Vermietung im Gebotsverfahren: Warum nicht üblich?

Dieses Thema im Forum "Mietvertrag über Wohnraum" wurde erstellt von Hesse2015, 07.05.2015.

  1. #1 Hesse2015, 07.05.2015
    Hesse2015

    Hesse2015 Neuer Benutzer

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    Guten Tag,

    ich frage mich gerade warum eine Vermietung im Gebotsverfahren nicht üblich ist.

    Man sieht wie viel die potenziellen Mieter bereit wären zu zahlen und kann dann aus einer Kombination von Solvenz und Miethöhe wählen. Gerade wenn es sehr viele Interessenten gibt, ist es sonst ja im Grunde eine Lotterie wen man nimmt. Auch läuft man weniger Gefahr am Markt vorbei eine Wohnung anzubieten - sowohl nach oben als auch nach unten.

    Ich habe schon (sehr selten) Vermietungen im Gebotsverfahren gesehen - es scheint also keine juristischen Gründe dagegen zu geben. Da es aber sehr selten ist, würde mich interessieren was aus Ihrer Sicht dagegen spricht.

    Beste Grüße
    Hesse2015
     
  2. AdMan

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  3. Logos

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    Bald wird wohl die Mietpreisebremse dagegen sprechen.
    Zumindest in den Städten wo sie gelten wird. (z.B. Berlin)

    Aus Vermietersicht halte ich davon eher nichts.
    Hab zwar darin keine Erfahrung aber die Miete dadurch noch weiter völlig ans Maximum zu treiben empfinde ich eher als Ausbeutung.
     
  4. #3 Pharao, 07.05.2015
    Zuletzt bearbeitet: 07.05.2015
    Pharao

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    Hi Hesse2015,

    ich versteh das Verfahren "Vermietung im Gebotsverfahren" nicht bzw. kenne ich einfach auch nicht :frown:

    Wenn ich mir das aber wie eine Auktion vorstelle, dann hätte der Vermieter/Eigentümer ja weder Einfluss auf den Mietinteressenten selber, noch auf die Miethöhe. Im dümmsten Fall ist der höchstbietende ein unsympathischer Zeitgenosse, der die Wohnung zu einem Schnäppchenpreis bekommt, weil keine anderen Bieter mitgeboten haben in dem Zeitraum x. Auch frage ich mich, wie willst du hier die Mietinteressenten überprüfen, wenn immer der Höchstbietende den Zuschlag bekommt?

    Oder kann ich mir das eher so vorstellen, das jeder Mietinteressent nur sein Gebot abgibt und man dann entscheidet an wen man ggf. für wieviel vermieten will? Bei dem Verfahren halte ich es für fraglich, ob man besser dasteht als Vermieter, als wenn man von vorhinein einfach sagt, "die Wohung kostet xy Euro`s - wer hat Interesse?" Ich mein, gerade wenn die Nachfrage eher gering ist, wird auf dem "nomalen" Weg der Mietinteressent auch versuchen können zu handeln. Ist die Nachfrage eher hoch, brauche ich doch nicht so ein komisches, aufwendiges Verfahren, um die Wohnung vermietet zu bekommen.

    Auch wenn es sehr viele Interessenten gibt die an einer Anmietung Interesse haben, bedeutet das ja nicht, das alle gleich "gut" sind aus Vermietersicht. Soviel "Lotto" ist m.E. hier garnicht dabei.

    Dazu müsste man erstmal dieses Verfahren und dessen Einzelheiten kennen, um hier dann eine Aussage dazu treffen zu können.
     
  5. Andres

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    Das bedeutet aber, dass ich jeden Bieter vorab unterschriftsreif überprüfen muss. Das ist ein erheblicher Zusatzaufwand.

    Noch dazu verzichte ich lieber auf ein paar €€ Miete, wenn ich mir den Mieter dafür komplett frei aussuchen kann und nicht nur aus einem Pool grundsätzlich akzeptabler Interessenten denjenigen vorgesetzt bekomme, der am meisten zahlen will.
     
  6. #5 Glaskügelchen, 07.05.2015
    Glaskügelchen

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    Nicht unbedingt. Man könnte auch einfach in die Selbstauskunft ein Feld für das Mietangebot aufnehmen.
     
  7. Pharao

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    Hi,

    den Sinn dahinter versteh ich aber trotzdem nicht so ganz, also welchen Vorteil das für den Vermieter oder Mietinteressent haben soll. Mal ganz abgesehen davon, wie schreibst du das in die Anzeige - Startgebot 1€?
     
  8. #7 Glaskügelchen, 07.05.2015
    Glaskügelchen

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    Jetzt z.B. eventuell die Umgehung der Mietpreisbremse. Meines Wissens nach muss ein Vermieter keine Strafe zahlen, wenn er mehr verlangt, als er mit Mietpreisbremse dürfte. Er müsste aber ab Reklamation einer zu hohen Miete die zuviel geforderte Miete zurückerstatten.
    Wenn aber der Mieter selber das Angebot unterbreitet...........

    VB?
     
  9. Pharao

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    Hi,

    halte ich für sehr fraglich, ob man das damit umgehen kann.

    Also Verhandlungsbasis und "geben sie ihr max. Gebot ab" ist doch nicht das gleiche. Ich mein, wenn ich "x Euro VB" schreibe, dann geht der Wert eher nach unten als nach oben, egal ob wir jetzt beim Mietzins sind oder ein Auto verkaufen wollen.
     
  10. #9 Glaskügelchen, 07.05.2015
    Glaskügelchen

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    Wissen tu ichs natürlich auch nicht, aber wie will man Geld zurück fordern, wenn man als Mieter die spätere Miete selbst aufgerufen hat?

    VB ohne Preis natürlich.
     
  11. #10 Papabär, 07.05.2015
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    Im schlimmsten Fall wäre der Mieter dann eher ein penetrantes Ekelpaket, das den bereits existierenden §5 WiStG gut kennt.
     
  12. #11 Pharao, 07.05.2015
    Zuletzt bearbeitet: 07.05.2015
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    Hi,

    nur weil man zugestimmt hat, bedeutet das m.E. nicht automatisch das man deswegen ggf. nicht mehr dagegen machen kann. Vielleicht jetzt nicht das beste Beispiel, aber bei Wucher wäre das m.E. so, das man trotz voriger Zustimmung später dagegen noch vorgehen kann.

    Das hätte aber den Nachteil, das im schlimmsten Fall sich x hundert Interessenten melden und "lächerliche" Angebote abgeben. Klar das man die "lächerlichen" Angebote auch aussortieren kann, aber letztlich macht das ganze m.E. mehr Arbeit als es nutzt. Also wenn ich mindestens x Euro haben will, braucht keiner mit weniger ankommen, nur muss man das ja dem Interessenten irgendwie mitteilen.

    Und wenn ich das richtig verstehe, hätte der Mietinteressent auch nicht viel davon, denn es gibt ja noch nicht mal die Garantie, das der höchstbietende auch den Zuschlag erhält. D.h. bietet der Mietinteressent zu wenig, fliegt ggf. genauso raus, wie der Mietinteressent der am meisten geboten hat.


    @ Papabär,

    sorry, versteh ich gerade nicht, was du mir damit sagen willst. Aber ist auch egal, denn bislang versteh ich das ganze nicht so mit dem Vermieten a`la Gebot.
     
  13. #12 Glaskügelchen, 08.05.2015
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    Es geht doch gar nicht um Zustimmung. Der Mieter macht das Angebot!

    In den Gebieten in denen die Mietpreisbremse eingeführt werden soll, herrscht Mangel an Wohnraum. Wer da "lächerliche" Angebote abgibt, wird die Wohnung wohl kaum bekommen.
     
  14. Duncan

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    Das heißt noch lange nicht das nicht trotzdem von bewusst getrollt bis dumm-dreist mit Mietangeboten weit außer jeder Realität zugeworfen wirst.
     
  15. #14 Pharao, 08.05.2015
    Zuletzt bearbeitet: 08.05.2015
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    Hi,

    ändert aber m.E. nichts am eigentlichen, das der Mieter später evtl. trotzdem dagegen vorgehen kann, gerade wenn er mehr bezahlt als er müsste.

    Richtig, aber die Arbeit das auszusortieren, ect hast trotzdem du damit.

    Also ich hab schon so genügend Anfragen zum durchgehen, da brauch ich nicht noch Angobte die "lächerlich" sind. Im übrigen geht`s mir auch nicht so darum, maximal Beträge zu erzielen, sondern langfristige gute Mieter zu finden.

    Also für mich ist diese Sache mit Gebot nichts, da ich weder Vorteile für den Vermieter, noch für den Mieter darin sehe.
     
  16. #15 Nochso'nTrottel, 12.05.2015
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    Von einer Vermietung gegen Gebot kann ich aus eigener Erfahrung nur abraten.

    Ich habe in meinem selbstbewohnten Einfamilienhaus einige Zimmer an Studenten / Praktikanten, etc vermietet. Bei der Erstvermietung hatte ich keine Ahnung, wieviel ich verlangen konnte und habe - zu dem Zeitpunkt noch vollkommen unbedarft - eine Anzeige aufgegeben, in der stand: Bezueglich Miete - macht mir ein Angebot.

    Von Zimmer gegen Hilfe im Haushalt (massig) ueber im tiefsten Hinterland uebliche Niedrigstmieten (viele), Bettelbriefen fuer ein kostenloses Zimmer, weil die Welt ja soo ungerecht zum Bewerber war (einige) bis hin zu "2 mal die Woche" (eine) war alles dabei. Zusaetzlich haufenweise Mails mit Beschwerden und Vorwuerfen, was ich doch fuer ein Schwein sei, die Wohnungskappheit, Frauen, etc (hier beliebig ergaenzen) so schamlos auszunutzen. Und als Kroenung eine Androhung einer Anzeige (keine Ahnung wegen was) im Wiederholungsfall.

    Die Anzahl der unbrauchbaren Angebote und Beschwerdemails lag um ein Vielfaches ueber der Anzahl der halbwegs interessanten Bewerbungen. Und ich wohne im Speckguertel Muenchens, waren also schon ein paar ernsthafte Bewerbungen.

    cu
    Nochso'nTrottel
     
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Vermietung im Gebotsverfahren: Warum nicht üblich?

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