Verpflichtung zur Hausgeldzahlung

Dieses Thema im Forum "Hausgeldabrechnung und Wirtschaftsplan" wurde erstellt von Gennaro, 13.05.2014.

  1. #1 Gennaro, 13.05.2014
    Gennaro

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    Guten Tag zusammen,

    ich habe im Jahre 2011 eine Eigentumswohnung gekauft. Bis zum heutigem Tag stehe ich immer noch nicht im Grundbuch, auch nicht mit einer Auflassungsvormerkung.

    Laut meinem Kaufvertrag §6 Übergabe Steht im Absatz 2. Vom Tag der Übergabe an gehen der Besitz sowie die Nutzungen und Lasten des Kaufgegenstandes auf dem Käufer über.
    Der Eigentümer behauptet, ich müsse Hausgeld bezahlen ( Eigentümer=Verwalter)

    Laut Teilungserklärung jedoch hat der bisherige Wohnungseigentümer solange alle Rechte und Pflichten, bis der Eigentumswechsel durch öffentliche Urkunden nachgewiesen ist.

    Muss ich jetzt Hausgeld leisten? Anwälte sagen, der Eigentümer müsse mir eine Art Betriebskostenabrechnung erstellen weil ich ja Kosten verursache.
    Die Instandhaltungsrücklage jedoch und Verwaltergebühr müsse man nicht tragen.
    Danke für Eure Hilfe.

    LG
    Gennaro
     
  2. AdMan

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  3. #2 Martens, 13.05.2014
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    Die WEG muß sich an den Eigentümer (nach Grundbuch) halten, nur dieser ist verpflichtet, die monatlichen Vorauszahlungen, Nachzahlungen aus Jahresabrechnungen, Sonderumlagen etc. an die WEG zu leisten.

    Im Innenverhältnis zwischen Verkäufer und Erwerber ist bei solchen Vereinbarungen der Erwerber verpflichtet, die Zahlungen zu leisten. Tut er dies nicht, macht er sich gegenüber dem Verkäufer schadenersatzpflichtig.

    ein paar Fragen:
    hat die Übergabe denn stattgefunden?
    liegt es am Erwerber, daß noch keine Vormerkung eingetragen ist?
    gibt es aus dem Vertrag einen Notausgang? ;)

    allet jute,
    Christian Martens
     
  4. Andres

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    Darf man fragen, woher das kommt? Es sollte für die Frage nicht relevant sein, ist eher aus Interesse. 3 Jahre sind schon eine Zeit ...


    Grundsätzlich sind hier zwei Rechtsverhältnisse zu unterscheiden: Das Verhältnis zwischen Gemeinschaft und Wohnungseigentümer und das Verhältnis zwischen Käufer und Verkäufer.

    Im Verhältnis zwischen Gemeinschaft und Eigentümer ist die Sache relativ einfach: Der Anspruch der Gemeinschaft auf Zahlung von Hausgeld, Abrechnungsspitzen, Sonderumlagen usw. besteht gegenüber dem gegenwärtigen Eigentümer. Das ist die Person, die derzeit im Grundbuch eingetragen ist. Von diesem Grundsatz ausgenommen sind lediglich Zahlungsrückstände. Sofern du also noch nicht im Grundbuch stehst, richtet sich der Anspruch der Gemeinschaft auf Zahlung des Hausgeldes weiterhin gegen den Verkäufer - auch noch nach 3 Jahren.

    Im Verhältnis zwischen Käufer und Verkäufer entscheidet der Übergang von Nutzen und Lasten. Wodurch dieser Übergang ausgelöst wird, steht im Kaufvertrag. Regelmäßig ist das die vollständige Zahlung des Kaufpreises - das musst du aber bitte selbst noch einmal nachsehen. Ab diesem Zeitpunkt darf der Käufer den Nutzen aus der Wohnung ziehen (Miete bzw. Anspruch auf Überlassung oder zumindest Nutzungsentschädigung), muss aber auch alle Lasten tragen, u.a. das Hausgeld.

    Insgesamt ergibt sich also die Situation, dass die Gemeinschaft das Hausgeld weiterhin nur vom alten Eigentümer fordern kann, dieser das Geld aber seinerseits vom Erwerber zurückverlangen darf. Da der alte Eigentümer hier gleichzeitig Verwalter ist, sollte man sehr darauf achten, Zahlungen an ihn immer ausdrücklich in seiner Funktion als Verkäufer/Eigentümer zu leisten (Privatkonto) und nicht an die WEG (Gemeinschaftskonto). Gegenüber der Gemeinschaft wirken deine Zahlungen für dich nicht schuldbefreiend.
     
  5. #4 sara, 13.05.2014
    Zuletzt bearbeitet: 13.05.2014
    sara

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  6. #5 Gennaro, 13.05.2014
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    Erstmal danke für die schnelle Antwort.


    Im Innenverhältnis zwischen Verkäufer und Erwerber ist bei solchen Vereinbarungen der Erwerber verpflichtet, die Zahlungen zu leisten. Tut er dies nicht, macht er sich gegenüber dem Verkäufer schadenersatzpflichtig.

    Wie ist das zu verstehen?

    Zu den Fragen:
    Nach wie vor ist die Umschreibung ins Grundbuch nicht erfolgt. Das Problem ist, dass dem Erwerber Sondereigentum verkauft wurde, was nicht Sondereigentumsfähig laut Teilungserklärung ist. Hier wird nun eine Ergänzungsurkunde hinzugezogen, wo dann die Formalitäten und Kaufpreisminderung festgehalten werden sollen. Jedoch vereinbart der Verkäufer keinen Termin bzw. läßt die Ergänzungsurkunde falsch schreiben.
    Das die Eintragung noch nicht erfolgt ist liegt definitiv am Verkäufer bzw. an deren Vertreter bzw. Bevollmächtigten. Ich meine, dass Geld liegt ja auf dem Notaranderkonto und der Verkäufer hat nichts davon es die ganze Zeit hinauszuzögern.

    Jetzt wollte der Verwalter von mir Hausgeldnachzahlung haben was ich natürlich nicht bezahle, weil ich wie gesagt noch nicht einmal mit einer Auflassung im Grundbuch stehe. Wie ist die Sache zu bewerten? Kann man Klagen wegen nicht Erfüllung des Vertrages?

    Schöne Grüße
    Gennaro
     
  7. #6 Martens, 13.05.2014
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    Mal so gesagt: Du hast etwas gekauft, das der Verkäufer nicht liefern kann.
    Bei jedem Standardkauf (ich kaufe ein fahrbereites Auto, das der Verkäufer jedoch vor Übergabe in einen unförmigen Eisenklumpen verwandelt) würde man vom Kauf zurücktreten, sein Geld fordern/nehmen und gehen.

    Ich würde Dir dringend raten, ggfs. mit einem kundigen Anwalt den Notausgang aus dem Vertrag zu suchen, Rückabwicklung wird das Zauberwort sein.
    Ansonsten wird so eine Angelegenheit in absehbarer Zeit wohl kein guten Ende nehmen...

    Gehe ich recht in der Annahme, daß Du die Wohnung bewohnst?

    Christian Martens
     
  8. #7 Martens, 13.05.2014
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    Das bedeutet, daß gegenüber der WEG der Verkäufer zu zahlen hat, Du ihm aber die Kosten zu erstatten hast.

    Christian Martens
     
  9. Andres

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    Ich habe das in meinem Beitrag etwas ausführlicher erklärt, aber das dürfte sich mit deinem Beitrag überschnitten haben - wenn es noch unklar ist, einfach nochmal fragen.


    Wurde außerdem noch echtes Sondereigentum verkauft?


    Ich weiß nicht mehr, aus welchem Film der Spruch "Es ist dein Begräbnis, Kumpel!" ist, aber er passt hier ganz gut. Natürlich kann man jetzt versuchen den Kaufvertrag irgendwie so zu ergänzen, dass er nur noch tatsächlich veräußerbares (Sonder-)Eigentum umfasst und den Kaufpreis entsprechend mindern. Dafür setze ich eine Frist, vielleicht auch noch eine Nachfrist. Danach trete ich vom Kaufvertrag zurück und verlange vom Verkäufer Schadenersatz für meine Aufwendungen.

    So toll kann das Objekt gar nicht sein, dass man sich diesen Ärger 3 Jahre lang an die Backe bindet. Es wäre langsam aber sicher an der Zeit, dass du etwas unternimmst. Noch dazu weil Ende dieses Jahres ggf. erste Schadenersatzforderungen verjähren könnten.
     
  10. Duncan

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    Eigentum in einer WEG in der sich der Verwalter so geriert möchte ich eigentlich noch nicht mal geschenkt haben. OK - wenn mein Anteil/Stimmrecht ausreicht um ihn sofort vor die Tür zu setzen, können wir nochmal drüber reden.
     
  11. #10 Gennaro, 14.05.2014
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    Ich bewohne meine Wohnung schon fast 10 Jahre (vorher Mieter).

    Dann wurde dieses Objekt verkauft und in diesem Zuge aufgeteilt. Ein paar Jahre später dann zum Kauf Angeboten.
    Da ich meine Wohnung kenne und wusste was ich kaufe, habe ich Sie letzendlich auch gekauft, jedoch mit Bedingungen.

    Zu meiner Wohnung 92m² habe ich laut meinem Kaufvertrag 100m² Garten(wohne im EG), als alleiniges Sondernutzungsrecht (so steht es auch in der Teilungserklärung) gekauft sowie einen Keller ca. 15m² als Sondereigentum (laut Teilungserklärung nicht Sondereigentumsfähig) sowie einen Hobbyraum von ca.40m² als Sondereigentum (laut Teilungserklärung nicht Sondereigentumsfähig)der sich unter meiner Wohnung befindet und einen extra Eingang hat von meinem Garten aus.

    Beim Kauf meiner Wohnung damals habe ich diese Sache mit dem Sondereigentum als Bedingung gemacht, damit ich überhaupt meine Wohnung kaufe.
    Jetzt stehe ich jedoch vor dem Problem, dass die Behörden (Grundbuchamt) diese Umschreibung so nicht mitmachen!
    Mein Garten wird als Sondernutzungsrecht im Grundbuchblatt eingetragen, jedoch die Kellerräume nicht. Jetzt hat man mir für den Kellerraum (Normaler Keller mit Holzverschlag) und Hobbyraum eine Entschädigung angeboten von 6000€.
    Dabei verzichte ich auf den normalen Keller auf Sondereigentum, vielmehr wird mir vom Verwalter ein Keller zugewiesen. Und bei meinem Hobbyraum wird das Sondereigentum umgewandelt in Sondernutzungsrecht.

    Ich habe mich auf diesen Deal eingelassen, jedoch bewegt sich die Gegenseite nicht.
    Ich vermute, wenn man mir den Hobbyraum als Sondernutzungsrecht zuspricht, müsste auch die Teilungserklärung dementsprechend geändert werden oder?

    Ich weiss das ist alles ziehmlich merkwürdig, jedoch sind die Preise mittlerweile so hochgegangen, dass ich eine Rückkaufabwicklung unmöglich zustimmen kann. Ebenfalls habe ich meine Wohnung teuer saniert und im Garten viel Geld angelegt. Ich hoffe man kann dann verstehen weshalb ich an meiner Wohnung festhalte.


    Nun nochmal zum eigentlichen Thema:

    Ich bin gerne bereit Hausgeld zu leisten, keine Frage. Nur wenn ich gegen Beschlüsse die auf Eigentümerversammlungen nicht beim Amtsgericht anfechten darf auf der Grundlage das ich kein Eigentümer bin, warum soll ich dann Hausgeld bezahlen?:unsicher011:

    Mein Anwalt, den ich mittlerweile nicht mehr habe, weil die Kosten nicht mehr zum Verhältnis stehen, habe bereits tausende Euros ausgegeben ( Habe keine Rechtschutzversicherung bzw. habe eine jedoch greift Sie in diesem Fall nicht wegen Versicherungszeitpunkt) erklärte mir: Zwar steht in meinem Kaufvertrag Nutzen und Lasten gehen mit dem Besitz (bin kein Eigentümer sondern Besitzer) und somit sind ab diesem Zeitpunkt alle Kosten vom Besitzer zu tragen. Jedoch steht in der Teilungserklärung folgendes: Lasten und Kosten sind von Wohnungseigentümer zu tragen?
    Ich bin kein Wohnungseigentümer. Also erklärte mir ein Anwalt, dass der Eigentümer mit eine gesonderte Betriebskostenabrechnung erstellen müsse die ich dann bezahlen muss. Die Verwaltergebühr und Instandhaltungsrücklage muss ich nicht bezahlen.
    Ich habe das Geld so wie im Wirtschaftsplan 2012 gesondert auf ein extra Konto gelegt, es ist ja nicht so das ich es bewusst nicht bezhlen möchte, nur sehe ich es nicht ein, wenn ich juristisch gesehen keine Rechte habe in der WEG mitzuwirken, weshlab ich was bezahlen soll?
    So jetzt kennt Ihr nur ein Teil dieser Geschichte. Ich Frage nur deshalb nochmal nach, weil mich die Verwaltung im März angemahnt hat und wenn ich mein Hausgeld nicht bezahle riskiere ich eine Klage der WEG.
    Danke für Eure Hilfe.
    Lg
    Gennaro
     
  12. #11 BHShuber, 14.05.2014
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    Verbrauchsabhängige Kosten solltest du sehr wohl bezahlen

    Hallo,

    verbrauchsabhängige Kosten solltest du in jedem Fall bezahlen, denn der Verbrauch wurde letztendlich auch von dir verursacht.

    Bei Verwaltung und Instandhaltung ist das ein anderes Thema und durchaus strittig, das meinte auch dein Anwalt mit gesonderter Abrechnung.

    Man wird wohl nicht drumherum kommen, die Angelegenheit von Gericht klären und entscheiden zu lassen, dieser jetztige Zustand ist nicht tragbar weder für dich, die WEG, den Verwalter und auch wenn er es noch nicht so sieht, den Verkäufer.

    Gruß

    BHShuber
     
  13. Andres

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    Wir wissen ja beide nicht, was der Anwalt gesagt und gemeint hat, aber ich glaube, dass das anders gemeint war.

    Der Übergang von Nutzen und Lasten scheint hier nicht an die Kaufpreiszahlung sondern an den Besitz der Wohnung gebunden zu sein:

    Das bedeutet, dass Gennaro mit einiger Wahrscheinlichkeit vom Tag der Unterzeichnung des Kaufvertrags an das Hausgeld in voller Höhe (d.h. incl. nicht umlagefähiger Teile, Verwalterhonorar, Zuführung zur Instandhaltungsrücklage, ...) schuldet.

    Da der Groschen aber noch immer nicht gefallen zu sein scheint, wenn ich mir den letzten Beitrag so anschaue, nochmal der wichtige Hinweis: Die Verpflichtung besteht gegenüber dem Verkäufer als Privatperson, nicht gegenüber der Gemeinschaft, vertreten durch den Verwalter. Das mag in diesem Fall etwas verwirrend sein, weil Verkäufer und Verwalter die selbe Person sind, trotzdem muss man das unterscheiden.

    Der Abrechnungsmodus sieht also so aus: Die Gemeinschaft (vertreten durch den Verwalter) rechnet mit dem Verkäufer (Eigentümer, Verwalter) ab, als hätte es keinen Verkauf gegeben. Der Verkäufer fordert dann die Erstattung dieser Kosten vom Käufer und exakt diese Forderung dürfte der Anwalt als "gesonderte Abrechnung" bezeichnet haben.

    Dieser Zustand mag ungerecht erscheinen (volle Belastung bei null Mitspracherecht), aber man sollte bedenken, dass das nie als Dauerzustand geplant war.


    Ja, und das kann der Verkäufer nicht im Alleingang durchsetzen, dafür wäre Allstimmigkeit erforderlich.

    Du solltest dich langsam an den Gedanken gewöhnen, dass du etwas gekauft hast, das der Verkäufer nicht liefern kann und vielleicht auch nie liefern können wird - jedenfalls nicht aus eigener Kraft. Bitte verabschiede dich auch von deiner Opferrolle. An der aktuellen Situation bist du ebenso schuldig, wie es der Verkäufer ist. Durch sorgfältige Prüfung der TE (ggf. durch einen Anwalt), hätten beide Seiten erkennen können, was hier möglich ist und was nicht.


    Der Verkäufer kann den Vertrag nicht erfüllen, du willst das Geschäft nicht rückgängig machen. Du merkst, wo der Unterschied liegt?

    Es ist ja nicht so, dass ich dich nicht verstehen könnte. Was du verlangst, ist aber wahrscheinlich nicht zu erreichen. Die Änderung der TE kann der Verkäufer nicht alleine bewirken. Ansprüche begrenzen sich also auf die Minderung des Kaufpreises oder die Rückabwicklung des Geschäfts. Beides könntest du einklagen - Ausgang ungewiss.

    Nochmal der Hinweis von oben: Du darfst keinesfalls länger warten! Sollte sich der Verkäufer mit Abschluss des Kaufvertrags irgendwie schadenersatzpflichtig gemacht haben, verjährt das am Ende dieses Jahres.

    Solange du nicht im Grundbuch stehst, hat die WEG keinerlei Ansprüche gegen dich.
     
  14. #13 Martens, 14.05.2014
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    sowas hatte ich mir irgendwie gedacht, das macht die Sache nicht einfacher.

    Wie schon geschrieben wurde, könnte Verjährung Deiner Ansprüche drohen.
    Du solltest Deine Ansprüche an den Verkäufer auf das für ihn Machbare umformulieren und für die Differenz einen finanziellen Ausgleich fordern und verhandeln.

    Weil Du das mit dem Verkäufer vertraglich vereinbart hast, Du hast unterschrieben, daß mit dem Tag der Übergabe Nutzen (Du wohnst in der Wohnung) und Lasten (Du zahlst die Kosten der Wohnung) auf Dich übergehen.

    Christian Martens
     
  15. #14 Gennaro, 14.05.2014
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    Also, ich sehe mich nicht als Opfer. Ich denke, der Notar der die Teilungserklärung ins Leben gerufen hat sollte wohl erkennen was geht und was nicht möglich ist.

    Genau bei diesem Notar habe ich auch meinen Kaufvertrag beurkunden lassen.

    Im Kaufvertrag steht, die Übergabe des Kaufgegenstandes erfolgt Datum , jedoch nicht vor vollständiger Bezahlung des Kaufpreises!

    Dann folgt der Satz: Vom Tag der Übergabean gehen der Besitz sowie Nutzen und Lasten des Kaufgegenstandes auf den Käufer über.

    Der Kaufpreis ist doch noch nicht bezahlt worden, dieses Geld liegt auf dem Notarander- Konto.

    Nochmals zu den Kosten: Ich bezahle natürlich meine verursachten Nebenkosten. Dafür muss man mir doch eine Art Betrienskostenabrechnung erstellen, oder?

    Die Sache mit der Verjährung habe ich nicht verstanden.
    Könnte man es mir nochmals erklären? Danke.

    LG
    Gennaro
     
  16. Andres

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    Ja, eigentlich ist das Aufgabe des Notars. Es ändert aber nichts daran, dass Käufer und Verkäufer weiter für ihr Handeln verantwortlich sind. Der Notar ist eine zusätzliche Schutzfunktion - kein Ersatz für die eigene Sorgfalt.


    Ich hätte einen neutralen Notar bevorzugt und niemanden, der bereits in einer Beziehung zum Käufer stand. Das ist wieder ein kleiner Beitrag zur Gesamtsituation ...


    Was heißt "ist nicht bezahlt worden"? Du hast bezahlt, der Verkäufer hat es nur noch nicht bekommen. Die Zinsen stehen regelmäßig dem Verkäufer zu. Auch an diesem Punkt verlierst du wieder einmal bares Geld ...


    Auch wenn es im Grundsatz richtig ist, geht es doch in die falsche Richtung: Seit die Lasten auf dich übergegangen sind, ist es egal, was du verursacht hast. Du trägst fortan die Kosten, die durch das Wohneigentum entstehen.

    Praktisch gesehen zahlst du also das Hausgeld - nur nicht an die Gemeinschaft sondern an den Verkäufer. Und der zahlt dann an die Gemeinschaft.


    Der Beginn der Verjährung ist in § 199 BGB geregelt, für dich ist hauptsächlich Abs. 1 interessant.

    Entscheidend für den Beginn der Verjährung ist,
    • wann der Anspruch entstanden ist und
    • wann du davon erfahren hast bzw. hättest erfahren müssen.
    • (Den dritten Punkt, die Kenntnis der Person des Schuldners, kann man hier für den Moment außer Acht lassen.)
    Die Verjährungsfrist beginnt dann mit dem Schluss des Jahres, in dem beide Bedingungen erfüllt sind.

    Wenn du also z.B. den Notar auf Schadenersatz verklagen willst, weil er den Vertrag verpfuscht hat, sieht das so aus:
    • Der Anspruch ist durch die Leistung des Notars entstanden.
    • Von dem Mangel hättest du sofort Kenntnis erlangen können - ein sachkundiger Blick in die Teilungserklärung hätte genügt.
    • Die Verjährungsfrist begann also mit Schluss des Jahres 2011.
    • Für diese Art von Anspruch gilt die regelmäßige Verjährungsfrist von 3 Jahren.
    • Mit Schluss des Jahres 2014 verjährt damit ein eventueller Schadenersatzanspruch gegen den Notar.
    Für andere Ansprüche kann die Sachlage anders sein: Ansprüche aus späteren Minderungsangeboten des Verkäufers werden vielleicht nicht schon 2011 sondern erst später entstanden sein und verjähren dann auch erst später. Für den Anspruch auf Übertragung der Immobilie gilt eine Verjährungsfrist von 10 Jahren. Und so weiter ...

    Auch 2015 wirst du noch gewisse Ansprüche haben. Ich gehe aber schon davon aus, dass für bestimmte Ansprüche am Jahresende 2014 Verjährung eintritt.
     
  17. Duncan

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    mein Fahrplan für Gennaro:
    morgen und übermorgen einen Fachanwalt für Miet- und Wohneigentumsrecht suchen, der a) in der Nähe ist b) einen guten Ruf hat c) bisher noch nicht für die WEG oder den Verwalter gearbeitet hat. Nächste Woche dann mit dem einen Termin vereinbaren. Noch in diesem Jahr sollten einige Klagen raus gehen, und sei es nur um Fristen zu retten. Ja, sehr umfangreich mit hohem Streitwert, haben Immobilien so an sich.

    Bei der Gelegenheit gleich mal abklären ob der bisherige Notar einer derer ist die in letzter Zeit arg in Misskredit gekommen sind ob ihrer Arbeit. Stichwort war u.a. Schrottimmobilien, aber nicht nur.

    Auch Notare weisen eine sehr unterschiedliche Qualität in ihrer Arbeit auf. Neutrales Beraten kann nicht jeder. Auch die Verträge haben sehr unterschiedliche Qualitäten. Wenn man mal mehrere gleichartige Verträge nebeneinander betrachtet fällt auch dem Laien einiges auf.
     
  18. #17 Gennaro, 14.05.2014
    Gennaro

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    Ersteinmal vielen Dank für Eure Antworten. Ich denke jedoch, ich muss viel weiter ausholen als mir eigentlich lieb ist, jedoch kann man sonst die Situation falsch einschätzen.

    Das schrieb der Anwalt:

    Unter Einbeziehung des Ergebnisses der aus dem Anhang ersichtlichen Grundbuchauskunft sowie die „Erkenntnisse“ aus der Versammlung vom 22.11.2013 teile ich Ihnen das Ergebnis meiner Prüfung der Rechtslage hinsichtlich der Käuferpflichten wie folgt zusammengefasst mit:



    Es besteht derzeit (Grundbuchstand 26.11.2013) noch kein Wohnungseigentum und keine Wohnungseigentümergemeinschaft, auch keine sog. „werdende Wohnungseigentümergemeinschaft“. Wohnungseigentum entsteht mit der Anlage der Wohnungsgrundbücher. Diese sind noch nicht angelegt. Eine Wohnungseigentümergemeinschaft entsteht, wenn der erste Erwerber im Wohnungsgrundbuch als Eigentümer eingetragen wurde. Bereits im Vorfeld dieser Entstehung können die Regelungen des Wohnungseigentumsgesetzes Anwendung finden, wenn eine sog. werdende Wohnungseigentümergemeinschaft entstanden ist. Dies setzt zwingend die Eintragung einer Auflassungsvormerkung für den Erwerber (Eigentumsverschaffungsvormerkung) im Grundbuch voraus. Die Eintragung kann schon vor Anlage der Wohnungsgrundbücher im Grundbuch für das noch ungeteilte Grundstück erfolgen. Solche Vormerkungen finden sich im angehängten Grundbuch für das Gesamtgrundstück, aus dem durch Teilung das Wohnungseigentum entstehen soll, jedoch nicht.

    Hieraus folgt, dass derzeit auf der Grundlage des Wohnungseigentumsgesetzes keine Verpflichtungen zur Zahlung von Wohngeld (=Hausgeld) besteht.

    Derzeit ergeben sich etwaige Zahlungspflichten allein aus den Kaufverträgen, insbesondere den Regelungen zum Übergang der Nutzungen und Lasten (Kosten). Zahlungspflichten gegenüber der (werdenden) Wohnungseigentümergemeinschaft können derzeit noch nicht bestehen, weil diese Gemeinschaft noch nicht besteht. Auch gegenüber dem WEG-Verwalter bestehen keine Zahlungspflichten.

    Soweit aus den Kaufvertragen fällige zahlungspflichten bestehen, werden diese gegenüber der Verkäuferin (RVG) bestehen. Dies setzt voraus, dass die Verkäuferin solche Ansprüche (auf Übernahme von Kosten des Kaufgegenstandes) dem jeweiligen Erwerber gegenüber darlegt und hierüber abrechnet. Eine solche Abrechnung ist nicht (zwangsläufig) identisch mit dem vorliegenden “Wirtschaftsplan“ für die (noch) nicht existente Wohnungseigentümergemeinschaft.


    Sowiel zu diesem Thema. Wir haben zwei Jahre WEG gespielt obwohl wir keine gewesen sind. Aus diesem Grund habe ich meine Hausgeldzahlungen ab November 2013 eingestellt. Mit der ersten Auflassungsvormerkung im Januar 2014 war dann die WEG im Februar beschlossen worden.
    Der Verwalter ist nicht gleich Eigentümer, jedoch hat der Verwalter die Generalvollmacht und vertritt den Eigentümer der in etwa noch 750 MEA/1000MEA besitzt. Das bedeutet, er spielt die Majorität komplett aus. Das alles ist wirklich sehr komisch.

    In dieser Zeit 2012-2013 wurde die Teilungserklärung 3mal geändert, dieses geht logischerweise nur, wenn vorher keine WEG exestierte.

    Da jetzt die ersten Grundbuchblätter angelegt sind möchte ich natürlich auch gerne ins Grundbuch. Ich meine, wenn man die Teilungserklärung schon geändert hat mehrmals, hätte man nicht gleich die Sachen mit dem Kaufverträgen übereinstimmen können?
    Ich glaube meine Geschichte hier ist wirklich einmalig und kaum zu glauben, die Presse wollte auch schon darüber berichten.

    Ich glaube, ohne Anwalt komme ich hier wohl nicht mehr raus :sauer031::sauer031:
     
  19. Andres

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    Lösen können wir dein Problem nicht. Aber vielleicht deinen Kenntnisstand etwas verbessern:

    Das wäre mal eine wichtige Information gewesen. Es gibt keine WEG, demnach gibt es keinen WEG-Verwalter und die fehlende Pflicht zur Hausgeldzahlung setzt noch ein Stück weiter vorne an: Es gibt kein Hausgeld.

    Bei der Teilungserklärung gibt es höchstens einen Entwurf. Eine tatsächliche Teilung scheint noch gar nicht stattgefunden zu haben.


    Diesen Satz deines ehemaligen Anwalts solltest du mehrmals und sehr aufmerksam lesen bis du ihn wirklich und im Detail verstanden hast. Für die Frage, ob du etwas (wie auch immer dieses "etwas" heißt) zahlen musst, ist diese Aussage von zentraler Bedeutung.


    Da passt etwas nicht. Mangels Teilung gibt es keine MEA. Womöglich gehört(e) diesem Eigentümer 3/4 des gesamten Objekts, d.h. er bildet eine Gesellschaft oder zumindest Gemeinschaft mit anderen Eigentümern.


    Nochmal: Es gibt die TE höchstens als Entwurf. Daran etwas zu ändern ist genauso formlos möglich, wie ich hier in meinen Beitrag nachher noch irgendwo einen Satz einfügen könnte. ;)


    Diese Einschätzung teile ich vollumfänglich. Ich befürchte auch, dass der Kauf, den du da getätigt hast, eine wirklich schlechte Idee war ...
     
  20. #19 Gennaro, 14.05.2014
    Gennaro

    Gennaro Neuer Benutzer

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    Ok vielen Dank.

    Ich werde mir juristischen Beistand holen. Habe schon wirklich eine Menge für Anwälte bezahlt, jedoch denke ich, würde ich hier am falschem Ende sparen.

    Zum Kauf an für sich, bereue ich trotdem nicht. Der Eigentümer ist naja und die Verwaltung genauso, jedoch sind die anderen Eigentümer/Käufer sehr freundlich und hilfbereit.
    Und für den Kaufpreis den ich erzielen konnte bekomme ich solche Wohnung nicht nochmal.

    Lg
    Gennaro
     
  21. #20 Martens, 15.05.2014
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    Nun ja, immer vorausgesetzt, Du wirst irgendwann tatsächlich Eigentümer der von Dir bewohnten Wohnung samt Keller und Sondernutzungsrecht am Garten, wobei die Kosten der Rechtsberatung und der Ärger zum Kaufpreis hinzukommen...

    Christian Martens
     
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