Verwaltungstätigkeit wurde aufgeteilt

Dieses Thema im Forum "Verwaltung" wurde erstellt von Interessierter_Gast, 11.10.2015.

  1. #1 Interessierter_Gast, 11.10.2015
    Interessierter_Gast

    Interessierter_Gast Gast

    Hallo Community

    Mal eine etwas komische Frage ...

    Ein Objekt, welches ich zur Eigenbenutzung kaufen möchte, wird derzeit von den Eigentümern selber verwaltet. Das bedeutet, dass einer das Heizöl kauft (RE wird durch drei geteilt und am Ende wird geschaut wer wieviel verbraucht hat), einer die Versicherung bezahlt und ein anderer sich um die Wasserkosten etc. kümmert. Die Eigentümer haben bisher keine ordentliche Mitgliederversammlung vorgenommen und Entscheidungen einfach so getroffen. Wenn mich da jetzt einkaufe müsste ich diesen Modus ja auch mitmachen oder?
    Hat jemand Erfahrungen mit sowas?
     
  2. AdMan

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  3. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi Interessierter_Gast,

    zur eigentlichen Frage kann ich dir leider nicht weiterhelfen.

    Was ich mich aber hier gerade Frage ist, was ist mit den anderen Betriebskosten, denn es fällt ja i.d.R. mehr an als nur Öl, Versicherung und Wasser an? Desweiteren rechnet man die Heizung doch i.d.R. nicht nur nach tatsächlichem Verbrauch ab und wie ist das mit dem Hausgeld bzw. Rücklagen geregelt? Ansonsten, wenn sich alle Eigentümer gut verstehen, dann kann das sicher eine super Lösung sein. Die Probleme fangen i.d.R. immer erst an, wenn Streitigkeiten aufkommen.
     
  4. #3 Interessierter_Gast, 12.10.2015
    Interessierter_Gast

    Interessierter_Gast Gast

    Rücklagen, ja das ist auch so ein Thema. Jeder bildet seine eigenen Rücklagen. Hausgeld beinhaltet ja die gemeinsamen Kosten und das wird immer am Ende des Monats/Jahres abgerechnet (kurze Info wieviel das ist) und bezhalt. Bei Instandhaltungskosten die etwas größer sind trifft man sich kurz, bespricht das und jeder zahlt seinen Teil. Die wohnen halt schon seit 20 Jahren oder so zusammen.
     
  5. #4 Newbie15, 12.10.2015
    Newbie15

    Newbie15 Erfahrener Benutzer

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    Wie groß ist denn die WEG? 3 Einheiten? Grundsätzlich kannst du als Eigentümer die Bestellung eines Verwalters verlangen. Wer allerdings Verwalter wird, bestimmt die Mehrheit. Es kann also auch einer der Eigentümer sein. Gerichtlich könntest vielleicht auch einen externen erzwingen, wenn die Verwaltung aktuell nicht ordnungsmäß ist, aber die Frage ist, ob du da dann wirklich wohnen willst.

    Wenn die WEG sehr klein ist, ist die Bestellung eines Verwalters aber keine einfache Sache, auch wenn alle wollen. Wir wohnen in einer 3er-WEG mit ausschließlich Selbstnutzern und haben das Problem, dass niemand die Verwaltung übernehmen will, weil es sich bei so kleinen Einheiten einfach nicht lohnt. Sobald" 3er-WEG" fällt, ist das Gespräch beendet und die Verwalter haben kein Interesse mehr. Unser jetziger Verwalter verwaltet nur auf dem Papier, letztlich machen wir alles selbst, bis auf die Abrechnung, und überlegen daher auch die Selbstverwaltung. Dann müssen wir wenigstens niemanden fürs Nichts-Tun bezahlen.
     
  6. #5 Fremdling, 12.10.2015
    Fremdling

    Fremdling Erfahrener Benutzer

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    Nein, doch dann solltest Du m.E. nur kaufen, wenn Du die beiden Miteigentümer für Deine neuen Ideen begeistern kannst, wie immer die aussehen mögen.
     
  7. #6 Martens, 12.10.2015
    Martens

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    Grundsätzlich: Jeder Eigentümer hat das Recht auf ordnungsgemäße Verwaltung, dieses kann er auch gerichtlich durchsetzen.

    Jedoch bergen kleine WEGs das größte Risiko für Streit, Streß und Nervenzusammenbrüche. Wenn Du weißt, wie dort der Hase läuft und das Schema bisher auch funktioniert, solltest Du Dich da integrieren oder eben nicht kaufen. Du wirst grade als Selbstnutzer keinen Spaß an Deiner Wohnung haben, wenn Du Dich mit Deinen Miteigentümern und Nachbarn nur noch über das Gericht unterhältst.

    Christian Martens
     
  8. #7 Interssierter_Gast, 12.10.2015
    Interssierter_Gast

    Interssierter_Gast Gast

    Hmm ok, soweit erstmal danke für die Rückmeldungen.

    Ich weiss jetzt nicht, ob dieser Thread der Richtige für eine weiterführende Frage ist, aber ich probiere es mal.
    Diese WEG hat zudem auch kein eigenes Rücklagenkonto, bzw. hat jeder seine eigene Rücklagen gebildet. Normalerweise gehen doch die gebildeten Rücklagen beim Kauf auf den neuen Eigentümer über oder? Wie verhält sich das in so einem Fall?
     
  9. Andres

    Andres
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    Nicht wirklich. Die Rücklagen gehören der Gemeinschaft.


    Es gibt keine Rücklagen, denn was die Eigentümer privat ansparen hat nichts mit der Gemeinschaft zu tun.

    Die (fehlende) Bildung einer angemessenen Rücklage ist einer der vielen Punkte, an denen schon bei deiner kurzen Schilderung erkennbar wird, dass hier keine ordnungsmäßige Verwaltung vorliegt. Du solltest dir im Klaren darüber sein, was ohne Rücklage passiert: Muss eine Maßnahme ausgeführt werden, kommt es zu einer Sonderumlage. Können einzelne Eigentümer diese Sonderumlage nicht leisten und ist die Maßnahme dringend (d.h. man kann keine Zwangsmaßnahmen abwarten), kommt es zu einer weiteren Sonderumlage, um die erforderlichen Mittel einzuziehen. Die liquidien Eigentümer finanzieren also die Maßnahme. Das ist ein grundsätzliches Risiko in einer WEG, denn die Rücklage kann auch bei guter Planung nicht ausreichend sein. Wenn es aber gar keine Rücklage gibt, besteht dieses Risiko bei jeder Ausgabe.

    Es gibt funktionierende Selbstverwaltungen. Ohne ein Mindestmaß an Recht und Gesetz geht es aber auch dort nicht. Ich persönlich hätte keine Lust, die Verhältnisse in deiner WEG zunächst einmal mühsam zu ordnen, sodass meine Interessen gewahrt sind. Da suche ich mir lieber eine andere Wohnung.
     
  10. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

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    Hallo Gast,

    Genaugenommen steht der Anteil des jeweiligen Objektes der gemeinsamen gebildeten Rücklage weiterhin diesem Objekt zur Verfügung.
    Da es in diesem Fall keine gemeinsame Rücklage gibt geht auch nichts auf dich als Käufer über.
    Es sei denn du vereinbarst im Kaufvertrag, dass der Verkäufer dir Summe x als Rücklage zurück gibt.

    VG Syker
     
  11. #10 Pharao, 12.10.2015
    Zuletzt bearbeitet: 12.10.2015
    Pharao

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    Hi,

    hmm :? Das setzt aber voraus, das alle Eigentümer im Fall der Fälle (auch kurzfristig!) immer genügend Kleingeld zu Verfügung haben, egal in welcher Lebenssituation sich die einzelnen Eigentümer gerade selber befinden. Ich mein, je nach dem was hier ggf. anfällt bzw. von der Allgemeinheit beschlossen wird, kann das durchaus schnell mal ein größerer Betrag werden.

    Ich will hier jetzt nicht alles schlecht reden, aber gerade wenn man mit "Fremden" geschäftlich was zu tun hat (deren Liquidität du auch nicht kennst) und man selber eben auch nicht alles alleine entscheiden kann (sei es was gemacht wird, wann es gemacht wird oder in welchem Umfang was gemacht wird, ect) , dann wäre mir persönlich einfach ein "fester Allgemeintopf" lieber. Aber um nun auch mal was Positives zu schreiben: das wäre m.E. auf jeden Fall die WEG-Größe.
     
  12. Duncan

    Duncan
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    :152:
    Ich bin ja auch in mehreren WEG involviert und habe auch etliche WEG als Kunden - da fallen mir die kleinen WEG mit unter ~8-10 ET eher unangenehm auf, da diese sich am schwersten einigen können und ein einzelner Querkopf, den man irgendwie in jeder WEG findet, anteilsmäßig zu viel Macht hat und sich vernünftige Beschlüsse so oft nicht durchsetzen lassen. Bei 100 oder mehr ET egalisiert sich das in der Regel. So kleine WEG finde ich nur als Allein-ET interessant. ;)
    In eine Konstellation wie vom TO beschrieben würde ich mich nicht einkaufen.
     
  13. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Mein Hintergedanke hier ist einfach, um so weniger Eigentümer es gibt, um so größer die Chance das sowas wie in dem Fall hier funktionieren kann. Bei einer WEG mit vielen Eigentümer wird man nur den offiziellen Weg gehen können mit Verwalter, ect.
     
  14. #13 Interssierter_Gast, 12.10.2015
    Interssierter_Gast

    Interssierter_Gast Gast

    Naja also die bisherigen ET wohnen seit ca. 25 Jahren drin und die anderen ET sogar länger. Da es bisher keine Probleme gegeben hat (sonst würden die ja da nicht so lange wohnen) ist die Chance natürlich hoch, dass es auch weiterhin keine Probleme geben wird.

    Das mit den Rücklagen nervt natürlich etwas, da man zusätzlich zu der Finanzierung eben ein gewisses Kapital flüßßig haben muss. Naja mal schauen vielleicht lassen sich die anderen später (falls ich kaufe) auf ein gemeinsames WEG Konto ein.
     
  15. Duncan

    Duncan
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    Wobei ich genau das für den besten Weg halte. So kleine Häuser sollte man nicht in WE teilen sondern in Alleineigentum belassen.
    hm, 25 Jahre plus x. Und wie lange leben die noch? Wie ticken die Erben? Gibt es Gründe zum Verkauf die im Alter und dessen Begleiterscheinungen liegen?
    Das flüssige Risikokapital brauchst du immer wenn du Immobilien hast. Als Vermieter/Verpächter noch mehr als als Selbstnutzer. Bei deiner Konstellation solltest du also mal eben von heute auf morgen ein neues Dach alleine finanzieren können....
    Nur so zur Abschätzung der Größenordnung.
     
    Pharao gefällt das.
  16. #15 Interessierter_Gast, 12.10.2015
    Interessierter_Gast

    Interessierter_Gast Gast

    Ja die ziehen in eine neue ET die etwas weiter weg neu gebaut wird. Sooo alt sind die nicht. Die sind um die 55.

    Hmm Dach wurde erst vor Kurzen neu gemacht, Fassade auch. Aber ich verstehe worauf du hinauswillst. Wie groß muss diese Größenordnung denn sein? 20.000 EUR?
     
  17. Duncan

    Duncan
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    Ich meine weniger die jetzigen ET als die verbleibenden ET, die sind nachher mit dir in der WEG und du haftest z.T. für sie und ihre Entscheidungen! Tod, Scheidung, Unfälle, Krankheiten und viele weitere Möglichkeiten die auf deren und indirekt damit deine Bonität Niederschlag finden können.
    Das Dach ist das klassische Horrorszenario, weil es kaum/keinen Aufschub duldet und schnell sehr teuer wird. Ja, genau deshalb bewusst von mir gewählt. Die Größe der Rücklage, von mir gerne als Kriegskasse bezeichnet, kann eigentlich nie zu groß sein. Das Minimum hängt vom Objekt ab, dass mir unbekannt ist, aber deine Größenordnung ist nicht unvernünftig. Also eine Summe, die du im Zweifel kreditierst in der Hoffnung sie nie zu brauchen...
     
  18. #17 Interessierter_Gast, 12.10.2015
    Interessierter_Gast

    Interessierter_Gast Gast

    Achso ... naja die anderen beiden sind auch so um die 55 wobei die einen drin wohnen und der andere vermietet die DG Wohnung.

    Naja ich werde erstmal direkt mit 5.000 anfangen und den Rest über monatliche Rücklagen von 100 - 200 EUR aufbauen. Muss ja schließlich auch was in die Finanzierung stecken.
    Aber dein Beispiel ist nicht schlecht gewählt.
     
  19. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    im Fall der Fälle interessiert es wahrscheinlich niemanden, wie deine "Rücklagenwunschplanung" aussah ... :112:

    Ansonsten kann man dir m.E. nur Empfehlen, hol dir einen Gutachter deines Vertrauens und lass Ihn das ganze bewerten, bevor du da was kaufst. Dann kann man m.E. wenigstens etwas als Laie abschätzen, wie der aktuelle Zustand ist bzw. ggf. welche laufende Kosten so anfallen könnten in den nächsten Jahren. Bei unvorhersehbaren Dingen tut man sich natürlich etwas schwer, aber mit etwas Glück sind die vielleicht versichert ;)
     
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