Vermieter produzieren unnötige Kosten?

Dieses Thema im Forum "Zahlungsmoral der Mieter/Vermieter" wurde erstellt von HansSolo, 03.05.2007.

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  1. #1 HansSolo, 03.05.2007
    HansSolo

    HansSolo Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen,

    möglicherweise ist meine Frage schon - mehr oder weniger - in anderen Beiträgen beantwortet, allerdings fehlen mir die richtigen Schlagworte für die Suchfunktion.
    Deshalb schon mal vorsorglich: Entschuldigung :zwinker

    Die Sachlage:
    Die Vermieter stellen den Mietern in der Betriebskostenabrechnung Kosten für Hausreinigung, Gartenpflege, Schneeräumen usw. in Rechnung. Dazu haben sie offiziell ihre Tochter auf 400-Euro-Basis angestellt. Die Mieter zahlen also neben dem
    Nettostundenlohn von 12,- Euro auch Steuern und Sozialabgaben im Rahmen dieses 400-Euro-Jobs, brutto kommen dabei ca. 15,- bis 18,- EUR/Stunde heraus.
    Bis hier soweit, so gut.

    In der Praxis allerdings erledigen die Vermieter (die Eltern der Tochter) die Arbeiten zu 95% selbst, und zwar "im Auftrag ihrer Tochter", wie sie es den Mietern gegenüber formuliert haben.
    Der Zweck ist vermutlich der, dass die Tochter eine soziale Absicherung erhält.

    Was mir an dieser Konstruktion nicht gefällt, ist dass
    a) damit Kosten produziert werden, die nicht notwendig wären und
    b) die Mieter die soziale Absicherung der Tochter finanzieren, ohne dass diese im entsprechenden Mass Leistung liefert.

    Meine Frage ist, ob diese Konstruktion zulässig und zu akzeptieren ist oder ob die Mieter dagegen vorgehen können.

    Schon mal vielen Dank im Voraus

    HansSolo
     
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  3. #2 Thomas123, 04.05.2007
    Thomas123

    Thomas123 Erfahrener Benutzer

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    Tja, ich denke mal, ihr habt einen Mietvertrag in dem steht, es gibt einen Hausmeister....
    Die Kosten dafür hat der Mieter zu übernehmen.....

    Wie nun der Vermieter den "Hausmeister" regelt, bleibt ihm überlasssen.....er trägt ja auch die Verantwortung dafür, wenn sich im Winter ein Fußgänger den Fuß bricht, weil nicht gestreut wurde...

    Die Vermutung die Tochter solle nur sozial abgesichert sein,könnte richtig sein und ist nicht von der Hand zu weisen... und ich verstehe, dass das ärgert, würde mir auch so gehen.

    Ich hatte mal einen Fall, da war auch ein Hausmeister angestellt. Was der überhaupt machte ist mir bis heute nicht klar....gekostet hat er aber eine Menge.

    War ebenfalls sozial abgesichert........

    Gegen die Praxis könnt ihr m. E. nichts ausrichten.....wenn ihr eine Wohnung mit "Hausmeister" mietet, sind eben diese Kosten fällig. :gehtnicht
    :wink
     
  4. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Selbstverständlich sind die Kosten nicht notwendig. Man könnte auch die Hausreinigung und die Gartenpflege ganz unterlassen oder der Mieter könnte diese Arbeiten durchführen. :wand:

    Pauschalierte Sozialabgaben führen nicht zu einer sozialen Absicherung. Es entsteht durch den pauschalierten Beitrag für den Beschäftigten weder in der Kranken- noch in der Rentenversicherung ein Anspruch. Dass die Zahlung der pauschalierten Lohnsteuer von 2% nicht zu irgendeiner sozialen Absicherung führen kann, wird wohl selbst für einen Mieter nachvollziehbar sein. Die Verpflichtung zur Zahlung von Sozialabgaben ergibt sich aus Gesetzen und steht nicht im Belieben des Vermieters oder gar eines Mieters.

    Hinsichtlich der persönlichen Tätigkeiten des Vermieters könnte dieser auch problemlos für seine Leistungen die Beträge abrechnen, die ein Unternehmer netto, also ohne Umsatzsteuer, in Rechnung stellen würde. In Relation dazu wird ein Stundensatz von 12 € plus Sozialabgaben geradezu als Sonderangebot gelten können.
     
  5. #4 HansSolo, 06.05.2007
    HansSolo

    HansSolo Neuer Benutzer

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    Danke für Eure Meinungen.

    Den sarkastischen Ton von RMHV halte ich allerdings für nicht ganz angebracht.

    Meine Frage ergab sich aus einer Reihe von "Merkwürdigkeiten" im Verhalten der Vermieter.
    Wäre es z.B. als völlig selbstverständlich zu betrachten, dass die Vermieter einen Gartenanteil - gegen Mietzahlung - vermieten, der - da Erstvermietung - erst nach einem halben Jahr gaaaanz langsam den Charakter einer Bauschutthalde verliert?
    Ist es ebenfalls normal, dass ein Teil eben dieser mitvermieteten - und im Mietvertrag per Lageplan festgelegten - Gartenfläche zu einem Parkplatz umfunktioniert wird, die Mieter aber nicht einmal gefragt werden, geschweige denn ein Ausgleich angeboten wird?

    Vor dem Hintergrund nur dieser beiden Beispiele sollte es - und jetzt verfalle ich in Sarkasmus - selbst für einen Hausverwalter nachvollziehbar sein, dass ich der Konstruktion "Vermieter stellen Tochter an, um deren Arbeiten selbst zu erledigen" mit einem gewissen Misstrauen begegne und nach Gründen suche, welchen Sinn dieser Umweg haben könnte.

    Ich gebe RMHV zum Teil Recht.
    Ein Krankenversicherungschutz besteht durch den 400-Euro-Job nicht, ein gewisser Rentenversicherunganspruch kann allerdings durch Aufstockung des Beitrags durch die Tochter erworben werden.

    Es gab auch einen Versuch, dass die Mieter einen Teil der Arbeiten selbst erledigen. Allerdings waren die Vermieter u.a. nur unter der Bedingung einverstanden, dass sie EINEN Mieter als Verantwortlichen belangen können und von diesem eine Rechnung über die von den beteiligten Mietern geleisteten Arbeiten erhalten.
    Den Schuh wollte sich allerdings kein Mieter allein anziehen.

    Wie gesagt, ich suche einen Grund für die obige Konstruktion:
    Das Bestehen auf einer Rechnung brachte mich inzwischen zu der Vermutung, dass der Zweck die Steuerminderung sein könnte: Je mehr Kosten geltend gemacht werden können, desto mehr werden die zu versteuernden Einkünfte reduziert und damit die Steuerlast.
    Je mehr Ausgaben in Form von Lohn und Sozialabgaben produziert werden, desto höher die Kosten.

    Und hier kommt der "Grundsatz der Wirtschaftlichkeit" im BGB § 556 ins Spiel.
    Ist es für die Mieter(!) wirtschaftlich, wenn die Vermieter die Arbeit erledigen, für die sie offiziell ihre Tochter angestellt haben?

    Grüße
    HansSolo
     
  6. Dr.No

    Dr.No Erfahrener Benutzer

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    Quatsch, das ist ein "Nullsummenspiel".



    RMHV hat die Antwort (letzter Absatz) bereits ausführlich gegeben!
    Da gibt es nichts Sinnvolles hinzuzufügen.
     
  7. #6 lostcontrol, 08.05.2007
    lostcontrol

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    frage: werden denn tatsächlich kosten produziert, die "nicht notwendig wären"?
    hausmeisterdienste, gartenpflege etc. - das sind doch alles kosten, die tatsächlich anfallen, oder nicht?
    würde es denn irgendetwas ändern, wenn die leistungen von jemand anderem als ausgerechnet der tochter erbracht würden? ist es nicht das gute recht der vermieter zu entscheiden, wem sie den job geben?

    wenn diese leistungen tatsächlich NICHT erbracht werden, dann können sich die mieter dagegen natürlich wehren. wenn sie aber erbracht werden, dann wird da wohl nicht viel zu ändern sein. denn selbst wenn die tochter die entsprechenden leistungen von jemand anderem (z.b. ihren eltern, ihrem freund, einem kumpel etc.) erledigen lässt, ist für die mieter eigentlich nur entscheidend DASS sie erbracht werden.
    bsp.: wenn die putzfrau im krankenhaus liegt und ihre tochter für sie einspringt, dann meckert ja auch niemand - warum also sollte man in so einem falle dann meckern?

    bezüglich "sozialer absicherung" - bei "minijobs" auf 400-euro-basis hält sich die "soziale absicherung" in minimalsten grenzen und war bis vor garnicht allzu langer zeit sogar noch freiwillig (knappschaft).
    die intention warum die eltern ihrer tochter diesen job "zugeschanzt" haben dürfte da vermutlich anders gelagert sein.
     
  8. #7 HansSolo, 12.05.2007
    HansSolo

    HansSolo Neuer Benutzer

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    Wenn es zu dieser Pauschalaussage auch noch eine Begründung gäbe, könnte sie nützlich sein, aber so...

    Ich will trotzdem erklären, warum es aus meiner Sicht weder um Quatsch noch um ein "Nullsummenspiel" geht:

    Bezahlen die Vermieter jemanden - in diesem Fall ihre Tochter - für Reinigungsarbeiten usw. sind das aus steuerlicher Sicht Kosten. Diese Kosten mindern die Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung und damit die Steuerschuld. Je höher die Kosten - z.B. durch Abführen von Pauschalsteuern und Sozialversicherung für den 400-Euro-Job - desto geringer die Steuerschuld.

    Erledigen die Vermieter diese Arbeiten selbst und lassen sich dafür verständlicherweise bezahlen, erhöht das ihre Einnahmen und damit die Steuerschuld.

    Also ist es für die Vermieter sicher kein "Nullsummenspiel", sondern ein handfester Vorteil.
    (Vermutlich habe ich damit auf meine Frage nach dem Grund der Konstruktion eine mögliche Antwort gefunden :-) )

    Es wird niemand bestreiten, dass Hausmeisterdienste usw. notwendig sind und schon gar nicht, dass dafür Kosten anfallen.
    Der Punkt ist, dass die Kosten höher sind als sie sein müssten, weil die Vermieter die Tochter beauftragen, diese jedoch wiederum ihre Eltern beauftragt. Diese Umwegkonstruktion hat zum Resultat, dass die Vermieter Steuern sparen, die Tochter einen - wenn auch geringen - Anspruch aus der Rentenversicherung erwirbt, der Nettolohn "in der Familie" bleibt, aber die Mieter höhere Kosten tragen müssen, da sie neben Nettolohn auch Steuern und Sozialabgaben tragen müssen.

    Natürlich kann jeder Vermieter entscheiden, wem er den Job gibt.
    Nur wird kein Vermieter auf die Idee kommen, eine externe Reinigungsfirma, einen Hausmeister o.ä. zu beauftragen und zu bezahlen, die Arbeiten aber trotzdem selbst zu erledigen.

    Nicht ganz. Ich spinne den Gedanken mal weiter:
    Die Eltern stellen die Tochter als 400-Euro-Jobberin an, die Tochter stellt ihren Freund als 400-Euro-Jobber an, der wiederum stellt seinen Kumpel an, und der Kumpel beauftragt letztendlich die Vermieter, die Arbeiten zu erledigen, die sie ursprünglich in Auftrag gegeben haben.
    An jeder Stelle fallen Steuern und Abgaben an, die in Summe von den Mietern zu tragen sind.


    Wenn jemand einspringt, wird er vermutlich den entsprechenden Nettolohn bekommen, es wird sicher nicht gleich ein neues 400-Euro-Arbeitsverhältnis entstehen. Dann ist das aus Mietersicht wirklich ein "Nullsummenspiel".
    Außerdem sehe ich so einen Fall als Einzelfall, aber nicht als ein auf Dauer und bewußt angelegtes Umweggeschäft.

    Es bleibt also die Frage, ob Mieter die Kosten auch solcher - überspitzt dargestellten - Konstruktionen bezahlen müssen.
    Es könnte ja auch ganz einfach laufen: Die Mieter bezahlen die Vermieter direkt und netto (über die Betriebskostenvorauszahlungen und -abrechnung) für die Arbeiten, die die Vermieter sowieso selbst erledigen. Und das natürlich ohne Pauschalsteuern und Sozialabgaben, da ja keine anfallen.


    HansSolo
     
  9. Dr.No

    Dr.No Erfahrener Benutzer

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    RMHV hat es auf den Punkt gebracht:

    Der Vermieter dürfte viel mehr nehmen.

    Mehr braucht man nicht zu sagen.


    Zum Thema Nullsummenspiel:

    Den Kosten für die Hausmeisterleistungen die einkommenserhöhend wirken,
    stehen Betriebkosteneinnahmen in gleicher Höhe entgegen die einkommenserhöhend wirken.

    Summe? Null!


    Das Thema ist in meinen Augen durch, ich klinke mich aus.
     
  10. Capo

    Capo Erfahrener Benutzer

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    ..und weil das Thema durch ist und die Antworten komplett verwertbar sind (für genauere Rechtslagen berät ein Anwalt) mache ich das ding hier zu.

    Solange zu diskutieren, bis man doch vielleicht das hört, was man hören wollte, macht hier keinen Sinn.

    Der Vermieter hat wie die Vorgänger bemerkt haben wirtschaftl gehandelt und das sollte einem Mieter reichen. Wenn eine Firma beauftragt wird, fallen andere Kosten an.

    Vielleicht ist die Tochter überraschend zu Arbeit gekommen und hat nun keine Zeit mehr. Derlei Gründe gibt es viele und das soll hier auch nicht diskutiert werden.

    Ich denke, das Thema ist hinreichend beantwortet.
     
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