Verwaltungsbeirat bestimmt Verwalterkandidaten?

Dieses Thema im Forum "Verwaltungsbeirat" wurde erstellt von Anselm, 15.09.2015.

  1. Anselm

    Anselm Benutzer

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    Hallo,

    bei meiner Internetrecherche habe ich nur sehr wenige Informationen gefunden, am ausgiebigsten diese:

    "In der Regel wird die Verwalterwahl vom Verwaltungsbeirat vorbereitet, indem dieser Angebote mehrerer Verwalter einholt. Der Verwaltungsbeirat ist berechtigt, nach Prüfung der Unterlagen, die Bewerbungen auszuwählen, welche in erster Linie zur Vorstellung in der Wohnungseigentümerversammlung als geeignet erscheinen."

    Mich interessiert die rechtliche Grundlage dieser doch recht weitreichenden Befugnis des Verwaltungsbeirats. Kann mir jemand helfen bitte?

    Danke im Voraus, Anselm
     
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  3. #2 Martens, 15.09.2015
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    Es gibt insb. für den zweiten Satz keine Rechtsgrundlage.
    Da die Eingentümer (meist per Mehrheitsbeschluß in der Eigentümerversammlung) über den künftigen Verwalter bestimmen, ist es unerheblich, wer Angebote einholt und auswertet oder wer "seine" Kandidaten den Miteigentümern präsentiert.

    Christian Martens
     
  4. Anselm

    Anselm Benutzer

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    Vielen Dank für die Antwort. In der Praxis stelle ich es mir schwierig vor, in der Eigentümerversammlung Kandidaten zum Zuge zu bringen, die nicht vorab vom Beirat als geeignet ausgewählt wurden. Und der hat Alternativen zur bisherigen Verwaltung jeweils so präsentiert, dass sie keine echte Alternative darstellten. Der Vollständigkeit halber hier übrigens meine Quelle.

    Gruß, Anselm
     
  5. #4 Martens, 15.09.2015
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    Jeder Eigentümer kann einen (oder auch mehrere) Tagesordnungspunkt(e) bestimmen.
    Du kannst also darauf bestehen, daß ein TOP 'Vorstellung der Verwaltung XYZ' oder 'Bestellung der Verwaltung XYZ zum Verwalter der WEG' aufgenommen wird.

    Der Beirat ist also in der Tat berechtigt, Bewerber auszuwählen etc. - jeder andere Eigentümer ist es jedoch ebenso.
    Mein Fehler lag in der Interpretation des Satzes dahingehend, daß NUR der Beirat berechtigt wäre... das steht da aber gar nicht. :)

    Christian Martens
     
  6. Anselm

    Anselm Benutzer

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    Die Formulierung hat das bei mir allerdings auch suggeriert. Und unser Beirat scheint es auch etwas in diese Richtung zu verstehen, deshalb meine Anfrage. Wieder was gelernt - danke noch mal.

    Gruß, Anselm
     
  7. Jobo45

    Jobo45 Erfahrener Benutzer

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    Deshalb wäre es meiner Meinungen nach sinnvoll vorher mit dem Beirat zu reden und Deinen Wunschkandidaten mit in diese engere Auswahl zu nehmen,
    denn wie wird denn ein Bewerber als Verwalter ausgesucht?
    Meist kommt der Wunsch nach einem neuen Verwalter aus einer Unzufriedenheit heraus, oder der Verwalter hört auf, natürlich gibt es auch noch andere Gründe.
    Nun hat der Beirat in der Regel die Arbeit sich nach einem neuen Verwalter umzusehen. Entweder er kennt Verwalter oder er schreibt die Anlage aus, in der ein oder anderen WEG bekommt er auch Hinweise von Eigentümern. Nun beginnt die mühevolle Aufgabe die Angebote und die Verwaltungen zu vergleichen und der Gemeinschaft vorzustellen. Dazu gehört auch meines Erachtens nach auch das Abtelefonieren von Referenzen. Diese "mühevolle Arbeit" betreibt man bestimmt nicht mit Verwaltern die einem unsympathisch sind oder die von einem "ungeliebten" Eigentümer kommen! Schließlich ist man ja von der Mehrheit gewählt um die WEG zu vertreten, denn die WEG bekommt das Resultat diese Auswahl in der Versammlung präsentiert.
    Diese Vorauswahl kann ja durchaus auch ein erweiterten Beirat durchführen, in dem sich weitere Eigentümer zur Mitarbeit melden.
    Natürlich gibt es auch genügend Beiräte die nur nach Ihrem persönlichen Vorteil auswählen.
    Unbenommen bleibt Dir natürlich das Recht einen Eigenen Kandidaten vorzustellen.
     
  8. Anselm

    Anselm Benutzer

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    Ich habe mich noch nie intensiv mit dem Thema Verwalterwechsel befasst. Darum habe ich die Botschaft "Wir machen das!" vielleicht zu einseitig interpretiert. Ich beneide den Beirat nicht um seine Arbeit, und er ist recht gut. Aber jetzt, wo ich mehr weiß, kann ich besser verhandeln.

    Gruß, Anselm
     
  9. #8 Martens, 16.09.2015
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    Dieses Zitat bezieht sich auf den Beirat, ja?
    Dann: Irrtum, der Verwalter wird gewählt, um die WEG zu vertreten.

    Die Aufgabe des Beirates im laufenden Betrieb definiert das Gesetz wie folgt:
    (2) Der Verwaltungsbeirat unterstützt den Verwalter bei der Durchführung seiner Aufgaben.

    Meist sind die aktiven Eigentümer eben gleichzeitig die Beiräte, so daß solche Aufgaben wie Vorauswahl von Verwaltungen etc. an ihnen hängen bleiben. Es ist jedoch nicht die eigentliche Aufgabe der Beiräte und sie sind dazu nicht mehr befugt, als jeder andere Eigentümer auch.

    Christian Martens
     
  10. Jobo45

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    richtig

    Sorry, meine Formulierung war ungenau.
    Aber es ist unbetritten, dass der Beirat von der WEG gewählt wird, oder?
    §29 WEG (1) Die Wohnungseigentümer können durch Stimmenmehrheit die Bestellung eines Verwaltungsbeirats beschließen.

    Und da werden doch wohl diejenigen von der WEG gewählt die sich entweder als einzige zur Wahl melden oder diejenigen bei denen die Eigentümer meinen sie vertreten sie am besten, bzw. könnten am besten "den Verwalter bei der Durchführung seiner Aufgaben unterstützen".


    Du hast natürlich recht, wenn Du die gesetzliche Definition betrachtest gehört es nicht direkt zu den Aufgaben.

    Aber gemäß § 29 WEG (3) Der Wirtschaftsplan, die Abrechnung über den Wirtschaftsplan, Rechnungslegungen und Kostenanschläge sollen, bevor über sie die Wohnungseigentümerversammlung beschließt, vom Verwaltungsbeirat geprüft und mit dessen Stellungnahme versehen werden.

    Nun zeig mir aber den Verwalter der sich die Mühe macht einen Nachfolgeverwalter zu suchen und zur Wahl zu stellen. Sollte es ihn trotzdem geben, so muss gemäß § 29 WEG Abs. 3 der Beirat seine Stellungnahme abgeben und hat somit auch von Gesetzes wegen mehr zu tun als ein Eigentümer der kein Beirat ist.

    Unabhängig von der Stellungnahme des Beirats kann natürlich jeder Eigentümer seinen TOP (...berechtigtes Interesse usw..) und somit seinen Kanditaten einbringen.
     
  11. #10 Martens, 17.09.2015
    Zuletzt bearbeitet: 17.09.2015
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    ist es :)

    Kampfabstimmungen bei der Beiratswahl kommen vor, sind aber meiner Erfahrung nach eher die Ausnahme. Meist werden die drei Kandidaten gewählt, die sich für die Übernahme des Amtes - oft wirklich als einzige - bereit erklären.

    Wenn aber von der WEG ein Beirat gem. §29 gewählt wurde, sind seine Aufgaben eben dort definiert und Vertretung der WEG gehört gerade nicht dazu, das ist die Aufgabe der WEG-Verwaltung.
    Der Beirat ist vom Gesetz nicht als Nebenverwaltung und auch nicht als Hausmeister, Müllnachsortierer, Bauleitung oder ausführender Handwerker für Kleinreparaturen vorgesehen, diese Aufgaben muß die WEG bei Bedarf anderweitig vergeben, meist sogar gegen Bezahlung.

    In der Praxis übernehmen Beiräte oft diese oder auch weitere Aufgaben in einer WEG und halten das für selbstverständlich, die anderen Eigentümer erwarten vielfach sogar solche "Leistungen", denn "dafür wurden die doch gewählt". Kann man so machen, eine Grundlage im Gesetz findet sich hierfür aber nicht.

    weder direkt noch indirekt sondern gar nicht.
    Es gibt auch gute Gründe, sich als Beirat auf die gesetzlich vorgesehenen Tätigkeiten zu beschränken, denn die oftmals abgeschlossene Haftpflichtversicherung der Beiräte deckt nur die Risiken aus seiner im Gesetz genannten Aufgabe ab. Alles weitere macht der Eigentümer - meist noch kostenfrei - auf eigene Haftung.

    Dies gehört auch nicht zu den Aufgaben des Verwalters :)
    Hier sind die Eigentümer gefragt, alle Eigentümer, nicht nur die, die bisher schon als Beiräte Verantwortung für die anderen übernommen haben.

    Christian Martens
     
  12. Jobo45

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    sehe ich anders, nämlich aus dem § 29 WEG Abs.3 da der Beirat seine Stellungnahme auch zu Kostenanschläge abgeben soll! und ein "neuer Verwalter" gibt ja auch sein Angebot bzw. Kostenanschlag ab.
    Deshalb dümpeln auch manche Wohnanlagen von WEG vor sich hin, denn viel Eigentümer wollen oder können sich nicht um die Gemeinschaft kümmern.
    Stimmt!
    War auch nicht mein Anliegen, allerdings lebt es sich in einer WEG besser wenn alle zusammenwirken Eigentümer, WEG-Beirat und Verwalter. Zusammenwirken heißt aber nicht das der Beirat sich mehr Rechte heraus nehmen darf!
     
  13. #12 Martens, 17.09.2015
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    ja klar, aber der Beirat holt i.A. nicht die Angebote ein, der zitierte Passus bezieht sich auf die Angebote, die der Verwalter im Rahmen der Erledigung seiner Aufgaben eingeholt hat.
    Außerdem ist das eine Kann-Vorschrift, da steht, daß die Beiräte das tun sollen - und nicht müssen.

    Togal, es ist nicht die originäre Aufgabe der Beiräte, Angebote von Bewerbern für die WEG-Verwaltung einzuholen. Punkt.

    auf jeden Fall!
    Ich habe ja auch nicht geschrieben, daß man gegeneinander arbeiten soll, ganz im Gegentum.

    Christian Martens
     
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