Verbrauchsgenaue Abrechnung mit schriftlicher Vereinbarung

Dieses Thema im Forum "Betriebs- und Heizkostenvorauszahlung" wurde erstellt von corona, 30.04.2012.

  1. corona

    corona Neuer Benutzer

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    Hallo,
    wir vermieten seit 20 Jahren mehrere Wohnungen. Bisher habe ich die Abrechnungen immer selbst gemacht. Darf ich mit meinen Mietern eine schriftliche Vereinbarung treffen, damit ich wie bisher die Heizkostenabrechnung zu 100% nach Verbrauch abrechnen kann? Ist das rechtlich zulässig wenn meine Mieter einverstanden sind?
    Denn nach der Neuen Abrechnungsvorschrift mit Verbrauchskosten und Grundkosten werden sparsame Mieter benachteiligt! Jeder soll das zahlen, was er verbraucht!
    Außerdem will ich es gerecht machen.
    Weiß jemand ein leicht zu bedienendes System für 3 Fam. Haus?
    Danke im voraus
     
  2. AdMan

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  3. #2 Papabär, 30.04.2012
    Papabär

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    Hallo corona,
    Ja.


    Nein, auch dann nicht.


    Ja, wer lässt sich nur solche doofen Verordnungen einfallen ... das waren bestimmt die verflixten Demokraten.


    Ja wie jetzt? ... Gerecht oder rechtlich zulässig? Außerdem ist Gerechtigkeit ja ein ziemlich dehnbarer Begriff. Wessen Gerechtigkeit?

    Wenn von den drei Wohnungen 2 leer stehen und der einzige Mieter diesen Leerstand indirekt mitbeheizt ... meinst Du der findet es gerecht, wenn er alle Kosten alleine tragen muss?


    Naja, ... die Auswahl dürfte sich da wohl eher in Grenzen halten. Ich würd´s mal mit der (doofen) Heizkostenverordnung versuchen.
     
  4. Heizer

    Heizer Erfahrener Benutzer

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    Dann mache doch mal folgendes Gedankenexperiment:

    Alle Mieter heizen so sparsam, dass die Verbrauchserfassungsgeräte Null messen. Daher sind auch kaum Brennstoffkosten angefallen. Der Schornie, Wartungsmonteur und der Betriebsstrom kostet aber auch. Wie verteilst Du dann die sagen wir mal 1000€?

    Anderes Beispiel:

    Zwei Wohnungen stehen leer und die Dritte ist bewohnt. Die beiden Leerstände werden nicht aktiv beheizt. Also Null Verbrauchskosten. Dann zahlt der eine Mieter die Vollen Bereitstellungskosten, Schornie, Wartung u.s.w.


    Ist das Gerecht?


    Du kannst mit Deinen Mietern vereinbaren was Du willst. Aber wenn einer auf den Trichter kommt mit 30:70 könnte es für ihn billiger werden und er zum Anwalt rennt hast Du ganz schlechte Karten. Denn die Heizkostenverordnung ist zwingendes Recht. Es gibt zwar Ausnahmen um von 70:30 abweichen zu dürfen, aber wenn die nicht vorliegen ist der ben so anzuwenden.

    Im übrigen ist Gerechtigkeit kein Maßstab für eine Heiz- oder Betriebskostenabrechnung, wie schon viele Gerichte urteilten.
     
  5. #4 Christian, 01.05.2012
    Christian

    Christian Gesperrt

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    Um mal Heizers Beispiel weiterzuspinnen:

    Verbraucht der sparsame Wenigheizer auch weniger Schornsteinfegerkosten (im Verleich zur dauerfrierenden alten kranken Oma)?

    Benachteiligst du nicht die alte frierende kranke Oma und die alleinerziehende Mutter mit den Fünflingen, die gerade in den ersten Lebenswochen viel Wärme brauchen, wenn du zu 100% nach Verbrauch abrechnest?

    Gruß,
    Christian
     
  6. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Selbstverständlich ist die Heizkostenverordnung zwingendes Recht. In der Heizkostenverordnung gibt es allerdings nicht nur die §§ 7 und 8, die die Aufteilung mit einem Höchstsatz von 70% für die Verbrauchskosten vorschreiben, sondern auch den § 10, nach dem auch höher Sätze für die Verbrauchskosten vereinbart werden können. Eine Vereinbarung über eine Abrechnung von Heizkosten zu 100 % nach Verbrauch ist daher wirksam. Das wären keine schlechten Karten, sondern eher ein "Oma-Blatt".

    Ich stimme allerdings ohne Einschränkung zu, dass eine Abrechnung zu 100% nach Verbrauch, auch wenn sie rechtlich möglich wäre, nicht sinnvoll ist.
     
  7. corona

    corona Neuer Benutzer

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    Reine Heizkosten!

    Hallo Leute, es geht um reine Heizkosten (Wärmemengenzähler), nicht um Schornsteinfeger, Wartung ect.
    Außerdem haben wir keine Leerstände!
    Bsp.: Mieter 1 (100 m²) verbraucht doppelt soviel Heizung wie Mieter 2 (110 m²),da er in allen Räumen mind. 23(°
    warm will. Ist die Splittung denn dann noch gerecht? Meiner Meinung nach absolut nicht.
    Genauso wird der sparsamere bestraft.
    Also nochmal meine Frage: Zählt eine schriftliche Vereinbarung bei 100% Verbrauchsabrechnung beim Streit mit dem Mieterbund?
    Oder womöglich vor Gericht?
     
  8. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Der Gerechtigkeitswahn geht mal wieder um...

    Schon mal darüber nachdgedacht, ob sich der Mieter mit "Nahe-null-Verbrauch" damit zufrieden geben würde, dass die Heizung komplett kalt ist und erst erst anläuft, wenn am Thermostatventil gedreht hat, der Kessel und das gesamte Leitungssystem als erst dann aufgeheizt wird, wenn er selbst heizen will? Die Antwort ist ziemlich klar: er wird nicht längere Zeit - vielleicht 30 Minuten, vielleicht auch 1 Stunde - warten wollen. Da aber die Bereitstellung der Wärme schon Geld kostet, sollte auch der Mieter mit "Nahe-Null-Verbrauch" über einen Grundkostenanteil an diesen Kosten beteiligt werden.
     
  9. #8 Christian, 02.05.2012
    Christian

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    Wer bezahlt denn den Schorni und den Wartungsonkel?
    Und wie setzen sich deine Heizkosten zusammen?

    Soll'n wa wetten, daß die Schornikosten und die Kosten für die Wartung in deinen Heizkosten drinstecken?

    ---

    Wenn du im Aldi eine Tüte Milch kaufen wilst, kannst du dir überlegen, ob du die Tüte Milch für den geforderten Preis kaufst oder nicht. Du kannst dir überlegen, ob du einen Vertrag mit klaren Rahmenbedingungen eingehst (1 Liter Milch gegen bestimmten Betrag Geld). Ob der Preis gerechtfertigt ist oder nicht, ist egal. Wenn du den Vertrag eingehst, musst du dich dran halten - und der Herr Aldi auch. Egal, ob die Tüte Milch im Angebot ist und 2 Cent kostet (was ungerecht wäre) oder ob der Liter milch 10 Euro kostet (auch ungerecht). Du bist den Vertrag freiwillig eingegangen, und du musst dich folglich dran halten und die 10 Euro für die Tüte Milch löhnen - oder die 2 Cent.

    Genau so ist es mit der Heizkostenabrechnung. Du bist den (Miet-)Vertrag eingegangen, also musst du dich auch an das vertraglich vereinbarte halten - egal wie gerecht das für irgendwen ist.

    Selbst der Sparsame verursacht Kosten dadurch, daß er ständig den Wasserhahn(oder das Heizkörperventil) aufdrehen könnte und warmes Wasser hat. Es wird ständig warmes Wasser auf Vorrat bereitgehalten, auch wenn niemand es nutzt. Das verursacht Kosten.

    Bist du den Hinweisen von RMHV auf die §§ 7, 8 und 10 der Heizkostenverordnung schon nachgegangen?

    Gruß,
    Christian
     
  10. Heizer

    Heizer Erfahrener Benutzer

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    Ich versteh schon. Ist ja wie beim Auto. Ohne Räder, Motor und den ganzen Quatsch. Und das Umlegen des Schornsteinfegers ist ja eh nicht erlaubt. Gibt dann irgendwann nicht mehr genug davon ;)
     
  11. corona

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    Manche kapierens nie

    Schornsteinfeger, Grundsteuer, Gebäudebrandvers. sind Nebenkosten, keine Heizkosten!!
    Mieter 1 (100m²) hat 2011 lt. Wärmemengenzähler ca. 17000 kw/h verbraucht, während Mieter 2 (110m²) nur ca. 12000 kw/h verbrauchte. Die bisherigen Mieter von Whg 1 waren immer bei einem Verbrauch zw. 10000 und 12000 kw/h. Alles mit Wärmemengenzählern gemessen! Wenn Mieter 1 so einen hohen Wärmeanspruch hat, warum soll dann Mieter 2 das mitbüßen??
     
  12. #11 Christian, 03.05.2012
    Christian

    Christian Gesperrt

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    Hey corona,

    hol mal gaaanz tief Luft. Dann liest du dir das Ganze hier noch mal in Ruhe durch, schläfst eine Nacht drüber, und dann wirst auch du merken, wo dein Denkfehler (ich gehe mal zu deinen Gunsten davon aus, daß es einer ist - ansonsten wirds für dich echt peinlich und für uns um so lustiger) ist.

    Wenn du dann immer noch die Klappe so weit aufreißen willst: Nur zu.

    Gruß,
    Christian
     
  13. #12 Soontir, 04.05.2012
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    Ein Blick in die Heizkostenverordnung sollte genügen um den Denkfehler klarer zu machen^^
     
  14. RMHV

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    Wie wahr, wie wahr: manche kapieren es nie. Das trifft anscheinend vor allem für corona zu.
    Dann stelle ich einfach mal eine Frage, deren Beantwortung eine gewisse Intelligenz erfordert: was ist der Unterschied zwischen Nebenkosten und Heizkosten?
     
  15. #14 Martens, 04.05.2012
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    liebe Leute,

    bitte beruhigt Euch. Danke.

    Corona, Du unterliegst offensichtlich ein paar Irrtümern, die Du erst einmal aufklären solltest. In der HKVO steht, welche Kosten zu den Heizkosten zählen...

    Zum Thema Leerstand: wenn eine Wohnung doch mal leerstehen sollte - änderst Du dann den Abrechnungsschlüssel oder wie gehst Du damit um?

    Die 30/70-Verteilung ist schon eine ganz gute Lösung, um ein Objekt sinnvoll zu bewirtschaften.
    Der Begriff "fair" ist in diesen Zusammenhängen übrigens fehl am Platze. Eine Betriebskostenabrechnung sollte korrekt, also nach dem Buchstaben des Gesetzes und so, daß sie vor Gericht Bestand hat, erstellt werden und nicht "fair" (whatever love means).

    Christian Martens
     
  16. Heizer

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    Falsch. Der Schornsteinfeger gehört zu den Heizkosten und ist auch so umzulegen. Dasselbe gilt für die Wartungskosten der Heizanlage. Eine Umlage in den restlichen Nebenkosten ist nicht sachgerecht und könnte beanstandet werden.

    Gegenfrage: Warum soll Mieter 1 übermäßig an den Bereitstellungsverlusten und sonstigen verbrauchsunabhängigen Heizkosten beteiligt werden?
     
  17. #16 Papabär, 04.05.2012
    Papabär

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    ... Sofern der Schornsteinfeger an der Heiz- und/oder Abgasanlage arbeitet, bzw. Imissionsmessungen vornimmt.

    Sollte es sich hier um eine Fernwärmeanlage handeln und der Schornsteinfeger in Ermangelung einer Feuerstelle eigentlich nur die Lüftungsschächte des Hauses kontrolliert, dürfte wiederum die Umlage nach Heizleistungsverbrauch nicht sachgerecht sein.
     
  18. Dekron

    Dekron Neuer Benutzer

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    100%ige Messung

    Ich fürchte, Corona möchte zu 100% nach Verbrauch abrechnen, weil es ja eine 100%ige Messung gibt.

    So würde ich jedenfalls das Ausrufezeichen im obigen Text interpretieren.

    Von diesem Ansatz sollte man sich ganz schnell verabschieden. Auch die sicherlich beste Art der Verbrauchserfassung mit Wärmezählern ist halt nicht 100%ig. Wie sagte mein Dozent vor Jahrzehnten schon: "Wer viel misst, misst Mist".

    Systemeigene Fehlertoleranzen, spezielle Einbausituationen und die Tatsache, dass die Heizungsanlage nicht die komplette im Brennstoff enthaltene Energie in Wärme umwandeln kann, führen dazu, dass Wärmezähler eben nur 60-80% der Brennstoffenergie erfassen.

    Die Verordnungsgeber haben sich schon etwas dabei gedacht, einen Mindestgrundkostenanteil zu definieren.

    Ansonsten kann ich meinen Vorrednern nur zustimmen. Es gibt keinen - und damit meine ich wirklich keinen - triftigen Grund, zu 100% nach Verbrauch abzurechnen.

    Gruß Dekron
     
Thema: Verbrauchsgenaue Abrechnung mit schriftlicher Vereinbarung
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