Vertragswidrige Kündigung durch den Untermieter

Dieses Thema im Forum "Kündigung" wurde erstellt von Immo-Profi, 27.05.2014.

  1. #1 Immo-Profi, 27.05.2014
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    Der Untermieter hält seine vertragtsgemäße Kündigungsfrist von 3 Monaten nicht ein und zieht innerhalb weniger Tage aus.
    Der Hauptmieter muß deshalb seinerseits die Wohnung fristlos aufgeben und einer fristlosen Kündigung des Eigentümers (aus anderen Gründen) entsprechen, da er so kurzfristig keinen neuen Untermieter finden kann.

    Kann der Hauptmieter vom Untermieter die entgangene 3-Monatige Untermiete herausverlangen (notfalls durch einbehalten der Kaution), allein aufgrund der Vertragsverletzung des Untermieters, obwohl dem Hauptmieter dadurch kein unmittelbarer finanzieller Schaden entstanden ist ?
     
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  3. #2 Pharao, 27.05.2014
    Zuletzt bearbeitet: 27.05.2014
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    Hi,

    ohne auf den weiteren Sachverhalt einzugehen, könnte hier m.E. der Hauptmieter die fehlende Mietzahlung vom Untermieter einfordern, weil eben laut Vertrag eine Kündigungsfrist einzuhalten ist.

    Also erstmal ist das das Problem des Hauptmieters, wenn sein Untermieter nicht zahlt oder er nicht so schnell einen neuen Untermieter findet (dem im übrigen der Vermieter i.d.R. auch erst wieder zustimmen muss). Er als Hauptmieter schuldet dem Vermieter trotzdem weiterhin die volle Miete.

    M.E. dürfte das auch kein Grund sein, das der Hauptmieter fristlos kündigen kann !

    Wenn der Hauptmieter nicht voll seine Miete bezahlt, kann der Vermieter höchstens nach 2 MM Mietschulden dem Hauptmieter fristlos kündigen. Ansonsten bleibt dem Hauptmieter nichts anderes übrig, als ggf. ordentlich zu kündigen (natürlich auch unter Einhaltung der Kündigungsfrist) oder ggf. mal mit dem Vermieter reden, ob man einen Aufhebungsvertrag abschlisst oder eine anderweilige Regelung finden kann.

    "und einer fristlosen Kündigung des Eigentümers (aus anderen Gründen) entsprechen" hä :?

    Vorausgesetzt die fristlose Kündigung vom Hauptmieter wäre rechtens, dann endet automatisch auch ein Untermietverhältnis, sodass der Hauptmieter vom Untermieter dann auch nichts mehr verlangen kann (bzw. höchstens bis Mietende des Hauptmietvertrages).

    In vielen Untermietverträgen heißt es nämlich: "Der Vertrag wird längstens auf die Dauer des Bestandes auf den Hauptmietvertrag geschlossen"
     
  4. #3 Immo-Profi, 28.05.2014
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    Soweit jetzt klar.

    Das Problem war folgendes:
    Der Eigentümer hat dem Untermieter Angst gemacht, er solle die Wohnung verlassen, weil dem Hauptmieter fristlos gekündigt wurde.
    Diese fristlose Kündigung war aber rechtswidrig und damit nichtig, was das Amtsgericht auch so feststellte.
    Der Untermieter bekam aber Angst, hielt seine Kündigungsfrist nicht ein und ging einfach, obwohl dies nicht nötig war.

    Da nun kein (Miete zahlender) Untermieter mehr vorhanden war, nahm der Hauptmieter das "Angebot" des Eigentümers wahr, die Wohnung ebenfalls ohne Einhaltung einer Frist, zu verlassen.
    Hat nun hier der Hauptmieter gegen den Untermieter einen Anspruch aus Vertragsverletzung, auf 3 Monatsmieten (= Kündigungsfrist) ?
    Nicht der Hauptmieter hat fristlos gekündigt sondern DEM Hauptmieter wurde vom Eigentümer (rechtswidrig) fristlos gekündigt.


    Hier war es aber so (siehe oben) daß die fristlose Kündigung des Eigentümers gegenüber dem Hauptmieter eben NICHT rechtmäßig sondern rechtswidrig war.....
     
  5. #4 Pharao, 28.05.2014
    Zuletzt bearbeitet: 28.05.2014
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    Hi Immo-Profi,

    der Untermieter kann nicht einfach aus "Angst" fristlos kündigen, denn das ist m.E. kein gültiger Kündigungsgrund (der bei einer fristlosen Kündigung aber dringend benötigt wird) und somit wäre diese Kündigung m.E. ungültig. Genau genommen besteht also das Untermietverhältnis weiter *, bis beim Hauptmieter eine formal "richtige" Kündigung vom Untermieter vorliegt.

    *) Ausnahme, wenn der Untermieter zusätzlich noch ordentlich gekündigt hätte, aber dann muss er die Kündigungsfristen einhalten.

    Wenn allerdings jetzt das Hauptmietverhältnis endet (Grund egal bzw. wer jetzt hier wem gekündigt hat), dann endet i.d.R. automatisch auch ein Untermietverhältnis (siehe Satz im vorigen Post, der i.d.R. immer in Untermietverträgen drinnen steht). D.h. der Hauptmieter kann höchstens bis Ende Hauptmietverhältnis was vom Untermieter verlangen *.

    *) Bzw. falls eine zusätzliche ordendliche Kündigung vorliegt, max bis Ende Hauptmietverhältnis oder Ende Kündigungsfrist. Je nach dem was eben vorher endet.



    Also so wäre jetzt meine laienhafte Einschätzung, auch wenn mir der Untermietvertrag nicht vorliegt und ich einfach mal davon ausgehe, das die "Standart`s" dort vereinbart sind ;)
     
  6. #5 Immo-Profi, 28.05.2014
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    Danke erstmal für die Einschätzung, Pharao.
    Zu erwähnen wäre noch folgendes:


    Im Mietvertrag heißt es, daß mit Beendigung des Hauptmietverhältnissses auch das Untermietverhältnis endet.

    Es heißt aber auch, daß der gesamte Untermietvertrag nur gültig ist, wenn der Eigentümer diesem zustimmt, was er aber nie tut. Der Eigentümer hat dem Untermietverhältnis sogar ausdrücklich widersprochen.

    Was nun ?
     
  7. #6 Tobias F, 28.05.2014
    Zuletzt bearbeitet: 28.05.2014
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    Ohne Mietprofil zu sein finde ich die Frage an sich schon sehr ungewöhnlich.
    Der Hauptmieter musste, warum auch immer, ausziehen und möchte jetzt vom Untermieter Miete für einen Zeitraum in dem der Hauptmieter dem Untermieter die Mietsache (hier Raum/Räume) nicht mehr hätte zur Verfügung stellen können?




    War die nicht erlaubte Untervermietung evtl. einer der Gründe für die Kündigung durch den Vermieter?



    Wie denn nu? Die Tatsache das er kurzfristig keinen neuen Untermieter finden, und damit wieder gegen den Mietvertrag mit dem Vermieter verstoßen hätte, soll jetzt Grund für Nachforderungen an den ehemaligen und nicht erlaubten Untermieter sein?



    Hauptmieter macht als etwas das er nicht darf - Untervermieten.
    Sein Untermieter macht ebenfalls etwas das er nicht darf - einfach abhauen.
    Hauptmieter fliegt raus und könnte ab dem Zeitpunkt dem Untermieter den Wohnraum sowieso nicht mehr zur Verfügung stellen.
    Hauptmieter verlangt jetzt, mit der Begründung der ehemaligen Untermieter sei so schnell auszog das er (der Hauptmieter) nicht erneut durch Untervermietung gegen den mit dem Vermieter geschlossenen Vertrag verstoßen konnte, auch noch Geld?

    Also wenn ein Gericht diesen Anspruch zulassen würde ............Absurdistan lässt grüßen ;-)
     
  8. #7 Pharao, 28.05.2014
    Zuletzt bearbeitet: 28.05.2014
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    Hi Immo-Profi,

    also vorab wäre ggf. zu überprüfen, ob der Hauptmieter ein Recht auf Zustimmung zur Untervermietung hat bzw. ob ein berechtiges Interesse seitens des Hauptmieters vorliegt oder mit welcher Begründung der Vermieter dem widersprochen bzw eine Untervermietung untersagt hat.

    Aber langsam wird`s echt undurchschaubar ....
     
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Vertragswidrige Kündigung durch den Untermieter

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