Verwertung von Fahrzeug

Diskutiere Verwertung von Fahrzeug im Mietvertrag über Stellplätze Forum im Bereich Mieter- und Vermieterforum; Folgende Fragestellung wurde an mich herangetragen: Jemand hat einem Bekannten erlaubt sein Fahrzeug auf seinem Grundstück abzustellen, daraufhin...
  • Verwertung von Fahrzeug Beitrag #1

Ferdl

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Folgende Fragestellung wurde an mich herangetragen:
Jemand hat einem Bekannten erlaubt sein Fahrzeug auf seinem Grundstück abzustellen, daraufhin ist der Bekannte "abgetaucht".
Seit dem sind wohl schon 8 Jahre vergangen und nun soll das Fahrzeug wirtschaftlich verwertet werden um a) Platz zu bekommen und b) einen Teil der Stellplatzmiete wieder herein zu bekommen. Ein Mietvertrag besteht nicht, Fahrzeugbrief liegt nicht vor, der Bekannte, der das Fahrzeug dort abgestellt hat ist nicht erreichbar.
Der Platzbesitzer möchte das Hemdsärmlig lösen, verhökern für kleines Geld, cash in de Täsch. Der potentielle Käufer, hüstel... befürchtet so kein legales Eigentum an dem Fahrzeug erwerben zu können, befürchtet der Vorbesitzer könne noch 30 Jahre Ansprüche geltend machen.
Wie könnte so etwas legal ablaufen?

PS: bisher wurde lediglich das KFZ inseriert...
 
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  • Verwertung von Fahrzeug Beitrag #2

RMHV

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Voraussetzung für einen unangreifbaren Weiterverkauf wird die Übereignung durch den Gerichtsvollzieher sein als letzter Schritt des üblichen Rechtswegs: Kündigung, Räumungsklage, vollstreckbares Urteil, Vollstreckung und Verwertung durch GV.
 
  • Verwertung von Fahrzeug Beitrag #3
Goldhamster

Goldhamster

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Hallo @Ferdl ,

schön von dir zu lesen.
Ich habe genau das hinter mir.

Du könntest z. B. drei Gebote einholen, die du auch dokumentierst. Ich glaub, die sind bestimmt nicht so hoch - prüf das mal genau. Dazu (unvorteilhafte) Fotos vom Fahrzeug und auch evt. ausgetretenes Öl - das läuft doch sicher aus? Schau noch einmal genau nach!

Du darfst mich gerne privat anschreiben.

Drei Gebote mag auch
DER HAMSTER
 
  • Verwertung von Fahrzeug Beitrag #4
immodream

immodream

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Hallo,
ich hatte eine Mieterin, die hat ihren uralten Fiat Panda auf einem Stellplatz vergessen .
Sinnvolle Verwertung nicht möglich und die Mieterin hatte schon den Offenbarungseid geleistet.
Da hat mir Irgendjemand zugeflüstert , das Autos, die herrenlos und verkehrsgefährdent auf dem Gehweg stehen oder einen fehlenden Tankdeckel haben, vom Ordnungsamt irgendwann abgeschleppt werden. Und ihr werdet es nicht glauben , irgendwann stand doch diese Auto quer auf dem Gehweg, ohne Tankdeckel und dann wurde nach einem Anruf meinerseits das Auto wegen Gefahr in Verzug entfernt.
Grüße
Immodream
 
  • Verwertung von Fahrzeug Beitrag #5

Ferdl

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Also, ich oder ein Bekannter wäre derjenige der das Fahrzeug evtl. kaufen wollen würde.
Nur zur Verwertung sähe ich jetzt auch keine größeren Probleme, aber wenn das Fz wieder zugelassen werden sollte müsste der verlorengegangene Brief aufgeboten werden ein neuer beantragt, was weiß ich. Daher die Frage wie ein korrektes, juristisch sauberes Vorgehen wäre.

Vermutlich wird der Transport zu teuer, und angesehen hat sich den Haufen auch noch keiner.
Darum gehts: Discovery
 
  • Verwertung von Fahrzeug Beitrag #6
Andres

Andres

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Der potentielle Käufer, hüstel... befürchtet so kein legales Eigentum an dem Fahrzeug erwerben zu können
Durchaus zu recht. Ohne Fahrzeugpapiere ist nun einmal kein gutgläubiger Erwerb möglich und der Käufer wird nicht Eigentümer der Sache.

befürchtet der Vorbesitzer könne noch 30 Jahre Ansprüche geltend machen.
Der Vorbesitzer ist der Verkäufer/Vermieter, nur Eigentümer ist auch der nicht. Selbst als Vermieter (mit "kein Mietvertrag" wir wieder einmal gemeint sein, dass man keine Urkunde erstellt hat) hat er nur ein Pfandrecht, ist aber nicht selbst Eigentümer geworden.

Daher die Frage wie ein korrektes, juristisch sauberes Vorgehen wäre.
Verkauf durch öffentliche Versteigerung, § 1235 ff. BGB. Mit dem Zuschlagbeschluss kann man dann zur Zulassungsstelle wackeln und bekommt neue Papiere. Bei 2000 € liegen wir dann aber nicht mehr.
 
  • Verwertung von Fahrzeug Beitrag #7

Melanie123

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Ohne Fahrzeugpapiere geht da gar nichts. Der Fahrzeugbrief ist ja dazu da, das Eigentum nachzuweisen.

Die Frage ist, ob und wie sich das Verfahren abkürzen lässt.

Mir hat bei einer Berliner Räumung der zuständige Gerichtsvollzieher (harter Knochen) mal sehr geholfen. Ich rief ihn im Vorfeld an, weil ich Bedenken hatte, ob bei der Räumung Mitbewohner evt. nicht geräumt werden (Fachbücher hatten da unterschiedliche Meinungen und er bestätigte, dass es sehr vorsichtige Kollegen gibt), beim ihm müsse ich mir aber keine Gedanken machen.

Die Wohnung war aufgegeben worden, Schlüssel steckte, es waren aber noch (mein Empfinden) gute Möbel darin. In Gegenwart von zwei Zeugen sagte er, dass ich diese sofort entsorgen könnte, da offensichtlich aufgegeben und eine Verwertung sich nicht lohnen würde. Bei völlig zugestellten Keller hingegen der Hinweis auf mögliche Kronjuwelen und einen Monat Wartezeit, also durchaus ein differenziertes Denken.
Der Name am Briefkasten war entfernt worden, ich hatte aber noch Ansprüche. Sein Kommentar: "Kleben Sie den Namen einfach wieder an, dann ist die Post ja zustellbar."

Fazit 1: Es kann u.U. sehr auf die Einstellung des GV ankommen. Diese zu kennen, könnte sehr wichtig sein.

Anders als bei Wohnraum, den man schnellstmöglich zurück haben möchte, steht das Fahrzeug schon 8 Jahre dort.
Will man also den Platz schnellstmöglich frei haben wählt man die Räumungsklage.
Will man Geld sparen, könnte ich mir (laienhaft, als Ausgangspunkt für weitere Überlegungen, die bitte von anderen aufgegriffen werden) auch eine andere Möglichkeit vorstellen, wobei auch hier der GV hinzuzuziehen wäre.

Überlegung ist, statt Räumungsklage ein einfaches Mahnverfahren wegen ausstehender Miete. Über die Zustellbarkeit müsste man sich Gedanken machen, das trifft aber auch auf eine Räumungsklage zu. Kostet mWn. 36 € und dauert, da voll automatisiert etwas über einen Monat bis man einen Titel (Versäumnisurteil) hat.
Danach könnte man pfänden.

Wenn das Fahrzeug das Einzige zu Pfändende ist, vielleicht auch das direkt. Wenn 8 Jahre Mietrückstand vorhanden sind, könnte ein (der richtige) GV evt. zu der Überzeugung kommen, dass eine Verwertung über öffentliche Versteigerung nicht lohnt. Ob daraus folgt, dass Dein Bekannter vom GV Eigentum, notwendige Papiere zur Eigentumsbeschaffung (also Fahrzeugbrief)... bekommt, würde ich im Vorfeld mit dem GV abklären.

Versuch macht klug, es könnte Zeit und Geld einer Räumungsklage sparen.

Liebe Grüße
Melanie
 
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