Verwalter berechtigt Vergleich abzuschließen?

Diskutiere Verwalter berechtigt Vergleich abzuschließen? im WEG - Allgemeine Fragen Forum im Bereich Wohnungseigentum; Wie ja mein Titel schon sagt, ist der Verwalter berechtigt einen Vergleich abzuschließen? Im Verwaltervertrag steht hierzu leider gar nichts, nur...

  1. #1 Skygirl237, 19.10.2011
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    Wie ja mein Titel schon sagt, ist der Verwalter berechtigt einen Vergleich abzuschließen?
    Im Verwaltervertrag steht hierzu leider gar nichts, nur was von Prozessvollmacht und außergerichtlichger Vertretung.
    Bei damaliger ETV war ein eventueller Vergleich im Gespräch, falls nicht anders möglich.
    Ging um Hausgeldrückstände und Rückstände von Instandhaltungskosten.
    Betrifft eine 5köpfige Erbengemeinschaft, wobei bei 4 von denen rein gar nichts "zu holen" ist.
    Dieser Vergleich wurde dann durch den Verwalter und mit Hilfe einer Rechtsanwältin geschlossen und die übrige WEG darüber informiert!
    Nun ein Jahr später kann sich keiner daran erinnern, daß dem einen Eigentümer der 5köpfigen Erbengemeinschaft ein Teilbetrag erlassen wurde, was das Wort "Vergleich" ja aber aussagt.
    Nun meine Frage, war der Verwalter hierzu berechtigt? Das Problem ist halt, daß aufgrund der drängenden Zeit damals hierzu nicht extra eine ETV einberufen wurde und somit kein entsprechender Beschluss vorliegt.
    Was meint ihr dazu?
     
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  3. #2 Martens, 19.10.2011
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    Ein WEG-Verwalter vertritt die WEG nach Außen.
    Schließt er einen Vergleich ab, ist dieser wirksam.
    Ob er dazu ausdrücklich berechtigt war oder nicht, spielt ersteinmal keine Rolle.

    Wenn in der ETV bereits ein Vergleich als mögliche Lösung diskutiert wurde... was sollte der Verwalter dann machen, als es darum ging, dem Vergleich zuzustimmen oder ihn abzulehnen? Er mußte eine Entscheidung treffen und hat dies offenbar getan.
    Wenn die WEG das anders haben wollte (und dies vorher klar war!), sollte sie nun mit dem Verwalter reden.

    Man kann solche Dinge auch anders handhaben und (wegen der Dringlichkeit mit verkürzter Frist) eine ETV einberufen, in der dann die WEG über den Vergleich abstimmen darf.
    Ich habe das mal gemacht, als es um relativ viel Geld ging.
    Wenn es um keine großen Summen (ist relativ, klar) geht, entscheiden wir selbst, ggfs. nach Absprache mit dem Beirat.

    Christian Martens
     
  4. #3 Skygirl237, 20.10.2011
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    Danke erstmal für die Auskunft...nunja, was ist denn "relativ" viel Geld?
    Bei der damaligen Versammlung wurde besprochen, dass wenn nötig auch ein Vergleich in Betracht kommt.
    Es geht um ca. 1800 €...12 WE´s insgesamt.
    Und dieser wurde dann halt geschlossen...Verwalterbeirat gibts leider seit geraumer Zeit keinen mehr (aber das ist ein anderes Thema).
    Nur nun will eben keiner mehr was wissen von einem Vergleich und der Verwalter, der froh über wenigstens den Vergleich (2300€) war, is nun der "Buuuh-Mann"....!
     
  5. #4 Martens, 20.10.2011
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    Bist Du der Verwalter? ;)

    Er sollte sich halt grade machen und den Eigentümern erklären, was er für sie 'rausgeholt hat. Wenn denen das nicht gefällt... Verträge kann man kündigen.

    Wie gesagt, zu ändern ist der gerichtliche Vergleich höchstwahrscheinlich nicht mehr.

    Christian Martens
     
  6. Syker

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    Protokoll

    Hallo,

    gibt es kein Protokoll über diese ETV?
    So etwas gehört doch darin festgehalten,
    auch wenn kein Beschluss gefasst wurde.
    Oder liege ich hier jetzt falsch? :unsicher039:

    VG Syker
     
  7. #6 Skygirl237, 21.10.2011
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    Ja ich bin der Verrwalter ;o).
    In den Versammlungsprotokollen wurde festgehalten, dass wenn nicht anders möglich ein Vergleich zu erwirken ist.
    Dieser wurde dann halt geschlossen und die WEG darüber informiert. Auch das steht in den Protokollen....!
    Nun, weil eben die betr. Wohnung vermietet ist und ja Geld erwirtschaftet wird, wollen die nichts mehr davon wissen, daß da nen Teilbetrag erlassen wurde....halt eben alles ohne dazugehörigen Beschluss!
    War übrigens nen außergerichtlicher Vergleich!
     
  8. #7 Martens, 22.10.2011
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    Wenn ich die Zahlen richtig deute (ist irgendwie nicht eindeutig formuliert), einigte man sich bei einer Gesamtforderung i.H.v. 4100 Euro (1800 + 2300) auf eine Vergleichssumme i.H.v. 2300 Euro, 1800 Euro wurden also erlassen. Hört sich doch ersteinmal gut an...

    Wie gesagt, wenn der Verwalter diesen Vergleich für die WEG so abgeschlossen hat, dann ist das bindend für die WEG, wie bei jedem anderen Vertrag ja auch.
    Ob man den Vergleich nachträglich anfechten, aufheben, kündigen kann - keine Ahnung, glaube aber eher nicht. Es war doch ein Anwalt dabei, was sagt der dazu?

    Da im Protokoll festgehalten ist, daß "wenn nicht anders möglich ein Vergleich zu erwirken ist" - ist doch alles chic. Es muß also schon damals Überlegungen gegeben haben, daß die Forderung nicht komplett zu erfüllen sei, aus welchen Gründen auch immer und so ist es dann eben gekommen.

    Bei der Beurteilung der Situation bei Vergleichsabschluß oder Deiner Entscheidung muß man den Kenntnisstand und die Beschluß- oder Willenslage der WEG zum damaligen Zeitpunkt berücksichtigen. Was anschließend an Informationen hinzugekommen ist (da wird ja fleißig weiter Miete kassiert...) ist doch völlig Banane.
    Hinterher ist jeder schlauer, ist ja auch ganz einfach.

    Sky, bist Du der Ansicht, daß Du beim Abschluß des Vergleiches einen Fehler gemacht hast?
    Nein?
    Dann den Meckerköppen einen schönen Gruß und wenn sie es selbst besser können, dürfen sie es künftig eben selbst machen (oder sich einen anderen Deppen = Verwalter suchen).

    Christian Martens
     
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