Verteilung der Mietkosten für Kaltwasserzähler

Dieses Thema im Forum "Kaltwasserversorgung" wurde erstellt von Torkap, 10.10.2006.

  1. Torkap

    Torkap Neuer Benutzer

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    Hallo!

    Hab da ein Prob mit der Wasserabrechnung!
    Folgende Voraussetzungen:
    4-Fam.-Haus, jede Wohnung mit einem Kaltwasserzähler ausgestattet (WW natürlich auch, ist hier aber nicht relevant); eine der 4 Wohnungen hat zusätzliche KW-Zähler für Waschmaschine im Keller und WC im Dachgeschoss.
    Zähler sind für rund 10 €/Stck. und Jahr gemietet.

    Abrechnung erfolgt so:
    Zusammenfassung aller Kosten (Wasser, Entwässerung, Verbrauchsabrechnung und ZÄHLERMIETE). Summe dividiert durch Gesamtverbrauch multipliziert mit Verbrauch je Wohnung!

    Jetzt meint ein schlauer Mieter, er wolle nur die Miete für seinen KW-Zähler bezahlen und nicht die "Extra-Zähler" von seinen Nachbarn; auch nicht anteilig... :stupid

    Dies würde aber bedeuten, dass die Zählermiete nicht mehr in die Gesamtkosten einfließen dürften, sondern als Sonderkosten ausgewiesen werden müßten.

    Würde man das Thema weiterspinnen, könnte man auch die Miete für Heizkostenverteiler als Sonderkosten ausweisen, u.s.w.

    Ich weiß, dass das nicht üblich ist, bin mir aber nicht sicher mit welcher Rechtsgrundlage :vertrag ich dem Mieter klar machen kann, dass er die Abrechnung so hinnehmen muss, wie sie ist. :ätsch Heizkostenverordnung?? (Geht aber um die Kaltwasserabrechnung!!!)

    Vielleicht hat jemand eine Idee, oder schon ähnliche Erfahrungen gemacht!
    :bier
     
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  3. #2 DiplomHM, 10.10.2006
    DiplomHM

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    Mal zur Verdeutlichung was ich gleich meine:

    Gesamtkosten (inkl. Zählermiete 4x10,00 €)
    1.000 € / 100 m³ x 50 m³ = 500 € Kosten Kaltwasser

    Gesamtkosten (ohne Zählermiete)
    960 € / 100 m³ x 50 m³ = 480 € + 10 € Zählermiete = 490,00 €

    Es stellt sich mir die Frage, wo so eine Rechnung noch hinführen soll. Im Grunde hat dein Mieter recht. Tatsächlich sind das bei dieser Rechnung hier mehr (und zwar 10 €), aber der Aufwand hierfür steht meiner Meinung nach in keiner Relation.

    Rechne das mal nach, und zieh die Mehrkosten einfach ab. Und zwar für jedes Jahr. Damit sollte er einverstanden sein, ohne dass du großartig die Abrechnungsmodalitäten ändern musst.
     
  4. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Dem kann ich nicht zustimmen. Die Zählremiete gehört nach § 2 Nr. 2 BetrKV zu den Kosten der Wasserversorgung. Ohne abweichende vertragliche Vereinbarung ist kein Grund für einen von den Kosten der verbrauchten Wassermenge oder vielleicht den Grundgebühren abweichenden Umlageschlüssel erkennbar.

    Soweit nicht abweichende Vereinbarungen bestehen, sind verbrauchsabhängige Betriebskosten gem. § 556a Abs. 1 Satz 2 nach einem erfassten Verbrauch umzulegen.

    Unterstellt man, dass die Kostenart "Wasserversorgung" insgesamt, also einschließlich der festen Beträge, als verbrauchsabhängig zu werten ist, wäre eine Einbeziehung der Zählermiete in die Gesamtkosten und damit Verteilung der Zählermiete nach Verbrauch gesetzeskonform.
    Würde man - m.E. fehlerhafterweise - annehmen, dass die Zählermiete nicht zu den verbrauchsabhängigen Kosten zählt, wäre mangels abweichender Vereinbarung gem. § 556a Abs. 1 Satz 1 eine Umlage nach Wohnfläche vorzunehmen.

    Die vom Mieter verlangte Verteilung der Zählermiete nach der Anzahl der vorhandenen Zählern dürfte also nur für den vermutlichen Ausnahmefall einer entsprechenden Vereinbarung zutreffend sein.

    Mir ist selbstverständlich bekannt, dass die Abrechnungsdienste Zählermieten regelmäßig getrennt von den anderen Kosten ausweisen und entweder nach Wohneinheiten oder nach Zähleranzahl verteilen. Was mich dabei erstaunt ist aber, dass dieses objektiv fehlerhafte Verfahren offenbar so gut wie nie beanstandet wird.
     
  5. Torkap

    Torkap Neuer Benutzer

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    Ich sehe die Sachlage ähnlich wie RMHV. Und ich habe jetzt mal nachgerechnet, was passiert, wenn ich die Zählermiete nach Anzahl der Zähler verteile:

    Der erbsenzählerische Mieter (der nebenbei gesagt auch noch ein Kollege von mir ist) hat einen Nachteil von 1,84 € :wand:

    Leider schalten Mieter doch öfter mal auf stur, wenn es um Verhältnismäßigkeit geht! Stattdessen werden Prinzipien hochgehalten! Ganz toll... :x

    Na wie auch immer... Vielen Dank für die bisherigen Beiträge! :bier
     
  6. #5 DiplomHM, 11.10.2006
    DiplomHM

    DiplomHM Erfahrener Benutzer

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    Da hab ich mich falsch ausgedrückt. Du hast Recht mit dem was du schreibst. Aber du siehst wo das hinführt. Zu "Milch-Mädchen-Rechnungen". Der Mieter hat Recht, wenn er nur das bezahlen will was er auch zu zahlen hat: Die Miete für seinen Zähler. Und bei 4 Mieteinheiten ist das überschaubar und ja auch eindeutig, dass die Miete für den Zähler etwa 10€/Jahr beträgt. Der Aufwand für den Vermieter steht in keinem Verhältnis.
     
  7. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Die grundlegende Fehlbewertung bei der Betriebskostenumlage ist, dass der Mieter die Miete für "seinen" Zahler zu zahlen hätte.
    Der Mieter hat einen Anteil an den Gesamtkosten zu zahlen. Die Höhe des Anteils ergibt sich aus den Gesamtkosten und dem zutreffenden Umlageschlüssel.
    Welcher Umlageschlüssel im Einzelfall zutreffend ist, mag durchaus streitig sein. Streitet man allerdings um den Umlageschlüssel, wird das Ergebnis mit großer Wahrscheinlichkeit nicht dei Zähleranzahl sein wie das vom Mieter offenbar gewünscht wird, sondern der erfasste Verbrauch oder die Wohnfläche.
     
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