Verwalterwechsel

Dieses Thema im Forum "WEG-Verwaltung" wurde erstellt von diclaro, 02.12.2015.

  1. #1 diclaro, 02.12.2015
    diclaro

    diclaro Gast

    Bei uns steht ein Verwalterwechsel an. Der alte hat keine Lust (ist jetzt auch zu spät), dazu eine WEV einzuberufen. Die Mehrheit hat sich einen neuen Verwalter ausgesucht und ihm die Verträge unterschrieben. Eigentlich wäre ein (allstimmiger) Umlaufbeschluss notwendig, den hat die "Neue" bei einer Versammlung verhindert, weil sie keine Einstimmigkeit für sich sah.
    Wie ist hier die Rechtslage?
    Außerdem : Wie legitimiert sich die Neue gegenüber der alten Verwaltung, wenn sie die Unterlagen abholen will? Mit ein paar unterschriebenen Verträgen ?
     
  2. AdMan

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  3. Andres

    Andres
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    Die neue Verwalteuse ist nicht bestellt. Man darf auch Zweifel an der Wirksamkeit des Verwaltervertrags haben, denn irgendwelche Mehrheiten könnnen die Gemeinschaft nicht nach außen hin ohne Weiteres rechtsgeschäftlich vertreten.


    Gar nicht, weil sie keine Legitimation hat.


    Wenn die neue Verwalterin nicht weiß, wie sie ihre eigene Bestellung auf die Reihe bekommt, sollte man sich vielleicht gleich zum nächsten Verwalter aufmachen.
     
    Syker gefällt das.
  4. #3 PHinske, 02.12.2015
    PHinske

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    Zu spät kann es gar nicht sein.
    Allenfalls von der Uhrzeit her. ;-)

    Mehr als ein Viertel der Eigentümer kann beim aktuellen Verwalter schriftlich die Einberufung einer Eigentümerversammlung verlangen.
    Mit Angabe der wichtigen Tagesordnungspunkte natürlich. Siehe § 24 Abs. 2 WEG.

    Wenn der Verwalter darauf nicht reagiert und ein Beirat vorhanden ist, kann der Vorsitzende oder sein Vertreter auch wirksam zu einer Eigentümerversammlung einladen.

    Wenn die Gemeinschaft überschaubar ist und die Chance für eine Vollversammlung besteht, sollte man versuchen, sich auf einen Ort und eine Zeit zu verständigen.
    Vollversammlung heißt dabei: Alle Eigentümer erscheinen persönlich oder geben einem anderen zumindest eine Vollmacht.

    MfG PHinske
     
  5. #4 Tobias F, 02.12.2015
    Tobias F

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    Seit wann muss eine Eigentümerversammlung eine VOLLVERSAMMLUNG sein?
    Hier geht es um die Bestellung eines neuen Verwalters, und das geht auf einer Versammlung mit einfacher Mehrheit. Im schriftlichen Verfahren (Umlaufbeschluss) jedoch nur ALLSTIMMIG.

    Ist es NICHT.


    Und schon ......(wie Andres bereits schrieb) ist das Problem da. Denn weder wurden wohl per Beschluss jemand beauftragt oder legitimiert einen Verwaltervertrag mit xy zu unterzeichnen, noch wurde ein Verwalter bestellt (ein Vertrag ist keine Bestellung).


    Wie, wo, was? Die "Neue" hat auf einer Versammlung einen Umlaufbeschluss verhindert? Muss man jetzt nicht verstehen, oder?
    Für einen Umlaufbeschluss braucht es keine Versammlung - und auf einer Versammlung gibt es keinen Umlaufbeschluss.


    Ganz einfach (auch hier war Andres schneller) - Ihr habt keinen Verwalter.


    Durch Vorlage des Bestellungsbeschlusses (i.d.R. des Protokolls mit diesem) und einer Verwaltervollmacht. Mit einem Vertrag der von abc unterzeichnet wurde jedoch auf keinen Fall (sollte ein Verwalter aber eigentlich auch wissen).
     
  6. #5 PHinske, 03.12.2015
    PHinske

    PHinske Erfahrener Benutzer

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    Bei der von angesprochenen Vollversammlung würde es sich um eine tatsächliche Versammlung ALLER Eigentümer (persönlich oder durch Vollmacht) handeln.
    Hier kann faktisch und tatsächlich eine Willensbildung der Eigentümergemeinschaft erfolgen, wenn diese allstimmig erfolgt.

    Und zwar OHNE Erfordernis einer regulären Einladung durch jemanden, der dazu die Befugnis hätte.

    (Selbst als Wohnungseigentümer schon erfolgreich praktiziert, um eine verwalterlose Zeit zu beenden!)

    MfG PHinske
     
  7. #6 diclaro, 03.12.2015
    diclaro

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    Leewe Lütt,
    danke für Eure vielen Antworten. Einiges hat mir weitergeholfen, einiges hat mich mehr verwirrt.
    Unsere ebenfalls verwirrte Mehrheit hier im Haus (fünf Parteien) will die Neue per Verwaltervertrag einsetzen. Was im WEG steht, interessiert hier niemanden.
     
  8. #7 immobiliensammler, 03.12.2015
    immobiliensammler

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    Und wie will sich die Verwalterin dann z.B. gegenüber dem Grundbuchamt "ausweisen"? Dann kommt eben doch das passende Gesetz ins Spiel
     
  9. #8 Fremdling, 03.12.2015
    Fremdling

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    Glückwunsch! Ganz verstanden habe ich aber Deine Situation nicht.

    Wann läuft die Bestellung des alten Verwalters ab oder ist das schon geschehen? Hast Du ein Interesse an einer neuen Verwaltung jenseits der "Verwalteuse"? Bei fünf Parteien sind mindestens drei die (kopfmäßige) Mehrheit? Bist Du mit Deinem Wunsch nach einer ordentlichen Bestellung allein oder hast Du einen Mitstreiter (WE Nr.4)? Kann es sein, dass Du das Wort "Versammlung" hier gelegentlich im Sinne "lockere Zusammenkunft" und nicht "Versammlung gemäß WEG" benutzt? Abhängig von Deinen Antworten dürften weitere Tipps recht unterschiedlich ausfallen.
     
  10. #9 Tobias F, 03.12.2015
    Zuletzt bearbeitet: 03.12.2015
    Tobias F

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    Und "die Neue" interessiert es nicht ob sie wirklich rechtwirksam bestellte Verwalterin ist oder nicht?
    Wenn es ihr gleichgültig ist solltet ihr euch sofort jemand anderen suchen ;-)
    Denn sie könnte sich, ohne Bestellungsbeschluss und Verwaltervollmacht, weder gegenüber einer Versicherung, noch einem Versorger (Gas/Strom), der Stadt (Wasser/Kanal/Müll usw.) oder sonst wo als bestellte Verwalterin legitimieren.



    Und wieso fragst du überhaupt nach der Rechtslage, wenn es euch doch sowieso nicht interessiert ("die Neue" scheint es ja auch nicht zu wissen - Prost Mahlzeit)?
     
  11. #10 diclaro, 04.12.2015
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    Mit Versammlung meine ich immer Zusammenkunft, sonst heißt das bei mir WEV.
     
  12. #11 diclaro, 04.12.2015
    diclaro

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    Info:Der alte Verwalter hat uns gekündigt (wie auch schon sein Vorgänger). Mit Grund und zu Recht ! Jetzt hat ein WE eine Versammlung einberufen (Keine WEV, eine Zusammenkunft), wo die "Neue" gewählt werden sollte. Die hat aber schnell gemerkt, dass sie nicht alle Stimmen bekommt und zurückgezogen. Sie hat dem WE gesagt, dies hier sei ein Umlaufbeschluss, der müsse aber einstimmig beschlossen werden. Hat der WE aber nicht verstanden. Jetzt hat sie allen WE Verträge zugemailt, und uinser WE Oberhäuptling glaubt, mit mehrheitlich unterschriebenen Verträgen wird sie Verwalter.
    Wir spielen hier "Allein gegen alle" , nur mich interessiert die Rechtslage. Und ich hätte gern einen Verwalter mit Mumm und Grundwissen.
     
  13. Jobo45

    Jobo45 Erfahrener Benutzer

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    Zu welchem Termin? siehe hierzu Frage im Beitrag von Fremdling Nummer #8
    War die Ladung zu dieser Versammlung Form und fristgerecht? Da es wohl nicht so war, handelt die sich vorstellende Verwalterin richtig, denn mit einem Umlaufbeschluss (also einstimmig) an diesem Termin, hätte sie ohne "WEG-Versammlung" das Mandat erhalten können.
    hier kannst Du mal einiges auch nachlesen:
    http://www.kanzlei-schultze.de/img-vioweb/die_weg-versammlung.pdf

    Was hat sie zurückgezogen? steht das Angebot von Ihr noch, oder hat sie nur den Versuch einen Umlaufbeschluss zu erhalten bei dieser "Ansammlung von WEG Mitgliedern" zurückgezogen?



    Was verstehst Du unter dem Begriff WE Oberhäuptling, gibt es denn einen gewählten Verwaltungsbeirat?
    Es ist ja schön dass Dich die Rechtslage interessiert, aber es braucht jemand der Eure WEG verwaltet und im Zweifel gibt es eine gerichtliche Verwalterbestellung.
    Da kannst Du hier mal schauen:
    http://www.haufe.de/recht/deutsches...iche-43-nr-1-weg_idesk_PI17574_HI2627315.html

    Kennst Du eine Verwaltung die Mumm und Grundwissen hat? wenn ja sprich mit ihr, wie das ganze abzuwickweln ist. Ansonsten kannst Du ja mal mit der anbietenden Verwalterin die weitere Vorgehensweise besprechen.
     
  14. #13 Fremdling, 05.12.2015
    Fremdling

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    Danke, diclaro! Nun sehe ich heller :zwinkernd001:
    Hinweise zum weiteren Vorgehen hast Du ja hier bereits erhalten. Nur so eine Empfehlung: Es wäre m.E. Eurer WEG-Zukunft förderlich, wenn Du Deine vier Miteigentümer auf dem Weg in eine ordentliche Verwaltungszukunft mitnimmst, wozu sich eine informelle Vorversammlung anbietet, die Du anstößt. Mitunter wirkt das Spendieren von ein bis zwei Runden lecker Bierchen motivierend, der Einladung Folge zu leisten und Dir zuzuhören. In diesem Rahmen kannst Du dann die glasklaren Vorteile einer Profi-Verwaltung mit "Mumm und Wissen" sowie den konkreten Weg dorthin aufzeigen. Allerdings solltet Ihr Euch darüber klar sein, dass mit Eurer Historie und der geringen WE-Anzahl (5) ein kompetenter Verwalter nicht für billig Geld zu kriegen ist. Das sind dann pro Wohnung und Monat auch mal Verwalterentgelte -teils deutlich- jenseits € 25,- netto. Eine dann gern mal angedachte Selbstverwaltung erscheint mir in Eurem Falle keinesfalls ratsam, auch wenn ich die Gründe für Euren "Verwalterverschleiß" noch nicht kenne. - Viel Glück!
     
  15. #14 diclaro, 09.12.2015
    diclaro

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    Da ist die "Neue" aber ganz anderer Ansicht. Ein von einer Mehrheit unterschriebener Verwaltervertrag reicht ihr vollkommen aus und hätte schon immer
    für die Übernahme der Verwaltung ausgereicht.


    Durch Vorlage des Bestellungsbeschlusses (i.d.R. des Protokolls mit diesem) und einer Verwaltervollmacht. Mit einem Vertrag der von abc unterzeichnet wurde jedoch auf keinen Fall (sollte ein Verwalter aber eigentlich auch wissen).[/QUOTE]
     
  16. #15 Tobias F, 09.12.2015
    Tobias F

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    Was "ihr ausreicht" ist ihre Sache, aber durch einen Vertrag wird sie rechtlich gesehen nicht zur Verwalterin (und zumindest bei unseren Versorgern, Versicherungen, usw. hätten wir damit auch keinen Stich gemacht)
    Eigentlich sollte die Verwalterin wissen, dass die ORGANSTELLUNG nur durch Beschluss der WEG erfolgt.
    Zitat aus dem WEG:
    § 26 Bestellung und Abberufung des Verwalters
    (1)Über die Bestellung und Abberufung des Verwalters beschließen die Wohnungseigentümer mit Stimmenmehrheit. Die Bestellung darf auf höchstens fünf Jahre vorgenommen werden; im Falle der ersten Bestellung nach der Begründung von Wohnungseigentum aber auf höchstens drei Jahre

    Der Verwaltervertrag ist etwas völlig anderes (zivilrechtlicher entgeltlicher Geschäftsbesorgungsvertrag nach § 67GB).

    Eine solche "Verwalterin" sollte man sich nicht unbedingt antun.
    .
     
  17. #16 Fremdling, 10.12.2015
    Fremdling

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    Eine "unlimitiert pragmatische" Verwaltung :16: .
    Hat hier eigentlich schon jemand Erfahrungen, wie Juristen/Gerichte das sehen? Solange die fünf WEG-ler keinerlei Klagen haben, kann ja auch eine derartig basierte Verwaltung in der Praxis funzen. (Formvollendet korrekt wäre mir persönlich lieber!)
     
  18. #17 Tobias F, 10.12.2015
    Tobias F

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    Probleme tauchen in dem Moment auf, in dem die Bestellung nach außen nachgewiesen werden muss.
    Z.B.:
    Eröffnung oder Änderung WEG Konto
    Abschluss/Kündigung/Umschreibung einer Versicherung der WEG
    Vertretung der WEG vor Gericht
    usw.
     
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