Umlageschlüssel der HV: "pro Einheit"

Diskutiere Umlageschlüssel der HV: "pro Einheit" im Abrechnungs-/Umlagmaßstab Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; Hallo zusammen, ich bin Miteigentümerin einer überschaubaren, freundlichen WEG geworden und habe ich bereits bei Kauf gewundert, dass...

KittyKat93

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Hallo zusammen,
ich bin Miteigentümerin einer überschaubaren, freundlichen WEG geworden und habe ich bereits bei Kauf gewundert, dass Gartenpflege, Treppenhausreinigung und anderes pro Einheit abgerechnet werden. Dies ist insbesondere zu meinen Ungunsten, da ich ein kleines 1-Zimmer-Apartment habe, und alle anderen Parteien große Wohnungen mit mehreren Bewohnern besitzen.
Verhältnismäßig zahle ich daher unglaublich viel für diese Posten. Besonders bei der Treppenhausreinigung finde ich eine Aufteilung nach Bewohneranzahl oder Miteigentumsanteil viel naheliegender.
Bei anderen Hausverwaltungen wird das allermeiste über die Miteigentumsanteile abgerechnet, was ich fair finde.
Dazu zu sagen ist, dass das 1-Zimmer-Apartment lange einer älteren kranken Dame gehört hatte, die dann verstorben ist mit Leerstand bis zur Erbenfindung. D.h. lange Jahre wurde die Abrechnung wahrscheinlich einfach durchgewunken.
Habe ich da praktisch überhaupt eine Chance auf Besserung? Oder nur langwierig und teuer über den Anwalt?
 
Andres

Andres

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Habe ich da praktisch überhaupt eine Chance auf Besserung?
Ich halte die Umlage nach Einheiten jedenfalls nicht für grundsätzlich zu beanstanden. Diese Diskussionen, wer das Treppenhaus besonders dreckig macht, wer den Garten sowieso nicht sieht und wer wie viel Aufzug fährt, sind überhaupt nicht zielführend - es ist schlicht egal. Es kommt darauf an, dass der Umlageschlüssel wirksam beschlossen ist.

Aufteilung nach Bewohneranzahl
Nur über meine Leiche. Die Diskussion über "wo waren wann wie viele Bewohner" ist noch ermüdender als die Frage, wie der Zeitschalter der Treppenhausbeleuchtung eingestellt sein sollte. Wohnfläche, Miteigentumsanteile, Einheiten, ... alles gut, aber bitte keine Umlage nach Bewohnern.
 

RP63VWÜ

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Oder nur langwierig und teuer über den Anwalt?
Spätestens dann dürfte sich dies erledigt haben:
Miteigentümerin einer überschaubaren, freundlichen WEG
Obwohl die Antwort von @Andres (ungewohnt kurz) bereits erschöpfend war:
Die Nachbarin im OG2 rechts, die den Postboten immer im Morgenrock empfängt (sicherlich hat die nix drunter an!) hatte vorgestern schon wieder Herrenbesuch!
Der hat seinen Hund (und ich könnte schwören, keine Steuermarke gesehen zu haben!) durch den Regen laufen und dann im Hausflur abschütteln lassen.
Für Nostalgiker:
 
Kunibert

Kunibert

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Irgendwas ist immer ungerecht. Endlos kann man auch über Müll diskutieren.
 

Ferdl

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habe ich bereits bei Kauf gewundert, dass Gartenpflege, Treppenhausreinigung und anderes pro Einheit abgerechnet werden
Hätte man beim Kauf halt einpreisen müssen.
Grundsätzlich halte auch ich diesen Umlagemaßstab für zulässig, juristisch wird da nichts zu holen sein.
Man könnte vielleicht versuchen, den Umlagemaßstab einvernehmlich zu ändern, dazu müssen die Miteigentümer allerdings sehr wohlwollend sein.

Nachtrag, eine Betriebskostenabrechnung muss nicht fair oder gerecht sondern rechtssicher sein.
 

Dschei2

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Gartenpflege, Treppenhausreinigung und anderes pro Einheit abgerechnet werden
Gerade die beiden genannten Pos. werden ja oft von den Bewohnern selbst erledigt. Und da ist klar, die Pflicht wechselt pro Wohnung, jeder ist mal dran. Und wenn dann auf einen externen Dienstleister geändert wird, bleibt man halt bei der Aufteilung pro Wohneinheit.

Wenn das so historisch gewachsen ist, kann ich es nachvollziehen und wie schon oben geschrieben, kann man das rechtlich nicht anfechten.
 

Fremdling

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Gartenpflege, Treppenhausreinigung und anderes pro Einheit abgerechnet
Rechtliche Grundlage finden, hilft zur Erklärung des Ist-Zustandes und lässt Wege und potentielle Hürden zur Änderung erkennen. Regelungen zur Kostentragung in Teilungserklärung? Gemeinschaftsordnung? Gemäß WEG § 16 (2)?
Habe ich da praktisch überhaupt eine Chance auf Besserung? Oder nur langwierig und teuer über den Anwalt?
Da gibt es Möglichkeiten, die die WEG-§§ eröffnen. Ob Gespräche mit Beirat/Verwalter helfen sowie eine änderungswillige Mehrheit gewonnen werden kann, hängt dann von den beteiligten Akteuren ab. Versuch (weniger emotional) macht kluch.
 

Benni.G

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Als ich meine Wohnung gekauft habe, habe ich mich auch über die Umlagemaßstäbe gewundert. Insbesondere, da sie vom Vorverwalter auf den damals relativ neuen Verwalter unterschiedlich waren.
Ich habe dies in der Eigentümerversammlung, als es um den Beschluss der Jahresrechnung ging angemerkt.
Da kein entsprechender Beschluss über Änderung der Schlüssel vorlag, habe ich den grundsätzlichen Beschluss sämtlicher Verteilungsschlüssel verlangt - auch rückwirkend für die entsprechende Abrechnung.
Mit diesem Vorgehen war der Verwalter nicht einverstanden - und seitdem mache ich seinen Job für unsere WEG.

Bei uns ist eine große Diskrepanz zwischen Wohnfläche und Miteigentumsanteil, sodass ein Eigentümer laut TE zwar 30% der Wohnfläche, aber nur 25% der MEA hat.
Der durfte für die vergangene Abrechnung nun etwas mehr bezahlen - profitiert aber jetzt im Umkehrschluss davon, dass ich vieles günstiger hinbekomme, als es der Verwalter wollte/gemacht hat.
 

sll

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Es kommt ja auch nicht darauf an, ob oder wie oft man das Treppenhaus, Fahrstuhl oder sonst etwas nutzt, sondern dass man es nutzen könnte. Die Größe der Wohnung sagt ja auch nichts über das Nutzungsverhalten aus. Z.B. kann jemand, der in einer 3 Zimmer Wohnung wohnt, kaum aus dem Haus gehen, und damit das Treppenhaus kaum nutzen, und jemand mit einer 1 Zimmer Wohnung 50 Mal pro Tag rein und raus gehen. Und im nächsten Monat ist das Verhalten vielleicht umgekehrt.
Ich kenne das auch so, dass eine Aufteilung solcher Posten nach Wohneinheiten durchaus üblich ist.
 
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