Vermieter verlangt festgeklebten Echtholzparkettboden zu demontieren

Diskutiere Vermieter verlangt festgeklebten Echtholzparkettboden zu demontieren im Kündigung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Nach 38 Jahren habe ich die Wohnung gekündigt. Mein Vermieter verlangt ich soll den fest verklebten unbeschädigten Echtholzparkett entfernen. Bei...

Albin

Neuer Benutzer
Dabei seit
12.05.2021
Beiträge
2
Zustimmungen
1
Nach 38 Jahren habe ich die Wohnung gekündigt. Mein Vermieter verlangt ich soll den fest verklebten unbeschädigten Echtholzparkett entfernen. Bei Einzug war ein abgenutzter PVC -Boden im Zimmer.
Leider haben wir den Boden ohne Rücksprache mit Vermieter vor 11 Jahren von einer Fachfirma verlegen lassen. Der Boden hat bis auf die üblichen Gebrauchsspuren keine Schäden. Muss ich wirklich den Boden entfernen?
 

ehrenwertes Haus

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
13.10.2017
Beiträge
6.653
Zustimmungen
3.826
Betrachte das doch mal aus der Perspektive des Vermieters...

Du hast ohne seine Zustimmung eine bauliche Veränderung in der Wohnung vorgenommen.
Du möchtest dem Vermieter einen Fußboden auf´s Auge drücken, den er nicht haben möchte.
Aus deiner Sicht mag das eine Verbesserung der Wohnung sein, aus Vermietersicht nicht zwingend.


Ja, der von dir verlegte Fußboden muss entfernt werden, wenn der Vermieter darauf besteht. Auf deine Kosten.

Ebenso muss, auf deine Kosten, der ursprünglich vermietete Zustand wieder hergestellt werden, abzüglich üblicher Gebrauchsspuren.
Evtl. muß sich der Vermieter an den Kosten beteiligen oder diese Kosten sogar ganz übernehmen. Das kommt darauf an in welchem Zustand der alte PVC-Boden wirklich war und in wie weit sich das nachweisen läßt. Mind. die Kosten für die Entfernung und Entsorgung des von dir verlegten Parketts, werden an dir hängen bleiben.

Alternativ zum Rückbau:
Vielleicht hat ein Nachmieter Interesse dir den Parkettboden abzukaufen.
 

set

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
17.11.2018
Beiträge
386
Zustimmungen
222
Ja, der von dir verlegte Fußboden muss entfernt werden, wenn der Vermieter darauf besteht. Auf deine Kosten.

so pauschal würde ich das sagen.

Zitat:
Allerdings kann nach Ansicht des Landgerichts Berlin (63 S 240/98) die Pflicht zum Rückbau entfallen, wenn es sich um eine dauerhafte Wertverbesserung handelt, die nur mit erheblichem Kostenaufwand wieder zu entfernen wäre und die Mietwohnung in einen schlechteren Zustand versetzen würde.
Zitat Ende.
Streitpunkt Fußboden

Hier auch noch mal ein entsprechendes Urteil:
Rückbaupflicht des Mieters bei Mietvertragsende

dort ging es auch noch um andere Streitigkeiten.
 

Kunigunde

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
25.08.2014
Beiträge
126
Zustimmungen
70
Eine ehemalige Mieterin in unserem Haus hinterließ uns einen vollflächig verklebten Teppichboden in Schlafzimmer, Wohnzimmer und Flur und einen vollflächig verklebten PVC-Boden in der Küche. Die Mieterin hatte nur eine kleine Rente und zog dann im Alter von 90 Jahren in ein Pflegeheim. Wir haben sie nicht an den Kosten der Wiederherstellung eines adäquaten Untergrundes beteiligt. Teppichböden und PVC-Boden waren auf dem zur Wohnungsausstattung gehörenden vollflächig verklebten Linoleumboden verklebt.
Der Klebstoff hat die Oberfläche des Linoleumbodens beschädigt, sodass er aus allen Räumlichkeiten entfernt werden musste. Kosten insgesamt mit Wiederaufbau einer glatten Unterboden-Oberfläche: ca. 3000 Euro.
Vielleicht ist dem Vermieter ja bekannt, welche Kosten auf ihn zukommen können wenn er für die Kosten der Entfernung aufkommen soll. Aber verklebtes Parkett ist ja eher für eine lange Nutzungsdauer angelegt, entsprechend teuer und hat viele Vorteile. Es hilft vielleicht, dem Vermieter diese noch einmal schmackhaft zu machen?
 

jorgk

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
29.11.2015
Beiträge
456
Zustimmungen
195
ich soll den .... unbeschädigten Echtholzparkett entfernen. ... Bei Einzug war ein abgenutzter PVC -Boden im Zimmer.

Aber verklebtes Parkett ist ja eher für eine lange Nutzungsdauer angelegt, entsprechend teuer und hat viele Vorteile. Es hilft vielleicht, dem Vermieter diese noch einmal schmackhaft zu machen?

Es gibt halt auch Vollpfosten innerhalb der Gruppe der Vermieter ...
Kann man/frau nur hoffen, dass die von @set genannten Urteile den Weg der Einsicht ermöglichen.
 

ehrenwertes Haus

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
13.10.2017
Beiträge
6.653
Zustimmungen
3.826
Es gibt halt auch Vollpfosten innerhalb der Gruppe der Vermieter ...
Kann man/frau nur hoffen, dass die von @set genannten Urteile den Weg der Einsicht ermöglichen.
Ich bin zwar ein Freund von Parkettböden, würde mir aber trotzdem keinen von einem Mieter aufzwängen lassen.

Ich möchte selber entscheiden mit welchem Boden ich vermiete, welche Qualität ich dort verlegen lasse, abgestimmt auf das anvisierte Mieterklientel, und von welchen Handwerkern. Das Urteil des LG Berlin ist nicht allgemein richtungsweisend. Nicht jede auf 1. Anschein Wohnwerterhöhung erleichtert die Vermietbarkeit oder führt zu einer besseren Wirtschaftlichkeit.

Parkett ist tendentiell höherwertiger als viele andere Bodenbeläge, aber nur deswegen nicht pauschal ein Mehrwert für Vermieter. Die Instandhaltungskosten können die Kosten für andere Bodenbeläge übersteigen. Das Streitpotential über normale Abnutzung und Sachbeschädigung (z.B. durch falsche Reinigungsmittel) ist höher als bei anderen Böden.
Das kann in die Miete eingepreis werden... theoretisch... praktisch muss man dafür auch die richtigen Mieter finden, die bereit sind diese Mehrkosten zu bezahlen.


Bei Echtholzparkettböden... die Deckschicht ist immer Vollholz.
Wie ist der Aufbau darunter? Ist das Vollholz oder Preßspan, 1-schichtig oder mehrschichtig, Fugen verleimt oder nur vollflächig auf den Boden gepappt?
Mit oder ohne Trittschalldämmung? Wurde eine Dampfsperre (nicht immer erforderlich) verlegt oder daran gespart?
Wie sieht es mit der Nutzungklasse und Versiegelung des Parketts aus? Danach richtet sich die rechnerische Lebensdauer.
Parkett aufarbeiten ist teuer, wenn man das nicht selber machen kann und noch teurer, wenn dafür auf VM-kosten Mietermöbel zur Seite geräumen werden müssen.
Wenn ich schon einen Boden (mit)vermiete, will ich die Gewissheit haben, dass keine Verlegefehler vorliegen oder mind. Jemand dafür haftbar machen können.

Parkett hat i.d.R einen wesentlich höheren Aufbau als PVC-Böden. Daher vermute ich stark, dass nicht nur Parkett verlegt wurde, sondern dafür auch die Türen mind. höher gesetzt wurden oder unten abgenommen wurden. Je nach Türblatt wirkt das dann so richtig unharmonisch und überhaupt nicht nach Mehrwert, bei Türen mit geometrischer Aufteilung wie z.B. Kasettentüren oder Türen mit Glaseinsätzen.


Da in meinen Wohnungen fast ausschließlich Vollholzparkett liegt, kenne ich die Diskussionen um Parkettböden nur zu gut.
Da gefällt die Farbe nicht mehr oder eine Fuge ist "häßlich" und prompt kleistert ein Mieter Teppichboden oder Laminat drüber. Streitkosten sind dann regelmäßig im 4-stellingen Bereich allein für das Entfernen der Mieterware...
 

jorgk

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
29.11.2015
Beiträge
456
Zustimmungen
195
Hallo @ehrenwertes Haus,
Du hast schon die Eingangsfragestellung gelesen?
Nach 38 Jahren habe ich die Wohnung gekündigt. Mein Vermieter verlangt ich soll den fest verklebten unbeschädigten Echtholzparkett entfernen. Bei Einzug war ein abgenutzter PVC -Boden im Zimmer.
Ich kann ein paar Deiner Argumente nachvollziehen, aber für diesen Fall, wo der Vermieter 38 Jahre nichts (zB als Schönheitsreparatur) am Boden gemacht hat, kann ich das nicht.
 
dots

dots

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
08.07.2014
Beiträge
6.624
Zustimmungen
2.668
Ort
Münsterland
Mal angenommen, der Vermieter plant, nach Ende des aktuellen Mietvertrags diese Wohnung zu renovieren, sanieren oder so - und unter anderem eine Fußbodenheizung einzubauen. Warum sollte der Vermieter (nicht nur in dem Fall) ein Interesse daran haben, dass der Bodenbelag, welcher zweifelsfrei vom Mieter eingebracht wurde, erhalten bleibt?

Es kann natürlich auch sein, dass die Optik Oder Art des "Echtholzparkettbodens" nicht dem entspricht, was der Vermieter sich vorstellt - oder nicht dem, was zukünftige Mietinteressenten erwarten.

Vielleicht bekommt der Vermieter die Wohnung im Anschluss nicht mehr vermietet, solange der Boden zwar keine Schäden, aber "übliche Gebrauchsspuren" hat?

Nur zur Erinnerung:
Der Boden hat bis auf die üblichen Gebrauchsspuren keine Schäden.
 

ehrenwertes Haus

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
13.10.2017
Beiträge
6.653
Zustimmungen
3.826
Hallo @ehrenwertes Haus,
Du hast schon die Eingangsfragestellung gelesen?

Ich kann ein paar Deiner Argumente nachvollziehen, aber für diesen Fall, wo der Vermieter 38 Jahre nichts (zB als Schönheitsreparatur) am Boden gemacht hat, kann ich das nicht.
Ich habe die Eingangsfrage gelesen, ja.

Der TE sagt nichts über die Zeit zwischen Einzug und Verlegen des Parkettbodens. Nur dass er den Boden ohne Zustimmung des VM selbst verlegt oder beauftragt hat.

Für mich bedeutet das, dass der Vermieter auch nicht um einen neuen Boden gebeten oder das gefordert, sondern ohne Rücksprache der Bodenbelag geändert eigenmächtig geändert wurde.

Als VM muss man nicht nachfragen, ob in der Wohnung ein Mangel besteht. Eine solche Info muß vom Mieter kommen und dem VM Gelegenheit gegeben werden einen Mangel zu beseitigen. Wer weiß wie dann der Bodenbelag ausgefallen wäre.

Ich kann deinem Argument folgen, sofern der VM seiner Instandhaltungspflich trotz Hinweis auf Mängel nicht nachgekommen ist. Dann gibt es andere Möglichkeiten, wie ein Mieter zu einem neuen Boden kommen kann, nur nicht unbedingt zu seinem Wunschboden.

Ohne die VM-Argumente und Gesamtumstände zu kennen, ist für mich nicht klar, wer in welchem Bereich und Umfang der Vollpfosten (deine Wortwahl) in dieser Geschichte ist.

Mein alter Verwalter hat Wohnungen weiter vermietet ohne sie selbst zwischen den Mietern gesehen zu haben. Mieterauswahl per Telefon, Vertrag auf Postweg, Wohnungsrüclgabe und Übergabe an neue Mieter mit Schlüssel bei irgendwelchen Nachbarn abholen, ohne die Mieter oder Wohnung jemals persönlich gesehen zu haben.
Ist zwar ne andere Geschichte, fällt mir aber bei so langen Lücken in Geschichten wie hier immer wieder ein.
 

RP63VWÜ

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
05.11.2018
Beiträge
635
Zustimmungen
412
Der TE sagt nichts über die Zeit zwischen Einzug und Verlegen des Parkettbodens.
Doch doch:
Nach 38 Jahren habe ich die Wohnung gekündigt.
[…]
Leider haben wir den Boden ohne Rücksprache mit Vermieter vor 11 Jahren von einer Fachfirma verlegen lassen.
Da @Albin ja nicht für Feedback bekannt ist, kann ich meine Meinung ja kurz fassen:
Selbstverständlich hat der Vermieter das Recht, hier einen Rückbau zu fordern!
Vielleicht war die Fachfirma ja vom Garten- und Landschaftsbau, die mit Kettensäge und Hacke die alten Bahnschwellen verarbeitet hat …
Ich schätze mal (geht aus dem einzigen Beitrag des TE nicht hervor), dass der Vermieter bereits eine Vorbesichtigung gemacht hat.
Alles andere wäre unlogisch, denn warum sollte @Albin ungefragt Auskunft über den Boden geben.
 

Feline

Neuer Benutzer
Dabei seit
07.02.2021
Beiträge
23
Zustimmungen
6
Alles andere wäre unlogisch, denn warum sollte @Albin ungefragt Auskunft über den Boden geben.
Eine andere Erklärung wäre, dass @Albin eine Ablöse für den hochwertigen Boden haben wollte und den Vermieter deswegen ungefragt informiert hat...
 
SaMaa

SaMaa

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
17.01.2019
Beiträge
578
Zustimmungen
404
Vielleicht gibt es da ja auch Spannungen und es geht um das Prinzip ;)
 

RP63VWÜ

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
05.11.2018
Beiträge
635
Zustimmungen
412
Eine andere Erklärung wäre, dass @Albin eine Ablöse für den hochwertigen Boden haben wollte und den Vermieter deswegen ungefragt informiert hat...
Denkbar, genauso denkbar wäre aber folgendes:
Nach 38 Jahren Mietdauer kommt ohnehin die Grund-Sanierung (Strom, Bad, Küche, Heizkörper).
Was soll man da mit verlegtem Parkett?
Gut, ist ne preiswerte Lösung, um den Estrich zu schonen …
 

Ferdl

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
14.09.2015
Beiträge
2.135
Zustimmungen
1.123
Ort
Westerwald
Die Instandhaltungskosten können die Kosten für andere Bodenbeläge übersteigen. Das Streitpotential über normale Abnutzung und Sachbeschädigung (z.B. durch falsche Reinigungsmittel) ist höher als bei anderen Böden.
Genau dieses dürfte für den VM ein guter Grund sein den Boden loswerden zu wollen.
Je nach potentiellen Mieterklientel kann so ein Boden kontraproduktiv sein.
Ich würde den vermutlich auch nicht haben wollen.
 
Thema:

Vermieter verlangt festgeklebten Echtholzparkettboden zu demontieren

Vermieter verlangt festgeklebten Echtholzparkettboden zu demontieren - Ähnliche Themen

Welche Rechte als Vermieter: Hallo Ich hoffe, ich komme hier mal etwas weiter. Folgendes: Im Februar dieses Jahr wurde in unserem Haus ein Zimmer in einer WG frei. Eine junge...
Mietminderung und fristlose Kündigung wegen einer Badsanierung rechtens?: Hallo, ich bin Vermieter eines Mehrfamilienhauses. Eine Mieterin meldete vor zwei Wochen Brüche an den Fliesenfugen im Badezimmer, die ich mir am...
Probleme mit Vermieter - Zahlungsaufschub Miete Mai verweigert: Hallo, Ende 2012 bin ich in ein Haus zur Miete eingezogen, um Frieden zu finden nach jahrelanger Zerstörung in meiner eigenen Wohnung, die ich...
Telefonleitung in Mietwohnung in einem Mehrfamilienhaus gestört.: Hallo. Ich frage im Auftrag meiner Eltern, folgenden Sachverhalt an: Wohnung in Mehrfamilienhaus wurde Besichtigt und Telefondose, samt...
Wussten Sie, dass Strom weltweit nur 2-5Ct pro kWh kostet ?: Hier mal eine interessante Email die bei uns ankam, die ich hier so gut es geht versuche einzukopieren: ****************** Wussten Sie, dass...
Oben