eigentümer/vermieter eine der beiden parteien selbst bewohnt tatsächlich sonderregelungen, aber was im vertrag steht geht selbstverständlich vor.

    wenn sie nicht weiss wie gross die wohnungen sind, dann hätte sie sich besser überlegen müssen, was sie in den mietvertrag schreibt. jetzt wird ihr wohl nichts anderes übrig bleiben als die wohnungen (wohlgemerkt: BEIDE) ausmessen zu lassen.
    es sei denn du stimmst einer entsprechenden vertragsänderung zu - und zwar auch rückwirkend.

    "Sie wohnt alleine, wir zu zweit. Bei Abbrechnung nach Personen wäre unser Anteil also deutlich größer."
    das mag für die fixen kosten gelten (also z.b. grundsteuer, versicherungen usw.) aber ganz bestimmt nicht für die verbrauchsabhängigen kosten. es ist ziemlich unwahrscheinlich dass ihr zu zweit nicht mehr wasser verbraucht als sie alleine (und wasser ist normalerweise der dickste brocken gleich nach den heizkosten), auch müll werdet ihr mehr erzeugen usw.
    die heizkosten nach personen abzurechnen halte ich allerdings für ziemlich dreist - auch wenn's theoretisch möglich wäre das so zu machen (natürlich nicht wenn im vertrag was anderes festgelegt wurde).

    ich würde an eurer stelle auf einem ausmessen der wohnungen bestehen. aber versucht ihr das nett und freundlich klarzumachen, nicht gleich mit dem anwalt drohen usw.
    soooo teuer ist das auch garnicht mit dem ausmessen. wie wär's wenn ihr einen kostenvoranschlag dafür besorgt den ihr dann beim fälligen gespräch gleich zur hand habt?

    aber denkt dran:
    wasser nach quadratmetern abzurechnen ist auch ziemlich albern. vielleicht überdenkt ihr diesen posten nochmal, bevor ihr euch umgekehrt in die nesseln setzt und die vermieterin draufzahlen muss für euren verbrauch, da könntet ihr ihr vielleicht entgegenkommen und zusammen einen passenderen modus finden.
    ich könnte mir vorstellen dass die vermieterin ihren eigenen vertrag nicht vernünftig durchgelesen hat - sowas kommt gerade bei älteren leuten halt leider doch häufiger vor...
     
  4. #3 Christian, 27.07.2011
    Christian

    Christian Gesperrt

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    .. oder, ihr versucht gemeinsam, beide Wohnungen per Zollstock, Bleistift und Zettel (und ggf. Taschenrechner) auszumessen. Vielleicht könnt ihr ja so auf einen gemeinsamen Nenner kommen.
     
  5. peewee

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    gibt auch im Baumarkt Lasermessgeräte, damit geht's schneller....
     
  6. Heizer

    Heizer Erfahrener Benutzer

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    Das ist so nicht ganz richtig.

    Richtig ist, dass in diesem Ausnahmefall eine abweichende Vereinbarung getroffen werden kann. Gibt es diese Vereinbarung?

    Falls ja, dann muss man sich natürlich daran halten. Wenn nicht, dann gilt natürlich dennoch die gestzliche Regelung.
     
  7. #6 Unregistriert, 27.07.2011
    Unregistriert

    Unregistriert Gast

    heizer - die zitierte aussage der vermieterin ist absolut richtig.
    nur: sie hat im mietvertrag etwas anderes angegeben, und das geht nun mal vor.

    ich hab die situation ja selbst bei meiner einliegerwohnung, und ganz offensichtlich hat sich die vermieterin das nicht rechtzeitig, d.h. vor schliessung des mietvertrags, überlegt.
    jetzt will sie zurückrudern, ich tippe mal weil sie grad erst merkt, dass sie jetzt mit der vertraglich vereinbarten abrechnungsweise überfordert ist, offensichtlich fehlen ihr ja schon die nötigen zahlen.
    wäre interessant zu wissen wie sie's bisher gemacht hat, hier tippe ich: bisher noch nie selbst.

    ich denke es wäre zielführend wenn sich die beiden parteien da zusammenhocken und drüber reden.

    ob man selbst ausmisst oder ausmessen lässt bleibt den beiden parteien überlassen, ich für meinen teil würde damit jemand beauftragen, immerhin gibt's auch dazu 'ne DIN und wenn man's jemand unabhängigen machen lässt, kann hinterher niemand behaupten es wäre beschumpst worden.

    allerdings würde ich im gegenzug dann doch auch erwarten wollen, dass man das ganze konzept überarbeitet, d.h. der mieter sollte seinerseits auch auf den anspruch verzichten, dass z.b. der wasserverbrauch (und ähnliche kosten, die tatsächlich mit der personenzahl ansteigen) nach tatsächlichem verbrauch bzw. wenigstens nach personen abgerechnet wird - sonst wird das ganze schon ziemlich ungerecht zu ungunsten der vermieterin.
    grundsätzlich halte ich aber garnichts von abrechnung nach personen, wisst ihr ja, ich würde IMMER, IMMER, IMMER den einbau von wasserzählern empfehlen.
    bei den heizkosten - darüber haben wir ja auch schon zig mal diskutiert - hängts vom verhältnis der beiden wohnflächen ab ob sich das wirtschaftlich lohnt oder nicht.

    ich glaube nicht dass die vermieterin hier in irgendeiner weise am "profit" interessiert ist - ich glaub sie ist einfach überfordert. aber das ist jetzt auch nur bauchgefühl...
     
  8. #7 Unregistriert, 27.07.2011
    Unregistriert

    Unregistriert Gast

    sorry, für berny:
    written by lostcontrol
     
  9. #8 Unregistriert, 28.07.2011
    Unregistriert

    Unregistriert Gast

    Hallo,
    danke für eure Antworten. Ihr habt da einige Punkte angesprochen, an die ich selbst auch nicht gedacht habe.

    Zum selbstausmessen: Das traue ich mir nicht zu. Wir haben Dachschrägen und das Treppenhaus ist (durch eine komische Anbringung der Türe) in unsere Wohnung. Aber Treppen und Schrägen werden ja anders bemessen.
    Die Vermieterin hat eine sehr große Terasse/offener Wintergarten. Keine Ahnung ob und wie der bei der Berechnung berücksichtigt wird.
    Im großen und ganzen ist das aber auch ein altes Haus mit vielen Ecken, Vorsprüngen und Winkeln - da kann man die Räume nicht einfach so ausmessen.

    Zu den Heizkosten: Die Wohnungen sind von der Grundfläche gleich groß. Wir sind beide berufstätig. Vermieterin ist immer zu Hause. Ich wüsste also nicht, warum wir mehr Heizkosten verursachen sollten.

    Bei den Wasserkosten könnte ich das schon eher verstehen. Wobei wir viel ausser Haus oder auf der Arbeit essen und dadurch weniger Wasser zum kochen und spülen brauchen. Auch sind wir ja tagsüber weg und brauchen daher in der Zeit auch kein Wasser für Händewaschen und Klospülung.
    Natürlich duschen 2 Leute mehr als einer, aber ob wir deshalb trotzdem direkt das doppelte zahlen sollten?

    Unsere Waschmaschine im Keller hat übrigens einen Wasserzähler am Wasserhahn. Vielleicht gibts ja irgendwo noch einen weiteren Wasserzähler?

    Ich werde in den nächsten Tagen nochmal mit meiner Vermieterin reden. Schließlich will ich auch keinen Streit und mir ist ebenfalls an einer fairen Lösung gelegen.

    Eine letzte Frage hätte ich aber noch: Wenn es dann dazu kommt, dass die Wohnungen vermessen werden müssten, wer muss das bezahlen? Ich weiß nämlich, dass meine Vermieterin (wie wir leider auch selbst) knapp bei Kasse ist. Sie wird da sicher null Geld für übrig haben. Kann sie sagen, dass wir das Vermessen selbst bezahlen müssen, wenn wir unbedingt nach qm abgerechnet haben wollen?

    Danke schön

    Der Fragesteller
     
  10. #9 Soontir, 28.07.2011
    Soontir

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    Naja ich würde mal sagen, das muss wenn dann die Vermieterin zahlen.
    Sie hat im Vertrag als Umlageschlüssel eben Wohnfläche gewählt, also muss Sie so auch abrechnen und dafür brauch Sie dann ja die Größe der Wohnungen.
     
  11. #10 Unregistriert, 28.07.2011
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    Unregistriert Gast

    "Bei den Wasserkosten könnte ich das schon eher verstehen. Wobei wir viel ausser Haus oder auf der Arbeit essen und dadurch weniger Wasser zum kochen und spülen brauchen. Auch sind wir ja tagsüber weg und brauchen daher in der Zeit auch kein Wasser für Händewaschen und Klospülung."

    also wasser zur ernährung (essenkochen, trinken), spülen, händewaschen und klospülung ist im vergleich zum duschen absolut lächerlich von der menge her gesehen.
    den wasserverbrauch werdet ihr nur dann "gerecht" abrechnen können, wenn's zähler dafür gibt.
    wenn eure waschmaschine einen eigenen zähler hat, warum dann nicht die wohnung? das kann ich jetzt nicht so recht glauben ehrlich gesagt. ich hab's bei mir umgekehrt gemacht, die einliegerwohnung hat selbstverständlich einen eigenen wasserzähler, für die waschmaschine war mir das deutlich zu albern, die verbraucht ja nur einen bruchteil an wasser.

    "Eine letzte Frage hätte ich aber noch: Wenn es dann dazu kommt, dass die Wohnungen vermessen werden müssten, wer muss das bezahlen? Ich weiß nämlich, dass meine Vermieterin (wie wir leider auch selbst) knapp bei Kasse ist. Sie wird da sicher null Geld für übrig haben. Kann sie sagen, dass wir das Vermessen selbst bezahlen müssen, wenn wir unbedingt nach qm abgerechnet haben wollen?"
    die vermieterin ist dafür zuständig.
    SIE hat ja immerhin den abrechnungsschlüssel nach quadratmetern in den mietvertrag geschrieben, also muss sie auch dafür sorgen dass die entsprechenden werte vorhanden sind.
    allerdings könntet ihr auch nett sei und halbe-halbe machen.
    aber lasst euch doch erstmal 'n kostenvoranschlag machen - ihr wisst doch aktuell noch nicht mal wieviel das tatsächlich kostet!

    selbst ausmessen ist auch bei vielen winkeln, treppen und ähnlichem möglich - allerdings relativ aufwendig. dafür gibt's ja extra DIN-normen (siehe dazu auch "wohnflächenberechnung" - früher gab's in diesem forum mal 'ne info dazu, die wurde ja leider rausgenommen - musste jetzt halt googeln).
    offen bleibt aber wie z.b. terrassen und balkone berechnet werden, das kann die vermieterin dann bis zu einem gewissen grad selbst entscheiden, auch wenn es da "übliche werte" gibt.
    ich würde mich darauf aber wie gesagt nicht einlassen, das wär mir einfach zu anfechtbar, da zahl ich halt lieber den UNABHÄNGIGEN profi, auch wenn ich selbst einen profi in der familie hätte, der das umsonst machen würde. aber der terz ist doch vorprogrammiert wenn wir als vermieter sowas selbst machen, egal ob wir's können oder nicht.

    sprecht mit der vermieterin! am besten wie gesagt mit dem entsprechenden kostenvoranschlag schon in der hand.
    und bietet ihr dafür was anderes an, z.b. dass ihr euch im gegenzug auf die wasserabrechnung nach personen einlasst. ihr fahrt damit in jedem fall immernoch günstiger als wenn z.b. die heizkosten nach köpfen abgerechnet werden. wasserzähler wärn natürlich noch besser...
     
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