Verteilerschlüssel und andere Probleme

Dieses Thema im Forum "Hausgeldabrechnung und Wirtschaftsplan" wurde erstellt von podima, 20.03.2014.

  1. podima

    podima Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen,
    nachdem ich mir hier im Forum "Rückendeckung" geholt habe, habe ich es geschafft, etwas Ordnung in unsere Eigentümergemeinschaft zu bringen: Wir sind Besitzer einer Wohnung in einem 3-Familienhaus; wir sind die einzigen Vermieter, die beiden anderen Wohnungen werden von den Eigentümern bewohnt. Einer dieser Eigentümer ist gleichzeitig Verwalter. Bislang gab es kein eigenes Verwalterkonto und die Abrechnungen waren auch nicht transparent.
    Nun haben wir es geschafft, dass ein Eigentümerkonto mit entsprechender Betriebskostenvorauszahlung eingerichtet wird (ja, ein Instandhaltungsrücklagenkonto existierte bereits und wurde auch "bestückt"). Bei der Diskussion über die zukünftige Abrechnung (und ja, ein Haushaltsplan wird dann auch erstellt) tauchten folgende Fragen auf:
    Wenn in der Teilungserklärung nichts anderes vereinbart ist, wie sieht der Verteilerschlüssel für folgende Positionen aus:
    -Gebäude- und Eigentümerhaftpflichtversicherung (meiner Meinung nach nach Miteigentumsanteilen)
    -Bankgebühren (dito)
    -und: Gebühr für die Wasseruhr zur Erfassung des Kaltwassers (welches nach Verbrauch abgerechnet wird)?

    Außerdem taucht noch folgendes Problem auf:
    Da der Verwalter das Öl für die Heizung komplett aus eigener Tasche bezahlt hat und über die Nebenkostenabrechnung des Vorjahres die anderen Miteigentümer quasi "ausgezahlt" hat (er hat von den Vorauszahlungen die Kosten abgerechnet und die Differenz ausbezahlt), möchte er, da wir praktisch bei "0" starten, das verbleibende Öl angerechnet bekommen. Das sehe ich auch ein; nur wie teilen wir dieses auf? Durch 3 Eigentümer? Durch die Miteigentumsanteile?

    Freue mich auf die Antworten und bedanke mich im Voraus!
    Gruß

    Podima
     
  2. AdMan

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  3. #2 Martens, 20.03.2014
    Martens

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    §16,2 WEG lautet:

    (2) Jeder Wohnungseigentümer ist den anderen Wohnungseigentümern gegenüber verpflichtet, die Lasten des gemeinschaftlichen Eigentums sowie die Kosten der Instandhaltung, Instandsetzung, sonstigen Verwaltung und eines gemeinschaftlichen Gebrauchs des gemeinschaftlichen Eigentums nach dem Verhältnis seines Anteils (Absatz 1 Satz 2) zu tragen.

    Also gehen alle Kosten nach Miteigentumsanteilen, sofern es keine anderslautende Regelung gibt.

    Für die Heizkosten gilt auch in WEGs die Heizkostenverordnung, dort steht, wie die Kosten verteilt werden sollen.

    Meinem Verständnis nach würde die WEG einen Restölbestand zum Jahresanfang erwerben, dieser geht dann "ganz normal" in die Heizkostenabrechnung ein.

    Christian Martens
     
  4. sara

    sara Erfahrener Benutzer

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    Eine Aufteilung bzw. Auszahlung ist unsinnig.
    Der Restbestand + Zukauf wird ja bei der neuen Heizkostenaufstellung berücksichtigt, und damit bei der Erstellung der neuen Heizkostenabrechnung mit verteilt.
    Die Heizkostenabrechnung geht einfach wie bisher weiter.
     
  5. podima

    podima Neuer Benutzer

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    Hallo Herr Martens,
    vielen Dank für die aufschlussreiche Antwort; habe ich mir fast schon gedacht - jetzt habe ich noch den entsprechenden Paragraphen.
    Bezüglich der Heizölproblematik habe ich mich wahrscheinlich etwas ungenau ausgedrückt: Fakt ist, dass die gesamte Lieferung von einem Eigentümer bezahlt wurde. Nach Abrechnung des tatsächlichen Verbrauchs (welcher an die anderen Eigentümer aufgerechnet und ggf. erstattet wurde) verblieb nun eine Restmenge. Und um genau diese geht es: Egal, ob die bisherige Rechenweise korrekt war (war sie nicht...); auch meiner Meinung nach muss dem Eigentümer, der die Gesamtrechnung bezahlt hat, der Differenzbetrag (der Restmenge) erstattet werden. Somit kann ja nicht die Eigentümergemeinschaft die Restmenge "aufkaufen", da dann derjenige, der das gesamte Öl bezahlt hat, ja zweimal zahlen würde. Einmal für den Kauf der Gesamtmenge und dann für den "Aufkauf" der Restmenge.
    Und da setzt nun mein Problem an, weil ich nicht weiß, ob die Restmenge bzw. deren Wert einfach durch 2 zu teilen ist (für uns und den Wohnungseigentümer, der bis dato auch nichts bezahlt hat)? Oder aber Aufrechnung durch die Miteigentumsanteile? Oder kann man den Wert auf die Betriebskostenrechnung desjenigen, der die Lieferrung bezahlt hat, bei Jahresabschluss anrechnen?
    Vielen Dank im Voraus und schönen Abend!
    Podima
     
  6. #5 sara, 20.03.2014
    Zuletzt bearbeitet: 20.03.2014
    sara

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    (das ist natürlich etwas anderes als ich vorher wahrgenommen habe)

    wenn dann doch durch 3 teilen.
    oder man teilt es nach den Grundkosten qm aller Wohnungen der Heizkostenabrechnung auf, das würde mir am ehesten zusagen, wenn die Wohnungen nicht die gleiche Größe haben, wovon ich ausgehe.
     
  7. #6 Martens, 20.03.2014
    Martens

    Martens
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    nein, nicht teilen :)

    A kauft Öl für alle, rechnet den Verbrauch 2013 ab und ist Eigentümer des Restbestandes zum 31.12.2013.

    Ab 214 soll eine "richtige" Heizkostenabrechnung gefertigt werden, dazu erwirbt die WEG über die gemeinschaftliche Kasse das Öl zum 01.01.2014 von A.

    Da wird nichts doppelt berechnet, A hat ja seine Kosten erstattet bekommen.
    Sein Anteil an der Restmenge 2013 / dem Anfangsbestand 2014 wird ihm in der Heizkostenabrechnung 2014 berechnet werden, wie den übrigen Eigentümern auch.

    Christian Martens
     
  8. sara

    sara Erfahrener Benutzer

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    genau so ist es... :top
     
  9. podima

    podima Neuer Benutzer

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    :unsicher011::unsicher011:
    Hallo,
    ich trau' mich ja fast gar nicht, ABER...ich glaube, ich habe hier eine Information vergessen. Also - hier noch einmal der genaue Verlauf:
    Anfangsbestand Öl 1.01. 1700 l = 1400 € (im Tank)
    Anlieferung 1.04. 1815 l = 1500 €
    Restbestand 31.12. 1750 l = 1400 €
    Verbrauch 1765 l = 1480 €

    So, jetzt nochmal die Fakten: A hat das gesamte Öl bezahlt. Die Summe für's verbrauchte Öl ist in die Heizkostenabrechnung geflossen und wurde auch ordnungsmemäß abgerechnet. Und jetzt kommt der Knackpunkt: Was ist mit dem Restbestand? Ich meine nicht, dass die Gemeinschaft aufkaufen muss, da A einmal das gesamte Öl bezahlt hat und jetzt nicht noch einmal mit B und C den Rest "aufkaufen" muss (ich bin im übrigen NICHT A - ich versuche nur, Ordnung ins Chaos zu bringen und eine gerechte Lösung zu finden - wir sind auf dem (besten?) Weg). Tja, und da wüsste ich gerne, wie das aufzuteilen ist (Miteigentumsanteile sind A 50 %, B 30 %, C 20%).
    Und: Für mich stellt sich auch die Frage, ob wir diese Kosten vom Vorbesitzer einfordern können, denn eigentlich haben wir mit der Wohnung ja auch schon das Öl "mitgekauft", oder?
    Mittlerweile habe ich das Gefühl, ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht, wahrscheinlich gibt's einen ganz einfachen Lösungsansatz???
    Schönes Wochenende

    Podima
     
  10. #9 Fremdling, 21.03.2014
    Fremdling

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    Was genau hat Dir an Christian's Antwort nicht gefallen?

    In der nächsten Heizkostenabrechnung wird der Anfangsbestand (1.750 Liter zu € 1.400) in den Brennstoff-Verbräuchen auftauchen, da Öl-Käufer A genau diesen Betrag zu Lasten des WEG-Kontos bezahlt bekommt. Damit ist A ausgezahlt und die Gemeinschaft hat die Kosten richtigerweise am Hals. A zahlt nicht doppelt, da er zurecht bei der nächsten Abrechnung seinen Kostenanteil bezahlen muss. Dabei war es unerheblich, ob der Start mit 1.750 Litern aus dem Öl-Käufer-Bestand (Bezahlung wie vor) oder vom externen Heizöl-Lieferanten erworben wurde (Bezahlung der Drittrechnung).
     
  11. podima

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    Hallo,
    möchte mich hier noch einmal bedanken - JETZT ist der Groschen gefallen. Bei manchen dauert's halt länger...
    Gruß
    Podima :122:
     
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