Verständnis oder Kündigung?

Diskutiere Verständnis oder Kündigung? im Kündigung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Das kommt ja noch dazu, dass wir ja nicht einmal sicher sein können, dass von der Geschichte überhaupt irgendwas stimmt.
Katharmo

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Da steht "wollen". DU willst. Also mach! Gehe auf sie zu, statt darauf zu warten, dass sie das macht, was DU willst.

Wäre ich ihre Mutter, würde ich sie wachrütteln.
Wäre ich ihre Freundin, würde ich sie wachrütteln.
Trifft beides nicht zu.

Ich verzichte jetzt darauf, sie verstehen zu wollen. Mein Kopf ist sowieso gerade voll mit eigenen Problemen, außerdem wird sie von der Diakonie betreut.
 

Hutchinson Hatch

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Hallo @Katharmo , ich verstehe Deine Situation, ich selber bin auch immer hin und her gerissen, was in so einer Situation zu tun ist. Allerdings darfst du Deine rechtliche Lage durch Untätigkeit nicht verschlechtern. Ich würde wahrscheinlich beide Wege wählen, fristlose Kündigung bei gleichzeitigem mündlichen Angebot zur Hilfestellung. So wird einerseits der Rechtsweg nicht verschleppt, aber andererseits der Mieterin ein Chance gegeben, die Wohnung zu behalten.
 

Tinnitus

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Aus Risikomanagementsicht sollte man als Vermieter kein Kreditgeber sein, hierfür ist die Höhe der Kaution schlicht nicht ausreichend. Ein "komplizierter Mieter", den ich "nicht vermissen" würde, würde mein soziales Herz nicht ansprechen. Die fristlose Kündigung kann wieder geheilt werden.
 
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Duncan

Duncan

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Eine Mieterin war lange Zeit Kundin beim Jobcenter, die Miete hatte sie immer selbst überwiesen, aber es gab da keine nennenswerten Probleme.
So weit, so normal. Ich gehe mal davon aus, dass die Probleme sich in etwa so gestalteten: Antrag etwas zu spät abgegeben dadurch Verzögerung oder Nebenkostenabrechnungsübernahme durchs Amt wird noch geprüft, ich zahl erst mal 20 € an und darf ich bitte den Rest dann abstottern, wenn das Amt zahlt... Und die vielen netten Kleinigkeiten.
Ich hatte mich ehrlich für die Dame gefreut, dass sie eine Ausbildung machen kann.
Kommt mir sehr bekannt vor, auch bei Hurra ich hab endlich einen neuen Job gefunden -> Ich darf dann wieder mal so 2-4 Wochen aufs Geld warten, Je nach Auszahlung von Lohn/Gehalt, gerne auch mit Abstottern über die Folgemonate...
Leider ist sie auch allgemein nicht glaubwürdig, sie hat mich schon öfter belogen,
Und hier wirds spannend. Ab da bin ich eigentlich kaum noch zu Kompromissen und freimütiger Kulanz bereit.
Genau soetwas kann man in einem persönlichen Gespräch klären. Wenn man denn will.
Das Gespräch suchen sollte aber halt auch derjenige, auf dessen Seite das Problem liegt, seine eingegangenen Verpflichtungen nicht erfüllen zu können. Auch, wenn er selbst nichts für kann.
Auch Vollprofis sind keine Unmenschen. Es kommt auf die Gesamtsituation an.
Ich habe das Gefühl, dass je professioneller die Vermieter aufgestellt sind, umso empfänglicher sind sie für pragmatische Lösungen. Bei Eigenverwaltung wohlgemerkt, angestellte Verwalter sind da halt an ihre Vorgaben gebunden.
Wir würden die Mieterin nicht vermissen, es ist mit ihr die ganze Zeit kompliziert.
Noch ein weiterer Grund da gar nicht mehr viele Gedanken und Mühen hineinzustecken.
Ich verzichte jetzt darauf, sie verstehen zu wollen. Mein Kopf ist sowieso gerade voll mit eigenen Problemen
Ich bin ja ein großer Freund von "die Sache mal aus der anderen Perspektive betrachten", aber auch das hat Grenzen und führt halt bei einigen zu nicht nachvollziehbaren Aktionen. Dann ist dem eben so.
außerdem wird sie von der Diakonie betreut.
Dass man Personen, die offen angeben, ihr eigenes Lebensmodell auf mindestens fragliche moralische Ansichten und die Ablehnung wissenschaftlicher Fakten zu stellen, die Betreuung von hilfebedürftigen Menschen anvertraut, ist ja nochmal ein Kapitel für sich. Aber ist der Betreuer ordentlich als solcher bestellt? Auch für Mietangelegenheiten? Ist der überhaupt informiert? Ist über den was zu regeln?
 
Katharmo

Katharmo

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Aber ist der Betreuer ordentlich als solcher bestellt? Auch für Mietangelegenheiten? Ist der überhaupt informiert? Ist über den was zu regeln?

Nein, die Art von Betreuung war nicht gemeint. Über die Diakonie läuft die außerbetriebliche Ausbildung, von daher hat die Mieterin dort Ansprechpartner und bei drohender Obdachlosigkeit werden die ihr helfen.
 
dabescht

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Nein, diese kleinen Wohnungen in der Altstadt sind hier sehr gefragt.

Wir würden die Mieterin nicht vermissen, es ist mit ihr die ganze Zeit kompliziert.

damit wäre für mich der Fall ganz klar-> kündigen

p.s. warum hast du überhaupt eine Leistungsempfängerin genommen?
 
Katharmo

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warum hast du überhaupt eine Leistungsempfängerin genommen?

Weil wir Arbeitslose nicht pauschal verteufeln, wir waren selbst mal auf Sozialamt bzw Jobcenter angewiesen.

Nach der Geschichte mit den Randalierern und jetzt diese, werden wir uns allerdings nicht mehr darauf einlassen.

Das ist eigentlich ganz schön paradox, die Leute finden einen Weg aus der Arbeitslosigkeit, können aber ab dann die Miete nicht mehr bewältigen.
 
dabescht

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Das ist eigentlich ganz schön paradox, die Leute finden einen Weg aus der Arbeitslosigkeit, können aber ab dann die Miete nicht mehr bewältigen.

Und spätestens da glaube ich die Geschichte nicht mehr. Nachdem die junge und wohl überforderte Dame auch noch Unterstützung der Diakonie haben will, hätte es doch irgendwie klappen müssen, dass Anträge richtig und zeitgerecht gestellt werden hätten sollen.
 
dots

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Das ist eigentlich ganz schön paradox, die Leute finden einen Weg aus der Arbeitslosigkeit, können aber ab dann die Miete nicht mehr bewältigen.
Spätestens an dem Punkt musst du dich entscheiden:

Willst du die Welt retten (oder verbessern), benachteiligten Mitmenschen helfen, jemandem aus der Arbeitslosigkeit helfen oder dergleichen

- oder -

willst du durch die Vermietung von Wohnraum Geld verdienen, Vermögen erwirtschaften, Werte erhalten, etwas erwirtschaften oder dergleichen?




Man kann ja durchaus auch mal einen Beitrag zur Weltrettung leisten - dann muss man sich das aber auch leisten können (und wollen) - und darf sich dann halt nicht beschweren, wenn die eine oder andere Miete mal nicht kommt.
 

Hutchinson Hatch

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Die Weltrettung und Geld verdienen mit Vermietung kann man sowohl als auch betreiben, nur zusammen funktioniert es halt meistens nicht. Man kann besser helfen, wenn man mit dem sicheren Geld der Miete einen kleinen Teil für sinnvolle Projekte spendet oder ein Ehrenamt übernimmt. Mit leeren Taschen hilft man niemandem mehr, und geht gemeinsam unter.
 
Katharmo

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oder -

willst du durch die Vermietung von Wohnraum Geld verdienen, Vermögen erwirtschaften, Werte erhalten, etwas erwirtschaften oder dergleichen?
Das will ich nicht nur, das muss ich sogar.
 
immobiliensammler

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Das ist eigentlich ganz schön paradox, die Leute finden einen Weg aus der Arbeitslosigkeit, können aber ab dann die Miete nicht mehr bewältigen.

Das ist aber Standard, bedingt durch einen Systemfehler - Sozialleistungen und Rente werden im Voraus überwiesen, Lohn aber halt nachträglich. Sprich wenn jemand in H4 rutscht hat er im ersten Monat doppeltes Geld, wenn er dann wieder Arbeit findet muss er im Normalfall einen Monat überbrücken bis der erste Lohn kommt. Eigentlich kein Problem, aber dazu müsste man halt Geld auf die Seite legen .....
 
Katharmo

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Nun ist das Wochenende um und mir liegt für die Story immer noch kein einziger Beleg vor. Auch sonst erfolgte keine Kontaktaufnahme. An diesem Punkt endet bei mir nun jegliche Bereitschaft zu helfen.
 

Hutchinson Hatch

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Manche Menschen brauchen durchaus den berühmten Schuss vor den Bug, wenn nötig, auch mehrfach.
 
dots

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wäre der einzig mögliche "Beleg" die Zahlung. Die KOMPLETTE Zahlung.

Genau das haben mein Mann und ich gerade gesagt. Wenn jetzt noch Geschichten oder Gejammer kommen, dann wird das für uns irrelevant sein.
 
Katharmo

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Ich habe der Dame jetzt einen Aufhebungsvertrag angeboten mit Angebot, die ausstehende Miete zu erlassen, wenn sie mir die Wohnung bis zu einem genau definierten Datum in 3 Wochen geräumt übergibt.
Dann würde sie immerhin schuldenfrei aus der Nummer rauskommen.

Bestimmt regt sie sich wieder fürchterlich auf und schreibt mir gegen 23 Uhr eine böse Mail.
 
Katharmo

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Update:
Ich wurde heute persönlich von ihr angesprochen. Sie hat mir alles erklärt und aufgezählt, wieviel Geld sie bekommen wird, wenn alle Anträge bearbeitet sind.
Das Angebot der Ausbildung kam wohl sehr spontan und sie hatte sich so darüber gefreut. Sie steht momentan ohne Geld da und hat es dadurch sehr schwer.
Gezeigt hat sie mir dann die erste Abrechnung der sehr geringen Ausbildungsvergütung. Die wollte sie mir schon länger zeigen, hat aber kein funktionierendes Ladegerät für ihr Handy und kein Internet.

Ich habe gesagt, dass ich auch meine Rechnungen zu bezahlen habe durch ihre Probleme mein Einkommen fehlt und dass ich die Situation immer aus mietrechtlicher Sicht bewerte, nicht freundschaftlich oder sonstwas. Und dass Ladegeräte ihr privates Problem sind und sie bestimmt Zettel und Stift hat, um mir ein plausibles Konzept zur zukünftigen Finanzierung zu zeigen, inkl. Rechtsgrundlagen.

Das Gespräch wurde ganz schön hitzig. Ich habe gesagt, dass sie immer für alles einen Grund nennt und jemand anderes schuld ist und diese Kette wird immer länger, am Ende stehe ich aber immer noch ohne die Mietzahlung da.

Sie ist davon überzeugt, dass sie die Rückstände und die Miete regelmäßig bezahlen kann, sobald sich alles eingespielt hat.
Ich bin auf dem Standpunkt geblieben, dass es für mich gar keine Sicherheit gibt, ob und wann gezahlt wird.
 
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