Verspätete Hausgeldabrechnung

Diskutiere Verspätete Hausgeldabrechnung im WEG - Allgemeine Fragen Forum im Bereich Wohnungseigentum; Hallo zusammen, die Verwaltung einer meiner ETWs erstellt die Hausgeldabrechnung immer erst sehr spät. Im letzten Jahr, mit Begründung "Corona"...
RomeoZwo

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Hallo zusammen,

die Verwaltung einer meiner ETWs erstellt die Hausgeldabrechnung immer erst sehr spät. Im letzten Jahr, mit Begründung "Corona", erst im September, dieses Jahr ist auch noch nichts eingetroffen und nach telefonischer Rücksprache wird das wohl auch nichts mehr bis 30.06. . Neben der Abrechnung mit meiner Mieterin würde ich die Werte halt auch ganz gern in meine Steuererklärung (Abgabe normal bis Ende Juli) übernehmen.

Es gibt wohl Urteile zum Thema:
"Die Hausgeldabrechnung ist nach Ablauf einer angemessenen Frist nach dem Ende des Wirtschaftsjahres zu erstellen. Diese Frist beträgt in der Regel drei, höchstens jedoch sechs Monate nach Ablauf des Wirtschaftsjahres (Oberlandesgericht (OLG) Zweibrücken, Beschluss vom 11.05.2007, Az.: 3 W 153/06; OLG Celle, Beschluss vom 08.06.2005, Az.: 4 W 107/05). Dabei ist der Regelfall eine Frist von drei Monaten. Lediglich bei einem erhöhten Arbeitsaufwand bei größeren Eigentümergemeinschaften oder aus sonstigen triftigen Gründen ist von einer Frist von sechs Monaten auszugehen."

Kommentar meiner Verwaltung:
"Laut Wohneigentumsrecht gibt es keine gesetzliche Frist für die Erstellung der Hausgeldabrechnung. Es wird geraten, diese bis 30.06. des Folgejahres zu erstellen, es ist aber kein Dogma."

Wie würdet ihr damit umgehen? Klar, am 01.07. geht ein Schreiben mit Fristsetzung raus, aber das scheint die Verwaltung ja nicht wirklich zu interessieren (s.o.). Klage einreichen hilft vermutlich auch nichts, weil bis die bearbeitet wird ist die Abrechnung ja vermutlich erstellt und 2021rum. Hat man da wirklich keine Möglichkeiten?
 
Andres

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Es gibt wohl Urteile zum Thema:
Ja, so oder so ähnlich auch von anderen Gerichten entschieden, teils noch mit einer Unterscheidung zwischen der Erstellung und dem Beschluss der Abrechnung, wobei sich das durch die WEG-Reform aus dem letzten Jahr ein Stück weit erledigt hat.

Wie würdet ihr damit umgehen?
Das ist keine leichte Frage. Im Kern ist es doch so: Dir entsteht durch die spätere Abrechnung kein materieller Schaden. Solange die Abrechnung zuverlässig im Herbst kommt (d.h. keine Gefahr besteht, dass ich mit dem Mieter nicht abrechnen kann, sieht es für mich so aus: Wenn mich das wirklich stört, muss ich die Bereitschaft mitbringen, bei der nächsten Verwalterbestellung derartig Druck zu machen, dass eine Abrechnungsfrist vereinbart wird, dass ich vermutlich gleich nach einer neuen Verwaltung suche. Dazu brauche ich entsprechende Mehrheiten unter den Eigentümern und bei denen wird die Motivationslage am Ende ähnlich sein: Warum Ärger anfangen, nur damit ich am Ende meine Steuererklärung statt im September eben schon im Juni mache?

Klage einreichen hilft vermutlich auch nichts, weil bis die bearbeitet wird ist die Abrechnung ja vermutlich erstellt und 2021rum.
Bleibt noch die Hoffnung dass die Verfahrenskosten motivieren. Viel wahrscheinlicher ist aber, dass du dann unter den Eigentümern als "Der Querulant" dastehst, der für die Kosten (die auf die eine oder die andere Art auf jeden Fall bei den Eigentümern landen) und bei der Gelegenheit gleich auch noch für alles Schlechte in der Welt verantwortlich bist.

Ich würde hier nur etwas unternehmen, wenn ich eine solide Menge an Eigentümern auf meiner Seite weiß. Wenn es mehrheitsfähig als Problem wahrgenommen wird, kann man ganz anders auftreten als mit einer Einzelmeinung.
 
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