Versicherungsfrage

Dieses Thema im Forum "Wohngebäudeversicherung" wurde erstellt von Terry, 09.01.2015.

  1. Terry

    Terry Neuer Benutzer

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    Hallo, wir sind eine WEG mit 11 Eigentümern. Auf dem Satteldach sind 13 Gaupen - eine davon ist jetzt undicht und der Mieter darunter hat einen Wasserschaden. Ursächlich ist ein durch die 3 zulaufenden Dachflächen auf der Gaupe entstehender überlaufender Wassersack in der Mulde welcher nach starkem Schneefall - darauf folgender Eisbildung und Tauwetter entsteht. Vor ca.15 jahren gab es schon einmal dieses Problem - wurde vom Spengler behoben. Bei Regen-sogar Starkregen ist alles dicht.
    Wir haben eine Gebäudehaftpflicht - keine Elementarversicherung.
    Jetzt die Frage: 1. wer bezahlt den Schaden des Eigentümers der Wohnung?
    2. wer bezahlt den Schaden welcher dem Mieter entstanden ist?
    3. wer bezahlt den Schaden am Gebäude?
    Schön wäre, wenn auch schon einmal betroffene ihre Lösung bekannt geben.
    Mit freundlichen Grüssen
    Terry
     
  2. AdMan

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  3. Andres

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    Die Dinger heißen "Gauben".


    Man kann sich auch zu Tode sparen. Bei dem Schaden handelt es sich nicht um einen Haftpflichtschaden (Eigenschaden), also kann die Versicherung außen vor bleiben.


    Das ist davon abhängig, ob und wem hier ein Verschulden nachzuweisen ist. Hat die Gemeinschaft den Mangel verschuldet (was davon abhängen dürfte, was genau damals als Problem festgestellt wurde und ob das in geeigneter Art und Weise behoben wurde), haftet sie für den Schaden. Ist der Mangel unverschuldet, wovon bis zum Beweis des Gegenteils auszugehen ist, muss der Eigentümer seinen Schaden selbst tragen.


    Hier sieht die Sachlage etwas anders aus. Der Vermieter schuldet eine mängelfreie Mietsache. Für die Schäden des Mieters haftet also der Vermieter aus Vertragsverletzung und damit auch ohne jegliches Verschulden.

    Vielleicht kann der Mieter für seine Schäden eine Hausratversicherung in Anspruch nehmen. Elementarschäden sind dort aber im Regelfall (d.h. ohne geeignete Zusatzabdeckungen) nicht versichert.


    Die Gemeinschaft.
     
  4. Duncan

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    Nach Duden hat Terry den richtigen Fehler gemacht. Gaupe gibt es danach regional tatsächlich. Hab ich aber noch nie gehört. Obwohl ich durchaus auch in der Region unterwegs bin...

    Zum Rest schließe ich mich im wesentlichen an.
    Mich würde halt die genaue Vorortsituation interessieren. Eine dauerhafte bauliche Lösung wäre für mich erstrebenswert.
    Liebe Bauherren, nein ihr wollt kein Architekten-Dach. Ihr wollt ein ganz normales (abgewalmtes) Satteldach oder Pultdach. Fertig. Wenn Gaube unterhalten wir uns über Hecht und Fledermaus.
     
  5. #4 Nero, 09.01.2015
    Zuletzt bearbeitet: 09.01.2015
    Nero

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    Darf man fragen, wie sich die zitierten Tiere architektonisch/handwerklich zur Dachform/der Gaube (Gaupe) dann genau darstellen?
     
  6. Terry

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    undichtes Dach

    Hallo zusammen, vielen Dank für die schnellen Anworten. Ob Gaube oder Gaupe - egal. Da wir 13 Gaupen haben wovon 12 dicht sind -will der Spengler alle Gaupen mit einer Folie unter den Ziegeln versehen - um sicher zu sein. Ja,Ja, das gibt richtig Arbeit. Es wäre doch Wahnsinn dicht Gaupen aufzudecken und mit Folie zu überziehen. Wie soll ich mich jetzt als Verwalter verhalten? Nach dem abdichten der undichten Gaupe ganz normal mit z.B.Blech sind alle dicht. Ist jedoch eine Gaupe im nächsten Jahr undicht, habe ich ein Problem - man kann mir vorwerfen, ich hätte pflichtwidrig gehandelt und werde damit schadensersatzpflichtig. Der Spengler wird sich auf seinen Vorschlag mit der Folie berufen.
    ps: ist es ok oder zulässig, dass die Eigentümer-Gemeinschaft den Wasserschaden dem Eigentümer der Wohnung bezahlt? Der hat kein Geld und keine Versicherung.
    Ist das der Gemeinschaft sufzuerlegen?

    Mit freundlichen Grüssen
    Terry
     
  7. Andres

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    Dass du der Verwalter bist, hättest du auch früher verraten dürfen ...

    Wo ist das Problem? Du beantragst die Durchführung der Abdichtungsmaßnahme auf der nächsten Eigentümerversammlung. Du kannst dir auch weitere Vorschläge einholen, wie das Problem zu lösen wäre, und das auf der nächsten Versammlung zur Abstimmung stellen. Wenn die Eigentümer dann nicht wollen, ist das nicht dein Problem - du kannst sie ja schlecht zwingen.


    Was heißt "zulässig"? Das Geld der Gemeinschaft zu verschenken, entspricht garantiert nicht einer ordnungsmäßigen Verwaltung. Ein solcher Beschluss könnte also von jedem Eigentümer angefochten werden. Einem der 11 Eigentümer wird das bestimmt nicht passen.

    Und zumindest nach meiner Vorstellung ist das auch nicht "ok":

    Dann muss er die Wohnung eben verkaufen. Es ist doch wohl nicht die Aufgabe der Gemeinschaft, die Folgen unternehmerischer Fehlentscheidungen für seine Geldanlage abzudecken.
     
  8. Duncan

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    Hechtgaube

    Fledermausgaube

    Aufwendig und dadurch teuer. Aber guck mal welche Gauben sich Dachdecker- und Zimmermannsmeister auf ihre eigenen Dächer bauen. Hat man bei korrekter Ausführung die wenigsten Folgearbeiten mit.
     
  9. #8 BHShuber, 10.01.2015
    Zuletzt bearbeitet: 11.01.2015
    BHShuber

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    Hallo,

    da beißt die Maus kein Faden ab!

    Verschuldensunabhängige Haftung aus § 906 Abs. 2 BGB nachbarrechtlicher Ausgleichsanspruch
    Vom Gemeinschaftseigentum ausgehende Schäden am Sondereigentum etwa aufgrund von Wasserrohrbrüchen, Undichtigkeiten der Dacheindeckung oder anderen Bauteilen häufig nicht schuldhaft verursacht, sondern schlichten Umwelteinflüssen wie Alterung, Abnutzung oder nicht erkennbaren Baumängeln geschuldet.

    Die einzelnen Wohnungseigentümer, die Gemeinschaft und den Verwalter sind für den in solchen Fällen im Sondereigentum entstehenden Schaden dem geschädigten Mitglied der Wohnungseigentümergemeinschaft grundsätzlich nicht schadensersatzpflichtig, da das Wohnungseigentumsrecht keine verschuldensunabhängige Haftung kennt.

    Soweit die Schäden im Sondereigentum nicht entweder im Zuge der Instandsetzung des Gemeinschaftseigentums gemäß §§ 14 Nr. 4, 16 Abs. 7 WEG mit ersetzt oder durch die Gebäude- bzw. Hausratversicherung reguliert werden, verbleibt der Schaden beim Sondereigentümer.

    Gerade Wasserschäden führen in diesem Zusammenhang oftmals zu Auseinandersetzungen im Kreise der Wohnungseigentümer, da nach der psychischen Verfasstheit einer Mehrzahl der Wohnungseigentümer das eigene Lebensrisiko von jedem zu tragen ist, nur nicht von einem selbst.

    Gruß

    BHShuber
     
  10. Terry

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    Terry

    Hallo, danke für die bisherigen Antworten. Die Versicherung hat uns mitgeteilt, dass sie keine Kosten an diesem Schaden übernimmt. Dass das Dach die WEG mit den Eigentümern auf ihre Kosten in Ordnung bringt ist klar. Wie sieht es mit der Trocknung des Sondereigentums vom Vermieter dieser Wohnung aus? - wer bezahlt? Greift hier nicht die Gebäudehaftpflicht?
    Mit freundl.Grüssen
    Terry
     
  11. #10 BHShuber, 10.01.2015
    Zuletzt bearbeitet: 10.01.2015
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    Hallo,

    und nein, lies doch nochmal meinen Post darüber!

    allerdings ist der Vermieter dem Mieter gegenüber verpflichtet die Mietsache in vertragsgemäßen Zustand zu versetzten!

    Gruß

    BHShuber
     
  12. Terry

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    undichtes Dach

    Hallo BHShuber, vielen Dank - habe zu flüchtig gelesen.
    MfG Terry
     
  13. #12 Martens, 10.01.2015
    Martens

    Martens
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    Komisch, mein WEG ist nach §64 beendet... wie kommst Du auf §906? :D

    Christian Martens
     
  14. #13 BHShuber, 11.01.2015
    BHShuber

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    Hallo,

    § 906 Abs. 2 BGB nachbarrechtlicher Ausgleichsanspruch, sollte das heissen, schärfstens erkannt!

    Gruß

    BHShuber
     
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