Vertrag zur Verlängerrung der Kündigungsfrist

Diskutiere Vertrag zur Verlängerrung der Kündigungsfrist im Kündigung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo zusammen, leider konnte ich zu folgendem Fall keine Infos oder Vordrucke finden: Als Vermieter habe ich (nach Hauskauf) wegen Eigenbedarf...

  1. #1 JungesPaarMitEFH, 06.03.2019
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    Hallo zusammen,

    leider konnte ich zu folgendem Fall keine Infos oder Vordrucke finden:

    Als Vermieter habe ich (nach Hauskauf) wegen Eigenbedarf korrekt gekündigt. Der Mieter bittet darum einen Monat länger bleiben zu können, da er keinen anderen Wohnraum findet. Da die ersten Monate im eigenem Haus eh dafür geplant war dieses noch ein wenig zu gestalten konnte mündlich folgende Einigung erzielt werden:

    Er darf einen Monat länger bleiben, dafür möchte ich dort in der Zeit ein paar mal mit Firmen herein zum ausmessen und erstellen von Angeboten. Firmen benötigen ja auch Zeit um diese zu schreiben und bei einem Auftrag um die nötigen Teile zu bestellen.

    Wie hält man so etwas am besten schriftlich fest? Mit einem Aufhebungsvertrag der die Kündigung dann bei Unterzeichnung für nichtig erklärt oder mit einem zeitlich begrenztem Mietvertrag für den zusätzlichen Monat? Gibt es für diesen Fall (Einigung auf späteren Auszug aber dazu Bedingungen) irgendwo Vordrucke?
     
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  3. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Bei der Geschichte schrillen bei mir alle Alarmglocken.
    Wenn der Mieter es nicht innerhalb der Kündigungsfrist geschafft hat, einen anderen Wohnraum zu finden, warum sollte er dann jetzt innerhalb eines Monats plötzlich was finden?

    Ich befürchte, dass der Mieter noch lange in der Wohnung bleiben wird - egal, wie du irgendwelche Verträge gestaltest.

    Bloß nicht. Sobald die Kündigung für nichtig erklärt wurde (was vielleicht gar nicht geht - Stichwort: einseitige Willenserklärung), ist doch der Kündigungsgrund (Eigenbedarf) vom Tisch bzw. man müsste erneut deswegen kündigen (mit entsprechend langer Kündigungsfrist).

    Bei zeitlicher Befristung von Verträgen sehe ich immer das Risiko, dass die Befristung unzulässig war/ist und dadurch (oder durch andere Umstände) aus dem befristeten ein unbefristeter Vertrag wird.
     
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  4. #3 Newbie15, 06.03.2019
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    Hat der Mieter denn ab dem späteren Zeitpunkt eine neue Unterkunft? Wenn er das nachgewiesen hat, kann man über einen entsprechenden Vertrag reden. Oder sucht er weiter?
     
  5. #4 JungesPaarMitEFH, 06.03.2019
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    Die Frist war drei Monate und davon sind noch fast zwei Monate von über, es wurde also rechtzeitig angekündigt.

    Die Alarmglocken läuten bei mir auch. Sofort den harten Weg zu gehen würde aber sicher im Streit enden, der sich dann vor Gericht hin ziehen kann. Auch wenn ich diesen Weg am Ende gewinnen würde, es ist keine angenehme Option. Da sollte ein Monat mehr Wartezeit (bisher immer pünktliche Bezahlung und ordentlicher Umgang mit der Mietsache) doch ein lohnenswerter Einsatz sein, wenn der harte Weg so evt. vermieden werden kann, oder nicht?
     
  6. #5 JungesPaarMitEFH, 06.03.2019
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    Es wird derzeit noch gesucht. Der Eigenbedarf war zwar schon ein paar Monate länger mündlich (Kaufphase) angekündigt, aber erst vor einem Monat schriftlich.
     
  7. #6 Melanie123, 06.03.2019
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    Ich verstehe Deine Sichtweise. Die Frage ist, wie lange Ihr bei pünktlicher Mietzahlung mit dem Einzug warten könnt/wollt.

    Die Gretchenfrage aber ist eine ganz andere: kann der "harte Weg" durch ein Nachgeben Eurerseits vermieden werden oder steht er ohnehin an, weil der Mieter nach diesem Monat immer noch keine Wohnung gefunden hat und dann die Ausreden mit einem weiteren Monat und noch einem losgehen?

    Ich bin selbst ein Freund von weichen Lösungen. Dies nicht zu offensichtlich zu zeigen, ist die Kunst.
    Klare Ansage: suche eine Wohnung, sonst Räumungsklage. Wenn der Mietvertrag für die neue Wohnung vorliegt und es dann um einen Monat geht, können wir miteinander reden.
     
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  8. #7 JungesPaarMitEFH, 06.03.2019
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    Erstmal danke für eure schnellen Antworten :)

    Das ist leider nicht bekannt. Den einen Monat mehr zu geben ist schlicht ein Versuch den harten Weg evt. vermeiden zu können. Der Gewinn (kein Klageverfahren) wäre sehr hoch, der Verlust wenn es nicht klappt (alles einen Monat später) gering, daher sollte es einen Versuch wert sein.
     
  9. dots

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    ... wenn man sich denn nicht durch den einen Monat selbst auf "Los" zurückkatapultiert (und keine 2000 € beim Monopoly einnimmt).

    Wenn man der Verlängerung um einen Monat zustimmt, und dadurch unbewusst die Kündigung zurücknimmt oder unbewusst das Mietverhältnis unbefristet verlängert, hat man nichts gewonnen, sondern mehr verloren, als man je hätte gewinnen können.
     
  10. Andres

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    Gar nicht. Stattdessen sollte man schon mal vormerken, der stillschweigenden Verlängerung des Mietverhältnisses zu widersprechen, § 545 BGB.

    Wenn man gewillt ist, dem Mieter einen Monat mehr Zeit zu geben (wir reden hier von einem kurzen Zeitraum!), dann heißt das ganz einfach, dass man nach Ablauf der Kündigungsfrist nicht sofort die Räumung verfolgt. Die Räumungsklage folgt dann also erst einen Monat später. Vielleicht auch in zwei, wenn sich der Mieter vorbildlich verhält, also insbesondere die gewünschten Besichtigungstermine ermöglicht. Ja, das ist kein bequeme Situation für den Mieter ...

    Das Spiel darf nicht zu lange gehen. Irgendwo zwischen 3-9 Monaten ohne Räumung kommen bei einem späteren Rechtsstreit dann Fragen auf, ob eine Räumung wirklich noch verhältnismäßig ist, wenn es dem Vermieter so lange doch "egal" war.

    Nebenbei: Was der Mieter hier vorbringt, sind Härtegründe - wenn's denn wirklich stimmt, dass Ersatzwohnraum nicht beschaffbar ist, wofür der Mieter im Ernstfall beweispflichtig ist. Es ist also schon richtig, hier nicht allzu sorglos einfach mal auf Räumung zu klagen. Schriftlich zusichern würde ich trotzdem genau gar nichts. Die Zeit für irgendwelche Deals wäre vor der Kündigung gewesen.
     
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  11. #10 JungesPaarMitEFH, 06.03.2019
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    Das war bereits in der Kündigung mit enthalten.

    Muss man in diesem Fall nicht schriftlich eine Nachfrist zur Räumung setzen?

    Da habe ich noch keine Erfahrungen, danke für den Hinweis. :)

    Die Frist für einen Widerspruch wegen eines Härtefalles ist bereits abgelaufen, da kam nichts. Auf diese Reglung hatten wir in der Kündigung hin gewiesen.
     
  12. #11 ehrenwertes Haus, 06.03.2019
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    Man darf, aber man muss nicht.

    Zieht der Mieter nicht bis zum Kündigungstermin aus + Wohnungsrückgabe, kann man gleich am nächsten Tag Klage auf Räumung + Rückgabe einreichen.
    Je nach Gesamtsituation kann man aber auch gnädiger an die Sache ran gehen.

    Du kannst z.B. dich selbst nach einer für den Mieter geeigneten (ähnlichen) Wohnung umsehen. Preis und Ausstattung müssen nicht identisch sein bei deiner Suche, aber voraussichtlich bezahlbar.
    Mieter findet nix, wenn zeitgleich einige ähnliche Wohnungen wie sauer Bier angeboten werden, ist nicht wirklich glaubwürdig.
    Für den Fall der Fälle ist es hifreich, wenn man erfolgloses abgebliches Bemühen des Mieters um eine neue Wohnung, sachlich anzweifeln kann.
    Die große Klagekeule muss man deswegen nicht sofort schwingen. Mit etwas Glück reicht es außergerichtlich mangelndes Bemühen + Prozeßkosten aufzuzeigen um Mietern einen Motivationsschub zu geben.

    Manchmal ist es schon lustig, wie sich umzugsunwillige Mieter an absolut nebensächlichen Details festbeißen können, die dann DAS KO-Kriterium für praktisch jede andere Wohnung sind.
    Z. B. Türspion absolutes Muss oder Supergau ohne Gleichen, die Form der Türgriffe (eckig oder rund) mit Griffigkeit oder Verletzungsrisiko für Kinder zu argumentieren...
     
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Vertrag zur Verlängerrung der Kündigungsfrist

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