Versuchte vorsätzl. Körperverletzung - Was nun?

Dieses Thema im Forum "MV - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von MarkusRC, 20.10.2007.

  1. #1 MarkusRC, 20.10.2007
    MarkusRC

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    Hallo!

    Folgende Situation:

    Mein Vater hat eine Doppelhaushälfte vermietet, die andere Hälfte gehört seinem Bruder.

    Wir wohnen direkt gegenüber.

    In dem Haus wohnen 6 Parteien, alles bis auf den "Problemfall" traumhafte Mieter, Freund und Verwandte von uns.

    Der "Problemfall" ist ein Ehepaar, er arbeitet ca 100 km von hier, auch am We, ist selten da.
    Seine Frau, arbeitslos, kann nicht lesen und schreiben, recht dumm. ( objektive Aussage, wär alles kein Problem ).
    Deswegen bot ich der Frau an, einmal die Woche das Treppenhaus zu putzen.
    Allerdings hat sie das nicht auf die Reihe gekriegt, alles war dreckiger als vorher, alle Mieter haben sich beschwert. Deshalb hab ich mir eine neue Reinemachefrau gesucht.
    Dieses Paar wont seit ca 7 Jahren hier.
    Es passieren seitdem folgende Dinge:

    Die Mieterin ( Krankenschwester, sehr selten zuhause, sieht und hört man nicht )gegenüber dem Problemfall kriegt tagelang Ketchup an die Tür geschmiert, Dreck vor die Tür geworfen etc. Dann täglich Katzenhaare an die Tür geklebt. Familie Problemfall ist die einzige, die im Haus ne Katze hat.
    Im Waschkeller verschwindet Wäsche, im ganzen Flur werden Taschentücher verstreut und zur Krönung wird einem Mieter über die gewaschene Wäsche und n den Putzeimer gepinkelt.

    Letzte Woche stellte mein Cousin, der im Haus wohnt seinen Kinderwagen in den Flur gegenüber der Tür des Problemfalles. Die Haustür blieb ganz offen.
    Mein Cousin legt sich im ersten Stock auf die Lauer und wartet ab.
    Mein Vater, meine Freundin und ich stehen zufällig vor der Haustür, wollten gerade ins Auto einsteigen.

    In dem Moment kommt Frau Problemfall raus und streut Glasscherben in den Kinderwagen, mein Cousin sieht es , will sie zur Rede stellen. Sie läuft vors Haus die Strasse entlang ca 30 m zum Haus ihrer Freundin, zieht eine Spur mit Scherben hinterher.

    Wir hinterher, wollen sie zur Rede stellen.
    Da kommt ihre Freundin vor die Tür und sagt, dass die gesuchte Person nicht im Haus wäre.

    Ich hab einen Tag später die Polizei angerufen, die sagt nur dass sowas höchstens Sachbeschädigung ist und keine versuchte Körperverletzung.

    Ich hab ihr dann folgende Kündigung geschrieben:
    - Außerordentliche Kündigung des Mietvertrages -

    Sehr geehrter Herr/Sehr geehrte Frau XXXX,

    Hiermit kündige ich ihr Mietverhältnis der von ihnen gemieteten Wohnung in der XXXXstraße XXX, 11111 Musterstadt zum 19. Oktober 2007 fristlos gemäß §§ 543, 569 BGB

    Gründe hierfür sind
    -Die wiederholten vorsätzlichen Verschmutzungen des Flures (Nichteinhaltung der Hausordnung §543)
    -Vorsätzliche versuchte Körperverletzung durch verstecken von Glasscherben im Kinderwagen von
    Familie Michael & Anika XXXX

    Ihr wiederholt vertragswidriges Verhalten stellt eine erhebliche Verletzung des zwischen ihnen und mir bestehenden Mietvertrages dar. Ihr Verbleiben im Hause ist für mich sowie die übrigen Mieter daher unzumutbar geworden.

    Die Schlüsselübergabe findet am Freitag, den 19. Oktober um 12.00 Uhr statt. Ich weise sie eindringlich darauf hin, die Wohnung bis zum o.g. Datum in einem bezugsfertigen, renovierten Zustand zu bringen.

    Sollten sie die Wohnung nicht räumen, werde ich umgehend eine Räumungsklage einreichen.
    Kosten für Klagen, Rechtsanwalt und Gerichtsvollzieher werden wir ihnen in Rechnung stellen.



    Soweit sogut.

    Heute habe ich folgende Antwort erhalten:

    Mieterhilfe eV.

    (...) Zurückweisung der von ihnen ausgesprochenen Kündigung.

    Die von ihnen genannten Kündigungsgründe sindunberechtigt, falsch und lediglich dazu geeignet, unsere Partei zu diskreditieren.
    Wir weisen allerdings darauf hin, dass nach unserer Sicht der Dinge keine tatsächlichen Kündigungsgründe vorliegen.
    Die Wohnung wird von unserer Partei nicht geräumt.
    Einer Räumungsklage sehen wir gelassen entgegen. (..)


    Wie soll ich nun vorgehen?

    Hab keine Lust auf einen jahrelangen Rechtsstreit.
    Soll ich irgendwie fristgerecht kündigen?
    Soll ich Räumungsklage und Prozess durchziehen?
    Es ist auch nie ein schriftlicher Mietvertag geschrieben worden?

    Bin auf eure Hilfe angewiesen und sehr dankbar.

    Liebe Grüsse!


    Markus
     
  2. AdMan

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  3. Capo

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    Das sind leider wirklich keine Kü Gründe. Deine einzigste Maßnahme hätte eine Abmahnung sein können. Dann wäre der Fall vielleicht anders gelegen.

    Die meisten Dinge sind zivilrechtl Natur und können nicht zur Kü führen.

    Lies dir das und dann würde ich an deiner Stelle einen Rechtsbeistand suchen (Haus und Grund zB). Das scheint noch eine lange Strecke zu werden...
     
  4. #3 Vermieterheini1, 21.10.2007
    Vermieterheini1

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    1. Gibt es mehrere gerichtsbeweisbar dem Mieter zugegangene schiftliche formvollendete Abmahnungen in denen auf die Folgen der "Nichtbesserung" (= Kündigung, Schadenersatz, usw.) ausdrücklich, unmissverständlich und allgemeinverständlich hingewiesen wurde?

    2. Wo sind die gerichtstauglichen Beweise für das "unerhöhrte Verhalten" der Mieter?

    3. Wo sind die eidesstattlichen schriftlichen Erklärungen der gerichtstauglichen Zeugen?

    4. Wo sind die schriftlichen "Tat-Protokolle" der Beschwerdeführer (Nachbarn / Mieter) mit Datum genauer Uhrzeit und genauester Beschreibung was die Mieter "verbrochen" haben - was die Zeugen mit eigenen Augen gesehehen haben?

    5. Wo sind die unzähligen Tatfotos und Videos, auf denen eindeutig dieser Mieter bei der "Tat" zu sehen ist?


    Ja, wenn man das nicht hat,
    dann lacht der Mieter und der Mieterbund
    und der VERmieter hat sich wunderbar blamiert!



    Guter Mann,
    wenn man in Deutschland einem Mieter kündigen will, dann muss man als VERmieter
    - die Gesetzeslage und die richterliche Rechtsprechung in der Praxis und vor Ort genauestens kennen
    - eine Kündigung professionell vorbereiten (siehe vorstehend dazu einige praktische und zielführende Tips)
    - genung Geld, Zeit und Gesundheit für das "Bevorstehende" haben
     
  5. #4 Suzuki650, 21.10.2007
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    @Vermieterheini

    Diese "Beweise" werden vor Gericht (leider) nicht anerkannt.

    Suzi
     
  6. #5 MarkusRC, 22.10.2007
    MarkusRC

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    hmmm, also um es auf einen Prozess ankommen zu lassen , steht das wohl alles auf zu wackeligen Beinen.

    Wie krieg ich die denn noch raus?

    Werd jetzt Kameras im Flus aufhängen.

    Sind die Videos im Falle eines Falles vor Gericht verwertbar?

    Letzteres, wie oft und wieviel PRozent darf man einem Mieter die Miete erhöhen?

    Könnte sie ja damit etwas ärgern?!?!

    Gruß

    Markus
     
  7. #6 Vermieterheini1, 22.10.2007
    Vermieterheini1

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    Hallo MarkusRC,

    "Werde jetzt Kameras im Flur aufhängen.
    Sind die Videos im Falle eines Falles vor Gericht verwertbar?"
    => Das "feste" Anbringen von Überwachungskameras ist im Regelfall immer dann verboten, wenn damit "Tat-Unbeteiligte" aufgenommen bzw. überwacht werden können.
    Wenn man aber (zeitlich gesehen) "nur" und gezielt eine Straftat filmt oder fotografiert, dann ist das sicherlich zulässig. Das ist dann auch als Beweis vor Gericht zulässig.
    Also Kamera NICHT fest installieren!
    Gegen einen kurzzeitigen mobilen Kameraeinsatz um gezielt eine Straftat zu filmen spricht nichts. Auf die Lauer legen, gezielt Fallen stellen ist zulässig, sofern man nicht so blöde ist das "hinauszuposaunen".
    Gezielt gerichtstaugliche Zeugen "vorzuhalten" ist zulässig, sofern man nicht so blöde ist das "hinauszuposaunen". Es sollte für die zufällige Anwesenheit der Zeugen immer eine unauffällige, aber glaubwürdige Erklärung geben


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    "steht das wohl alles auf zu wackeligen Beinen."
    => Meiner Meinung nach hast du nichts Effektives und Erfolgversprechendes für eine Gerichtsverhandlung.

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    "Ich hab einen Tag später die Polizei angerufen"
    => Warum nicht sofort?

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    "Wie krieg ich die denn noch raus?"
    => WENN es wirklich so ist wie du behauptest, dann hilft nur das gezielte "Dabeisein" bei einer Straftat (besser bei möglichst vielen Straftaten) mit möglichst vielen gerichtstauglichen Zeugen, Videoaufzeichnungen und Tatfotos. Nicht vergessen, dass jeder Zeuge sofort ein schriftliches Gedächtnisprotokoll anfertigen muss und die Polizei SOFORT geholt werden muss. Man muss die Polizei halt "überzeugen" sofort eine Beweisaufnahme und Spurensicherung zu machen. Fingerabdrücke die eindeutig und zweifelsfrei der Tat und dem Täter zugeordnet werden können, wären optimal.

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    "Könnte sie ja damit {Mieterhöhung} etwas ärgern?"
    => Ich glaube eher, dass deine liebsten Mieter DICH als Vermieter mit DEINEM MieterhöhungsGESUCH ärgern werden.
    Was willst du denn machen, wenn deine liebsten Mieter
    - auf dein MieterhöhungsGESUCH nicht reagieren?
    - deinem MieterhöhungsGESUCH widersprechen?
    Wisst du dann klagen?
    Hast du dafür genug Geld, Zeit und Gesundheit?
    Mal ganz davon abgesehen, wirst du ein 100%-ig rechtsgültiges MieterhöhungsGESUCH zustandebringen?
    Wirst du das auch gerichtsbeweisbar zustellen können? *
    (Deine Frage "... wie oft und wieviel Prozent darf man einem Mieter die Miete erhöhen?" lässt mich das bezweifeln. Die Antwort auf diese Frage gehört zum "allerkleinsten 1x1 des Vermietens". Dieses Forum ist eigentlich nicht dazu da jedem das "allerkleinsten 1x1 des Vermietens" beizubringen. Das muss jeder Vermieter selber machen.)

    * Sogar mein örtlicher Grund&Haus-Verein ist nicht in der Lage in seiner Mitgliederzeitschrift in allen Artikeln eine gerichtsbeweisbare Zustellung zu beschreiben, obwohl er das in einem ausführlichen und korrekten Artikel sehr gut und vor allem allgemeinverständlich geschafft hat.
     
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