Vermieter plant eine Sanierung und will den Mieter rauswerfen

Diskutiere Vermieter plant eine Sanierung und will den Mieter rauswerfen im Modernisierung und Sanierung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo, ich als Mieter wohne in dieser Wohnung schon lange. Hab auch die Miete pünktlich bezahlt. Der neue Vermieter, der auch der Besitzer ist...

  1. #1 Holzschwebung, 19.08.2017
    Holzschwebung

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    Hallo, ich als Mieter wohne in dieser Wohnung schon lange. Hab auch die Miete pünktlich bezahlt.

    Der neue Vermieter, der auch der Besitzer ist will den Mieter rauswerfen, weil man alle Wohnungen hier neu richten möchte und es wahrscheinlich mit höheren Preis neu vermieten will.

    Man könnte sagen in Luxuswohnungen umbauen. Der Vermieter hat Angebot gemacht für 2000€ geht man freiwillig. Was auch alle Nachbarn getan haben und ich bin noch der einzige hier. Wenn die Umbauaktion beginnt hat man weder Strom noch Wasser. Weil eben abgeschaltet werden muss bei den langen arbeiten.

    Darf man sich so behandeln lassen? Muss man raus, kann man gezwungen werden rauszugehen, wie Räumungsklage?
    Alles nur mündlich mitgeteilt, wenn soweit ist weil letzte bin, also wenn auf hart auf hart kommt, wird man ordnungsgemäß alles schriftlich erhalten.
     
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  3. Andres

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    Das ist natürlich schwer zu beantworten, wenn so viele Details noch gar nicht bekannt sind. Allgemein sieht es so aus:

    Erhaltungs- (§ 555a BGB) und Modernisierungsmaßnahmen (§ 555b BGB) hat der Mieter grundsätzlich zu dulden. Mieterhöhungen können aus Modernisierungsmaßnahmen abgeleitet werden, nicht aber aus Erhaltungsmaßnahmen. Gegen eine Mieterhöhung nach Modernisierungen gibt es Härteeinwände, z.B. bei Luxusmodernisierungen, also Modernisierungen weit über das in dieser Wohnlage übliche Ausstattungsniveau hinaus.

    Eine Kündigung (Verwertungskündigung) ist auch möglich, aber an wesentlich höhere Voraussetzungen gebunden. Hier muss das Haus schon abgerissen oder sehr radikal umgebaut werden.

    Kommt es während der Bauzeit zu Mängeln an der Mietsache, also z.B. kein Strom, kein Wasser, Lärm, Dreck usw., berechtigt das ggf. zur Minderung der Miete und/oder zu Schadenersatz.

    Dann noch zum Thema Ankündigung: Die Ankündigung von Erhaltungsmaßnahmen ist formfrei und "rechtzeitig" (ohne nähere Bestimmung) anzukündigen, die Ankündigung von Modernisierungsmaßnahmen ist in Textform wenigstens 3 Monate vor Beginn anzukündigen, die Kündigung wäre an die Schriftform gebunden, Kündigungsfrist je nach Dauer des Mietverhältnisses. Auch wenn der Vermieter hier also gerne eine Drohkulisse aufbauen möchte, könnte man gegen das unangekündigte Anrücken der Bagger am frühen Morgen durchaus mit Erfolgsaussicht vorgehen. Falls du entschlossen bist, in der Wohnung zu bleiben, sollte man sich also nicht zu sehr verrückt machen.

    Das mal für den Anfang. Mit den o.g. Begriffen kannst du ja mal die Suchmaschine deines Vertrauens füttern und wirst dann umfangreiche Lektüre finden. Früher oder später mag auch der Gang zum Anwalt ratsam sein.
     
  4. #3 Papabär, 21.08.2017
    Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

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    Nur soweit es um den Zutritt in die Wohnung geht. wird z.B. lediglich das Dach gedämmt und/oder ein Außenaufzug installiert, ist keine Mod.-Ankündigung erforderlich. Lediglich eine Fristverlängerung bei der darauf basierenden Mieterhöhung.


    Wohl eher, weil es ohne Strom erheblich länger dauert. Bringen die Handwerker dann ihr eigenes Aggi mit?
     
  5. Andres

    Andres
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    "Unerhebliche Einwirkung auf die Mietsache" ist das Zauberwort. Wenn es wochenlang keinen Strom und kein Wasser gibt, ist das kaum unerheblich.


    ... und keine Frist mehr beim Härteeinwand.
     
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