Unterschiedliche Mietverträge in WG

Dieses Thema im Forum "Betriebs- und Heizkostenvorauszahlung" wurde erstellt von cbl, 25.11.2014.

  1. cbl

    cbl Neuer Benutzer

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    In einer WG mit drei Mitbewohnern haben zwei einen Vertrag, der die Betriebs- und Nebenkosten pauschal abdeckt, was bei einer der beiden Personen zu verschwenderischem Umgang mit den Ressourcen Heizung und Warmwasser führt (ein mehrfaches der üblichen Menge).
    Der dritte Mitbewohner (als letzter in die WG eingezogen) hat einen Mietvertrag mit Kaltmiete plus NK-Vorauszahlung, die so kalkuliert ist, dass sie einen durchschnittlichen Verbrauch abdeckt. Er sowie die andere Person mit Bruttovertrag verhalten sich normal in Punkto Wasser- und Heizkostenverbrauch, eher sogar sparsam.
    Nun kommt es bei der Abrechnung zu extrem hohen Verbrauchskosten für Kaltwasser, Warmwasser und Heizung für die WG. Die dritte Person bekommt ein Drittel davon in Rechnung gestellt. Die anderen beiden brauchen nichts zu bezahlen, da sie ja einen Inklusivvertrag haben. Hier leidet der Vermieter, dessen Mieteinnahme dadurch schrumpft.
    Meine Frage: Muss der Mieter mit Neuvertrag diese Nachberechnung bezahlen, obwohl er sie nicht verursacht hat (Es geht hier um über 500 Euro)?
    Ich habe schon viel nachgelesen und kann aber leider keine hundertprozent rechtskräftige Klausel finden, die anwendbar wäre um die Nachzahlung abwenden zu können.
     
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  3. #2 BHShuber, 25.11.2014
    BHShuber

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    Hallo, der Vermieter leidet zurecht, denn wenn man pauschal an 2 Mieter vermietet und einen Mieter mit Vorauszahlungen, ist das Chaos bereits vorprogrammiert.


    Wenn der Vermieter belegen kann, dass die Nachzahlung berechtigt ist nach Betr.KV und HeizKV dann ja, doch wir es darauf ankommen was im Mietvertrag vereinbart wurde?

    Eine Abgrenzung von Pauschale und Vorauszahlung stelle ich mir jetzt mal fast unmöglich vor, es sei denn, dass der Mieter mit Vorauszahlung eigene Zähler hat für Wasser, Warmwasser..........

    Eine Hundertprozentklausel zur Abwendung wird man hier auch nicht erhalten, dies ist kein Forum die eine Rechtsberatung ersetzt, Hilfe bekommt man bei einem Mieterverein oder Rechtsanwalt.

    Gruß

    BHShuber
     
  4. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

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    Hallo zusammen,

    Es kommt sicherlich auch auf die Vereinbarung im MV an.
    Eine richtige Abrechnung wird aber nicht möglich sein, wenn gerade beim Wasserverbrauch auch der Verbrauch der anderen M auf dem Zähler erfasst wird.

    Bei den Heizkosten könnte der M ggf. von den 15% Kürzungsrecht gebrauch machen, bei den anderen BK ist das so nicht vorgesehen.
    Ich persönlich würde nur eine angemessene Summe bezahlen, und das im Zweifel einen Rechtsstreit in Kauf nehmen.

    VG Syker
     
  5. cbl

    cbl Neuer Benutzer

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    Der Mietvertrag ist ein ganz normaler Standardvertrag. Da steht nichts Besonderes drin.
    Da die Wohnung als Ganzes abgelesen wird, ist eine Drittelung der NK an sich nicht falsch. Es wird 30% nach Wohnfläche (die Zimmer sind nicht ganz identisch) und 70% nach (gemeinsamem) Verbrauch abgerechnet.
    Das Problem ist halt, dass ein Mieter quasi den anderen reinreitet durch sein unvernünftiges Verhalten.
    Ich habe auch schon an Mietverein gedacht, bin mir aber nicht sicher, ob die Leute dort für derart ausgefallene Situationen geschult sind. Habe auch mit Rechtsanwälten schon schlechte Erfahrungen gemacht. Oft wissen die weniger als das, was man selbst recherchieren kann. Dann wird das Ganze noch teurer - ohne Erfolg. Daher hoffte ich, von jemand, der hier vielleicht selbst schon Erfahrungen gemacht hat, einen wertvollen Hinweis zu bekommen.
    Was hat es genau mit dem 15%igen Kürzungsrecht auf sich? Wann kann man das anwenden?
    Es bringt sicher nichts ohne stichhaltige Begründung das Geld zurückhalten, weil ansonsten der Krieg vorprogrammiert ist und in Zukunft daraus weitere Probleme resultieren
     
  6. Andres

    Andres
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    Wenn der Vermieter pflichtwidrig den Verbrauch der einzelnen Nutzer nicht erfasst.
     
  7. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

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    So etwas gibt es nicht, da jeder Verlag andere MV herausgibt und durch die laufende Rechtsprechung ständig Änderungen eingepflegt werden.

    Das ist an sich schon die richtige Vorgehensweise. Und bei den Kosten für die Heizung recht unproblematisch wenn der Verbrauch mit HKV an den Heizkörpern erfasst wird.
    Bei den meisten anderen BK kommt es auf die Vereinbarungen zum Verteilerschlüssel im MV an.
    Problematisch ist die Abrechnung von Wasser nach Verbrauch. Hier ist bei einem "StandardMV" regelmäßig davon auszugehen, dass dir dein persönlicher Verbrauch abgerechnet werden soll. In deinem Fall geht das aber nicht da nicht dein persönlicher Verbrauch erfasst wurde, sondern der Verbrauch von der ganzen Wohnung.
    1/3 Wohnungsverbrauch könnte zwar deinem persönlichen Verbrauch entsprechen, wird aber in 99% aller Fälle nicht stimmen.


    Die Mietervereine haben oftmals wenig Ahnung. Beispiele findest du hier im Forum. Besser ist selbst einen FACHANWALT zubeauftragen.



    Das findest du in der HeizkostenV, und betrifft auch nur die Heizkosten.
    VG Syker
     
  8. Duncan

    Duncan
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    Ich gehe davon aus, dass der Mieter mit der überbordenden Sozialmoral einer der wesentlichen Gründe für die Neugestaltung der Mietverträge ist...

    Pauschalmiete klappt halt nur wenn sich alle Mietparteien zusammenreißen und es nicht übertreiben, ansonsten ist die Abrechnung nach Aufwand quasi Pflicht. Für Mieter wie für Vermieter aufwendiger und stressbelasteter. Der hinzukommende Dritte hat hier die A-Karte. Längerfristig behebt man das Problem indem man den liebensgewürzigen Vielverbraucher aus der WG komplimentiert, der Nachfolger wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch einen Mietvertrag mit Verbrauchsabrechnung erhalten.
     
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