Umstellung der Jahresabrechnung auf das Kalenderjahr

Dieses Thema im Forum "Steuer - Vermietung und Verpachtung" wurde erstellt von lolerloler, 02.04.2016.

  1. #1 lolerloler, 02.04.2016
    lolerloler

    lolerloler Neuer Benutzer

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    Guten Tag liebe Forummitglieder,

    ich hätte eine kurze Frage hinsichtlich der Jahresabrechnungen, die unsere Hausverwaltung erstellt. Bisher galt das Jahr vom 01.05. bis zum 30.04 des Folgejahres (z.B. 01.05.2013 bis zum 30.04.2014). Diese Abrechnungen haben ich jedes Jahr so eingereicht, als ob die für das Kalenderjahr angefallen wären. (also die obere Periode für das Steuerjahr 2014), was vom FA auch immer akzeptiert worden ist.

    Letztes Jahr haben wir auf Kalenderjahrabrechnungen umgestellt. D.h. aktuell liegt die mir die Abrechnung 2014 für das Rumpfgeschäftsjahr vor (z.B. 01.05.2014 bis zum 31.12.2014). Die Jahresabrechnung 2015 wird in der ersten Jahreshälfte erstellt und verabschiedet.

    Kann ich nun mit einem Fristverlängerungsantrag auf diese Jahresabrechnung 2015 warten und zusammen mit der Rumpfgeschäftsjahrsabrechnung 2014 einreichen? Was meint Ihr?

    Vielen Dank und liebe Grüße,

    Loler
     
  2. AdMan

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  3. Andres

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    Von was für einer Abrechnung reden wir hier? WEG oder etwas anderes?
     
  4. #3 lolerloler, 02.04.2016
    lolerloler

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    Sorry, korrekt - WEG, für die das die Hausverwaltung erstellt.
     
  5. Andres

    Andres
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    Du kannst nicht nur, du musst sogar ein Stück weit. Schließlich steht erst in der Abrechnung des Geschäftsjahres 2015, welche Entnahmen aus der IHR es gab. Die Abrechnungsspitze gehört dagegen (wenn du nicht [freiwillig] bilanzierst oder andere äußerst ungewöhnliche Umstände vorliegen) wegen Abflussprinzip in das Jahr, in dem sie tatsächlich geleistet wurde.
     
  6. #5 lolerloler, 02.04.2016
    lolerloler

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    Hallo Andreas,

    vielen Dank für die Rückmeldung. Mit der Spitze meinst Du sicher das Rumpfgeschäftsjahr 2014, oder? Die konnte ich in der Steuererklärung 2014 gar nicht ansetzten, da für die Periode vom 01.05.2014 bis zum 31.12.2014 die Abrechnung erst Ende Sep 2015 erstellt worden ist. Da ist meine Lohnsteuererklärung 2014 schon längst beim FA gewesen- d.h. diese Periode muss ich nun jetzt steuerlich geltend machen. Und wie gesagt, bisher hat FA eben das vom Kalender abweichende Abrechnungsjahr ohne weiteres akzeptiert. Was wäre Deiner Meinung nach sinnvoller - eine unverbindliche Auskunft es des FA einzuholen ob wegen der Umstellung auf das Kalenderjahr das Rumpfgeschäftsjahr 2014 und das Jahr 2015 zusammen geltend gemacht werden können oder einfach beide mit der Lohnsteuererklärung einreichen?

    Grüße,

    Loler
     
  7. sara

    sara Erfahrener Benutzer

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    ist dieser Zeitraum folgerichtig auch in der Steuererklärung 2015 zu berücksichtigen.
     
  8. Andres

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    Nein, hauptsächlich meinte ich damit die Abrechnung 2015, aber grundsätzlich passt die Aussage auch für alle anderen Abrechnungen.

    Irgendwie scheint mir hier das allgemeine Verständnis für die steuerliche Lage zu fehlen. Grundsätzlich gilt für dich das Abflussprinzip: Ausgaben werden steuerlich dem Jahr zugeordnet, in dem sie aus deinem Vermögen (das heißt meist von deinem Bankkonto) abgeflossen sind.
    • Hausgeld Februar 2014, gezahlt am 3.2.2014 -> Steuerjahr 2014
    • Hausgeld Juni 2014, gezahlt am 2.6.2014 -> Steuerjahr 2014
    • Abrechnungsspitze Geschäftsjahr 5.2013 bis 4.2014, beschlossen im September 2014, bezahlt im Oktober 2014 -> Steuerjahr 2014
    • Abrechnungsspitze Rumpfgeschäftsjahr 5.2014 bis 12.2014, beschlossen im Mai 2015, bezahlt im Juni 2015 -> Steuerjahr 2015, obwohl kein Tag des Abrechnungszeitraums im Jahr 2015 lag.
    • Alternativ: Abrechnungsspitze Rumpfgeschäftsjahr 5.2014 bis 12.2014, wegen faulem Verwalter beschlossen im Dezember 2015, wegen Kreditklemme nach Weihnachtsshopping bezahlt im März 2016 -> Steuerjahr 2016
    In dieser Sichtweise muss du auf gar nichts warten. Du holst im Januar deine Kontoauszüge und dann machst du die Steuererklärung.


    Vom Grundsatz des Abflussprinzips gibt es aber Ausnahmen. Für ETW besonders wichtig ist die Sache mit der Rücklage. Zuführungen zur Rücklage sind steuerlich nicht abziehbar. Wenn du also im Februar 2014 150 € Hausgeld gezahlt hast, davon aber 30 € der IHR zugeführt werden, sind steuerlich nur 120 € zu berücksichtigen, obwohl 150 € deinem Konto abgeflossen sind. Klingt doof, ist auch so.

    Um diesen Effekt in der Steuererklärung zu berücksichtigen, kannst du auf die Abrechnung warten. Du kannst die Werte aber auch einfach aus dem Wirtschaftsplan übernehmen. Das wird wohl meist vom FA akzeptiert.


    Was der IHR zufließt wird erst berücksichtigt, wenn es der Rücklage entnommen und ausgegeben wird. Wenn ihr also für 100.000 € das Dach ausbessert und mit deinem Sondereigentum insgesamt 0,2 MEA verbunden sind, darfst du im Jahr der Entnahme 20.000 € abziehen. Ob und wann du diese 20.000 € der Rücklage zugeführt hast (oder ob das z.B. der Voreigentümer deiner Einheit war), interessiert nicht.

    Für diese Überlegungen muss du also zwingend die Abrechnung abwarten. Ohne die Abrechnung des Jahres 2015 weißt du eben noch nicht, was der Rücklage für die Geschichte mit dem Dach genau entnommen wird, und du könntest gegenüber dem FA auch nicht so einfach den Beweis darüber antreten. Also kannst du die Abrechnung für 2015 erst Mitte 2016 oder noch später machen - so lange es eben mit der Abrechnung dauert - obwohl das Ergebnis dieser Abrechnung steuerlich zu 2016 (oder noch späteren Jahren, s.o.) gehört. Fristverlängerung ist unproblematisch zu bekommen und für Vermieter in einer WEG eigentlich der Regelfall.


    Weitere Ausnahme vom Abflussprinzip:
    • Hausgeld Dezember 2015, wegen bereits erwähntem leerem Konto bezahlt am 8.1.2016 -> trotzdem Steuerjahr 2015
    Das ist die 10-Tage-Regel nach § 11 EStG, Google sorgt für mehr Erleuchtung.


    Das hier. Andernfalls bekommst du die Entnahmen aus der IHR nämlich gar nicht mehr berücksichtigt. Wenn das FA das beanstandet, sind die entsprechenden Abzüge eben verloren. Für die Zukunft weißt du ja jetzt, wie es richtig geht.
     
    Syker und lolerloler gefällt das.
  9. #8 lolerloler, 03.04.2016
    Zuletzt bearbeitet: 03.04.2016
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    Hallo Andreas,

    noch mal vielen Dank für die ausführliche Rückmeldung. Das Problem ist ja, dass ich die Steuererklärung 2014 bereits nur mit der Abrechnung 05.2013 bis zum 04.2014 eingereicht habe. In der abgegebenen und bereits veranlagten Erklärung 2014 wurde das Rumpfgeschäftsjahr 2014 gar nicht berücksichtigt - also keine Hausgeldzahlungen und kein Verbrauch der IHR. Und wie schon oben erwähnt, wurde das von FA bisher immer ohne Beanstandungen akzeptiert (hier vielleicht noch mal zur Erläuterung - 05.2011 bis zum 04.2012 für das Jahr 2012, 05.2012 bis zum 04.2013 für das Jahr 2013 usw. - man hat das quasi immer so angesehen, als ob die Abrechnungen das jeweilige Veranlagungsjahr betroffen würden, ohne Beachtung der unterschiedlichen Kalenderjahre 05.2011 bis zum 04.2012 für das Jahr 2012, 05.2012 bis zum 04.2013 für das Jahr 2013 usw. - man hat das quasi immer so angesehen, als ob die Abrechnungen das jeweilige Veranlagungsjahr betroffen würden, ohne Beachtung der unterschiedlichen Kalenderjahre d.h. jedes Jahr waren Monate aus einem anderen Kalenderjahr steuerlich geltend gemacht worden --> also im Prinzip hat hier das FA das von Dir erwähnte Abflussprinzip nicht wirklich berücksichtigt).

    Heute hat mir einer der Miteigentümer folgendes geschrieben:

    Sollten Sie bereits ihre Steuererklärung für 2014, ohne die Abrechnung für 05 - 12/2014 ‎einzubringen, gemacht haben, dann werden sie hier keinen Vorteil mehr daraus ziehen können. Bei einem abweichenden Wirtschaftsjahr drückt das Finanzamt hier ein Auge zu, aber wenn die Kosten nicht im Steuerjahr 2015 angefallen sind, dann kann man diese auch nicht geltend machen. Wurde mir zumindest von meinem Steuerberater so erklärt.

    Das ist für mich erst ein Mal ein Schock, da hier 8 Monate der Hausgeldzahlungen zzgl.. einem Verbrauch der IHR i.H.v. 2 k€ für den Heizungsaustausch. Ist das wirklich so? Es ergibt für mich immer noch keinen wirklichen Sinn - angenommen ich hätte für die Steuererklärung 2014 die Abrechnung für das Rumpfgeschäftsjahr 2014 vom 5.2014 bis 12.2014 eingereicht. Hätte das FA nicht die Abrechnung 05.2013 bis zum 12.2013 moniert, weil hier ebenso die Monate des Jahres 2013 nicht dem Steuerjahr 2014 zuzurechnen sind?! Das ist doch grundsätzlich so, dass wenn ich von einer nichtkalendarischen auf eine kalenderjahrbezogene Abrechnung umstelle, bestimmte Monate außerhalb des eigentlichen Veranlagungjahres liegen würden - geht doch gar nicht anders. Außerdem, wie schon oben geschrieben, hielt sich das FA ja selbst nicht stickt an den Abflussprinzip.

    Ich bin vollends verwirrt...

    Ach ja, falls es doch noch so sein sollte - kann man die Steuererklärung 2014 nachträglich noch ändern? Wie gesagt, das Jahr ist bereits veranlagt worden.
     
  10. Andres

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    So ist es auch, vielleicht noch mit der Ergänzung, dass das FA nicht zwingend "ein Auge zugedrückt hat", sondern den Sachverhalt vielleicht einfach nicht im Detail geprüft hat. Wenn man konsequent jedes Jahr die Ausgaben des letzten Jahres angibt, führt das nur selten zu unplausiblen Ergebnissen. Von einzelnen Ausreißern abgesehen, bei denen ein wesentlicher Effekt über mehrere Veranlagungszeiträume eintritt, ist die ganze Aktion oft nahe an einem Nullsummenspiel.


    Ob es das gemacht hätte, werden wir nie erfahren. Richtig wäre es jedenfalls gewesen.


    Die Verwirrung dürfte sich deutlich legen, wenn du dir noch einmal deutlich vor Augen führst, dass das FA nicht alles prüft, besonders in Punkten, in denen es letztendlich nicht um signifikante Beträge geht, und dass ein Steuerbescheid letztendlich auch nur eine subjektive Meinung ist. Nachteile können sich für dich daraus ergeben, dass du keinen Anspruch auf die Fortsetzung einer fehlerhaften Einschätzung durch das FA hast.


    Nur bis zum Ende der Einspruchsfrist, die vermutlich schon großzügig abgelaufen sein dürfte.
     
  11. #10 lolerloler, 03.04.2016
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    Puff, das ist echt hart... Naja, ich werde mal trotzt dem die beiden Abrechnungen einreichen und schauen was passiert. Das das FA das nicht geprüft oder übersehen hat, stimmt eigentlich nicht, da beim ersten Mal vom StB auf diesen Sachverhalt extra hingewiesen worden ist.

    Ja, die Einspruchsfrist ist schon lange abgelaufen. :(
     
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Umstellung der Jahresabrechnung auf das Kalenderjahr

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