Vermietung ohne Tapeten und Bodenbelag rechtlich möglich?

Diskutiere Vermietung ohne Tapeten und Bodenbelag rechtlich möglich? im MV - Allgemeine Fragen Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo, ich möchte eine Wohnung vermieten, diese habe ich diesen Sommer neu erworben und bin jetzt gerade kurz vor dem Abschluß sämtlicher...

Aufschlagwin

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Hallo, ich möchte eine Wohnung vermieten, diese habe ich diesen Sommer neu erworben und bin jetzt gerade kurz vor dem Abschluß sämtlicher Renovierungs-arbeiten. Jetzt habe ich überlegt, ob ich tapezieren und Wohnbelag (Teppich, Kork,..) auch noch machen soll. Problem ist, dass wenn ich jetzt Tapeten oder Teppich aussuche, dann der Mieter vielleicht sagt, dass seine Einrichtung oder Geschmack das nicht ist. Also würde ich es gerne mit dem Mieter so vereinbaren, dass ich die Wohnung quasi im Rohzustand, was Bodenbelag und Teppich angeht, vermiete. Die Idee, ohne Tapeten und Bodenbelag zu vermieten kam mir, als ich einmal die Renovierungskosten überschlagen habe und merkte, dass ich viel zu viel in die Wohnung reingesteckt habe, als ich eigentlich wollte (Altbau!).

Hier meine Frage:
Ist das rechtlich, wenn sich Vermieter und Mieter darüber einig sind, überhaupt zulässig?

Es wäre schön, wenn ich hier eine sichere Aussage erhalten könnte. Vielen Dank schon einmal

Grüße
Aufschlagwin
 

RMHV

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Original von Aufschlagwin
Hier meine Frage:
Ist das rechtlich, wenn sich Vermieter und Mieter darüber einig sind, überhaupt zulässig?

Ob eine Vermietung mit oder ohne Tapeten erfolgt, ist letztlich keine rechtliche Frage, sondern eine wirtschaftliche. Es geht nur darum, zu welcher Miete man einen Mieter findet. Diese Entscheidung wird von den regionalen Marktverhältnissen abhängen.
So man sich für ein Vermietung ohne Tapeten und ohne Bodenbeläge entscheidet, sollte der vertragsgemäße Zustand der Mietsache im Mietvertrag beschrieben sein. M.E. wäre es auch sinnvoll, den Mieter nicht zu laufenden Schönheitsreparaturen zu verpflichten und bei Beendigung des Mietverhältnisses die Wiederherstellung des vertragsgemääßen Zustands, also die Entfernung von Tapeten und Bodenbelägen, zu vereinbaren. Man könnte auch noch einen Passus in den Vertrag aufnehmen, dass der Vermieter nicht zur Durchführung von Schönheitsreparaturen verpflichtet ist.
Über die Wirksamkeit von Formularvereinbarungen kann man nur im Einzelfall entscheiden. Grundsätzliche rechtliche Bedenken habe ich allerdings keine.
 

Aufschlagwin

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Hallo, ich danke dir für deine Antwort und Einschätzung. Bzgl. den erforderlichen Renovierungsvorschriften werde ich diese so formulieren, dass eine max. Zeit ohne Renovierungsdurchführungen max. auf 7 Jahre beschränkt ist. Wenn ich es ganz ausschließe und der Mieter dann doch sehr viel länger in der Wohnung bleibt, was wünschenswert wäre, wenn er ordentlich ist, dann würde u.U. die Wohnung verkommen.

Grüße
Aufschlagwin
 

Capo

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ohne Renovierungsdurchführungen max. auf 7 Jahre beschränkt ist.

Das würde ich nicht machen. Das könnte man als starre Fristen verstehen. Maximal 7 Jahre ist schlechter, als "im allgemeinen nach 3;5;7 Jahren".
 

Aufschlagwin

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o.k. dann die 3/5/7 Jahre, ist gut.

Gruß
Aufschlagwin
 

RMHV

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Original von Aufschlagwin
o.k. dann die 3/5/7 Jahre, ist gut.

Gruß
Aufschlagwin

Offensichtlich hast du es nicht wirklich verstanden. Wenn die Wohnung ohne Tapeten und ohne Bodenbeläge vermietet wird, besteht für den Vermieter nur wenig Bedarf an laufenden Renovierungen. Es sollte nur ausgeschlossen werden, dass der Vermieter laufende Schönheitsreparaturen durchführen muss. Den Mieter zu verpflichten, ist nicht erforderlich. Soll die Wohnung doch aussehen, wie auch immer es dem Mieter gefällt. Bei Beendigung des Mietverhältnisses entfernt der Mieter dann seinen Müll und die Wohnung hat wieder den Ausgangszustand.

Grundsätzlich kann man zwar den Mieter auch zu laufenden Schönheitsreparaturen verpflichten. Die Entfernung von Tapeten bei Beendigung des Mietverhältnisses wird dann allerdings als unzulässige Endrenovierung angesehen und müsste unterbleiben. Bei laufenden Schönheitsreparaturen durch den Mieter bekommt man im Grundsatz eine unrenovierte Wohnung zurück. Eine Renovierung kann nur verlangt werden, wenn die Fristen für die Durchführugn von Schönheitsreparaturen bei Beendigung des Mietverhältnisses bereits abgelaufen sind und auch Renovierungsbedarf besteht.

Mit dem Urteil zur Unwirksamkeit starrer Fristen hat der BGH ein neues Feld für Rechtsstreitigkeiten eröffnet. Wann besteht wirklich Renovierungsbedarf? Es ist vorhersehbar, dass die Bewertungen hier weit auseinandelrlaufen werden.
 

Jerry

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Gut getroffen: Wir haben auch eine Immobilie übernommen, bei der es "üblich" war, die Wohnungen ohne Tapeten/Bodenbeläge zu vermieten und auch nur so zurückzunehmen.

Ich halte das zwar nicht unbedingt immer für sinnvoll, aber es kommt auch ganz extrem auf Lage und Art der Wohnung und die gewünschten Mieter an. Während eine Wohnung mit "weisser Rauhfaser" praktisch problemlos vermietbar ist, kann eine nackte Wand den ein oder anderen potenziellen Mieter direkt verprellen, und zwar mindestens ebenso effektiv wie eine verwohnte (oder einfach nur geschmacksarme) Blümchentapete.

Bodenbeläge erachte ich übrigens _immer_ als problematisch. Mit Parkett und Fliesen liegt man zwar nie verkehrt, kriegt wohl auch die wenigsten gestalterischen Probleme, dafür sind sie aber auch fürchterlich teuer und der Spass fängt richtig an, wenn der Mieter dann Furchen ins Parkett oder Sprünge in die Fliesen haut... (und das geht wirklich!)

Laminat hat trotz des Fortschritts beim Material ein bisschen was von "Billig-Charme", PVC hat nur eine begrenzte Ansehnlichkeitsdauer und bei Teppichböden ist eine gewisse Tendenz zum eingebauten Ekel-Faktor vorhanden. Alles drei keine schönen Alternativen zur "Nacktvermietung".

Lässt man das alles also aussen vor: Was soll der Mieter denn dann noch renovieren? Die einzige Auflage, die sinnvoll erscheint: Er _muss_ Tapeten und irgendeine Form von Bodenbelag einbringen, und er muss sie auch wieder entsorgen (wenn Du magst, kannst Du ihm "erlauben", sie bei Auszug drinzulassen - je nach Mieter erbst Du dann eine ganz ordentliche Wohnung oder einen Entsorgungsfall...). Blieben höchstens noch die Wohnraumtüren (falls altes Weisslack-Gehopse - moderne Furniertüren sollte man verpflichtend zur "no-go-Area" deklarieren, sonst sind die hinterher von bunt bis poster-tapeziert...) und ggfs. die Decken. Letztere sind ein interessanter Punkt: Zimmerdecken tapezieren ist nicht allen gegeben - wenn Du das einmal professionell machen lässt, und dann auch vorschreibst, dass es so bleiben muss (und gepflegt wird), spart das ganz fürchterlich viel Ärger... kostet initial halt eine Kleinigkeit, aber das ist es wert.

Jerry
 

Aufschlagwin

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Hallo Jerry, besten Dank auch für deine Antwort. Ich bin auch deiner Meinung und habe dies auch so gehandhabt, d.h. die Wohnung nahezu "nackt" vermietet (vermieten können). Ich verspreche mir dadurch als Vermieter Vorteile und zwar aus dem einfachen Grund:

Ich habe sämtliche Türen / Zargen / Wände / Bad / Decken usw. neu gemacht. Wenn ein Mieter immer nur renoviert die Räume verlassen muss, dann siehst Du als Vermieter nie die Mauersubstanz, d.h. wie pfleglich geht ein Mieter beim renovieren mit deinem Eigentum um? Beschädigt er beim Ablösen der Tapeten die Wände usw.

Wenn man aber alles im Rohzustand wieder hat, dann muß alles in einem erträglichen Rahmen sein, ansonsten geht´s an die Kaution, um die Mängel, die nicht nur durchs Abwohnen kommen, wieder zu beheben. So hat man das als Vermieter besser im Griff.

Grüße Aufschlagwin
 
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