Umlegung Grundsteuer und Niederschlagswasser für exkl. Garagen- und Gartennutzung

Dieses Thema im Forum "Kaltwasserversorgung" wurde erstellt von cocoloco, 09.03.2008.

  1. #1 cocoloco, 09.03.2008
    cocoloco

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    Hier meine erste Frage in diesem Forum.

    Im Objekt sind drei Wohneinheiten. EG 130/OG 100/DG 60m². Die EG-Partei nutzt den Garten (250m²) allein (komplett eingezäunt und von der Garage umschlossen) sowie die Garage und Einfahrt/Fläche (insgsamt: 50m²) vor der Garage. Erreicht wird die Garage unmittelbar von der öffentlichen Straße aus.

    Wie lege ich die einmal die Grundsteuer und andererseits das Niederschlagswasser korrekt und vor allem fair um? OG und DG haben nichts von Garten und Garage.

    Vielen Dank.
    CL
     
  2. AdMan

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  3. #2 pragmatiker, 09.03.2008
    pragmatiker

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    grundsteuer b nach qm wohnfläche, niederschlagswasser nach versiegelter fläche, also die dachfläche durch qm wohnfläche, die darüber hinausgehende versiegelte fläche nur auf den nutzer.
     
  4. #3 cocoloco, 09.03.2008
    cocoloco

    cocoloco Neuer Benutzer

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    Die Verteilung der Grundsteuer nach qm führt, ich hoffe ich verstehe das System der Grundsteuer richtig, also dazu, dass die Mieter der kleineren Wohneinheit bei einem insgesamt 500qm großen Grundstück, ohne Garten und Einfahrtnutzung "über Gebühr" herangezogen werden können oder darf ich die Grundsteuer mehr nach tatsächlicher Beanspruchung differenzieren oder bin ich zwingend auf die Verteilung nach anteiliger Wohnfläche gebunden?

    CL
     
  5. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Betriebskostenumlage erfolgt nach vertraglichen Vereinbarungen oder Gesetz (§ 556a Abs. 1 BGB).
    Die tatsächliche Nutzung mag man im Vorfeld eines Vertragsabschlusses in Überlegungen zu einem passenden Umlageschlüssel einfließen lassen und diesen dann entsprechend vereinbaren.
    Nach Vertragsabschluss sind sämtliche Gerechtigkeitserwägungen einfach überflüssig.
    Wer es als Vermieter nicht lassen kann, wird sich aus persönlicher Dummheit Probleme einhandeln. Man wird feststellen, dass diejenigen, die von einem "gerechten" Umlageschlüssel profitieren, diesen selbstverständlich nicht beanstanden. Allerdings gibt es zwangsläufig auch Mieter, die durch den "gerechten" und rechtswidrigen Umlageschlüssel belastet werden. Diese Mieter werden die Abrechnung beanstanden. Dies führt im Extremfall dazu, dass dem Vermieter durch Fristablauf die Änderung von Abrechnungen mit den bevorzugten Mietern verwehrt sein könnte, gleichzeitig aber die Abrechnung mit dem benachteiligten Mieter geändert werden muss und dadurch ein Teil der Betriebskosten nicht umgelegt werden kann.
    Darüber hinaus muss man auch befürchten, dass die bevorzugten Mieter für künftige Abrechnungen behaupten, sie hätten mit Ausgleich des Abrechnungsbetrag ein Angebot des Vermieters zur Vertragsänderung angenommen und hätten damit Anspruch auf den für sie günstigen Umlageschlüssel. Wie weit diese Argumentation durchdringen könnte, soll hier nicht weiter bewertet werden. Wäre die Argumentation der Mieter erfolgreich, hätte der Vermieter nicht nur einmalig, sondern für die gesamte Dauer des Mietverhältnisses einen Teil der Grundsteuer selbst zu tragen und müsste damit feststellen, dass er sich durch seinen Gerechtigkeitswahn selbst ins Knie geschossen hat.

    Die Grundstücksfläche geht in die Berechnung der Grundsteuer nicht ein. Damit sind die hier angestellten Erwägungen auch unabhängig von den nicht existierenden Auswirkungen auf den Umlageschlüssel einfach unsinnig.
     
  6. #5 cocoloco, 10.03.2008
    cocoloco

    cocoloco Neuer Benutzer

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    Jawoll!

    Wonach bemißt denn dann die Kommune die Grundsteuer, wenn nicht nach der Grundstücksgröße?
    CL
     
  7. #6 pragmatiker, 10.03.2008
    pragmatiker

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    nach dem hebesatz, der richtet sich nach dem einheitswert und mietwert.
    RMHV (der göttliche) hat wie in 99,9% mal wieder völlig recht: wenn sich ein vermieter aus dümmlichen ideologieerwägungen ärger einhandeln will, ist ihm das unbenommen. für vermieter gibt es keinen einfacheren und unproblematischeren schlüssel als die qm umlage.
     
  8. #7 Vermieterheini1, 11.03.2008
    Vermieterheini1

    Vermieterheini1 Erfahrener Benutzer

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    Umlagemaßstab ist genau das, was in den jeweiligen Mietverträgen bzw. in der Teilungserklärung steht.
    Fehlen diesbezügliche Ausführungen so gilt die derzeitige Gesetzeslage.

    In Ausnahmefällen könnte das Gewohnheitsrecht gelten.
     
  9. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Grundsteuerberechnung in groben Zügen...

    Für bebaute Grundstücke wird vom Finanzamt aus Jahresrohmiete und einem Vervielfältiger der Einheitswert festgestellt (§ 78 BewG).
    Aus dem Einheitswert wird mittels der Steuermesszahl (§ 15 GrStG) ein Steuermessbetrag errechnet (§ 13 GrStG). Über den Steuermessbetrag gibt es einen Bescheid vom Finanzamt.
    Die Gemeinde bestimmt einen Hebesatz, der auf den Steuermessbetrag anzuwenden ist (§ 25 GrStG) und erlässt den Grundsteuerbescheid.

    Der Vervielfältiger hängt ab von der Grundstücksart, Bauart und Bauausführung, Baujahr und Gemeindegröße. Dieser Wert ist den Anlagen 3 bis 8 des BewG zu entnehmen. Die Steuermesszahl ist ebenfalls im Gesetz festgelegt. Die einzige variable Größe in dem gesamten Verfahren ist die Jahresrohmiete. Die Grundstücksgröße kommt bei der Grundsteuerberechnung nicht vor.
     
Thema: Umlegung Grundsteuer und Niederschlagswasser für exkl. Garagen- und Gartennutzung
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