Vermieter-Wechsel: Mieter kündigen, wegen Eigenbedarf

Diskutiere Vermieter-Wechsel: Mieter kündigen, wegen Eigenbedarf im Kündigung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo! Wir sind zurzeit auf der Suche nach einer Eigentumswohnung und haben auch schon eine im Aussicht. In den nächsten Tagen wird der Makler...

  1. peekay

    peekay Neuer Benutzer

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    Hallo!

    Wir sind zurzeit auf der Suche nach einer Eigentumswohnung und haben auch schon eine im Aussicht.
    In den nächsten Tagen wird der Makler uns einen Kaufvertragsentwurf schicken und demnächst haben wir bezüglich der Finanzierung auch einen Termin mit der Bank.

    Die Wohnung wird aktuell vermietet und die Mieter wohnen seit über 15 Jahren in der Wohnung.
    Wir würden gern die Wohnung selber beziehen und die Mieter wegen Eigenbedarf kündigen. Uns ist es klar, dass wir eine Kündigungsfrist von 9 Monaten beachten müssen. Worauf müssen wir noch achten? Ist eine Rechtschutzversicherung für Vermieter sinnvoll und ratsam?

    Vielen Dank im Voraus!
     
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  3. #2 Nochso'nTrottel, 26.02.2019
    Nochso'nTrottel

    Nochso'nTrottel Benutzer

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    Hallo peekay,

    das Wichtigste ist, vor dem Kauf den Mietvertrag einzusehen. Nicht, dass da ein lebenslanges Wohnrecht, Kuendigungsverzicht des Vermieters oder aehnliche Nettigkeiten vereinbart sind.

    Kuendigen koennt Ihr erst, nachdem der Grundbucheintrag erfolgt ist. Das kann je nach Auslastung des oertlichen Grundbuchamts durchaus auch mal dauern. Ich selbst habe zwischen 14 Tagen und 8 Monaten schon alles erlebt. Und dann solltet Ihr Euch darauf einstellen, dass Ihr dem Mieter entweder den Auszug "versuessen" muesst oder sich der Meiter querstellt.

    Das hat sich naemlich mittlerweile rumgesprochen, dass man da den Vermieter melken kann. Viele Mieter nutzen das aus, wenn sie schon aus Ihrer Wohnung muessen. Hintergrund ist, dass ein geschickter Anwalt den Auszug durchaus mal ein bis zwei Jahre verzoegern kann. Bei einem 15 Jahre alten Mietvertrag kann sich das unter Umstaenden sogar finanziell fuer den Mieter rechnen. Neuere Mietvertraege sind in aller Regel erheblich teurer als alte. Wenn Du also schnell rein willst, musst Du desoefteren mal Kohle auf den Tisch legen.

    Ob man eine Rechtsschutzversicherung abschliessen soll, ist Geschmacksfrage. Ich persoenlich tendiere eher dazu, nur Versicherungen fuer Sachen einzudecken, bei denen es ans Eingemachte gehen kann. Aber nicht dafuer um im Ernstfall - vielleicht - ein paar hundert Euro zu sparen.

    cu
    NochSo'nTrottel
     
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  4. peekay

    peekay Neuer Benutzer

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    Vielen Dank für deine Antwort, NochSo'nTrottel

    Die Mietdauer ist unbefristet und kann von beiden Parteien gekündigt werden.

    Ich habe im Internet etwas von Sperrfrist Eigenbedarfskündigung gelesen. Ich muss jetzt noch herausfinden, ob dass bei unserer Wohnung zutrifft. Ansonsten müssten wir eine Sperrfrist von 10 Jahren einhalten, bevor wir die Mieter kündigen dürfen.

    Kennst du dich damit zufälligerweise aus?

    LG

    Peekay
     
  5. sara

    sara Erfahrener Benutzer

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    Von den Mietern immer mit 3 monatiger Kündigugsfrist.
    Vom Vermieter nur außerordentlich, u. a. wegen Eigenbedarf, mit gestaffelten Fristen je nach Länge der Mietdauer.

    Nur das kann sich dann trotzdem lange hinziehen, wenn der Mieter Einwände hat usw.
    Wenn er es bis zur Räumungsklage kommen lässt...
    Also das sollte sich auch beim Kaufpreis mindernd auswirken.
    Sperrfristen gibt es bei Wohnhäusern die neu in WEGs umgewandelt wurden.
     
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  6. Andres

    Andres
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    Ja, § 577a BGB.


    Das kommt darauf an, ob die Teilung in Wohnungseigentum vor oder nach Überlassung an den Mieter erfolgt ist. Nur in letzterem Fall gibt es eine Kündigungssperrfrist.


    ... bis zu 10 Jahren, im Regelfall sind es nur 3. In welcher Stadt liegt die Wohnung?
     
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  7. peekay

    peekay Neuer Benutzer

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    Die Wohnung liegt in Poing, Bayern.
    Wir haben jetzt Unterlagen vom Makler erhalten. Darunter ist eine Teilungserklärung von 1991. Ich verstehe natürlich nicht ganz alles, aber meiner Meinung nach, besagt die Teilungserklärung, dass die jetzige Eigentümerin, die Alleineigentümerin von mehreren Wohnanlagen auf dem Grundstück ist.

    Die jetzigen Mieter sind jedoch erst im Jahr 2000 in die Mietwohnung eingezogen. Dann müsste es keine Probleme, bezüglich der Kündigungssperrfrist geben, oder?!

    Liebe Grüße

    Peekay
     
  8. Andres

    Andres
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    In Bayern gilt eine Mieterschutzverordnung, nach deren Anlage Poing von der Mietpreisbremse betroffen ist. Die Sperrfrist dauert dort 10 Jahre.


    Die Mietsache wurde dem Mieter also erst nach der Teilung überlassen. Damit gibt es keine Sperrfrist.
     
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  9. #8 JungesPaarMitEFH, 28.02.2019
    Zuletzt bearbeitet: 28.02.2019
    JungesPaarMitEFH

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    Man sollte beim Kauf darauf achten, dass man vorher den Mietvertrag in Kopie bekommt und in der Vereinbarung beim Notar festgehalten wird, das keine weiteren Nebenabsprachen mit dem Verkäufer existieren und auch keine mehr getroffen werden. Theoretisch kann ein Verkäufer (der ja noch Vermieter/Vertragspartner ist) jederzeit Nebenvereinbarungen treffen, die dann nicht im originalen Mietvertrag stehen, aber natürlich gültig wären. Wenn sich beide Vertragsparteien einig sind kann man ja beliebige zusätzliche Vereinbarungen treffen.

    Auch beachten, bei Eigenbedarfskündigungen gibt es eine Härtefallreglung. Ob ein Mieter dann später ein Härtefall wird kann man nicht zuverlässig vorher sehen. Das gilt auch für den Verkäufer, der aber wohl auch mit Kenntnis wenig Interesse hätte darauf hinzuweisen. Man kann höchstens versuchen eine Vereinbarung zu treffen, dass der Kaufpreis erst einmal nur zum Teil und bei Auszug des Mieters vollständig gezahlt wird. Dieser Vorschlag dürfte bei Verkäufern aber immer auf wenig Gegenliebe stoßen.

    Da geschrieben wurde, das Finanziert wird, guckt euch den Mieter gut an, ob es sich um jemanden handelt, wo bei einem Rechtsstreit etwas zu holen wäre. Der schlimmste Fall der euch sonst passieren kann wäre es, dass der nicht mehr zahlt und nicht aus zieht. Könnt ihr dann in selber Miete zahlen und die Tilgung? Dazu noch Kosten für den Rechtsstreit und eine Räumung? Nach so etwas hat man zwar Anspruch auf Schadensersatz, aber wo nichts zu holen ist, bleibt man darauf sitzen. Ein Risiko, welches man zumindest vorher bedenken sollte.
     
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