Verwalter ist vermutlich depressiv

Dieses Thema im Forum "WEG-Verwaltung" wurde erstellt von Syker, 10.10.2014.

  1. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

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    Hallo zusammen,

    Ich erhoffe mir hier mal euren Rat zu folgender Situation in meiner Verwandtschaft und hoffe das dieses Thema im richtigen Forum landet.

    Es handelt sich um eine WEG bestehend aus 9 WE.
    Der langjährige Verwalter hat bisher wohl recht Gute Arbeit geleistet.
    Im Frühjahr gab es einen Trauerfall in der Familie des Verwalters.
    Seither ist der Verwalter fast nicht mehr zu erreichen.
    Die ETV fand bisher im März oder April statt, in diesem Jahr noch immer nicht. Anfangs wurde als Begründung die fehlende Heizkostenabrechnung angeführt. Später wurde mehrmals Abrechnung und Einladung zur ETV in den nächsten 14 Tagen angekündigt. Mittlerweile ist auf dem Anrufbeantworter eine Abwesenheitsinfo für ein bestimmtes Wochenende ende August hinterlegt.

    Soviel zu den Fakten, und jetzt ist halt die Frage was würdet ihr tun bzw. meiner Verwandtschaft raten, zumal ohne Hausgeldabrechnung keine NK-Abrechnung für den M erstellt werden kann und das letzte Quartal läuft.

    VG Syker
     
  2. AdMan

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  3. Andres

    Andres
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    Weiterhin das persönliche Gespräch suchen. Und nicht über den Gesundheitszustand des Verwalters spekulieren - das bringt niemandem etwas.

    Da langsam auch die Zeit drängt, würde ich parallel damit beginnen, die Abrechnung ohne den Verwalter über die Bühne zu bringen. Dazu sollte zunächst ein Eigentümer (z.B. ein Beirat, falls es einen gibt) Einsicht in alle Unterlagen des letzten Abrechnungsjahres fordern, Kamera/Fotohandy mitnehmen und alles abfotografieren. Damit hat man die Unterlagen schonmal komplett zur Verfügung und kann die Abrechnung notfalls selbst erstellen oder von jemand anderem erstellen lassen. Bei dieser Gelegenheit kann man sich auch einen Eindruck verschaffen, ob der Verwalter noch Herr der Lage ist.

    Die Einberufung einer Versammlung mit dem Zweck, den Jahresabschluss 2013 zu verabschieden, sollte dann von mindestens 3 Eigentümern gefordert werden (§ 24 WEG, mehr als ein Viertel von 9).


    Gibt es einen Beirat? Wie verstehen sich die Eigentümer untereinander? Ist Allstimmigkeit z.B. für einen Umlaufbeschluss erreichbar?
     
  4. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

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    Hallo Andres,

    Herzlichen Dank für deinen Denkanstoß.

    Ob ein Beirat existiert müsste ich mal recherchieren, vermutlich aber nicht bei der relativ geringen Anzahl der Eigentümer.
    Ein Umlaufbeschluss ist m.E. durchaus erfolgversprechend, da es bisher wohl keine großen Querelen unter den Eigentümern gab.
    Aber im ersten Schritt müssen erst einmal die Unterlagen gesichtet werden, was u.U. ein größeres Problem ist.
    Ob sich das meine Verwandten zutrauen, oder ob ein anderer bekannter Eigentümer das erledigen kann und möchte, werde ich mal am Wochenende erfragen.
    Ich würde es ja machen darf aber wohl nicht da ich außenstehender bin, aber ich denke da findet sich jemand.
    Das größte Problem dabei ist aber einen Termin mit dem Verwalter zu vereinbaren, da dieser eben in letzter Zeit gar nicht mehr erreichbar ist ...

    Also was tun?
    Einen Terminvorschlag ggf noch 2-3 alternativ Termine schriftlich anmelden und auf Rückantwort warten?
    Oder lieber gleich zu den vorgeschlagenen Terminen beim Verwalter auf der Matte stehen und auf Einlass hoffen?
    Letzteres ist für berufstätige Menschen nicht schön ...

    VG Syker
     
  5. Andres

    Andres
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    Keiner von den 9 Eigentümern (bzw. 9 Parteien - also wahrscheinlich deutlich mehr Eigentümer) kann das leisten? Der- oder diejenige muss ja nicht der große WEG-Experte sein, um die Unterlagen abzufotografieren und sich einen allgemeinen Eindruck vom Verwalter zu machen.


    Sofern sich der Verwalter totstellt (oder mal anders gefragt: Wer hat ihn wann zuletzt gesehen/gesprochen?) würde ich keinen einzigen Tag mehr verstreichen lassen und umgehend die Abberufung des Verwalters anstreben (Beschränkungen in der Teilungserklärung nachsehen!) und die herausgabe sämtlicher WEG-Unterlagen fordern. Die Abrechnung mit den Mietern darf auch länger als 12 Monate dauern, falls die Vermieter die Ursache nicht zu vertreten haben - um das in Anspruch nehmen zu können, muss man aber dringend aktiv werden!
     
  6. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

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    Hallo Andres

    Doch da findet sich bestimmt jemand, es ging mir jetzt in erster Linie um die Termin Absprache. Aber das werden wir morgen mal in der Familie diskutieren.




    Naja telefonisch ca. Juni durch meine Verwandschaft, ob ein Miteigentümer später kontakt hatte ist derzeit nicht bekannt.
    Abberufung hatte ich auch schon im Hinterkopf, aber bisher (also bis zum Frühjahr) hat der Verwalter gute Arbeit geleistet, sodass die Miteigentümer erstmal überzeugt werden wollen.


    Ok das ist im Grunde bekannt, derzeit besteht aber noch Hoffnung das zu schaffen.

    Vielen Dank für deine Hilfe
    Syker
     
  7. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

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    Hallo zusammen,

    Ich wollte hier mal eine kurze Rückmeldung zu diesem Fall geben...

    Die ersten Kontaktversuche per Telefon verliefen zunächst weiterhin negativ.
    Dann wurden zu Geschäftszeiten des Verwalters unangemeldete persönliche Besuche und Gespräche in dessen Büro geführt. Der Verwalter war jeweils persönlich anwesend und machte wohl auch einen ganz guten Eindruck.

    Durch den schon angemerkten Schicksalsschlag ist nicht nur Arbeit liegen geblieben sondern wohl auch eine Arbeitskraft komplett ausgefallen. Dies musste natürlich erst einmal kompensiert werden und ist wohl mittlerweile abgeschlossen.
    Die Abrechnungen sind mittlerweile erstellt, jetzt fehlen nur noch Wirtschaftsplan und ETV.

    Es besteht Hoffnung

    VG Syker
     
  8. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

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    Hallo zusammen,

    ups ist das schon wieder lange her ...
    Und es scheint aktuelle Entwicklungen zu diesem Fall zu geben.

    Wie berichtet wurde die Abrechnung 2013 im November 2014 erstellt.
    Auch die Abrechnung 2014 wurde erstellt,
    und sogar schon im Sommer 2015 den Eigentümern zugestellt.

    Ob die Abrechnungen schon beschlossen sind kann ich aktuell nicht sagen,
    da ich in den Unterlagen der Verwandtschaft kein Protokoll der ETV
    (Termin war im Frühherbst 2015) vorfinden konnte.
    Persönlich war leider aus Termingründen auch niemand von den Verwandten bei der ETV anwesend.

    Soweit bisher keine ganz großen Besonderheiten wie ich finde,
    aber jetzt kommt der aktuelle Hammer...

    In kürze soll eine außerordentliche ETV stattfinden.
    Tagesordnungspunkt: Beschlussfassung eine Strafanzeige gegen den Verwalter zu erstatten.

    Es bleibt spannend
    VG Syker
     
  9. Nero

    Nero Erfahrener Benutzer

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    Hallo! Ja "abber" was hat er denn angerichtet ?

    Eine kollektive Strafanzeige finde ich schon heftig!

    Lass sie aber mal machen und lehne dich entspannt zurückt!
     
  10. Andres

    Andres
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    Nicht schlimm. Und ich mag Fortsetzungen. ;)


    Meine Haltung zu solchen "Meinungsverstärkern" habe ich ja schon mehrfach kundgetan. :unsicher024: Wenn man unbedingt die Justiz einschalten will, sollte man sich auf zivilrechtliche Ansprüche fokussieren.

    Über eine Strafanzeige auch noch einen Beschluss zu fassen, ist dagegen doppelt unsinnig. Das kann jeder einzelne Eigentümer (und überhaupt jeder, also z.B. auch ich) jederzeit tun. Noch dazu habe ich zumindest aus der bisherigen Schilderung überhaupt keinen Ansatz für eine Strafbarkeit erkennen können.
     
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  11. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

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    Hallo Andres,

    danke für deinen Hinweis zur Strafanzeige.
    Wie ich gestern spät Abends noch erfahren habe,
    geht es wohl in erster Linie um rechtliche Schritte einzuleiten.
    Das beinhaltet ja allgemein auch Zivilrechtliche Ansprüche,
    und wurde von der etwas unbedarften Verwandtschaft scheinbar als Strafanzeige aufgefasst.

    Die Einladung kommt vom Beirat,
    und die Beschlussfassung beinhaltet auch die Abberufung (inkl. Kündigung) des Hausverwalters.
    Neubestellung einer Hausverwaltung,
    und was ich ganz wichtig finde die bisherige Hausverwaltung nicht zu entlasten.

    Genaueres erfahren wir hoffentlich nach der ETV

    VG Syker
     
  12. #11 Fremdling, 09.08.2016
    Fremdling

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    Hallo Syker,
    der bisherige Verwalter hat also trotz Aufforderung (mit Fristsetzung, Nennung von Grund und Zweck) einer hinreichenden Zahl von Eigentümern die Einberufung einer Versammlung verweigert/versäumt? Ist zwar womöglich lediglich eine Formalie, die abhängig von der aktuellen Verfassung des Verwalters ("Der langjährige Verwalter hat bisher wohl recht Gute Arbeit geleistet." / "...Trauerfall in der Familie des Verwalters. Seither ist der Verwalter fast nicht mehr zu erreichen.") auch keine Risiken bergen muss, jedoch bei eine Einberufung durch den Beirat ohne o.g. Vorspiel ggf. erfolgreiche Anfechtungen durch den bisherigen Verwalter ermöglichen. - Aaaber bin kein Jurist. :shame
     
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  13. Syker

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    Interessante These ...
    Wenn der Verwalter auch Eigentümer wäre,
    würde ich dass dem Verwalter-Eigentümer auch zugestehen.

    Aber wie ist das bei einem externen Verwalter?
    Was ich da schon eher befürchte,
    dass der Verwalter seine Vergütung zwischen "jetzt" und dem regulären Vertragsablauf einfordern könnte.


    VG Syker
     
  14. #13 Fremdling, 09.08.2016
    Fremdling

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    Diese "These" ist mir zwar noch nicht als Praxisfall begegnet, doch habe ich dazu bereits einiges lesen können. Zum einen kann m.W. ein Beirat nicht ohne das von mir "Vorspiel" titulierte Prozedere eine Versammlung nach WoEigG § 24 (3) einberufen, sofern es noch einen Verwalter gibt und der auch in der Lage einer Einberufung wäre, sich jedoch verweigert. Zum anderen kann auch ein Verwalter Anfechtungen bei Gericht vorbringen, was bei Euch z.B. bedeuten könnte, er möchte sehr wohl noch im Amt bleiben und Gebühren erheben.

    Spätestens wenn die Argumente für seine Abwahl (unterstelle hier eine Abberufung vor Ablauf der Bestellzeit) einer richterlichen Prüfung nicht standzuhalten scheinen, könnte er versucht sein, anzufechten und gut auch formelle Gründe vortragen. Obsiegt er, habt Ihr neben der Niederlage und aufgehobenen Beschlüssen auch noch unnötige Kosten am Hals. - Aber nochmals: Bin kein Jurist. Würde selbst in Deiner Situation steckend das mal abklären lassen, zumal Du ja hier lediglich indirekt, lückenhaft und nicht zeitnahe informiert wirst.
     
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  15. #14 immobiliendirk, 24.11.2016
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  16. GJH27

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  17. #16 immodream, 24.11.2016
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    was ist das für ein Geheimcode? Bin ich im Zeitalter des IPhone und Whats App nicht mehr auf dem Laufenden ?
    Grüße
    Immodream
     
  18. #17 Lucky Strike, 24.11.2016
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    Ne, ist kein Geheimcode. Der hat nur als Kind zuviel Buchstabensuppe gegessen...
     
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