Vermieter wechselt wegen Hausverkauf, haben Mieter eine Schutzfrist vor Kündigung aufgr. Eigenbedarf

Diskutiere Vermieter wechselt wegen Hausverkauf, haben Mieter eine Schutzfrist vor Kündigung aufgr. Eigenbedarf im Kündigung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Guten Morgen, das Haus in dem wir wohnen (mit zwei Mietwohnungen) wird verkauft. Wir (Pärchen mit Kleinkind) sind erst vor ein paar Monaten...

  1. Vaike

    Vaike Neuer Benutzer

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    Guten Morgen,
    das Haus in dem wir wohnen (mit zwei Mietwohnungen) wird verkauft. Wir (Pärchen mit Kleinkind) sind erst vor ein paar Monaten eingezogen. Unser Vermieter hat dann plötzlich vor einem Monat entschieden, das Haus zu verkaufen uns aber mündlich versprochen, dass er es nur an eine Person verkauft, die das Haus als Mietshaus aufrechterhalten möchte. Wie wir erfahren haben, hat er es dann aber doch offiziell auch zur Eigennutzung beworben! Nun gibt es einen Käufer und dieser möchte auch tatsächlich selbst in das Haus einziehen, also Eigenbedarf anmelden. In welchem Zeitrahmen kann er uns kündigen?
    Für Mietwohnungen, die in Eigentumswohnungen umgewandelt werden habe ich gelesen, dass es eine dreijährige Schutzfrist gibt, in der der neue Besitzer nicht aufgrund von Eigenbedarf kündigen darf. Bei uns hat es aber keine Umwandlung gegeben, das gesamte Haus wechselt einfach nur den Besitzer und damit auch Vermieter. Gilt für uns nun auch diese dreijährige Schutzfrist? Oder könnte uns der neue Vermieter ganz normal innerhalb von drei Monaten kündigen?
    Was ich schon weiß: Erstmal muss ja der Grundbucheintrag abgewartet werden, bevor eine Kündigung durch den neuen Besitzer getätigt werden könnte.
    Kennt sich hier jemand mit so einem Fall aus?
    Danke!!!
     
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  3. #2 Newbie15, 07.09.2018
    Newbie15

    Newbie15 Erfahrener Benutzer

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    Ihr habt da wahrscheinliche sehr wenig Möglichkeiten. Sobald der Käufer im Grundbuch steht, kann er euch mit 3-monatiger Frist kündigen. Es handelt sich hier auch um eine recht einfache Begründung von Eigenbedarf, denn das Haus wurde sicher nur in der Absicht gekauft, es selbst zu nutzen, eine langfristiger Vermietung war vom Käufer bestimmt nie vorgesehen.

    Wie ihr eure Situation vielleicht etwas besser machen könnt, wäre, dem Käufer schon vorab einen früheren Auszug anzubieten, wenn er euch dafür den Umzug (mit)finanziert. Das hätte für ihn den Vorteil, viel früher Besitzer des Hauses zu werden und er geht kein Risiko für Härtefall, Räumungsklage... ein. Evtl. lässt sich der Käufer darauf ein.

    Um zukünfig eine solche Situation zu vermeiden, kann man einen beidseitigen Kündigungsauschluss vereinbaren.

    Dass der Verkäufer es auch für Selbstnutzer anbietet, ist klar. Wir haben unsere de facto unkündbar vermietete Eigentumswohnung für mind 30% (!!) weniger verkauft bekommen, als uns potentielle Selbstnutzer angeboten haben. Da ist die Nachfrage einfach noch mal viel größer und die Leute legen einfach mehr Geld auf den Tisch, weil sie ja nichts verdienen wollen.
     
  4. #3 Immofan, 07.09.2018
    Immofan

    Immofan Erfahrener Benutzer

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    Je nach Bundesland und Stadt kann es Sperrfristen geben die bis zu 10 Jahre betragen. Sucht Euch am besten eine lokale Beratungsstelle.
     
  5. Andres

    Andres
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    Wo habe ich überlesen, dass das Haus in den letzten paar Monaten in Wohnungseigentum umgewandelt wurde?
     
    anitari und GJH27 gefällt das.
  6. GJH27

    GJH27 Erfahrener Benutzer

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    Nirgends, im Eingangspost steht sogar das genaue Gegenteil:
     
  7. AJ1900

    AJ1900 Erfahrener Benutzer

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    Wobei dann hier wiederum gefühlt wöchentlich Fragen von Mietern auftauchen nach dem Motto "wie kann ich einen beideitigen Kundigungsverzicht umgehen, weil ich früher raus will".
    Das sollte man im Hinterkopf haben und das nur machen wenn einem die Folgen klar sind.
     
  8. Vaike

    Vaike Neuer Benutzer

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    Danke für die vielen und hilfreichen Antworten! Die Sperrfrist greift in unserem Fall nicht, weil es keine Umwandlung in Eigentumswohnungen gegeben hat. Will der neue Besitzer im Haus als Ganzem wohnen, kann er uns innerhalb von drei Monaten kündigen.
    Geklärt werden muss nun noch, wie es wäre, wenn er nur in eine der Wohnungen einziehen will. Hierzu weiß ich aber, dass ein Vermieter, der in einer Doppelhaushälfte wohnt und die andere vermietet, den dortigen Mietern jederzeit ohne Angabe von Gründen kündigen kann. Wenn es also zum Einzug in eine Wohnung kommt, könnte der neue Besitzer wahrscheinlich dann auch sehr schnell den anderen Mietern kündigen. Ich lasse mich nun vom Mieterschutzbund beraten, schreibe dann nochmal rein, was herausgekommen ist.
     
  9. #8 ehrenwertes Haus, 13.09.2018
    ehrenwertes Haus

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    Irgendwie wirkst du auf mich wie ein aufgescheuchtes Huhn, das gerade ziemlich viel Chaos im Kopf hat, weil der Vermieter wechselt.

    Das dich die neue Situation verunsichert ist verständlich.
    Du musst aber keine Befürchtungen haben so fast über Nacht die Wohnung zu verlieren.

    Eigentlich ändert sich für dich als Mieter nichts nur weil das Haus verkauft wird, außer dem Namen des Vermieters und das dir eine neue Bankverbindung für die Mietzahlungen genannt wird.
    Das Risiko, das dein Vermieter in deine Wohnung einziehen möchte hast du als Mieter immer, es war dir nur nicht bewußt. Der einzige Schutz davor ist nicht zur Miete wohnen, sondern selber eine Wohnung kaufen und darin wohnen.

    Selbst mit einer Ankündigung dass der neue Vermieterins Haus einziehen möchte, bleibt unklar wann das sein soll.
    Das kann auch nur ein Gedankenspiel sein für irgendwann in ferner Zukunft.

    Solange du keine Kündigung erhalten hast, brauchst du dir wegen einem Vermieterwechsel wirklich keinen Kopf machen.
    Sollte dir eine gut begründete Kündigung wegen Eigenbedarf ins Haus flattern, wirst du deinen Umzug nicht verhindern können.
    In diesem Fall kann mannur den Termin bis zum Auszug verzögern aber ganz vermeiden geht i.d.R. nicht.

    Gleiches gilt bei dir falls dein neuer Vermieter zuerst in die andere Wohnung im Haus einzieht und euch dann eine Kündigung zukommen lassen sollte. Nur müßte diese Kündigung dann nicht zwingend begründet sein.

    Sollte eine Kündigung bei die anflattern kannst du mit deinem Vermieter reden. Im Gespräch lassen sich meist Lösungen finden, mit denen beide Seiten leben können ohne zu streiten.
    Die Alternative ist eine Kündigung nicht akzeptieren und um die Wohnung streiten. Das ist erst mal teuer für den Kläger, kostet Nerven, zerstört den Hausfrieden und der Ausgang vor Gericht ebenfalls ungewiss.
     
  10. Berny

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    Sollten wir nicht eher über Eigentümer sprechen...?
     
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  11. #10 ehrenwertes Haus, 14.09.2018
    ehrenwertes Haus

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    Kann man, wenn man möchte.
    Bei Personalunion von Eigentümer und Vermieter (evt. auch noch Verwalter) ist das aber völlig egal ob Herr Huber oder Frau Puselmuckel als Vermieter oder Eigentümer tituliert wird.

    Wesentlich ist doch, das der TE versteht worum es geht. Da ist Umgangssprache oft hilfreicher als auf juristisch korrekte Bezeichnungen zu beharren.
     
  12. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Ja, Umgangssprache ist hilfreicher - aber nur, wenn man die beiden folgenden Sachverhalte gleich setzt:
    - "verstehen, worum es geht" und
    - meinen, dass man alles(!) mit Hilfe der Umgangssprache (= schwarz-weiße Verallgemeinerung)
    verstanden hat, es dann im konkreten Fall aber zu Fehleinschätzungen/-entscheidungen kommt, weil ein kleines Detail in der Umgangssprache (= schwarz-weiße Verallgemeinerung) außen vor gelassen wurde.

    Wenn derjenige, der das Gesetz, die Verordnung, die Regel, den Vertragspassus, ... formuliert hat, stattdessen eine einfachere oder umgangssprachlichere Formulierung hätte verwenden können, hätte er das vermutlich getan.

    Sehr oft ist es aber (leider) so, dass an jedem einzelnen Wort eine immense Bedeutung hängt.
    Man müsste also jedes Wort 1:1 in Umgangssprache übersetzen. Das ist sehr schwer. Und ob ein TE, der nicht versteht, worum es geht, nach einer 1:1-Übersetzung in Umgangssprache einen besseren Durchblick hat, wage ich zu bezweifeln.
     
  13. #12 ehrenwertes Haus, 14.09.2018
    ehrenwertes Haus

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    @dots,

    Quatsch...
    Hier ist kein Juristenforum und wir befinden uns auch nicht vor Gericht.
    Dort erwarte ich von den Fachleuten, dass die ihre Fachsprache auch beherrschen, die nicht umsonst auch Juristenkauderwelsch genannt wird.

    Anderenfalls, kann man auch bei Immobilienbesitzern fordern, dass sie die Fachsprache aller Handwerker am Bau beherrschen und z.B. eine Jalousie von einer Jalousette oder Rolladen und Rollo auseinander halten können. Bautechnisch und auch rechtlich (Haftung) liegen Welten zwischen diesen Begriffen. Sogar mietrechlich kann die korrekte Bezeichnung relevant sein, wenn mehreres davon in 1 Wohnung angebracht wurde.
     
  14. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Ja, man kann - sowohl bei als auch von Immobilienbesitzern.
     
  15. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    ... und auch von -verwaltern, -eigentümern usw. ...:038sonst:
     
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